Profilbild von vronika22

vronika22

Lesejury Star
offline

vronika22 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit vronika22 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.04.2024

unterhaltsamer Softkrimi von der Ostsee

Heiner ist tot
0

Die drei lebensfrohen Rentnerinnen Elsbeth, Karin und Ursel sind Mitte 70 und wohnen gemeinsam in einem Häuschen an der Ostseeküste in der Nähe von Kiel. Sie führen ein beschauliches Leben, bis Karin bei ...

Die drei lebensfrohen Rentnerinnen Elsbeth, Karin und Ursel sind Mitte 70 und wohnen gemeinsam in einem Häuschen an der Ostseeküste in der Nähe von Kiel. Sie führen ein beschauliches Leben, bis Karin bei ihrem Morgenspaziergang den Postboten Heiner erstochen im Strandkorb sitzend findet. Die Neugierde ist geweckt und sie fangen heimlich an, der Polizei bei den Ermittlungen Konkurrenz zu machen und nennen sich den Ostsee-Mordclub.

Das Setting ist ganz wunderbar. Ich hatte beim Lesen das Meer und die Strandkörbe und einiges mehr vor Augen. Die Protagonisten mit dem Rentnertrio sind etwas ausgefallen und deutlich älter als das Autorinnenduo. Trotzdem wurden die drei sehr realistisch dargestellt, und man konnte sie sich gut vorstellen. Man muss sie einfach ins Herz schließen. Durch so Kleinigkeiten wie das sonntägliche Tatort-Schauen, hat alles sehr real gewirkt.

Der Krimi ist sehr unterhaltsam und bringt einem immer wieder zum Schmunzeln. Es ist auch ein gewisser Spannungsbogen vorhanden. Er ist nicht enorm hoch, aber das erwarte ich bei einem Soft- oder Regionalkrimi auch nicht. Die Spannung bleibt bis zum Ende vorhanden und der Ausgang ist nicht vorhersehbar. Von daher war es für mich beste Leseunterhaltung. Es sind noch ein paar Fragen offen geblieben (obwohl der Fall geklärt wurde), aber es wird Folgebände geben.

Der Schreibstil hat mich richtig begeistert und mitgenommen. Die Mischung aus Unterhaltung, Humor, Spannung, Charakterdarstellung und Ortsbeschreibungen war für mich sehr stimmig. Wer gerne einen Ostseekrimi mit Charme und Humor lesen möchte, und vor einer Rentnergang nicht zurückschreckt, dem kann ich dieses Buch sehr empfehlen.

Zum Abschluss noch ein Zitat von S. 326: „Ich glaube auch nicht, dass alles im Leben einen Sinn hat. Aber es ist gut, wenn man auch im Schlimmen etwas Positives sehen kann...“

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.04.2024

generationenübergreifender Unterhaltungsroman

Was geht, Annegret?
0

Studenten-WG anstatt Seniorenresidenz? Das klingt doch gut, oder?
Die Rentnerin Annegret wird kurz vor dem 70. Lebensjahr Witwe. Da ihr Mann ihr einen Berg Schulden hinterlassen hat, muss sie das große ...

Studenten-WG anstatt Seniorenresidenz? Das klingt doch gut, oder?
Die Rentnerin Annegret wird kurz vor dem 70. Lebensjahr Witwe. Da ihr Mann ihr einen Berg Schulden hinterlassen hat, muss sie das große Haus aufgeben. Ihre Tochter möchte, dass sie in eine Seniorenresidenz zieht. Als sie sich sträubt, bietet ihr ihre Enkelin an, zu ihr nach Berlin in ihre Studenten-WG zu ziehen. So zieht Annegret von Ostfriesland nach Berlin und mischt sich unter die Studenten.
Franka Blooms neuer Roman „Was geht Annegret“ ist ein generationenübergreifender Unterhaltungsroman. Die Autorin hat viel Witz und Humor einfließen lassen, trotzdem sind im Hintergrund immer auch ernste Töne versteckt, die ein wenig zum Reflektieren anregen. Ich habe mich beim Lesen bestens unterhalten gefühlt und sehr amüsiert. Die ein oder andere Situation kam mir sogar ein wenig bekannt vor. Annegret beginnt als Seniorenstudentin ein Jurastudium. Ich arbeite in der Jurabibliothek einer Universität, von daher hatte ich einige Deja-vus.
Man lernt auch so einiges aus dem Sprachgebrauch der jungen Generation. Wie Annegret wusste auch ich nicht was „Nase pudern“ bedeuten kann. Oder wisst ihr was in einer WG ein „Panic Room“ ist?
Auch Gendern, Demonstrieren, Upcycling oder Containern sind alles neue Erfahrungen für Annegret. Das Studenten- und Campusleben wird hier authentisch und trotzdem mit einem Augenzwinkern beschrieben.
Fazit: Ein charmant geschriebener Unterhaltungsroman, der sehr humorvoll geschrieben ist und der in meinen Augen Mut zu einem Neuanfang im höheren Alter macht. Ein lebensbejahender Roman, den ich gerne für alle Generationen weiterempfehle.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.04.2024

