Cover-Bild The Hate U Give
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11,00
inkl. MwSt
  • Verlag: cbt
  • Genre: Kinder & Jugend / Jugendbücher
  • Seitenzahl: 528
  • Ersterscheinung: 26.12.2018
  • ISBN: 9783570312988
Angie Thomas

The Hate U Give

Ausgezeichnet mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2018. Das perfekte Ostergeschenk für alle ab 14 Jahren!
Henriette Zeltner-Shane (Übersetzer)

»Umwerfend und brillant, ein Klassiker!« Bestsellerautor John Green
Das perfekte Ostergeschenk für alle ab 14 Jahren!


Die 16-jährige Starr lebt in zwei Welten: in dem verarmten Viertel, in dem sie wohnt, und in der Privatschule, an der sie fast die einzige Schwarze ist. Als Starrs bester Freund Khalil vor ihren Augen von einem Polizisten erschossen wird, rückt sie ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Khalil war unbewaffnet. Bald wird landesweit über seinen Tod berichtet; viele stempeln Khalil als Gangmitglied ab, andere gehen in seinem Namen auf die Straße. Die Polizei und ein Drogenboss setzen Starr und ihre Familie unter Druck. Was geschah an jenem Abend wirklich? Die Einzige, die das beantworten kann, ist Starr. Doch ihre Antwort würde ihr Leben in Gefahr bringen...

Angie Thomas bei cbj & cbt:
The Hate U Give
On The Come Up
Concrete Rose
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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.08.2019

Jetzt schon ein moderner Klassiker

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Die Story greift aktuelle Problemfelder der amerikanischen Gesellschaft auf und nimmt dabei eine sehr persönliche Perspektive ein, die sonst oft in den Medien untergeht: man lernt das Opfer kennen und ...

Die Story greift aktuelle Problemfelder der amerikanischen Gesellschaft auf und nimmt dabei eine sehr persönliche Perspektive ein, die sonst oft in den Medien untergeht: man lernt das Opfer kennen und begleitet die Angehörigen durch die Zeit nach der Tat.

Was dieses Buch so besonders und wohl auch kontrovers macht, ist der Perspektivenwechsel. In den (amerikanischen) Medien wird oft nur einseitig berichtet, nun wird die Seite der afroamerikanischen Bürger beleuchtet, fernab bloßer Black Lives Matter- Parolen. Die Protagonistin Starr ist daher entsprechend gut gewählt: eine junge Farbige, die zwar in einem Problemviertel lebt, aber auf eine privilegierte weiße Schule geht und bildungstechnisch eine glänzende Zukunft vor sich hat. Somit wird gerade kein Klischee des jungen Ghettokindes bedient, welches im Leben eh keine andere Chance sieht als zu dealen oder Mitglied in einer Gang zu werden, oder den Aufstieg durch Sport erreichen zu müssen. Starr war mir dabei immer sehr sympatisch. Insbesondere ihr Konflikt zwischen ihrem ’schwarzen‘ Familienleben in ihrem Elternhaus im Problemviertel sowie der Besuch einer eher weißen Eliteschule, ihre Freundschaften und ihre Beziehung zu einem Weißen fand ich nie übertrieben und immer sehr glaubhaft.

Starr wird Zeugin, wie ihr Freund Khalil bei einer Polizeikontrolle ohne jeglichen Anlass erschossen wird – beispielhaft für zu viele vergleichbare Fälle von Polizeigewalt in der jüngsten Vergangenheit. Das Buch hat also ungemeinen Zündstoff – als Leser wissen wir, was Sache ist: Khalil wurde ohne jeglichen Grund erschossen. Allein sein Aussehen, sein Auftreten und sein Ruf waren Anlass für den Polizisten, den Abzug zu drücken. An seinem Beispiel wird der Leserschaft schmerzlich vor Augen geführt, dass es Rassismus im Alltag und insbesondere im Rahmen von Polizeigewalt gibt – er ist real und hat auch in der heutigen Zeit noch ungeheure Konsequenzen.

Gut gefallen hat mir außerdem auch das Einbringen alltäglicher Rassismuskonflikte. In einer Szene beschreibt Angie Thomas ein klassisches Beispiel davon, wenn etwa Starrs privilegierte weiße Freundin Hailey Äußerungen mit rassistischem Kontext tätigt, die für sie scherzhaft gemeint, für die Betroffenen allerdings schmerzhaft empfunden werden. Hier sind wir in der klassischen „Negerkuss“-Situation. Weiße als nicht Betroffene entscheiden darüber, was sie selbst als rassistisch empfinden und was nicht. Dass man dabei allerdings dieses Empfinden allein der betroffenen Seite überlassen sollte, wird leider oft übersehen. Solche Konflikte lässt die Autorin geschickt einfließen, lässt sie aber – wie auch in der Realität – oft ungelöst. Als Leser bleibt man deswegen oft beklommen zurück.

Auch der Sprachgebrauch ist dabei hart an der beschriebenen Realität und fernab blumiger Worte. Der verwendete Slang spiegelt die gesellschaftliche Schicht wieder, in der sich das Buch bewegt. Dabei wird je nach Situation zwischen Slang und Hochsprache gewechselt und dadurch noch krasser der Unterschied innerhalb der Gesellschaft verdeutlicht.

Als Hip Hop-Fan liebte ich auch die vielen Hinweise, die Angie Thomas im Buch versteckt hat, wie etwa zu N.W.A. und Tupac und deren Einfluss auf die afroamerikanische Gesellschaft.

Tupac prägte dabei das Akronym THUG LIFE – was für The Hate U Give Little Infants Fucks Everybody steht. Dabei meint das Akronym die Chancenungleichheit der amerikanischen Gesellschaft: Afroamerikaner haben in der Regel weniger Chancen auf sozialen Aufstieg und Wohlstand, das System dient nur den bereits Privilegierten. Das Problem der gesellschaftlichen Schere müsste dabei wohl nicht nur in Amerika gelöst werden.

Auch die Andeutungen zur Black Panther-Bewegung, Martin Luther King und Malcom X sind ein Genuss für Leser, die sich mit der amerikanischen Geschichte der Neuzeit beschäftigt haben. Den ein oder anderen regen die Verweise vielleicht sogar zum Nachschlagen an.

Genau auf diesen Moment fiebert man als Leser hin. Man war bei der Ermordung Khalils quasi live dabei, hat die sonst übliche Perspektive gewechselt und wünscht sich nicht sehnlicher als Gerechtigkeit. Man ist fest davon überzeugt, dass alles gut werden wird, dass alles gut werden muss. Dass diesmal alles anders ist. Angie Thomas baut über das ganze Buch mit allen kleinen und großen Verstrickungen, Charakteren und Entwicklungen diese Erwartungshaltung auf – nur um sie dann in einem großen Knall zum Einsturz zu bringen. Und genau dies löste zwar zunächst Verwirrung, Ärger und Schock bei mir aus – was aber genau die Reaktion ist, die die Autorin provoziert hat und die eventuell etwas bewegen kann. Wenn man sich selbst von einer solchen Ungerechtigkeit betroffen fühlt, wenn man plötzlich Empathie für die Gegenseite entwickelt, dann kann ein Umdenken stattfinden. Durch das Nichterfüllen der Erwartungshaltung wird die Message des Buches umso deutlicher – Rassismus ist ein reales gesellschaftliches Problem, das uns alle angeht.

Das Buch ist für mich schon jetzt ein moderner Klassiker, den man einfach gelesen haben sollte.

Veröffentlicht am 05.07.2019

Gänsehaut

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Ich hab das Buch in drei Tagen gelesen. Es ist eigentlich nicht zu beschreiben. Ich hatte vorher nicht besonders viel Ahnung von der Situation in den USA. Jetzt würd ich am Liebsten selbst für Gerechtigkeit ...

Ich hab das Buch in drei Tagen gelesen. Es ist eigentlich nicht zu beschreiben. Ich hatte vorher nicht besonders viel Ahnung von der Situation in den USA. Jetzt würd ich am Liebsten selbst für Gerechtigkeit kämpfen. Das Buch steckt voller Herzblut.
Ein Muss für alle Buchliebhaber. EIN MUSS!

Veröffentlicht am 11.04.2019

Echt, bewegend und emotional!

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Als ich den Klappentext gelesen habe, wusste ich schon, dieses Buch wird emotional. Und ich sollte recht behalten.

Wir lernen gleich zu Beginn Starr kennen. Sie ist 16 Jahre alt, schwarz und wohnt im ...

Als ich den Klappentext gelesen habe, wusste ich schon, dieses Buch wird emotional. Und ich sollte recht behalten.

Wir lernen gleich zu Beginn Starr kennen. Sie ist 16 Jahre alt, schwarz und wohnt im Ghetto. Und zwar in einer richtig üblen Gegend, in der man seine Kinder nicht allein auf die Straße lassen möchte. Mit 10 Jahren musste sie schon mit ansehen, wie ihre beste Freundin aus einem vorbeifahrenden Fahrzeug erschossen wurde. Deswegen gehen sie und ihre Brüder auch auf eine Schule außerhalb, in der zum Großteil nur Weiße sind, und ihre Eltern arbeiten wie verrückt, um ihnen dies zu ermöglichen.

Man merkt recht schnell, dass diese Prota recht hart wirkt, aber auch, dass dies eigentlich nur Fassade ist. Ich muss sagen, ich mochte sie. Ich konnte es gut nachvollziehen, dass sie Angst hat, dass sie sich teils verstellt und auch dass sie teilweise selbst Vorurteile hat. Bei ihrer Vergangenheit und Herkunft war das alles absolut authentisch dargestellt. Das hat mich dabei auch ziemlich mitgenommen. Diese Ungerechtigkeit war so glaubwürdig und echt, ich habe wirklich richtig mit gelitten und mir sind immer wieder die Tränen gekommen.

Natürlich steht im Mittelpunkt dieses Buches der Rassismus! Und wenn auch Schwarze hier ganz deutlich absolut falsch behandelt werden, geradezu menschenunwürdig, so wird auch deutlich, dass die Vorurteile auf beiden Seiten vorhanden sind. Aber das Ganze ist auch verständlich dargestellt, auch wenn immer wieder Szenen dabei sind, die zeigen, dass nicht jeder gleich ist! Nicht jeder Schwarze ist automatisch ein Gangster und nicht jeder Weiße sieht auf diese herab. Die Autorin hat wirklich alles super durchdacht und perfekt vermittelt.

Dieses Buch ist wirklich absolut grandios geschrieben, von Anfang bis Ende. Die Autorin hat zum Teil Slang benutzt, was alles nur noch echter wirken lässt und es geschafft, dass das Ganze einem dadurch noch näher geht.
Für mich ist die Geschichte wichtig, eine absolute Pflichtlektüre, die unbedingt gelesen werden sollte.

Fazit
The Hate U Give erzählt eine Geschichte von absoluter Ungerechtigkeit. Ich war stellenweise absolut fassungslos, traurig, habe richtig den Hass gefühlt und konnte ihn gut nachempfinden. Und auch wenn Gewalt nie eine Lösung ist, so konnte ich die Menschen zum Teil verstehen. Die Verzweiflung war einfach absolut greifbar. Angie Thomas hat hier wirklich ein grandioses Werk geschaffen, das so wichtig ist. Sie hat mich emotional mitgenommen, ich musste immer wieder Tränen lassen und hätte am liebsten ins Geschehen eingegriffen und wollte mit den Figuren kämpfen für die Gerechtigkeit.
Für mich ist das Buch ein absolutes Muss. Ich konnte es nicht aus der Hand legen und vergebe verdiente 5 von 5 Sternen!

Veröffentlicht am 14.01.2019

Ein Buch, das zum Nachdenken anregt und einem die Augen öffnet

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Inhalt (dem Klappentext entnommen):
Die 16-jährige Starr lebt in zwei Welten: in dem verarmten Viertel, in dem sie wohnt, und in der Privatschule, an der sie fast die einzige Schwarze ist. Als Starrs bester ...

Inhalt (dem Klappentext entnommen):
Die 16-jährige Starr lebt in zwei Welten: in dem verarmten Viertel, in dem sie wohnt, und in der Privatschule, an der sie fast die einzige Schwarze ist. Als Starrs bester Freund Khalil vor ihren Augen von einem Polizisten erschossen wird, rückt sie ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Khalil war unbewaffnet. Bald wird landesweit über seinen Tod berichtet; viele stempeln Khalil als Gangmitglied ab, andere gehen in seinem Namen auf die Straße. Die Polizei und ein Drogenboss setzen Starr und ihre Familie unter Druck. Was geschah an jenem Abend wirklich? Die Einzige, die das beantworten kann, ist Starr. Doch ihre Antwort würde ihr Leben in Gefahr bringen...

Meinung:
Der Schreibstil liest sich leicht und flüssig, die Seiten fliegen nur so dahin. Das Buch ist aus der Ich-Perspektive von Starr geschrieben, so dass man ihre Gedanken und Gefühle hautnah miterleben kann.
Die authentischen und sympathischen Charaktere sind mit ihren Stärken und Schwächen sowie Gefühlen sehr gut dargestellt und beschrieben worden, so dass ich nicht anders konnte, als mit ihnen mitzufühlen und mitzufiebern. Besonders Starr entwickelt sich im Laufe des Buches weiter und steht für sich und andere ein. Auch die Gespräche zwischen Starr und ihrem Vater haben mir gefallen.

Das Jugendbuch behandelt ein leider immer noch aktuelles Thema: Rassismus. Menschen die von der „weißen Norm“ abweichen, erfahren tagtäglich Diskriminierung und sehen sich mit Vorurteilen konfrontiert. Doch neben dem auf den ersten Blick klar ersichtlichen Rassismus, thematisiert die Autorin auch den sprachlichen Rassismus. Worte haben Macht und sie können verletzen und diskriminieren. Manchmal kommen sie auch von sogenannten Freunden und manchmal denken die Menschen, denen du etwas bedeutest auch nicht darüber nach, was sie sagen und wie das aufgefasst werden kann und könnte. Und so öffnet Starr und ihre Geschichte nicht nur ihrer Umgebung, sondern auch dem Leser die Augen.

Da das Buch aus Starrs Perspektive geschrieben ist, fehlt die Sicht des Polizisten und aus welchem Grund er geschossen hat. Ja, auch ich hätte gerne gewusst, was in diesem Moment und auch später in ihm vorgegangen ist und ich kann die Kritik verstehen, dass die Sicht auf die Ereignisse einseitig ist. Aber ich sehe eben auch, dass die Autorin das Buch und die Geschichte als Plattform und als Stimme für Schwarze und die alltäglichen Erfahrungen mit Rassismus einsetzt. Und auch wenn Starr mit ihrer Familie im Gegensatz zu vielen anderen in der Nachbarschaft ein privilegierteres Leben führt (sie und ihre Geschwister besuchen eine Privatschule, sie leiden keinen Hunger), so gibt es trotzdem Einblick in die sozial schwächeren Familien. Ja, man hätte bei so manchen Themen noch mehr in die Tiefe gehen können, aber da Rassismus ein sehr komplexes Thema ist und die Autorin auch noch viele andere soziale Missstände anspricht, gibt es an manchen Stellen auch Abstriche in der Tiefe, was für mich nachvollziehbar und verständlich ist.

Ein Jugendbuch mit einem ernsten Thema, dass auf jeden Fall zum Nachdenken anregt und hoffentlich auch etwas bewirken kann. Rassismus ist ein komplexes Thema, so dass die Geschichte nicht in allen Bereichen in die Tiefe gehen konnte, was ich zwar schade finde, aber es ist eben auch verständlich.

Fazit:
Das Buch öffnet einem die Augen, regt zum Nachdenken an und lädt zur weiteren Recherche ein. Ganz klare Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 06.11.2018

Dieses Buch geht unter die Haut

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"The Hate U Give" wurde mir empfohlen und ich kann nur sagen: Ich bin sehr froh, dieses Buch gelesen zu haben. Es erinnert uns daran wie gut wir es haben. Und wie viel noch immer falsch läuft in der Welt. ...

"The Hate U Give" wurde mir empfohlen und ich kann nur sagen: Ich bin sehr froh, dieses Buch gelesen zu haben. Es erinnert uns daran wie gut wir es haben. Und wie viel noch immer falsch läuft in der Welt. Schonungslos ehrlich wird hier die Geschichte von Starr erzählt. An einem Abend fährt sie mit ihrem besten Freund Khalil im Auto nach Hause und sie werden von der Polizei angehalten. Während der Kontrolle wird Khalil von dem Polizisten erschossen. Khalil war nicht bewaffnet. Er war keine Bedrohungen. Er hat nichts falsch gemacht. Aber er war schwarz.
Es sollte keinen Unterschied machen, welche Hautfarbe wir haben und woher wir kommen. Aber das tut es. Jeden Tag - und dieses Buch zeigt uns, dass die Probleme, die wir zuüberwinden geglaubt haben, noch immer da sind. Es zeigt uns, wie viel Mut es erfordert, das Richtige zu tun, wenn alles um dich herum falsch läuft.
Emotional, wütend, empörend, brillant! Solche Bücher sollten in der Schule gelesen werden!