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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.08.2025

Packend!

Die Kollegin – Wer hat sie so sehr gehasst, dass sie sterben musste?
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Die Buchhalterin Dawn ist anders – ich vermute, sie soll als neurodivergent gelten, möglicherweise mit einer Persönlichkeit aus dem Autismus-Spektrum – und aufgrund ihrer Eigenheiten ist sie im Büro sehr ...

Die Buchhalterin Dawn ist anders – ich vermute, sie soll als neurodivergent gelten, möglicherweise mit einer Persönlichkeit aus dem Autismus-Spektrum – und aufgrund ihrer Eigenheiten ist sie im Büro sehr unbeliebt. Als sie eines Morgens nicht zur Arbeit erscheint und sich auch nicht krank meldet, wird ihre Kollegin Natalie misstrauisch - schließlich gibt tatsächlich Hinweise darauf, dass Dawn Opfer eines Gewaltverbrechens geworden ist. Dann häufen sich seltsame Begebenheiten und Natalie gerät in ein Netz aus dunklen Geheimnissen, Lügen sowie Gefahr ...

Ich fand die Handlung von Anfang an spannend und rätselhaft! Der Erzählstil hingegen wirkte auf mich eher schlicht – für meinen Geschmack fehlten Atmosphäre sowie Ausdrucksstärke. Die Figuren waren mir eher unsympathisch, was jedoch vermutlich beabsichtigt ist!?

„Die Kollegin“ ist ein ereignisreicher, fesselnder Thriller, auch wenn ich einiges als konstruiert bzw. wenig plausibel empfand. Ich (eine seeehr erfahrene Krimi- und Thriller-Leserin) habe ich viele Wendungen vorhergesehen – aber viele auch nicht. In puncto Spannung und Überraschungen kann man sich wirklich auf Freida McFadden verlassen!

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Veröffentlicht am 18.06.2025

Ein Buch für eine Nacht!

Der Weg – Jeder Schritt könnte dein letzter sein
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Julia und Nicki sind beste Freundinnen, doch seit knapp einem Jahr haben sie aus verschiedenen Gründen kaum noch Kontakt. Dann taucht Nicki plötzlich auf, um Julia zu einem Junggesellinnenabschied der ...

Julia und Nicki sind beste Freundinnen, doch seit knapp einem Jahr haben sie aus verschiedenen Gründen kaum noch Kontakt. Dann taucht Nicki plötzlich auf, um Julia zu einem Junggesellinnenabschied der besonderen Art zu “entführen” - nur sie beide auf dem abgelegenen Kungsleden-Wanderweg für eine Woche. Die Stimmung zwischen den beiden ist allerdings angespannt und als die Freundinnen sich schließlich aussprechen wollen, werden sie unterbrochen. Kurz darauf Nicki ist weg und Julia verläuft sich - ohne Wasser, Karten, Kompass, Wechselkleidung und ausreichend Nahrung muss sich allein in der feindlichen Natur zurechtfinden, mit der nagenden Frage, was mit Nicki passiert ist.

Erzählt wird aus zwei Perspektiven: aus Julias und in Form von Tagebucheinträgen aus Nickis. Die beiden könnten kaum unterschiedlicher sein, Julia ist harmoniebedürftig und entsprechend fügsam. Sie gibt schnell nach, macht was andere wollen. Nicki ist sie selbst, auch wenn es für andere unangenehm ist und sie weiß sich durchzusetzen, meistens jedenfalls ...

Der atmosphärische, bildstarke Schreibstil, die rätselhafte Dynamik zwischen Julia und Nicki und die ereignisreiche Handlung sind absolut packend! Es gibt “verdächtige” Ereignisse, beunruhigende Andeutungen sowie offene Fragen, die wirklich neugierig machen, weshalb ich das Buch in zwei Zügen innerhalb eines Abends bzw. einer Nacht verschlungen habe! Das Setting ist genial: Der einsame Kungsleden-Wanderweg in Schwedens wilder, rauer Natur im Herbst ist der perfekte Rahmen für einen Survival-Thriller, und die Autorin schöpft das Potential voll aus! Die eindringlichen Schilderungen der Umgebung (ich konnte den kalten Wind und den Regen fast spüren) sowie Julias Leid angesichts ihrer Lage kommen hautnah an!

“Der Weg” ist ein nervenaufreibender Thriller voller düsterer Geheimnisse, entsetzlicher Erkenntnisse sowie erschütternder Wendungen, die meisten empfand ich jedoch als wenig glaubwürdig gestaltet, was mein Leseerlebnis zum Ende etwas trübte. Die unerwarteten Twists an sich sind großartig, ich finde nur, dass sie wenig plausibel umgesetzt sind.

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Veröffentlicht am 28.05.2025

Ich bin zwiegespalten ...

Bad Blood
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Die ehrgeizige 35 Jahre junge Staatsanwältin Justine hat alles: Erfolg im Beruf, einen tollen Ehemann und ein schönes Leben in London. Doch als ein Geist aus ihrer Jugend auftaucht riskiert sie alles, ...

Die ehrgeizige 35 Jahre junge Staatsanwältin Justine hat alles: Erfolg im Beruf, einen tollen Ehemann und ein schönes Leben in London. Doch als ein Geist aus ihrer Jugend auftaucht riskiert sie alles, um einer “Obsession” nachzugehen.

Als Justine ihren ersten Mordfall zugewiesen bekommt, verändert sich innerhalb von Sekunden alles für sie, denn der Angeklagte ist ihre Jugendliebe Jake, der vor 18 Jahren plötzlich aus ihrem Leben verschwand. Obwohl es ihre Aufgabe ist, die forensischen Beweise zu nutzen, um ihn als Mörder darzustellen, sucht sie ergebnisoffen nach der Wahrheit - nach Wahrheiten, denn sie will endlich wissen, weshalb Jake ihre Beziehung damals so abrupt beendete. Doch Während ihrer Nachforschungen, die sie in die Kleinstadt führen, in der sie und Jake aufgewachsen sind, muss sie feststellen, dass nicht nur Jake, sondern auch ihr ihre Familie dunkle Geheimnisse hat - mindestens so dunkel wie das, das sie hütet. Dann wird die Leiche einer vermissten Person gefunden, sodass Justine ihre Ermittlungen ausdehnen muss ...

Justine ist interessant, man merkt sehr schnell, dass unter der adretten Oberfläche etwas Finsteres lauert. Sie ist sehr kritisch, aber immerhin auch selbstkritisch: sie trägt viele Schuldgefühle mit sich herum, sie weiß, dass viele Fehler machte und macht ...

Ich muss zugeben, ab einem gewissen Punkt nervte sie mich, weil ihre Gefühle, ihre Gedanken und ihr Handeln für mich oft keinen Sinn ergaben. Sie ist voller Widersprüche, was ja an sich immer interessant ist, in ihrem Fall fand ich allerdings vieles wenig plausibel.

Der locker leichte, lebendige sowie eindrückliche Schreibstil ließ mich nur so durch die Seiten fliegen und die vielen geheimnisvollen Andeutungen, die sich stückchenweise in Erkenntnisse verwandeln, sorgen für anhaltende Spannung. Die Handlung wird auf zwei Zeitebenen erzählt (vor 18 Jahren & jetzt/vor kurzem), hauptsächlich aus Justines Sicht, aber ihr Bruder, ihre Mutter und Jake kommen auch sporadisch zu Wort.

“Bad Blood” ist herrlich rätselhaft, komplex sowie spannend, die überraschenden, raffinierten Auflösungen empfand ich jedoch teilweise als wenig überzeugend gestaltet. Mein “Hauptproblem” war wohl die Protagonistin, sie wurde mir immer unsympathischer, denn obwohl ich moralisch graue Figuren sehr mag, konnte ich ihre Taten kaum nachvollziehen. Es geht auch nicht wirklich, wie der Klappentext mMn suggeriert, um Jakes Schuld oder Unschuld, sondern um Justine und ihre Familie.

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Veröffentlicht am 25.04.2025

Naja ...

Ein Mord im November - Ein Fall für DI Wilkins
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Universität Oxford: Sir James Osborne, der bornierte Prorektor eines Colleges, hat gerade eine misslungene Dinnerparty mit einem potenziellen Geldgeber hinter sich, und als er frustriert nach Hause kommt, ...

Universität Oxford: Sir James Osborne, der bornierte Prorektor eines Colleges, hat gerade eine misslungene Dinnerparty mit einem potenziellen Geldgeber hinter sich, und als er frustriert nach Hause kommt, liegt auch noch eine Leiche in seinem Arbeitszimmer.

