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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.05.2021

Spannend und rasant

Scarlett & Browne - Die Outlaws
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Mit Jonathan Stroud habe ich bisher nur mittelmäßig gute Erfahrungen gemacht. Bartimäus hatte mich seinerzeit nicht begeistern können, aber ich war sehr gespannt auf die neue Reihe und der Klappentext ...

Mit Jonathan Stroud habe ich bisher nur mittelmäßig gute Erfahrungen gemacht. Bartimäus hatte mich seinerzeit nicht begeistern können, aber ich war sehr gespannt auf die neue Reihe und der Klappentext hat mich neugierig gemacht. Und ich muss sagen, dass sich jede Seite gelohnt hat!

Scarlett und Albert sind ein fantastisches Team, obwohl oder vielleicht auch gerade weil sie komplett gegensätzliche Charaktere haben. Scarlett ist für ihre jungen Jahre schon ein erschreckend knallhartes Mädchen, was selbst vor den schlimmsten Verbrechen nicht halt macht, um ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Ich war von ihrer radikalen, gewalttätigen Art oft fasziniert, aber erstaunlicherweise nicht groß schockiert, denn es hat zur Wild-West-Stimmung der Geschichte gepasst, sie sogar zum Teil mit ausgemacht.
Albert wirkt immer ein wenig paddelig, unbeholfen und naiv, wenngleich hier und dort deutlich wird, dass er es sich der Gefahr, in der er schwebt, bewusst ist. Dennoch agiert er oft linkisch, ihm steckt es im Gegensatz zu Scarlett einfach nicht im Blut, ständig auf der Flucht zu sein. Ohne seine Partnerin wäre er vermutlich verloren, trotz seiner Fähigkeiten.

Neben der gehetzten Jagdatmosphäre der Story gibt es aber auch viele Stellen, an denen der Witz dominiert. Die Dialoge zwischen Scarlett und Albert sind schlagfertig und zum Schießen komisch, was auch an den grundverschiedenen Einstellungen der beiden liegt. In so vielen Situationen hat mich der trockenen Humor der Geschichte laut zum Lachen gebracht, was ich beim ersten Blick auf das Buch niemals vermutet hätte.

Das Geschehen lebt von seiner rasanten Verfolgungsjagd. Scarlett und Albert kommen nur selten zur Ruhe und halten den Leser ständig in Atem. Man fiebert enorm mit ihnen mit, verflucht ihre Peiniger und würde diesen am liebsten selbst Steine in den Weg legen, wenn man die Möglichkeit dazu hätte.

Mich hat neben der Atmosphäre der Geschichte am meistens Alberts geheime Fähigkeit beeindruckt. Im ersten Moment dachte ich, dass sich das aufgrund der Übernatürlichkeit, die dahinter steckt, eventuell nicht gut eingliedern würde, empfand es hinterher aber als sehr stimmig zum Gesamtbild der Story, was mich ehrlich gesagt überrascht, aber auch erleichtert hat. So entstand ein rundum gelungenes Buch!

Mein Fazit:
Vielschichtige und sich perfekt ergänzende Protagonisten, bösartig-geniale Widersacher, eine spannende Hetzjagd durch ein wild-westliches Setting mit einer Stimmung, die den Leser packt und so lange festhält, bis das Buch einen auf der letzten Seite völlig fertig wieder ausspuckt. Ich habe es geliebt!
Volle 5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 04.05.2021

Liebe es!

This is our show
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This is our Show hat mit seinem wunderschönen Cover eine effektive Angel in meine Richtung geworfen und mich mit dem Klappentext dann schlussendlich erfolgreich geködert. Der Gedanke an diese heimelige, ...

This is our Show hat mit seinem wunderschönen Cover eine effektive Angel in meine Richtung geworfen und mich mit dem Klappentext dann schlussendlich erfolgreich geködert. Der Gedanke an diese heimelige, bunte Bar, in der jeder so willkommen ist, wie er eben ist, hat mich sofort begeistert und ich konnte es kaum erwarten, endlich in die Geschichte einzutauchen. Ich war sehr gespannt auf Dawn und Silas, auf die Figuren an sich sowie auch auf ihre gemeinsame Entwicklung miteinander.

Dawn war mir direkt sympathisch. Sie wirkt zwar nicht zerbrechlich, aber deutlich gezeichnet vom Leben und das hat es leicht gemacht, mit ihr mitzufühlen. Wenn Figuren sich verletzlich zeigen und es dennoch schaffen, dabei stark zu wirken, verdienen sie sich damit meinen vollsten Respekt, und ich finde, Dawn war so eine Figur. Dadurch, dass sie aus ihrer Ich-Perspektive erzählt, hat man als Leser direkten Zugang zu ihren Gefühlen und Gedanken, perfekt um eine enge Verbindung zu ihr aufzubauen.

Auch die anderen Figuren haben mich nachhaltig beeindruckt. Es wimmelt nur so von bunten, vielseitigen und liebenswerten Charakteren rund um die Bar, ich habe mich direkt wie zuhause und gut behütet gefühlt. Man konnte zwischen all den Menschen, die frei und ungezwungen sein konnten, wie sie wollten, perfekt abschalten, die Außenwelt vergessen und sich ganz auf Dawn, Silas und das Jax konzentrieren. Einfach mal eine Weile woanders sein, das hatte ich mir von diesem Buch erhofft und habe es auch zu 100% geliefert bekommen.

Die Beziehung von Silas und Dawn konnte mich ebenfalls überzeugen. Ich empfand die Entwicklung zwischen ihnen als authentisch und angenehm, nicht zu schleichend, nicht zu überstürzt. Ich mag es nicht, wenn die Verbindung zwischen zwei Menschen zu hastig abgehandelt wird, sondern es muss sich in meinen Augen Zeit gelassen werden. Genau das war hier der Fall und ich habe es definitiv genossen!

Mein Fazit:
Ein vielseitiger Liebesroman mit bemerkenswerten Figuren und einer absoluten Wohlfühlatmosphäre. Das Jax hat mich mit all seinen Besuchern vom ersten Moment an fasziniert, meine Erwartungen an die Geschichte wurden zur Gänze erfüllt. Eine klare Leseempfehlung gibt es von mir, sowie natürlich 5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 04.05.2021

Starker zweiter Band

Anna Konda - Engel der Finsternis
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Anna Konda hat mich schon beim ersten Band enorm gut unterhalten. Für Engel und ähnliche mythische Wesen hatte ich schon immer eine Menge übrig, das hat sich natürlich auch beim zweiten Band nicht verändert. ...

Anna Konda hat mich schon beim ersten Band enorm gut unterhalten. Für Engel und ähnliche mythische Wesen hatte ich schon immer eine Menge übrig, das hat sich natürlich auch beim zweiten Band nicht verändert. Dadurch, dass ich beide Bücher recht zeitnah hintereinander gelesen habe, hatte ich zum Glück auch keine größeren Probleme, dem Geschehen zu folgen, bin allerdings nicht sicher, wie es mit zum Beispiel einem halben Jahr Pause zwischen den Büchern ausgesehen hätte.

Anna als Protagonistin war mir wieder sehr sympathisch, ich konnte mich dank der Erzählperspektive sehr gut in sie hineinversetzen und empfand auch den Großteil ihrer Entscheidungen und Gefühle als logisch und nachvollziehbar. An einigen Stellen wollte ich sie ein bisschen schütteln, aber das hielt sich zum Glück in Grenzen, solche Momente habe ich bei den meisten Figuren ab und zu mal.
Das Dreieck mit Leo und Elias wird nicht für jeden Bücherwurm was sein, zu sowas gehen die Meinungen ja immer recht deutlich auseinander. Ich persönlich mag solche zwiespältigen Gefühle, es gefällt mir, wenn man als Leser mit zwischen den Stühlen steht und mit den Protagonisten zusammen schwankt, was man denn nun eigentlich möchte.

Insgesamt gefielen mir die Entwicklungen noch einen Ticken besser als in Band. Ich konnte mir alles super ausmalen, steckte fest zwischen den Seiten, war gefesselt vom spannenden Geschehen, wenngleich ab und zu ein paar Längen auftraten. Man kann sie aber auch einfach als Atempausen sehen, ein Buch kann und muss nicht immer von vorn bis hinten Vollgas geben.

Mein Fazit:
Ich freue mich sehr auf den finalen Band der Trilogie und bin froh, dass das Buch nicht dem Fluch des langweiligen Brückenteils zum Opfer gefallen ist. Tolle, spannende Geschichte, interessante Figuren, fesselnder Schreibstil, ich bin sehr zufrieden!
5 von 5 Sternen gibt es von mir.

Veröffentlicht am 03.05.2021

Sommer zwischen zwei Buchdeckeln

Ein Sommer wie sprudelnde Limonade
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Ein Sommer wie sprudelnde Limonade ist ein absolutes Wohlfühlbuch. Ich habe beim Lesen richtig Lust auf warme, laue Sommernächte, Gartenpartys, Grillabende und bunte Wiesen voller Blumen und summender ...

Ein Sommer wie sprudelnde Limonade ist ein absolutes Wohlfühlbuch. Ich habe beim Lesen richtig Lust auf warme, laue Sommernächte, Gartenpartys, Grillabende und bunte Wiesen voller Blumen und summender Bienchen bekommen. Sonne, Wärme, Freunde, all das was bei uns im Moment zu kurz kommt oder zu dieser Zeit des Jahres noch zu scheu ist, um sich zu zeigen, vereint sich in dieser Geschichte und löst eine Sehnsucht aus, die sie allerdings auch im selben Atemzug zu stillen vermag. Ich habe mich unglaublich wohl beim Lesen gefühlt, wenngleich besonders die Szenen in „Opa-Hausen“ mich aus persönlichen Gründen immer ein wenig wehmütig gestimmt haben.

Luzy, die Protagonistin, ist ein großartiges Mädchen. Sie ist zu Beginn noch sehr in sich gekehrt und schüchtern, wird für ihre stille Art, die ich nebenbei bemerkt zu 100% nachfühlen und auch auf mein jüngeres Ich beziehen konnte, gehänselt und geärgert. Das tat mir in der Seele weh, wo man als Leser doch sofort sieht, wie sehr wie mit sich kämpft, wie liebenswert sie ist und wie sehr sie unterschätzt wird. Ich war die ganze Zeit emotional sehr nah mit Luzy verbunden, habe mit ihr gelitten, gebangt und gehofft, aber auch gelacht, geliebt und mich gefreut. Eine Geschichte steht und fällt mit den Figuren, und Autorin Kristina hat mit Luzy einen Volltreffer gelandet.

Mein Liebling zusammen mit Luzy (oder vielleicht sogar doch mit einer Nasenlänge Vorsprung?) ist Luzys Opa. Ich habe jeden Moment mit ihm und jedes Gespräch wirklich genossen und empfand seine Figur als eine echte Bereicherung, weil er einfach immer das Richtige sagt. Er hat eine lockere, immer lustige Art und Weise, die Dinge zu betrachten, und dennoch hat man nie das Gefühl, er würde Luzy nicht ernst nehmen und ihre Probleme herunterspielen. Ich wurde oft an die leider zu kurze Zeit mit meinem eigenen Opa erinnert und Kristina hat es tatsächlich geschafft, dass ich in Frieden meiner Opa-Erinnerungen gedenken und zugleich, auch ohne Großvater, ein paar neue, erstaunlich schöne schaffen konnte.

Das kleine Abenteuer, das Jannis und Luzy gemeinsam erleben, war zugleich erholsam und gemütlich wie spannend. Ich liebe es, wie selbstverständlich und herzlich Luzy von Jannis und seiner Familie akzeptiert wird, wie sehr die Kinder und besonders unsere Heldin über sich hinauswachsen und wie fesselnd die Geschichte trotz ihrer Kürze ist. Der unkomplizierte, für die jüngeren Zielgruppe angemessene Schreibstil lädt dazu ein, das Buch in einem Haps wegzuatmen, und ich musste mich arg zusammenreißen, um mir die Zeit für die Geschichte zu nehmen, die sie auch verdient.

Mein Fazit:
Der Esel Tzatziki, Luzy und Jannis sind ein großartiges Team, dessen Charme man einfach verfallen muss. Ich habe von der ersten bis zur letzten Seite jeden Sonnenstrahl genossen, den das Buch verströmt hat, und würde jederzeit wieder zu einer Geschichte von Kristina Kreuzer greifen. Bei diesem Buch hat alles zusammengepasst, die Figuren und ihre Entwicklung, die Atmosphäre, das kleine Abenteuer, dass die Truppe erlebt, der Schreibstil, einfach fantastisch.
Von mir gibt es eindeutige 5 von 5 Sternen!

Veröffentlicht am 28.04.2021

Mehr!

Flüsterwald - Das Abenteuer beginnt (Flüsterwald, Staffel I, Bd. 1)
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An den Flüsterwald hatte ich im Vorfeld tatsächlich keine großen Anforderungen. Ich bin unvoreingenommen und neugierig an die Geschichte rangegangen und war positiv überrascht, wie gut mit das Abenteuer ...

An den Flüsterwald hatte ich im Vorfeld tatsächlich keine großen Anforderungen. Ich bin unvoreingenommen und neugierig an die Geschichte rangegangen und war positiv überrascht, wie gut mit das Abenteuer tatsächlich gefallen hat.
Der Protagonist Lukas ist ein sympathischer Kerl, mutig und clever, ich mochte ihn schon von Beginn an. Im Laufe der Geschichte tauchen auch ein paar Sidekicks auf, an die ich dann ebenfalls spontan mein Herz verloren habe. Besonders der Menok Rani hat es mir angetan, auf dem Cover sieht man ihn als das biberähnliche Wesen mit der Brille und der Bücherbauchtasche. Die Ideen für die Fabelwesen und wie gesagt besonders für Rani gefielen mir unheimlich gut, kein Wunder in Anbetracht der Tatsache, viel Fantasie und Liebe da reingeflossen sein muss.

Der Schreibstil des Buches ist locker-leicht und die Sprache recht einfach gehalten, ideal geeignet für die Zielgruppe. Dennoch fühlte ich mich als ältere Leserin keinesfalls unterfordert, ich habe die Geschichte wirklich genossen und hing gespannt an der Erzählung.
Das Spannungs- und Actionniveau des Buches war überraschend hoch, an einigen Stellen konnte mich das Geschehen tatsächlich noch verblüffen, dabei ist bei Kinderbüchern sonst mittlerweile eher selten der Fall. Besonders im letzten Drittel zogen das Tempo und die Dramatik (die gute Sorte, nicht die theatralische) merklich an und haben dem Buch ein würdiges Finale beschert.

Mein Fazit:
Ein so tolles Buch! Ich mochte die Geschichte, die Figuren, die Magie, einfach alles. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen und ich freue mich auf die Fortsetzung!