Wunderschöner Herzensroman mit viel Gefühl, aber auch mit Tiefgang

How to find the one
0

Heute ist Releaseday von „How to find the One“. Tina Susanne hat nicht nur diesen wunderbaren Roman geschrieben, sondern sie hat auch das schöne Cover selbst entworfen.
Das berühmt-berüchtigte High-Society-Girl ...

Heute ist Releaseday von „How to find the One“. Tina Susanne hat nicht nur diesen wunderbaren Roman geschrieben, sondern sie hat auch das schöne Cover selbst entworfen.
Das berühmt-berüchtigte High-Society-Girl Victoria Bonham Cartier hält nicht so viel von Männern. Mit ein Grund ist, dass sie zu keiner Zeit zu ihrem Vater eine gute Beziehung hatte. Wegen einer Entführungsgeschichte muss Vicky eine mehrtägige Reise mit dem Cop Davy Davies verbringen, damit er sie bewacht. Auch er hat sein Päckchen zu tragen und lässt von Frauen lieber die Finger. Lasst euch auf die emotionale Reise dieser beiden nach Philadelphia mitnehmen!
Tina Susanne hat hier wunderbare Charaktere geschaffen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die beiden verbindet zumindest die Liebe zur Musik, und das haben sie auch mit der Autorin gemeinsam. Man kann sich in Vicky und Davy sehr gut hineinversetzen und kann ihre Gedanken, Zweifel und Gefühle gut nachempfinden.
Der Schreibstil ist sehr unterhaltsam und leicht zu lesen. Man fliegt gerade so über die Seiten. Die Geschichte ist mit viel Herzblut geschrieben und sprüht voller Charme, Gefühl und Emotionen. Aber auch Humor und Tiefgang kommen nicht zu kurz. Alles in allem die perfekte Mischung für einen schönen Wohlfühlroman.
Die Gestaltung des Buches ist großartig gemacht. Da auch die Musik eine Rolle im Roman spielt, ist jedem Kapitel ein inhaltlich passender Songtext als Überschrift vorangestellt. Zudem ist auch noch die Illustration einer Schallplatte oder eines Plattenspielers jeweils dabei.
Fazit: Ich empfehle euch diesen schönen Roman weiter, wenn ihr das Genre Wohlfühlromane oder Liebesromane mögt. Untertitelt ist das Buch mit „Unterwegs mitten ins Herz“. Tina Susanne hat mich damit auch mitten ins Herz getroffen.
Mit einem nachdenklichen Zitat von S. 114 möchte ich diese Rezension beenden: „Konnte man etwas verlieren, was man nie gehabt hatte?“

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.04.2024

Leseempfehlung für einen historischen Kriminalroman!

Schatten des Todes
0

„Schatten des Todes“ von Astrid Korten ist ein historischer Kriminalroman, der einem in die Filmszene der späten Zwanziger Jahre führt.

Der Krimi spielt in Berlin im Jahr 1929. In den Universal-Filmstudios ...

„Schatten des Todes“ von Astrid Korten ist ein historischer Kriminalroman, der einem in die Filmszene der späten Zwanziger Jahre führt.

Der Krimi spielt in Berlin im Jahr 1929. In den Universal-Filmstudios in Babelsberg wird ein neuer Film der UFA gedreht, der vom Publikum mit Spannung erwartet wird. Als eine Mitarbeiterin im Studio tot aufgefunden wird, beginnt Harry Schneider, der Sicherheitschef der UFA, auf eigene Faust zu ermitteln, da er nicht an einen Unfall glaubt. Lasst euch in die späten Zwanziger Jahre und in die Berliner Filmszene führen!

Astrid Korten zeichnet die Atmosphäre der damaligen Zeit sehr anschaulich und sehr atmosphärisch. Man fühlt sich fast in die damalige Zeit versetzt und kann sich alles gut vorstellen.

Auch trifft man auf viele bekannte Personen der damaligen Zeit, wie beispielsweise den Filmregisseur Fritz Lang, den Physiker Hermann Oberth oder auch Joseph Goebbels. Dies lässt alles zusätzlich sehr real wirken.

Astrid Korten ist sehr vielseitig aufgestellt und hat hier wieder eine ganz andere Facette ihres Schreibens gezeigt. Sie versteht es aber immer zu fesseln und Spannung aufzubauen. Ihre Werke sind intelligent geschrieben und eher etwas anspruchsvoll. Meist haben sie auch in irgendeiner Weise aktuellen Bezug.

Fazit: Lasst euch diesen Kriminalroman nicht entgehen, wenn ihr Krimis mit Niveau mögt. Lest unbedingt auch das Nachwort, in dem die Autorin Position zur aktuellen politischen Situation bezieht. Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung!

Abschließen möchte ich meine Rezension mit einem Zitat von S. 240: „..Außerdem gibt es Dinge, die in diesen Zeiten zu gefährlich sind, als dass sie nur wenige Menschen erfahren sollten. Es ist viel besser, keine Geheimnisse zu haben.“

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.04.2024

unterhaltsamer Softkrimi mit viel Nordseefeeling

Harpunentod: Frau Scholles Gespür für Mord
0

Lust auf einen Regionalkrimi der auf Amrum spielt? Dann kann ich euch „Harpunentod“ von Sophie Tammen, erschienen im Rowohlt-Verlag, empfehlen. Sophie Tammen ist ein neues Pseudonym der vielseitigen Anne ...

Lust auf einen Regionalkrimi der auf Amrum spielt? Dann kann ich euch „Harpunentod“ von Sophie Tammen, erschienen im Rowohlt-Verlag, empfehlen. Sophie Tammen ist ein neues Pseudonym der vielseitigen Anne Barns.

Gabriele Scholle ist Ü60 und arbeitet als Sekretärin bei der Kriminalpolizei. Mit ihrer Labradoodle-Hündin Dolores versteht sie sich momentan besser als mit ihrem Mann. Daher nimmt sie sich eine kleine Auszeit und reist mit Dolores nach Amrum. Allerdings ist es mit Erholung nicht so weit her, denn kurz nach ihrer Ankunft findet sie am Strand eine Leiche. Ein Mann sitzt tot in einem Ruderboot mit einer Harpune in der Brust. Ist es dieselbe Harpune, die sie kurz zuvor im Museum gesehen hatte? Der Spürsinn ist geweckt und Gabriele beginnt zu ermitteln….

Beim Lesen merkt man so richtig die Liebe der Autorin zur Nordsee und zu Amrum. Sie beschreibt alles wunderbar, so dass man sich die Landschaft bestens vorstellen kann, auch wenn man noch nie dort war.

Auch die norddeutsche Mentalität wurde sehr gut dargestellt und die Protagonisten mit ihren Eigenarten kamen mir sehr authentisch vor. Sophie Tammen hat auch die kühlen Norddeutschen richtig liebevoll dargestellt. „Seine kühle Fassade verdeckte allzu oft seinen Humor wie die Wolkendecke die Sonne…“ (S. 153)

Es handelt sich um einen Soft Krimi, bei dem es eher etwas beschaulich zugeht. Der Spannungsbogen ist nicht sehr hoch, aber beständig, und es fließt auch nicht wirklich Blut.

Der Schreibstil liest sich wunderbar unterhaltsam und ist häufig mit einer Prise Humor gewürzt. Nur das Ende kam mir etwas zu abrupt. Das fand ich etwas schade, aber es schreit nach einer Fortsetzung.

Fazit: Wer gerne einen unterhaltsamen und unblutigen Nordseekrimi lesen möchte, dem kann ich diesen Cosy Crime sehr empfehlen. Man spürt beim Lesen die Liebe der Autorin zu Amrum, und dementsprechend kommt viel Nordseefeeling auf.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere