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Viola

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.05.2023

Sehr schwedisch, idyllisch und düster zugleich

Schwedenlicht
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Da ich damals bereits den ersten Band „Schwedensommer“ mit dem Malmöer Ermittlerpaar Niklas Zetterberg und Emma Steen voller Begeisterung gelesen habe, war ich natürlich umso neugieriger, wie es weitergeht ...

Da ich damals bereits den ersten Band „Schwedensommer“ mit dem Malmöer Ermittlerpaar Niklas Zetterberg und Emma Steen voller Begeisterung gelesen habe, war ich natürlich umso neugieriger, wie es weitergeht mit den beiden und dem nächsten Fall. Dieses Mal in der Kunstszene und in einem idyllischen Fischerdorf. Dabei steht die Idylle, die auch immer wieder sehr authentisch und unglaublich ansprechend beschrieben wird, im krassen Gegensatz zu den schlimmen Taten, die hier verübt werden.

Meiner Meinung nach schafft der Autor, der ja Deutscher ist, es bestens, die Atmosphäre Schwedens einzufangen, wie sie so typisch für die nordischen Autoren und ihre Romane ist. Das mag ich sehr, mörderisch gut!

Tatsächlich gefällt mir dieses zweite Buch aus der Schwedenreihe noch besser, weil es mir thematisch eher lag, sehr persönlich war und auch inhaltlich für mich besser zu greifen war.

Richtig gut fand ich den persönlichen Bezug von Niklas zum Ort der Ermittlungen. Das war ein spannender „Nebenstrang“, weil man erst nach und nach erfährt, warum die Beziehung zu seinen Eltern so schwierig ist.

Gleichzeitig war auch der aktuelle Fall richtig spannend und immer wieder voller interessanter Wendungen und neuer Erkenntnisse, die alles in neuem Licht darstellten. Bis zum Schluss packend und ich konnte auch wirklich bis zum Ende rätseln. Die Auflösung fand ich gut und rund, alle Fragen sind geklärt. Nun bin ich gespannt, wie es mit dem Ermittlerduo weitergeht!

Veröffentlicht am 11.05.2023

Packend und berührend

Irisches Blut
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Von dieser Autorin hatte ich schon einiges gehört, unter anderem über die Mörderischen Schwestern, bisher aber noch keins ihrer Bücher gelesen. Daher war ich sehr gespannt auf dieses Buch, dessen Kurzbeschreibung ...

Von dieser Autorin hatte ich schon einiges gehört, unter anderem über die Mörderischen Schwestern, bisher aber noch keins ihrer Bücher gelesen. Daher war ich sehr gespannt auf dieses Buch, dessen Kurzbeschreibung mich ebenfalls sehr neugierig gemacht hat. Das Thema Pferderennsport finde ich sehr kontrovers und hier ist es sehr gut bearbeitet.

Etwas skeptisch war ich, weil Irisches Blut bereits der dritte Band aus der Reihe um Helen Freitag ist und ich die beiden Vorgänger nicht kenne. Ich steige nicht so gerne quer in Serien ein, aber hier war ich einfach zu neugierig auf das Buch. Und ich kam von Anfang an gut rein, hatte keine Probleme, der Geschichte zu folgen oder etwas zu verstehen. Das hat mir sehr gefallen!

Helen war mir von Anfang an sympathisch, auch wenn ich mich ein wenig über ihren Umgang mit ihrem Freund gewundert habe. Aber das ist auch das Einzige, was mir nicht so gefallen hat. Ansonsten war die Geschichte total spannend und in sich rund mit einem Ende, das ich so nicht erwartet habe, das aber stimmig und passend war. Toll fand ich die Rückblenden in die damalige Zeit, als Helen mit ihrem Freund Dane in Irland lebte, bis er starb. Abwechselnd mit dem aktuellen Geschehen wird erzählt, was damals und heute passierte und erst am Schluss ergibt sich ein vollständiges Bild. Dabei erzählt die Autorin authentisch, nah am Geschehen und immer sehr mitreißend.

Sehr berührt hat mich das Thema Pferderennsport, das ich ziemlich grausam finde. Als Tierliebhaberin hatte ich da schon die eine oder andere Träne im Auge. Gleichzeitig ist auch gut beschrieben, wieviel Geld man damit verdienen kann – es werden also verschiedenen Seiten, Ansichten und Aspekte beleuchtet. Das mag ich immer sehr, wenn man sich dadurch auch ein eigenes Bild machen kann.

Gerne lese ich weiter, wenn es einen vierten Band geben wird, und bis dahin kann ich mir mit den beiden ersten Büchern um Helen die Zeit vertreiben.

Veröffentlicht am 28.04.2023

Wem kann ich trauen?

Would You Trust Me?
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Da ich bereits den ersten Teil der Little Secrets-Reihe, "Would you miss me?" gelesen und sehr gemocht habe, war ich natürlich neugierig auf den nächsten Band. Damals war da im Buch schon eine kurze Inhaltsangabe ...

Da ich bereits den ersten Teil der Little Secrets-Reihe, "Would you miss me?" gelesen und sehr gemocht habe, war ich natürlich neugierig auf den nächsten Band. Damals war da im Buch schon eine kurze Inhaltsangabe für "Would you trust me?" und hat mich sehr interessiert. Inhaltlich haben die beiden Bücher nichts miteinander zu tun, nur dass es eben um Jugendliche und mehr oder weniger kleine Geheimnisse geht. Voller Begeisterung lese ich Krimis und Thriller und immer wieder auch gerne Jugendbücher, die in diesen Bereich gehen.

Auch dieses Buch hat mich wieder ziemlich berührt und mitgenommen in die komplizierte Welt der Jugendlichen, die oft so anders ist als die von uns Erwachsenen und doch auch so gleicht. Alia ist ein wütender Teenager, der einfach nicht mehr spricht, wenn sie keine Lust hat. Sie denkt dann natürlich ganz viel und erfahren wir als Leser zum Glück auch. Daher ist es für uns leichter zu verstehen, wie sie tickt und was sie fühlt, als für ihre Umgebung, die es nicht immer leicht mit ihr hat und umgekehrt natürlich auch.

Sie ist ganz neu an der Schule und bekommt direkt Drohzettel mit fiesen Nachrichten. Gleichzeitig lernt sie ein paar Jugendliche kennen, die nett zu sein scheinen und sich für sie auch interessieren. Und dann ist da auch noch der wütenden Stiefbruder, in dessen Zimmer sie gezogen ist. Schreibt er die gemeinen Zettel und warum zersticht er ihren Fahrradreifen? Viele, viele Frage und Probleme, der die junge Alia kaum Herrin werden kann - zumal sie sich auch mit ihren Eltern verkracht hat. Wem kann sie wirklich trauen? Wer schreibt die gemeinen Zettel und vor allem warum?

Bis zum Schluss ist das Buch richtig spannend, nicht nur für Jugendliche. Ich fand es wirklich packend und der rote Faden zog sich bis zum Ende durch. Ich mag es, wenn keine Fragen offen bleiben und alles geklärt ist, so wie hier. Auch das ziemlich versöhnliche Ende des Buchs hat mir gut gefallen!

Veröffentlicht am 24.04.2023

Nordic Noir at its best

In eigenen Händen
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Seit ich als Teenie einen "Wallander" gelesen habe, bin ich den skandinavischen Autoren regelrecht verfallen. Zum Glück gibt es da ja auch einige und ich freue mich immer wieder, wenn ich weitere entdecken ...

Seit ich als Teenie einen "Wallander" gelesen habe, bin ich den skandinavischen Autoren regelrecht verfallen. Zum Glück gibt es da ja auch einige und ich freue mich immer wieder, wenn ich weitere entdecken darf - so wie jetzt Cecilia Sahlström. Ich kannte das erste Buch leider nicht, aber das ist kein Problem, denn darauf wird so gelungen ein Rückblick gegeben, dass man sich das Wichtigste denken kann. Zwar mag ich es lieber, Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen, aber hier bin ich Quereinsteiger und es ging gut.

Die Geschichte um den ermordeten Tobias ist sehr vielschichtig und interessant. Ich fand es sehr gut gelungen, wie die verschiedenen Perspektive und Möglichkeiten vorgestellt werden und auch immer weiter miteinander verflochten werden. So war es bis zum Ende spannend und man fragte sich immer wieder, was nun wirklich passiert ist, wie Samira mit ins Geschehen spielt und warum die Tat begangen wurde. Ich mag es, wenn man als Leser bis zum Schluss miträtseln kann und das Ganze dann doch noch so herrlich logisch aufgelöst wird. Hier wird erst sehr spät klar, wer der Mörder ist und warum und das mochte ich sehr. Auf dieses Lösung wäre ich nicht gekommen und dennoch passt es für mich sehr gut.

Besonders gut gefallen hat mir die düstere Atmosphäre und zugleich das flapsige Auftreten der Protagonisten - so wie es im Norden wohl auch ist. Das fand ich sehr authentisch und hat mir Lust auf mehr von dieser Autorin gemacht. Gut fand ich auch die Beschreibungen der Umgebung und der Gefühle, so ist man als Leser tief drin im Geschehen. Alles in allem ein wunderbares Beispiel für Nordic Noir! Gerne mehr davon!

Veröffentlicht am 21.04.2023

Spannende Einblicke in die deutsche Geschichte

Tödlicher Schlaf
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Auf dieses Buch war ich sehr gespannt, weil ich das Setting so interessant fand. Ein Bakteriologe zu der Zeit, die unrühliche Geschichte der deutschen Kolonien und dann auch noch ein Freund, der an der ...

Auf dieses Buch war ich sehr gespannt, weil ich das Setting so interessant fand. Ein Bakteriologe zu der Zeit, die unrühliche Geschichte der deutschen Kolonien und dann auch noch ein Freund, der an der tödlichen Schlafkrankheit leidet, dessen Tage gezählt sind und der trotzdem ermordet wird. Das verspricht nicht nur viel Spannung und gute Unterhaltung, sondern bietet es auch. Ich war wirklich begeistert.

In seinem zweiten Roman um die beiden Freunde Martin und Carl-Jakob, die als Polizist und Bakteriologe arbeiten, bietet Autor Christoph Elbern ein buntes Potpourri an Themen und Infos. Man erfährt quasi nebenbei richtig viel über das deutsche Reich, die damalige Medizin und die Kolonien. Ich fand das wirklich sehr spannend. Gleichzeitig fand ich aber auch den aktuellen Kriminalfall sehr interessant - auch im Hinblick auf die Frauenrechte, die Unruhen und die gesellschaftlichen Vorstellungen. Dass zum Beispiel ein reicher Kaffeeimporteur mehr Rechte hat als ein Mädchen, das in seiner Fabrik arbeitet. Leider ist das ja in weiten Teilen unserer Welt immer noch so.

Ich mag es, wenn Bücher nicht nur spannend sind, sondern auch noch Wissen vermitteln. Wenn es dann noch so gut recherchiert ist, wie hier, ist es einfach perfekt. Zum Glück habe ich Teil 1 noch nicht gelesen, was ich kurzfristig nachholen werden - wenn ich die Andeutungen richtig verstanden habe, wäre es besser gewesen, die Reihenfolge beim Lesen einzuhalten, aber auch so werde ich sicherlich noch viel Spaß haben. Und dann hoffe ich, dass die Reihe weitergeht und Martin und CJ uns noch länger erhalten bleiben!