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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.06.2024

Eine verlorene Tochter findet nach Hause

Dein Gestern bestimmt nicht dein Morgen
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Eva genießt ihre Kindheit und freut sich an ihren liebevollen Eltern. Als ihre Großeltern vermehrte Pflege brauchen, zieht die Familie um. Evas Mutter ist nun voll eingespannt, und auch emotional hat sie ...

Eva genießt ihre Kindheit und freut sich an ihren liebevollen Eltern. Als ihre Großeltern vermehrte Pflege brauchen, zieht die Familie um. Evas Mutter ist nun voll eingespannt, und auch emotional hat sie nur noch wenig Kraft für ihre Tochter, da die Pflege ihr alles abverlangt. Das kleine Mädchen versucht ihrer Mutter alles recht zu machen, doch das gelingt nicht immer. Mehr und mehr fühlt sie sich verloren. Bis das Kind aus dem behüteten Elternhaus ihren Platz in einer Punker-Clique findet.

Feiern, Schule schwänzen, Alkohol und viel Sex, so sieht das Leben von Eva nun aus. Doch sie ist immer auf der Suche. Ihre Sehnsucht wird nie richtig gestillt. Auch in der Esoterik findet sie keine Antwort, allerdings stößt eine Aussage dort sie auf den christlichen Glauben und zurück zu Gott, den sie als Kind in wunderschönen Ferienlagern erlebt hat.

In diesem Buch beschreibt Eva Merg sehr offen und ehrlich die etwa dreißig Jahre ihres bisherigen Lebens. Der Großteil des Buchs handelt von ihren Jahren fern von Gott, auf einem zerstörerischen Weg. Sie zeigt gut ihre eigene Hoffnungslosigkeit und die Hilflosigkeit ihrer liebevollen Eltern.

Es ist schockiert zu lesen, was sie alles erlebt hat. Beim Lesen kann es unangenehm sein von den Tiefen ihrer Verlorenheit zu lesen. So viele zufällige Bekanntschaften, die im Bett enden. So viele durchzechte Nächte. Die Lebensgeschichte ist interessant, gerade um junge Menschen zu verstehen, die ähnliches mitmachen. Mir persönlich wurde es allerdings zu viel, die Details über ihre verlorenen Jahre zu lesen.

Fazit: Die Geschichte einer Hinwendung zu Gott nach Jahren auf der Suche nach Erfüllung. Empfehlenswert!

Veröffentlicht am 05.05.2024

Auf das Herz kommt es an

Die Tür zum Leben geht nach innen auf
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Das Leben kann ganz schön hart sein. Eine Arbeitsstelle, die alles Schöne im Leben überschattet, das Gefühl immer enttäuscht zu werden, das Empfinden ein sinnloses Leben zu führen.

Jesus verspricht denjenigen, ...

Das Leben kann ganz schön hart sein. Eine Arbeitsstelle, die alles Schöne im Leben überschattet, das Gefühl immer enttäuscht zu werden, das Empfinden ein sinnloses Leben zu führen.

Jesus verspricht denjenigen, die an ihn glauben, ein Leben aus dem Ströme lebendigen Wassers fließen. Was bedeutet das, und warum erleben wir das nicht?

In diesem Buch geht es um die Sehnsucht nach einem erfüllten Leben, und um die Heilung, die eine Voraussetzung ist, damit dieser Traum Wirklichkeit werden kann. Der Coach Matthias Kummer gibt hilfreiche Ratschläge, die an zwei fiktiven Personen veranschaulicht werden.

Als Kind glaubt Lina, dass sie besonders ist, eine Prinzessin eben, bis sie in die Schule kommt und wegen ihrer Brille verspottet wird. Dass ihre Mutter alle Kämpfe für sie ausfechten will, ist auch keine Hilfe. Ben hört als Kind von einem Priester, dass er nicht viel taugt. Dieses Urteil raubt ihm seine Lebendigkeit und forsche Art. Schrittweise erfahren beide Heilung von ihren inneren Verletzungen. Ihr Herz wird frei, um ihre ureigenen Träume zu verfolgen. Der ebenfalls fiktive Professor Douglas hat immer mal wieder einen weisen, wegweisenden Ratschlag für die beiden.

Die sieben Kapitel dieses Buches nehmen Leser auf eine Reise mit, von einem traurigen und unerfüllten Leben, zu der Verwirklichung von Lebensträumen. Kindheitserfahrungen und ihre Auswirkungen auf das spätere Leben sind ebenso Thema, wie die Gemeinschaft mit Gott und das Wahrnehmen von dem, was er will.

Die Idee diesen Heilungsweg anhand von konkreten Personen zu zeigen ist gut, allerdings erfährt der Leser nur wenig aus dem Leben von Lina und Ben. Im Mittelpunkt stehen die Ausführungen des Autors. Und da gibt es gerade in den ersten Kapiteln recht viele Längen und Wiederholungen. So erfahren Leser unzählige Male, dass Lina am liebsten eine Olive wäre, oder dass der Professor kein Wert auf eine modische Erscheinung legt. Es scheint, dass die drei Personen nur mit wenigen Merkmalen charakterisiert werden, und diese dann immer wieder erwähnt werden. Dadurch wirkt das Lesen stellenweise etwas ermüdend.

Im Mittelpunkt dieses Buches steht das menschliche Herz, als Sitz der individuellen Person, mit all ihren Erfahrungen, Verletzungen, Sehnsüchten und Träumen. Dieses Herz will Gott heilen, aus diesem Grund ist Jesus auf die Welt gekommen, betont der Autor. Ich stimme zu, dass Gott sehr viel daran liegt, dass unsere Herzen heil werden. Ich denke aber, dass dieser Botschaft etwas fehlt, nämlich dass Jesus sein Leben hingab, um uns zu erlösen. Gerade weil dieses Buch bei seinen Lesern ein neues Verständnis für die Vaterliebe Gottes wecken kann, ist es schade, dass ein wichtiger Teil dieser Liebesbotschaft fehlt.

Fazit: Ein Buch, das mit dem Leser eine Reise unternimmt, von einem verletzten und hoffnungslosen Herzen, zu einem Herzen, das freigeworden ist und seine Träume verfolgt. Empfehlenswert!

Veröffentlicht am 06.12.2023

Vielleicht ist manches ganz anders gemeint

Mit den Augen der Apostel
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Die biblischen Texte wurden vor langer Zeit geschrieben, es ist erstaunlich wie aktuell viele Verse uns trotzdem erscheinen. Doch verstehen wir diese Aussagen überhaupt richtig, wenn wir nicht die Situation ...

Die biblischen Texte wurden vor langer Zeit geschrieben, es ist erstaunlich wie aktuell viele Verse uns trotzdem erscheinen. Doch verstehen wir diese Aussagen überhaupt richtig, wenn wir nicht die Situation berücksichtigen, in die hinein diese Worte geschrieben wurden?

Die zwei Autoren dieses Buchs untersuchen verschiedene Aspekte unserer Kultur, um sie anschließend mit anderen Lebenswelten zu vergleichen. Viele Beispiele stammen aus Indonesien, da einer der beiden Autoren dort länger gelebt hat. Anhand vom Verhalten und Denken der Indonesier, zeigen sie, wie ein biblischer Text mit einem anderen kulturellen Hintergrund ganz anders verstanden werden könnte. Dabei gehen sie davon aus, dass diese asiatische Kultur der biblischen Lebenswelt näher steht als unsere eigene, zum Beispiel wenn es um Individualismus versus Gemeinschaftsleben oder Schuld versus Scham geht.

Was uns prägt, stellen sich die Autoren wie ein Eisberg vor. Nur wenig ist sichtbar, das meiste liegt so tief in uns verborgen, dass uns kaum bewusst ist, wie sehr unser Handeln von kulturellen Annahmen beeinflusst wird. Dabei sprechen sie beispielsweise unser Zeitverständnis an, oder das Gefühl, dass sich alles um uns drehen muss.

Neben dem Aufdecken von kulturellen Eigenheiten, besprechen die Autoren mehrere biblische Geschichten, und zeigen dabei auf, wo wir den Text mit unserer kulturellen Brille falsch verstehen können. Leider vermitteln sie dabei den Eindruck, dass ihr Verständnis dieser Stellen selbstverständlich richtig ist. Diese Voreingenommenheit der Autoren widerspricht eigentlich dem Anliegen des Buchs, was sehr schade ist.

Das trifft mich, wenn sie sagen, dass es ein Irrtum ist Bibelverse persönlich anzuwenden, die beispielsweise den Israeliten zugesprochen wurden. Oder wenn sie davon reden, dass ein reifer Christ nicht mehr um Kleinigkeiten, wie die Suche nach einem Parkplatz beten muss, da er nun selbstständiger geworden ist. Ich möchte mein Leben immer in der Abhängigkeit von meinem himmlischen Vater leben, und ich glaube fest daran, dass Gott durch Verse, die eigentlich an andere gerichtet waren, auch zu uns heute spricht. Ein weiterer Kritikpunkt ist ihre Überzeugung, dass Batseba Mitschuld an ihrer Vergewaltigung trägt.

Hilfreich sind beispielsweise die Gedanken über Zeit, über das Gemeinschaftsleben der ersten Christen, und mehr. Die Ratschläge zum Bibellesen und die Literaturempfehlungen am Ende des Buchs sind spitze.

Fazit: Interessante Überlegungen zum Verständnis biblischer Texte mit einigen Mängeln. Empfehlenswert für Menschen, die sich über ihre kulturellen Vorurteile Gedanken machen wollen, vor allem darüber wie diese ihr Bibelverständnis prägen.

Veröffentlicht am 19.06.2023

Mythen, Legenden und Sagen der orientalischen Welt

Die letzten Geheimnisse des Orients
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In Nordafrika beginnt die Reise: Eine faszinierende, marsähnliche Gegend in Tunesien, Drehort von Stars Wars. Weiter geht die Reise nach Ägypten, Saudi-Arabien, Jordanien, Israel, dem Libanon, Irak, Iran ...

In Nordafrika beginnt die Reise: Eine faszinierende, marsähnliche Gegend in Tunesien, Drehort von Stars Wars. Weiter geht die Reise nach Ägypten, Saudi-Arabien, Jordanien, Israel, dem Libanon, Irak, Iran und endet schließlich in der Türkei. Auf dieser Route macht Daniel Gerlach an neunzehn Orten Halt, die alle einen interessanten historischen, beziehungsweise religiösen, Hintergrund haben.

Der Autor ist Orientalist und besucht die genannten Länder schon seit zwanzig Jahren. Er trifft sich dabei mit religiösen Oberhäuptern, mit Archäologen und mit Politikern. Er sammelt ihre Geschichten und gibt sie hier weiter. Dabei stehen vor allem drei Religionen im Vordergrund, das Christentum, der Islam und das Judentum. Sie haben vieles gemeinsam, selbst wenn ihnen das nicht bewusst ist. Anderes trennt sie, vor allem aber gibt es diverse Unterströmungen, die zu interessanten Abzweigungen dieser Weltreligionen führen. So lernt der Leser mehrere geheimnisvolle Gruppierungen kennen. Der Autor hat interessante Gesprächspartner, zum Beispiel der koptische Papst und der Oberhaupt der israelitischen Drusen.

Vom Aufbau her, folgt dieses Buch einer Reiseroute, die von West nach Ost und wieder zurück führt. Jedes Kapitel ist eins der neunzehn Stationen gewidmet. Passend zur besprochenen Stadt, werden sowohl Mythen und Erzählungen, als auch historische Tatsachen zu jedem Ort aneinandergereiht. Dabei wechselt die Zeitepoche hin und her, mal wird von der Moderne berichtet, dann kommt beispielsweise eine Episode aus dem siebten Jahrhundert, danach vielleicht ein Ereignis aus dem Mittelalter.

Das Thema dieses Buchs ist wichtig, doch es fällt bei der herumschweifenden Erzählweise manchmal schwer sich auf den Inhalt zu konzentrieren. Die teilweise humorige Sicht der Ereignisse ist an den meisten Stellen ein unterhaltsames Plus. Als gläubige Christin stimme ich allerdings bei manchen Aussagen über Gott und die Bibel nicht zu. Da mir die biblischen Geschichten vertraut sind, sehe ich hier die Abweichungen von der tatsächlichen Erzählung, die der Autor sich erlaubt, vermutlich um etwas durch eine Überspitzung lächerlich zu machen. Doch trotz dieser Mängel, konnte ich einiges, das mir neu war und ich interessant finde, aus diesem Buch entnehmen.

Fazit: Eine Reise durch die religiöse Geschichte Nordafrikas und Asiens, die anhand von überlieferten Erzählungen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Christen, Juden und Moslems aufzeigt.

Veröffentlicht am 05.06.2023

Gut und Böse

Feinde
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Keith und Hugh wachsen beide in Biloxi, Mississippi auf. Sie haben viel gemeinsam. Beide stammen aus Einwandererfamilien, die nur langsam in den Vereinigten Staaten Fuß fassen konnten. Beide sind begeisterte ...

Keith und Hugh wachsen beide in Biloxi, Mississippi auf. Sie haben viel gemeinsam. Beide stammen aus Einwandererfamilien, die nur langsam in den Vereinigten Staaten Fuß fassen konnten. Beide sind begeisterte Sportler. Sie reisen gemeinsam zu Wettkämpfen, treffen sich in ihrer Freizeit. Doch als sie älter werden, orientieren sich die Jungs jeweils an ihre Väter, die kaum unterschiedlicher sein könnten.

Keiths Vater Jesse ist Anwalt. Mit allen Kräften setzt er sich für Gerechtigkeit und Gesetzestreue ein. Dass es ausgerechnet in seiner Stadt so viel Korruption gibt, so viele ungeklärte Mordfälle, dazu illegale Prostitution und Glücksspiele, das macht ihm zu schaffen. Doch seine Feinde sind mächtig, sein Kampf lebensgefährlich. Keith bewundert seinen Vater und möchte in seinen Fußstapfen treten.

Hughs Vater hat sich ein großes Imperium aufgebaut, und da er genügend Gesetzeshüter auf seiner Seite hat, fühlt er sich bei seinen illegalen Tätigkeiten sicher. Hugh steigt begeistert in das lukrative Geschäft ein. Dabei trifft er jedoch einige unüberlegte Entscheidungen.

Die Idee hinter diesem Buch ist interessant. Die Dixie Mafia in Biloxi hat es tatsächlich gegeben. Leider überzeugt die Ausführung nicht. Die erste Hälfte des Buchs zieht sich in die Länge. Es ist bei den vielen Ereignissen und Personen lange nicht klar, worum es eigentlich geht. Die Charaktere bleiben hölzern. Die Geschehnisse werden meist emotionslos widergegeben.

In der zweiten Hälfte des Buchs kommt etwas Spannung auf, doch auch hier ist nicht klar worauf der Fokus liegt. Erst am Schluss wird die Frage deutlich, die wohl dieser Erzählung zugrunde liegt. Es geht mal wieder um die Todesstrafe, ein Lieblingsthema Grishams, dieses Mal gekoppelt mit den Erinnerungen und Enttäuschungen einer ehemaligen Freundschaft.

Persönlich störe ich mich an der Behandlung des Problems der Prostitution. Die Erzählung lässt es erscheinen, als wären die Frauen freiwillig in diesem Gewerbe, was vermutlich selten der Fall ist. Auch die Art und Weise, in der über dieses Thema geschrieben wird, finde ich unangemessen.

Fazit: Zusammenhanglose Ereignisse und leblose Charaktere enttäuschen über weite Strecken in diesem Buch. Wer aber bis zur zweiten Hälfte durchhält, wird mit einer spannenden Geschichte belohnt.

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