Cover-Bild Solothurn streut Asche
Band 2 der Reihe "Solothurner Kantonspolizei"
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16,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Emons Verlag
  • Themenbereich: Belletristik - Kriminalromane und Mystery
  • Genre: Krimis & Thriller / Krimis & Thriller
  • Seitenzahl: 352
  • Ersterscheinung: 23.02.2017
  • ISBN: 9783740800505
Christof Gasser

Solothurn streut Asche

Eine Ordensschwester wird mit einem Aschenkreuz auf der Stirn tot in der Solothurner Einsiedelei aufgefunden. Die Spur führt die Ermittler zu einer obskuren katholischen Gemeinschaft, die Beziehungen zu rechtsextremen Kreisen pflegt. Kantonspolizist Dominik Dornach und Staatsanwältin Angela Casagrande versuchen die Fäden zu entwirren – und kommen dabei einem mörderischen Komplott auf die Spur . . .

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.05.2023

Was haben eine katholische Sekte und eine rechtspopulistische Partei gemeinsam? [#2 - Dornach & Casagrande]

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>> Triggerwarnung: Die Geschichte behandelt Themen mit pädosexuellem und kirchlichem Missbrauch

Das ist der 2. Band der Solothurn-Reihe und man kann ihn gut ohne Vorkenntnisse lesen, aber für das ...

>> Triggerwarnung: Die Geschichte behandelt Themen mit pädosexuellem und kirchlichem Missbrauch

Das ist der 2. Band der Solothurn-Reihe und man kann ihn gut ohne Vorkenntnisse lesen, aber für das bessere Verständnis empfehle ich trotzdem, diese Reihe chronologisch zu lesen, weil vor allem im privaten Bereich vieles aufeinander aufbaut.

Die Handlung ist recht breit angelegt und es gibt neben der Krimihandlung auch einige private Handlungsstränge, die relativ viel Raum einnehmen. Staatsanwältin Angela Casagrande schwankt z.B. mit ihren Gefühlen zwischen Dominik Dornach und ihrer Geliebten Ines. Dornachs Tochter Pia lernt den jungen Migranten Rafik kennen und wird mit den Problemen der Asylsuchenden und den politischen Gegenkräften konfrontiert.

Bei den Ermittlungen gibt es erst zwei Fälle, die dann aber parallel laufen, weil es ein paar Verbindungspunkte gibt. Nacheinander gibt es Mordopfer, denen mit einer Spritze Luft in die Vene injiziert wurde. Irgendjemand arbeitet eine Todesliste ab und das Motiv ist lange unklar. Jana Cranach arbeitet sich in ihrem neuen Posten bei Europol ein und einer ihrer Fälle hat das gleiche Muster, wie die Solothurner Mordfälle.

Mir gefällt diese Reihe sehr gut, weil die Bücher spannend und fesselnd geschrieben sind und immer gesellschaftskritische Themen mitverarbeitet werden.

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Veröffentlicht am 03.02.2018

Fesselnd bis zur letzten Seite

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Dominik Dornach steht in seinem zweiten Fall vor einigen Herausforderungen. Mehrere Personen scheinen anfangs zusammenhanglos ermordet. Die einzige Gemeinsamkeit ist ein Aschenkreuz, das katholische Symbol ...

Dominik Dornach steht in seinem zweiten Fall vor einigen Herausforderungen. Mehrere Personen scheinen anfangs zusammenhanglos ermordet. Die einzige Gemeinsamkeit ist ein Aschenkreuz, das katholische Symbol der Buße auf ihrer Stirn. Bei den Recherchen stellt sich dann doch eine gemeinsame Vergangenheit heraus.
Gleichzeitig wird ein muslimischer Einwanderersohn bei einem Einbruch ertappt und vom Hausherrn zu Tode geprügelt. Gegen Fremdenhass engagiert sich auch Dornachs Tochter Pia. Bei einer Demo wird ein Mann erschossen und Pia ist live dabei.
Anschließend wird Dornach wegen Befangenheit vom Fall abgezogen, was ihn aber nicht daran hindert auf eigene Faust mit Staatsanwältin Angela Casagrande, die gerade beurlaubt ist, zu ermitteln.
Sie stoßen in ein Wespennest aus Ewiggestrigen, die die Idee des „reinen Schweizers“ mit Sadismus und perfiden Methoden durchsetzen wollten.
Liegt hierin das Motiv?

Schreibstil/Spannung/Charaktere:

Christof Gasser macht es wieder sehr spannend. Er verknüpft aktuelle Themen wie Fremdenhass und aktuellen Rechtspopulismus mit längst vergangen geglaubten erzkonservativen Gedankengut. Die Kirche kommt auch nicht gut weg. Der unheilvolle Mix „Religion und Macht“ ist realistisch dargestellt.
Wie wir es vom Autor gewöhnt sind, sind seine Protagonisten – ob gut oder böse – ausgezeichnet charakterisiert. Es gibt keine überbordenden Gewaltszenen um der reinen Gewalt wegen. Alles ist schlüssig in die Handlung eingebettet und unterstützt diese.
Diesmal tritt die Person Dominik Dornach zugunsten der Staatsanwältin Casagrande ein wenig in den Hintergrund. Angela ist eine vielschichtige Figur. Auf der einen Seite hat sie ein Verhältnis mit einer Frau, andererseits fühlt sie sich zu Dornach hingezogen. Der hält hingegen ein wenig Abstand. Sonst ist er eigentlich kein Kostverächter und als ungebundener, vermögender Mann, der noch dazu blendend aussieht, ist er häufig Ziel von schmachtenden Blicken. Auch Jana Cranach, die Wienerin, die als Oberstleutnant nun bei Europol ihren Dienst versieht, hat wieder ihren Auftritt.

Die Schlusszeilen „Aber es ist noch nicht zu Ende“ lassen auf eine Fortsetzung dieser Krimi-Reihe hoffen. Ich begrüße das ausdrücklich.

Fazit:

Ein fesselnder Krimi, der sich aktueller Themen annimmt. Gerne gebe ich 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 23.03.2017

Volle Punktzahl - Absolute Leseempfehlung

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Es beginnt mit dem Tod eines Jugendlichen mit Migation-shintergrund, Er wurde bei einem Einbruchsversuch vom Hausherren überrascht und in einer Notwehrsituation getötet. Einige Umstände der Tat lassen bei ...

Es beginnt mit dem Tod eines Jugendlichen mit Migation-shintergrund, Er wurde bei einem Einbruchsversuch vom Hausherren überrascht und in einer Notwehrsituation getötet. Einige Umstände der Tat lassen bei der Staatsanwältin Angela Casagrande Zweifel bezüglich des Tatverlaufs aufkommen. Nach genaueren Recherchen  sieht sie sich schnell Anfeindungen der immer mehr aufkeimenden Bewegung der rechtsgerichteten Patriotischen Fortschrittspartei ausgesetzt. Gleichzeitig fordert der Tod einer Nonne, welche der Täter mit einem Aschekreuz gekennzeichnet hat, die volle Aufmerksamkeit des Kantonspolizisten Dominik Dornach. Die Ermittlungen in den beiden Fällen scheinen plötzlich in Verbindung zu stehen und die Ermittler geraten zwischen die Fronten der Kirche und der Politik...


"Solothurn streut Asche" ist der zweite Band aus der Serie um den Ermittler Dominik Dornach und seinem Team. Der erste Band konnte mich schon überzeugen und der zweite steht ihm in nichts nach. Schnell hat der Autor Christof Gasser mich mit seinem temperament-vollen und sehr flüssig zu lesenden Schreibstil an das Buch gefesselt. Die Charaktere der beiden Hauptprotagonisten und der Mitglieder des Ermittlungsteams sind interessant und spannend beschrieben. Allein der Umgang dieser miteinander und die Beobachtung ihrer Ermittlungsarbeiten macht das Buch sehr unterhaltsam. Der spannungsbogen wird zu Beginn des Buches aufgebaut und die anfänglichen zwei Handlungsstränge werden im Vrlauf geschickt miteinander verbunden. Es entwickelt sich eine packende und sehr clever konzipierte Geschichte die mit einem fulminanten und überzeugenden Finale zu überzeugen weiß. Der Autor kombiniert zwei brisante Themen mit den aufkeimenden rechtspolitischen Parteien und den Misshandlungsvorwürfen gegen die Kirche ohne dabei klischeehaft oder reißerisch zu wirken.


Insgesamt konnte mich das temporeiche  Buch mit der Thematik und der immer vorhandenen Spannung vollends überzeugen, so dass ich es gerne weiterempfehle und mit fünf von fünf Sternen bewerte. Es bleibt zu hoffen, dass es noch viele Fälle für dieses tolle Ermittler-team geben wird!!!

Veröffentlicht am 21.03.2017

Ein großartiger Krimi

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Was haben der Mord an einer katholischen Nonne mit dem Einbruch bei einem Politiker der Fortschrittspartei zu tun?
Schwester Felicitas trifft Dominik Dornach nicht an, weil der gerade Jana Cranach nach ...

Was haben der Mord an einer katholischen Nonne mit dem Einbruch bei einem Politiker der Fortschrittspartei zu tun?
Schwester Felicitas trifft Dominik Dornach nicht an, weil der gerade Jana Cranach nach Den Haag zu ihrem neuen Job bei Europol begleitet. Kurz darauf ist die Nonne tot. Sie wird in der Einsiedelei gefunden mit einem Asche-Kreuzzeichen auf der Stirn. Der Politiker Erich Marber gerät bei dem Einbruch in ein Handgemenge mit dem Täter, einem jungen Asylbewerber, der dabei stirbt. Ein gefundenes Fressen für die Partei, denn es stehen Wahlen an.
Dominik Dornach und seine Kollegen stoßen bei ihren Ermittlungen auch auf eine merkwürdige katholische Gemeinschaft, die mit Rechtsextremen Kontakte pflegt.
Der Schreibstil ist gut zu lesen und sehr fesselnd. Die Handlungsstränge sind beide sehr interessant und fügen sich am Ende gut zusammen. Dazwischen erfahren wir Dinge aus der Vergangenheit, die sehr erschreckend sind.
Nach „Solothurn trägt schwarz“ ist dies der zweite Band um den Kantonspolizisten Dominik Dornach und Staatsanwältin Angela Casagrande.
Die Charaktere sind gut und authentisch herausgearbeitet. Dominik Dornach ist ein sympathischer und sehr engagierter Polizist. Die Zusammenarbeit mit der Staatsanwältin Angela Casagrande funktioniert gut. Bei ihr schlägt auch schon mal ihr südländisches Blut durch. Auch weitere Personen, die wir schon aus dem Vorgängerband kennen, sind wieder mit dabei. Dornachs Tochter Pia geht ziemlich handgreiflich vor, um sich für die Rechte von Migranten einzusetzen. Da es in weiteren Städten Morde an Frauen gibt, die genauso ermordet wurden wie die Nonne, ist auch Jana mit im Spiel.
Die Spannung ist von Anfang an da und steigert sich sogar stetig. Es ist eine unheilvolle Mischung, die dort in Solothurn brodelt, Religion, Fremdenhaus und Rechtsradikalismus.
Ein großartiger Krimi, den ich sehr empfehlen kann.

Veröffentlicht am 14.03.2017

Brisante Krimi

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„...Politik und gesunder Menschenverstand gehen in der Regel nicht so gut Hand in Hand...“

Schwester Felicitas steht vor dem Haus des Kantonspolizists Dominik Dornach. Leider trifft sie ihn nicht an. ...

„...Politik und gesunder Menschenverstand gehen in der Regel nicht so gut Hand in Hand...“

Schwester Felicitas steht vor dem Haus des Kantonspolizists Dominik Dornach. Leider trifft sie ihn nicht an. Wenige Tage später ist sie tot.
Pia, Dominiks Tochter, lernt bei Maja Selbstverteidigung. Als sie wenige Tage später dazu kommt, als Rechtsradikale einen jungen Asylbewerber zusammenschlagen, wendet sie ihre Kenntnisse an. Ihr wird zu viel Gewaltanwendung vorgeworfen.
Die Staatsanwältin Angela Casangrande hat einen politisch brisanten Fall zu vertreten. Erich Marber hat einen jungen Asylbewerber beim Einbruch in seinem Haus gestellt und niedergeschlagen. Der junge Mann ist verstorben. War das Vorgehen wirklich nur Notwehr? Für die rechtsradikale Patriotische Fortschrittspartei kommt der Fall gerade recht, denn es stehen Wahlen an.
Oberstleutnant Jana Cranach wurde von Wien nach Den Haag berufen. Dort laufen die Fäden zusammen, als in drei unterschiedlichen Städten Frauen mit einer Spritze getötet werden. So starb auch Schwester Felicitas.
Aus all diesen Handlungssträngen hat der Autor erneut einen fesselnden Krimi zusammengebaut. Die Geschichte hat mich schnell in ihren Bann gezogen.
Die Ermittlungen im Falle von Felicitas führen zu einem katholischen Gnadenwerk, vom dem sich allerdings die Kirche distanziert hat. Dafür hat der Chef der Fortschrittspartei beste Kontakte dahin.
Der Schriftstil sorgt für einen hohen Spannungsbogen. Kurze Kapitel und damit häufig wechselnde Handlungsorte und Personen unterstützen das. Die Personen werden gut charakterisiert. Es ist der zweite Fall der Ermittlungsgruppe um Dominik Dornach. Jana war auch schon im ersten Fall involviert. Nichts hat sich daran geändert, dass Dominik ein Mann ist, dem die Frauen hinterher schauen. Er nutzt das aber nicht aus. Doch ein feste Bindung ist nicht in Sicht. Dafür hat seine Tochter Pia ihren ersten Freund. Sie engagiert sich in der Hilfe für Flüchtlinge und bringt sich erneut in Lebensgefahr.
Der Autor beschreibt nicht nur das Geschehen in Solothun ausführlich. Mit passenden Metaphern führt er mich als Leser an der Seite seiner Protagonisten durch die Schweizer Bergwelt in Richtung französische Grenze.
Dass es im Buch eine Vielzahl politischer Anspielungen gibt und die nicht immer nur trocken daherkommen, zeigt das obige Zitat. Majas Sarkasmus ist manchmal eine wohltuende Abwechslung.
Das Buch durchziehen immer mal wieder kursive Abschnitte. Hier erzählt ein Kind, wie seine Mutter durch die Hölle ging. Nach einer Vergewaltigung wurde sie in ein Kinderheim eingewiesen, das seinem Namen nicht gerecht wurde. Diese Teile sind gefühlvoll formuliert und wirken genau deshalb sehr erschreckend.
Unheilige Verbindungen der Gegenwart und Rachegefühle aus der Vergangenheit führen zu einem explosiven Gemisch. Nur wenige der Protagonisten wissen um die Verstrickungen und die komplexen persönlichen Beziehungen. Die Widersprüche gehen bis in den familiären Bereich. Auch Pia nimmt ihrem Vater gegenüber kein Blatt vor den Mund, muss aber einsehen, dass er sich beruflich korrekt verhält.
Gut herausgearbeitete Dialoge geben Einblicke in die Psyche der Protagonisten und erhöhen den Spannungsbogen. Nach und nach zeigt sich, dass vieles nicht so ist, wie es scheint.
Das Cover mit dem Kirchturm passt.
Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Der Autor versteht es, verschiedene Handlungsstränge geschickt und logisch zusammen zu führen und am Ende keine Frage offen zu lassen.