Platzhalter für Profilbild

tinten_fischchen

aktives Lesejury-Mitglied
offline

tinten_fischchen ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit tinten_fischchen über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.10.2024

Faszinierende Einblicke in die Welt des Schachs

Schach-Euphorie
0

Wenn Sie immer schon wissen wollten, WIE man Schach spielt oder wie man endlich gewinnt, sind sie hier falsch. Haben Sie sich schon mal gefragt WARUM Menschen so fasziniert davon sind kleine schwarz-weiße ...

Wenn Sie immer schon wissen wollten, WIE man Schach spielt oder wie man endlich gewinnt, sind sie hier falsch. Haben Sie sich schon mal gefragt WARUM Menschen so fasziniert davon sind kleine schwarz-weiße Figuren über ein 8x8 Felder großes Brett zu schieben? Glückwunsch, dann haben Sie das richtige Buch für sich gefunden.

Mit einer Leidenschaft die man spürt versucht der niederländische Schachspieler und -journalist Peter Doggers zu ergründen warum ein so uraltes, simples Brettspiel es in Zeiten von Minecraft und co. immer noch schafft die Massen zu begeistern. Schachkenntnisse werden keine Vorausgesetzt.
Schach-Euphorie richtet sich eher an interessierte Laien und Anfänger, jedoch kann vor allem der KI-Teil auch für passionierte Spieler von Interesse sein.

Doggers erzählt unglaublich gut und spannend. Man lernt vieles über die Geschichte und großen Spieler. Aber auch die wechselseitigen Beziehungen zwischen Schach, Kunst, Politik und Wissenschaft werden gezeigt. Streckenweise liest sich das Buch wie ein Krimi. Das muss man erst mal hinkriegen bei so einem Thema.

Besonders gefallen hat mir der Teil der sich mit der Entwicklung der Schachcomputer bis hin zur künstliche Intelligenz befasst. Aber auch der Krimi um Magnus Carlsen und Hans Niemann.

Doggers schneidet in seinem Buch viele Themen nur an. Dank der ausführlichen Literaturliste kann sich, man wurde man vom Schach-Fieber gepackt, sicher noch weiter in die einzelnen Gebiete vertiefen.

Wenn man nun als Schachinteressierter ein einziges Buch über Schach kaufen möchte, ist Schach-Euphorie von Peter Doggers sicherlich keine schlechte Wahl.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.10.2024

Umfangreicher Einstieg

Unversehrt. Frauen und Schmerz
0

Am Anfang steht die Großmutter. Am Ende auch. Dazwischen begegnen wir immer wieder. Ihr Lebens- und Leidensweg zieht sich durch das Buch wie ein roter Faden. Bildet quasi das Fundament des Buches, hält ...

Am Anfang steht die Großmutter. Am Ende auch. Dazwischen begegnen wir immer wieder. Ihr Lebens- und Leidensweg zieht sich durch das Buch wie ein roter Faden. Bildet quasi das Fundament des Buches, hält es zusammen.

Anhand der Geschichte ihrer Großmutter, aber auch ihrer eigenen, versucht die junge Autorin Eva Biringer zu zeigen, dass Frauen Jahrhunderte- wenn nicht Jahrtausendelang systematisch sowohl aus gesellschaftlicher als auch medizinischer Sicht unterdrückt und mundtot gemacht wurden. Sie argumentiert dass die Gesellschaft weiblichen Schmerz oft nicht ernst nimmt, bagatellisiert, als psychosomatisch abtut.

Dazu hat sie sich umfangreich in wissenschaftliche Studien, medizinische Texte, historische Texte, gesellschaftskritische und feministische Literatur, Kunst und Kultur eingearbeitet. Das Ergebnis ist schockierend und heilsam zugleich. Schockierend weil man manches gar nicht glauben kann. Nicht glauben mag. Es einem unfassbar erscheint. Und heilsam, weil die meisten Frauen wohl tatsächlich schon einmal in einer Situation waren, in der ihre Schmerzen oder ihre Erkrankung nicht ernst genommen wurde. Ich war es. Das Buch half mir dabei das Geschehene neu einzuordnen und dadurch besser reflektieren zu können.

Abgesehen von der Geschichte der Großmutter fehlt dem Buch streckenweise Struktur. Das Buch quillt über vor Themen, Gedankengänge, Studien. Man bekommt Lese-, Hör- und Filmempfehlungen. Beim Lesen musste ich das Buch des Öfteren weglegen um mehr über das gerade gelesene zu Erfahren.

Ich hatte aber auch das Gefühl, als hätte Biringer selbst sich verzettelt und wurde von der Wucht der Informationen erschlagen. Anstelle einer These, einer Einordnung, findet man manchmal sarkastische, teils aber auch nur kindische und fast schon dumme Einschübe der Autorin.
Zudem sind einige wenige Stellen so wirr und unvollständig geschrieben, dass man sich fragt, ob das Buch überhaupt ein Lektorat gesehen hat.

Ich habe das Buch als E-Book gelesen und leider funktioniert es durch die ganzen Fußnoten die im E-Book erst am Ende des Kapitels angezeigt werden nur bedingt. Das viele hin- und herspringen ist umständlich. Praktisch hingegen ist dass man beim E-Book direkt auf die Links im Quellenverzeichnis springen kann, sofern das Reading-Device einen Internet-Browser hat.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere