Profilbild von AnniChan95

AnniChan95

Lesejury Profi
offline

AnniChan95 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit AnniChan95 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.05.2018

Wunderschön!

Wir fliegen, wenn wir fallen
0

Cover

Das Cover ist einem Rotton gehalten, der beinahe ins Magenta-farbene übergeht und die weißen Silhouetten bilden einen sehr schönen Konstrast dazu. Mir gefällt ganz besonders, dass die beiden Personen ...

Cover

Das Cover ist einem Rotton gehalten, der beinahe ins Magenta-farbene übergeht und die weißen Silhouetten bilden einen sehr schönen Konstrast dazu. Mir gefällt ganz besonders, dass die beiden Personen auf dem Cover sich an den Händen halten und dabei inmitten dieser ganzen Symbole stehen, die auf die Liste mit den Wünschen anspielen soll.

Der Titel ist teils in einer einfachen Serifenschrift geschrieben, teils aber auch schön verschnörkelt – und was ich ganz besonders toll finde: Er befindet sich in einer Pusteblume, die man in der Mitte des Covers über den Symbolen sehen kann. Die Pusteblume an sich ist ein sehr wichtiges Symbol des Buches, aber was es bedeutet, werde ich euch nicht verraten.

Im Großen und Ganzen hat Cover-Gott Alexander Kopainski hier wieder einmal großartige Arbeit geleistet.
Meinung

Ava hat mein Herz schon das ein oder andere Mal mit ihren anderen Büchern zerstört, von daher sollte es mich nicht wundern, dass “Wir fliegen, wenn wir fallen” keinen Deut anders ist. Meine Mitbewohnerin hat es schon vor einiger Zeit gelesen und mir davon vorgeschwärmt, bis ich es einfach haben musste. Da ich mich ja versuche, an Hörbücher zu gewöhnen, ist die Entscheidung, mir dieses zu Gemüte zu führen, schnell gefallen.
Sprecher / Stil

Und ich bin direkt positiv überrascht gewesen. Die Kapitel werden abwechselnd aus der Sicht von Yara und Noel erzählt, weswegen es auch zwei Sprecher gibt. Yara wird von Shandra Schadt gesprochen, die dem ein oder anderem ein Begriff sein dürfte. Sie ist zum Beispiel die deutsche Stimme von Anne Hathaway in “Plötzlich Prinzessin”. Und ich muss sagen, sie trifft diese innere Ruhe von Yara wirklich großartig, aber genauso die Verzweiflung, die sie verspürt. Der Sprecher von Noel ist Maximilian Laprell, der eher unbekannt als Sprecher zu sein scheint. Kann ich gar nicht verstehen! Gerade für den etwas ruppigen, fluchenden Noel kann ich mir keinen besseren Sprecher vorstellen. Diese Mischung aus Ruhe und Grobheit der beiden ist am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, aber es hätte einfach nicht gepasst, wenn andere Sprecher die beiden interpretiert hätten. Sie treffen nicht nur ihre Figur wirklich gut, sondern auch den Stil der Autorin, der in ihrem neusten Buch wieder so herrlich gefühlvoll ist, wie man es von ihr gewohnt ist.
Handlung

Yara und Noel sind komplette Gegensätze. Eigentlich verbindet sie nichts, nur Phil. Phil, den Yara immer in dem Altersheim besucht, in dem ihre Tante arbeitet, um ihm etwas vorzulesen. Phil, der Noels Großvater ist und nur selten Besuche von seinem Enkel bekommt. Phil, der nach seinem Tod gerade diesen Beiden eine Liste hinterlässt. Eine Liste mit Dingen, die er gerne noch erlebt hätte. Dinge, die sie nun für ihn erfüllen sollen. Gemeinsam. Zunächst überhaupt nicht begeistert, beschließen beide, es zu versuchen und eine halbe Weltreise mit ganz außergewöhnlichen Aufgaben beginnt, auf der die beiden nicht nur Phil, sondern auch sich selbst näherkommen, als sie es zu träumen gewagt hätten.

Ich würde dieses Buch als eine Mischung aus Roadtrip- und Bucketlist-Buch bezeichnen, zu der man noch eine ganze Menge von Avas gefühlvollen, tiefgründigen Dialogen dazugegeben hat. Ich dachte, ich wäre auf dieses Buch vorbereitet, doch jetzt – im Nachhinein – stelle ich fest, dass ich es nicht einmal annähernd gewesen bin. Sie hat mich mit ihrer unvergleichlichen Art geschafft, mich gleichzeitig lachen und weinen zu lassen und mir zu wünschen, ich wäre mit Yara und Noel im Regenwald, in Paris oder in einer Gondel in Venedig.

Dieses Buch löst so viele Gefühle in einem aus: Herzschmerz, Verlustschmerz, Liebe, Fernlust. Und das alles gleichzeitig. Mein armes Herz …
Charaktere

Yara ist ein sehr sensibler Mensch, der sich von allem und jedem zurückgezogen hat, seitdem ihre Eltern verstorben sind. Sie hat keine Freunde, hat das Leben quasi aufgegeben. Nur bei Phil kann sie entspannen. Daher kommt sie auch so oft zu ihm. Er ist die einzige Person, der sie versteht und die Liebe zu den Geschichten und Büchern teilt.

Noel dahingegen schein ein hoffnungsloser Fall zu sein. Er hat keine Ausbildungsstelle, arbeitet daher bei McDonald’s und hasst im Grunde alles. Er flucht zu viel, glaubt nicht, dass noch eine strahlende Zukunft auf ihn wartet – und auch er hat das Leben eigentlich schon aufgegeben.

Während die beiden zusammen unterwegs sind, zeigen sich aber noch ganz andere Seiten und man merkt, dass sie ihre Hoffnungslosigkeit Stück für Stück von sich abschütteln können. Sie verändern sich, ganz langsam und schleichend, und gerade so ein Character-Developement lässt mir immer gerne das Herz aufgehen.
Fazit

Ich habe noch nie zuvor bei einem Hörbuch geweint, aber dieses Mal schon! Das ganze Buch habe ich tapfer durchgehalten, ohne zu weinen, aber das Ende hat mir den Rest gegeben. Dabei kann ich nicht einmal sagen, was genau es gewesen ist: Habe ich geweint, weil ich traurig bin? Weil ich glücklich bin? Weil es vorbei ist? Ich weiß es nicht, doch eines ist klar: “Wir fliegen, wenn wir fallen” ist ein rundum perfektes Buch!

Veröffentlicht am 03.05.2018

Eine Ode an die Liebe!

Paris, du und ich
0

Cover

Das Cover zeigt ein hübsches, rothaariges Mädchen in einem leichten Sommerkleid, das perfekt auf meine Vorstellung der Protagonistin passt. (Bis auf die Kleidung – Es ist Herbst.) Sie schaut in ...

Cover

Das Cover zeigt ein hübsches, rothaariges Mädchen in einem leichten Sommerkleid, das perfekt auf meine Vorstellung der Protagonistin passt. (Bis auf die Kleidung – Es ist Herbst.) Sie schaut in die Kamera und sitzt dabei auf einer Bank inmitten von Blumen. Der Titel »Paris, du und ich« steht in einem weißen Schriftzug über das Cover verteilt und wird von einem Rahmen eingefasst.

Das Cover trifft die Stimmung des Buches nur zu gut und als Mensch, der schon in Paris war, kann ich bezeugen, dass auch die Umgebung den typischen Pariser Flair mit sich bringt. Ein wunderschönes Cover. Mehr bleibt nicht zu sagen.
Meinung

Nachdem das ganze Internet von der Autorin Adriana Popescu geschwärmt hat und diese auch noch ein Buch über Paris herausgebracht hat, war mir klar: Das muss ich lesen. Mal sehen, ob das Paris-Feeling eingefangen wird! Und die Antwort kam darauf schon binnen der ersten Seiten: Ja, wird es! Mit einer unglaublichen Liebe zu Detail erzählt Adriana diese Geschichte, beschreibt die Umgebung, die Cafés und alles, was zu Paris dazugehört, so, als wäre man selbst da und würde Emma und Vincent auf ihrem Trip begleiten.

Es beginnt ganz harmlos mit der Verabschiedung von Emma und Alain, der nach seinem Schüleraustausch wieder nach Hause fährt. Eine herzzerreißende Szene, aber es kommt direkt rüber, dass die beiden einfach nicht zueinander passen. Eine klasse Vorbereitung auf den A*** von Alain, den man kurz darauf kennenlernt, als Emma ihm einen Überraschungsbesuch abstatten will und direkt seiner Freundin begegnet. Emma fühlt sich verraten und betrogen und weiß nicht, wo sie hinsoll. Ein Glück, dass sie in einem Café überhört, wie ein junger, deutscher Mann verzweifelt versucht, sich etwas zu Essen zu bestellen und ihm zu Hilfe kommt. Von da an verbringen Vincent und Emma jede Menge Zeit zusammen. Ihre Herzen sind im Augenblick beide nicht mehr heil, so dass keine Gefahr besteht, dass sie sich ineinander verlieben könnten. Oder doch?

Dieses Buch ist einfach … wow. Lustig, albern, philosophisch und macht beim Lesen einfach nur glücklich! Die unterschwellige Romanze ist in jedem Kapitel vorhanden und auch, wenn beide es nicht planen, man kann förmlich spüren, wie die Liebe immer und immer mehr zur Geltung kommt, während die beiden sich Paris auf eine andere Art und Weise erkunden, als in den Sightseeing-Bussen. Ob eine Fahrradtour, ein Besuch in Montmatre oder nur eine Fahrt im Kinderkarussell, alles ist dabei und macht unglaublich Lust, auf der Stelle alles stehen und liegen zu lassen, um in Paris das Glück zu suchen. So wie Emma und Vincent.

Emma, unsere süße, unschuldige, romantisch-veranlagte Emma, ist eine Träumerin. Sie schreibt in ihrem kleinen Notizbuch immer Briefe, ähnlich einem Tagebuch, nur dass sie sich nicht daran wendet, sondern an Paris, die Stadt, die sie vergöttert. Nachdem Alain ihr das Herz bricht und an diesem ein »Außer Betrieb«-Schild hängt, wirkt sie traurig, am Boden und verliert ihren Glauben, aber dann kommt Vincent, der mit seiner lustigen, charmanten und einfach nur liebenswerten Art langsam, aber sicher nicht nur ihr Herz, sondern auch das der Leser erobert. Zusammen harmonieren die beiden einfach und obwohl sie sich nur wenige Tage kennen, vertrauen sie sich voll und ganz. Eine Liebe, entfacht in der Stadt der Liebe. So muss das sein.

Den alten Concierge, der Vincent sein Apartment vermietet, muss ich an dieser Stelle noch einmal besonders hervorheben. Jean-Luc hat sein ganzes Leben in Paris verbracht, dort die Liebe gefunden, geheiratet und war lange Jahre glücklich. Jetzt, im Alter von ca. 80 Jahren hilft er Emma und Vincent immer wieder mit weisen Sprüchen zu Paris, der Liebe und dem Leben und ist mit Sicherheit einer der sympathischsten Nebencharaktere, die ich jemals kennenlernen durfte.
Fazit

»Paris, du und ich« ist mehr als ein einfaches Buch. Nein, es ist eine Ode an das Leben, an die Liebe und vor allem an Paris. Es zeigt, dass der Zauber von Paris auch angeknackste Herzen heilen und Menschen, die am Anfang Fremde sind, zueinander führen kann.

Veröffentlicht am 03.05.2018

Humorvoll!

Für dich soll's tausend Tode regnen
0

Cover

Auf den ersten Blick erinnert mich das Cover an »Plötzlich Banshee« von Nina Mackay, aber auf den zweiten Blick sieht man doch dann die kleinen aber feinen Unterschiede. Viele, kleine Zeichnungen ...

Cover

Auf den ersten Blick erinnert mich das Cover an »Plötzlich Banshee« von Nina Mackay, aber auf den zweiten Blick sieht man doch dann die kleinen aber feinen Unterschiede. Viele, kleine Zeichnungen zieren das Cover vor dem schwarzen Hintergrund und unter dem großflächigen, weißen Titelschriftzug befindet sich ein Totenkopf. Das Cover lässt eine humorvolle, aber vor allem phantastische Geschichte vermuten, aber … falsch gedacht. Diese Geschichte ist 100%ig nicht phantastisch, was aber nicht heißt, dass es nicht trotzdem fantastisch ist.
Meinung

Eine gute Freundin und Bloggerin hat mir die Bücher von Rose Snow bzw. Anna Pfeffer empfohlen und als jetzt das neue Buch des Autorenduos erschienen ist, konnte ich gar nicht anders als es mir zu Gemüte zu ziehen.

Zunächst konnte ich kaum glauben, dass das Buch nicht von einer Person alleine geschrieben ist, weil man wirklich überhaupt keine Veränderung im Schreibstil wahrnimmt (Ich schreibe selbst mit einer Co-Autorin, das ist nicht einfach!). Beide sind perfekt aufeinander eingestimmt und wissen offenbar beide, wie man dem Leser ein Lächeln entlockt. Wie man es bei einem Buch über den Tod erwartet, gibt es hier jede Menge schwarzen Humor, der aber so geschickt eingeflochten wird, dass es wirklich schon wieder komisch ist. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Emi, eigentlich Emilia, der Protagonistin.

In »Für dich soll’s tausend Tode regnen« geht es um Emi, die gerade mit ihrem Vater und ihrem Bruder von Heidelberg nach Hamburg gezogen und damit überhaupt nicht glücklich ist. Sie vermisst ihre beste Freundin, findet die neue Freundin seines Vaters unausstehlich und dann ist da noch der Typ in der Schule, mit dem sie andauernd aneinandergerät, Erik. Nach einem Umfall im Chemielabor kommt es noch dicker. Emi und Erik werden gemeinsam dazu verdonnert, 8 Wochen lang am Wochenende Graffitti wegzuputzen. Beide haben wenig Lust darauf und so beginnen sie, das Ganze amüsanter zu gestalten und sich gegenseitig Challenges zu stellen.

Hört sich zunächst nicht sonderlich spannend an, aber dafür ist es ungemein witzig, wie die beiden sich gegenseitig beleidigen und sich mega peinliche Aufgaben stellen. Immer und immer wieder versuchen sie, einander zu übertrumpfen, dass die Liebesgeschichte etwas in den Hintergrund gerät. Die beiden bemerken kaum, dass ihre Abneigung immer mehr zu Freundschaft umschlägt und sie sich schließlich ineinander verlieben. Eigentlich sollte ich hier kritisieren, dass die Liebe zu sehr im Hintergrund bleibt, aber es hat mich ehrlich nicht gestört.

Stattdessen geht es hier viel mehr um den Konflikt zwischen Emi und der Freundin seines Vaters. Das Mädchen ist nicht begeistert von der Vorstellung eine neue Mutter zu haben. Außerdem gibt es einen amüsanten Geschwisterzwist zwischen ihr und ihrem Bruder Oliver, bei dem man auch mehr als einmal herzhaft lachen muss. Darüber kann man die Romanze schon mal vergessen.

Emi ist eine ziemlich außergewöhnliche Protagonistin, denn wer sammelt denn schon skurile Tode in einem kleinen Buch? Mir ist noch niemand untergekommen. Ansonsten ist Emi für eine 15jährige aber doch ziemlich normal. Sie steckt mitten in der Pubertät, aber das merkt man nur sehr wenig. (Ich hätte sie auch etwas älter geschätzt) Sie spricht fließend sarkastisch und auch ihr schwarzer Humor macht sie so richtig sympathisch.

Aber wir wollen Erik mal nicht vergessen. Er ist dieser coole Bad Boy, den Mädels der Schule anhimmeln, der aber eigentlich richtig nett sein kann. Wenn er will. Aber diese Seite von ihm lernt man dann doch erst später kennen. Auch er ist schlagfertig und hat immer einen Spruch auf den Lippen und weiß einfach, sich gegen Emi zu behaupten. Aber sie ist ja auch nicht ohne, weshalb die Spannung zwischen den Beiden einfach grandios ist.
Fazit

»Für dich soll’s tausend Tode regnen« war definitiv anders, als ich zunächst erwartet habe, aber schlussendlich habe ich Tränen gelacht und viel Spaß mit den beiden Chaoten gehabt. Das Buch ist eine absolute Empfehlung, die gerne humorvolle Bücher lesen.

Veröffentlicht am 03.05.2018

Mal was anderes!

Rotkäppchen und der Hipster-Wolf
0

Cover

Das Cover ist ein echter Hingucker. Die Magie des Märchenwaldes wurde hier definitiv getroffen, Rotkäppchen sieht so aus, wie ich sie mir vorgestellt habe und diese kleinen Details wie diese Selfie-Sticks ...

Cover

Das Cover ist ein echter Hingucker. Die Magie des Märchenwaldes wurde hier definitiv getroffen, Rotkäppchen sieht so aus, wie ich sie mir vorgestellt habe und diese kleinen Details wie diese Selfie-Sticks passen einfach so gut. Durch den Spiegel, vor dem Red steht, sieht man den Hipster-Wolf, der im Titel auftaucht und sogar das Gesicht über dem Spiegel trägt einen Hipster-Bart.
Meinung

Kennt ihr diese Autoren, von denen ihr einfach alles haben müsst. Egal, welches Genre oder Verlag? Ich schon. Nina MacKay ist für mich eine dieser Autorinnen. Ob Baronessen und Prinzen oder tollpatschige Todesfeen, ich muss es einfach haben. Jetzt wagt sich Nina in die Welt unserer liebsten Märchen und lässt diese in ganz anderem Licht erstrahlen.

Wie auch schon in ihren vorherigen Werken besticht Nina durch ihren sehr lockeren, humoristischen Schreibstil, der einem mehr als ein Schmunzel abverlangt. Obwohl auch »Rotkäppchen und der Hipster-Wolf« nicht unbedingt ein dünnes Buch ist, liest es sich weg wie nichts und ein Lachflash folgt dem nächsten. Im Gegensatz zu ihren anderen Werken folgen wir hier nicht nur Red, die uns in der Ich-Perspektive alles schildert, sondern hin und wieder auch den vier Märchenprinzessinnen, die eigentlich jeder kennen sollte, in der dritten Person. So bekommt man nicht nur Reds Sicht der Dinge mit, sondern erfährt auch noch, was die Prinzessinnen in ihrer Abwesenheit tun. Sehr lustig, kann ich euch sagen.

Um die Handlung kurz zu beschreiben, geht es darum, dass alle Happy Ends aus dem Märchenwald verschwunden sind. Die vier Prinzessinnen (Cinder, Snow, Rose und Rapunzel) suchen verzweifelt nach ihren Ehemännern, den Prinzen und nehmen sich vor, einfach alle umzulegen, die damit etwas zu tun haben könnten. Ihre Waffen: Selfie-Sticks! Ja, ihr habt richtig gelesen, sie nutzen dafür Selfie-Sticks und wenn ihr jetzt den Kopf schüttelt: Das hat Red auch getan. Als die Vernünftigste der Mädels begibt sie sich auf die Suche und trifft dabei auf Ever, den Hipster-Wolf, der sie als Journalist begleitet. Da auch er – schließlich ist er ein Wolf – auf der Liste der Prinzessinnen steht, steht Red alles daran, die Prinzen zu finden, bevor diese sich Ever vorknüpfen können …

Hört sich erst einmal ziemlich ernst an, ist es auch, aber durch den zuvor erwähnten Schreibstil der Autorin wird die Handlung immer wieder aufgelockert und so irre lustig, dass man gar nicht anders kann, als sich vor Lachen zu kugeln. Nina spielt mit den Begebenheiten des Märchenwaldes, des Wonderlands und des Morgenlands und erschafft so aus der Welt der Märchen, die wir schon kennen, ein vollkommen neues Setting, in dem viel mehr möglich ist, als in unserer Realität.

Ihre Charaktere, allen voran Red, zeichnen sich durch die Dinge aus, die wir auch schon in ihren Märchen lesen durften. So hat unser Rotkäppchen Angst vor Wölfen, Rose schläft andauernd ein und Rapunzels meterlanger Zopf darf natürlich auch nicht fehlen. Schnell fällt auf, dass Nina sich sehr an Disney orientiert hat, aber das stört nicht, sondern macht es eher leichter, sich die Truppe bildlich vorzustellen. Dazu kommt, dass sie sich alle nach ihren Märchen etwas verändert haben. Schließlich mussten sie sich die Zeit vertreiben. Cinder ist immer und überall nur mit Selfie-Stick anzutreffen und ihr magischer Spiegel ist der beste Hacker weit und breit, Red bloggt über ihre coolen Flechtfrisuren und auch die anderen sind mittlerweile sehr social media-affin.

Ihr habt noch nicht genug? Dann solltet ihr jetzt losgehen und euch das Buch auf der Stelle besorgen. Es bleibt übrigens nicht bei einem Band, sondern wird eine Trilogie.
Fazit

Ich gebe zu, ich fand die Banshee einen Hauch besser, aber das heißt natürlich nicht, dass mich Red nicht voll und ganz überzeugen konnte. Ich habe jede Seite sehr genossen und hoffe, dass »Aschenputtel und die Erbsten-Phobie« nicht allzu lange auf sich warten lässt. Nina hat hier etwas geschaffen, dass alle Märchen, die ich kenne, in den Schatten stellt.

Veröffentlicht am 03.05.2018

Neues Meisterwerk!

Plötzlich Banshee
0

Cover

Das Cover ist mit einem hellblauen Totenkopf vor einem schwarzen Hintergrund und sehr vielen bunten Details sehr verspielt gehalten. Der Totenkopf, der ja eigentlich für den Tod steht, ist auf diese ...

Cover

Das Cover ist mit einem hellblauen Totenkopf vor einem schwarzen Hintergrund und sehr vielen bunten Details sehr verspielt gehalten. Der Totenkopf, der ja eigentlich für den Tod steht, ist auf diese Weise etwas weniger einschüchternd und durch den Vogel, die Herzchen und die Zweige mit den kleinen bunten Blüten wirkt das ganze Cover sehr bunt und einladend. Ich fand das Cover vom ersten Augenblick an, einfach nur wunderschön und es ist auf jeden Fall ein Eye-Catcher.
Meinung

Ich liebe Ninas Schreibstil. Schon in ihrem Debüt habe ich Ninas einzigartigen Schreibstil geliebt und in ihrem neusten Buch konnte sie nur wieder damit glänzen. Mit Humor und Charm zieht sie auch dieses Mal wieder in ihren Bann. Sie hat es einfach drauf, den Leser zum Lachen, Weinen oder Mitfiebern zu bringen und trotz des Ernstes der Lage immer wieder die Situation durch urkomische Umschreibungen aufzulockern.

Es geht bereits spannend los, als Alana auf einen fahrenden Zug springt, um einen Jugendlichen von einer gefährlichen Mutprobe abzuhalten, die ihn das Leben hätte kosten können. Dadurch erfahren wir Leser von Alanas »Gabe«. Sie sieht Lebensuhren, etwas, dass alle Banshees können, nur glaubt Alana nicht daran, dass sie ein Wesen aus der irischen Mythologie sein könnte. Aber dann passiert etwas, was sie mit der unvermeidlichen Wahrheit konfrontiert: In ihrer unmittelbaren Umgebung werden magische Wesen getötet und Alana muss sich nicht nur damit abfinden, dass sie eine Banshee ist, sondern auch noch an der Seite von einem unverschähmt gutaussehnden Detective an dem Fall arbeiten …

Ich kann gar nicht in Worte fassen, was dieses Buch mit mir angestellt hat. Da ich von vorneherein kein großes Wissen über die irische Mythologie hatte, wusste ich nicht, was ich zu erwarten hatte und welche Wesen Nina für uns im Petto haben würde, aber ich wurde nicht enttäuscht. Neben Banshees haben auch Glückskobolde, Waldelfen und Wetterhexen und Co. ihre Auftritte und bringen Abwechslung in die ganze Sache. (Nein, die irischen Namen der Wesen kann ich nicht aussprechen!)

Neben dem Humor, den ich schon erwähnt hatte, nimmt auch die Romantik einen großen Stellenwert ein. Unterschwellig und beide Parteien sind dem eher abgeneigt, aber es entsteht doch eine sehr niedliche Liebesgeschichte, die dem Leser das Herz schneller schlagen lässt.

Außerdem wird es spannend! Sehr spannend! Von Anfang an wird nach dieser einen Person gesucht, die durch Santa Fe läuft und magische Wesen tötet und weder Alana hat eine Ahnung, noch wie als Leser. Man kann also super miträtseln, aber glauben wird man es am Ende trotzdem nicht. Das verspreche ich euch! Nina führt das Buch zu einem grandiosen Höhepunkt, wo alle Fragen geklärt werden und obwohl alles logisch erscheint, braucht man dennoch einen Moment, um alles zu arbeiten, bevor es zu Ende geht.

Mit dem Ende bin ich überaus zufrieden, da es suggeriert, dass die Welt nach dem Höhepunkt wieder in Ordnung gekommen ist. Trotzdem ist es auch offen und lässt Raum für Interpretationen, was gerade mich sehr freut. (aus Gründen, die hier gerade spoilern würden).
Fazit

Plötzlich Banshee ist definitiv ein neues Meisterwerk von Nina MacKay. Neben einer interessanten Grundidee hat Nina supersympathische Charaktere erschaffen und sie auf ein Abenteuer geschickt, was durch Spannung und Humor auf jeden Fall schon jetzt eins meiner Monatshighlights ist.