Auftritt DI Ryan Wilkins und DI Ray Wilkins (ich finde die sehr ähnlichen Namen leicht verwirrend, ich nehme an das soll witzig sein!?), die kaum unterschiedlicher sein könnten. Ryan, der unter prekären Umständen aufgewachsen ist, kann mit der elitären Welt der Universität Oxford nichts anfangen und eckt mit seiner groben Art ständig an. Ray hingegen kommt aus einer wohlhabenden Familie, ist ein Oxford-Absolvent, was sich in seinem gesamten Auftreten widerspiegelt. Ray ist somit eher für Taktgefühl während der Ermittlungen zuständig, was in diesem einflussreichen Umfeld besonders wichtig ist, und Ryan eher für scharfsinniges Beobachten, denn das kann er wirklich gut. Die beiden rennen nichtsdestotrotz lange gegen Wände, bis sich endlich eine Tür auftut ...

Ryan hat oft recht und meint es gut, wenn es “übers Ziel hinausschießt”, aber seine Art anzuecken geht für mich weit über unangepasst, rebellisch oder provokant hinaus: ich empfand ihn als absolut niveaulos. Ich denke man muss kein zimperlicher “Oxford Snob” sein, um ihn himmelschreiend rüpelhaft finden. Zudem ist er mMn ein egozentrischer Wichtigtuer, der denkt, dass er sich aufgrund seines überdurchschnittlichen Scharfsinns alles erlauben darf. Es erscheint mir unglaubwürdig, dass jemand, der sich kaum an Regeln halten kann bzw. will und sich im Umgang mit anderen wie “Ein Elefant im Porzellanladen” aufführt, Polizist wird bzw. es bis zum DI schafft. Ich wüsste gerne, was sich der Autor gedacht hat, als er Ryan kreiert hat!

Der leitende Ermittler Ray hat mir gut gefallen. Im Vergleich zu Ryan wirkt er evtl. wie ein “konformistischer Spießer”, ich fand ihn professionell und diplomatisch.

Die detailreiche Erzählart ist sehr atmosphärisch, ich finde jedoch, dass einiges zu oft erwähnt wird und somit demonstrativ wirkt. Die Handlung ist von Anfang an ereignisreich, mysteriös sowie unheilvoll und die Nebencharaktere sind herrlich undurchsichtig. Das traditionelle Setting, mit all seinen Sonnen- sowie Schattenseiten, ist ein großartiger Rahmen für diesen englischen Krimi, der clever, wendungsreich, spannend gestaltet ist.

Schade, dass die Leseprobe nicht ein paar Seiten länger ist, dann hätte ich erkannt, wie sehr mich Ryan nervt und mich gegen das Buch entschieden. Achtung: Folgendes könnte man als spoilernd empfinden! Man lernt ihn zwar schon gegen Ende der Leseprobe kennen, er wird allerdings als Jugendlicher bezeichnet und nicht namentlich genannt, weshalb ich nicht dachte, dass es sich um den Ermittler bzw. um einen der Protagonisten handelt!

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Veröffentlicht am 01.04.2025

Ich fand es schwächer als Band 1

Jewel & Blade, Band 2 - Die Hüter von Camelot
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Der 2. Band rund um die Artus-Sage konnte mich (im Gegensatz zu Band 1) nicht wirklich begeistern.

Ich fand den Erzählstil zwar flüssig und atmosphärisch, die Handlung ereignis- sowie wendungsreich, aber ...

Der 2. Band rund um die Artus-Sage konnte mich (im Gegensatz zu Band 1) nicht wirklich begeistern.

Ich fand den Erzählstil zwar flüssig und atmosphärisch, die Handlung ereignis- sowie wendungsreich, aber die vielen magischen Action- bzw. Kampfszenen sind mMn alle ähnlich und ich kann in Büchern nichts damit anfangen – ich muss so etwas sehen.

Das Zwischenmenschliche empfand ich als eher flach, zudem waren mir die Magie, die Spannung, das Drama bzw. die “Auflösungen” oft nicht spektakulär genug – das gilt allerdings nicht für die Ereignisse während letzten paar Kapitel, die fand ich wirklich fesselnd!

Vielleicht liegt mein Mangel an Begeisterung auch nur daran, dass der “Reiz des Neuen” beim 2. Band nicht mehr gegeben ist und/oder meine Erwartungshaltung zu hoch war, da ich den 1. Teil richtig toll fand!

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