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Veröffentlicht am 28.05.2025

Großartig

Himmlischer Frieden
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Lai wächst in einem Arbeiterviertel in Peking auf. Als Erwachsene studiert sie Literatur und nimmt an den Protesten auf dem Platz des Himmlischen Friedens teil. Hier erzählt sie, wie es dazu kam. Der Roman ...

Lai wächst in einem Arbeiterviertel in Peking auf. Als Erwachsene studiert sie Literatur und nimmt an den Protesten auf dem Platz des Himmlischen Friedens teil. Hier erzählt sie, wie es dazu kam. Der Roman basiert auf ihren eigenen Erfahrungen und auf den bekannten Tatsachen.
Es ist eine ruhig und fast poetisch erzählte Geschichte um eine schüchterne Protagonistin, die in Ich-Form von ihrer Kindheit, ihrer Schulzeit und ihrem Studium berichtet. Das liest sich authentisch und bewegend. Sie schildert ihre Familie und ihre Schulfreunde nuanciert und voller Wärme. Die Unterdrückung der Menschen in China durch die kommunistische Führung wird immer wieder an Einzelpersonen deutlich, beginnend mit ihrem Vater.
Die historischen Ereignisse gipfeln im Tiananmen-Massaker auf dem Platz den Himmlischen Friedens, mitten in Peking, im Juni 1989.
Ich freue mich sehr, aus dieser unbekannten Welt so eine angenehm zu lesende Geschichte ganz normaler Menschen genießen zu dürfen. Es ist großartige Literatur. Ein Highlight!

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Veröffentlicht am 23.05.2025

Erschütternd

Entromantisiert euch!
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Stück für Stück zerlegt die Autorin das, was wir als Zweierbeziehung „romantischer Art“ so kennen und betreiben. Und manches ist ganz schön erschreckend. Das meiste davon ist längst allgemein bekannt. ...

Stück für Stück zerlegt die Autorin das, was wir als Zweierbeziehung „romantischer Art“ so kennen und betreiben. Und manches ist ganz schön erschreckend. Das meiste davon ist längst allgemein bekannt. Es sind aktuelle Forschungsergebnisse aus Studien und Veröffentlichungen zum Thema. Im Namen der Liebe lassen Frauen sich weiterhin ausbeuten, benutzen und vergewaltigen.
Wichtig: Der Autorin geht es nicht um Liebe im Allgemeinen. Wir lieben schließlich nicht nur den Einen, Richtigen. Wir lieben unsere Freundinnen, unsere Kinder, unsere Familie, wir lieben Dinge, die wir tun und noch viel mehr. Aber für den Einen, Richtigen geben wir alles auf. Und das wird auch gesellschaftlich erwartet.
Ohne die romantische Liebe müssten die Männer ja selber ihre Wohnungen putzen, ihr Essen kochen und sich um ihre Gesundheit und um ihre Kinder kümmern. Ohne die romantische Liebe gäbe es vermutlich kaum Einkommensunterschiede zwischen den Geschlechtern, auch nicht im Alter.
Romantische Liebe dient der Unterdrückung der Frau. Sie hat fundamentale Bedeutung in der hiesigen patriarchalen Gesellschaft. Hier wird mal ordentlich und fachlich fundiert darüber gezetert. Das ist erhellend.

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Veröffentlicht am 10.05.2025

Steigende Wasser

Das Echo der Sommer
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Inga lebt mit Mutter und Tante nomadisch im Norden Schwedens. Sie gehören dem Volk der Samen (Lappen) an. Als sie eines Tages in ihr Sommerhaus zurückkehren wollen, ist das ganze Dorf überflutet: Man hat ...

Inga lebt mit Mutter und Tante nomadisch im Norden Schwedens. Sie gehören dem Volk der Samen (Lappen) an. Als sie eines Tages in ihr Sommerhaus zurückkehren wollen, ist das ganze Dorf überflutet: Man hat einen Staudamm zur Stromgewinnung gebaut und das Tal geflutet, ohne die Menschen vorher auch nur zu informieren. Und der Wasserspiegel steigt weiter. Vieles an der Geschichte und der geschilderten Lebensweise erinnert an die indigenen Völker Nordamerikas.
Die Frauen sind sehr lebensnah geschildert, sie sind emotional, naturverbunden und pragmatisch. Das Dorf ist eine lose Gemeinschaft, in der man einander hilft, und die Jahreszeiten geben den Rhythmus vor, zusammen mit den Rentieren. Das Leben ist hart und voller Herausforderungen. Ingas Mutter will etwas Dauerhaftes schaffen, für sich und ihre Familie. Doch das Tal, in dem sie leben, verschwindet im Stausee und mit ihm, nach und nach, auch die Lebensweise der Samen.
Was fehlt, ist ein Glossar. Es kommen zahlreiche samische Begriffe vor, die nicht erklärt werden und die man sich aus anderen Quellen erschließen muss. Es wird auch samisch gesprochen, ohne dass eine Übersetzung angegeben ist. Nur wenige Ausdrücke erschließen sich aus dem Zusammenhang.
Die Autorin hat mit einem Sachbuch zum Thema schon Preise gewonnen. Hier die fiktionale Bearbeitung der Vertreibung der Samen durch den Staudammbau im 20. Jahrhundert. Das ist sehr gelungen und mehr als lesenswert. Es ist großartige Literatur.

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Veröffentlicht am 29.04.2025

Aber was, wenn doch?

Vorsehung
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Auf einer Flugreise steht plötzlich eine alte Dame auf und sagt jedem Passagier voraus, wann und woran er sterben wird. Die Geschichte verfolgt die weiteren Lebenswege dieser Personen. Das ist eine spannende ...

Auf einer Flugreise steht plötzlich eine alte Dame auf und sagt jedem Passagier voraus, wann und woran er sterben wird. Die Geschichte verfolgt die weiteren Lebenswege dieser Personen. Das ist eine spannende Idee. Die Autorin schreibt seit Jahren Bestseller und man merkt, dass sie das drauf hat.
Die Menschen sind plastisch und lebendig dargestellt. Man kann sie sich gut vorstellen, es sind ganz normale Leute. Niemand kann die Vorhersage wirklich ignorieren. Auch die Wahrsagerin selbst kommt zu Wort. Sie schildert in Ich-Form, wie sie wurde, was sie ist, und wie sie zu diesen Vorhersagen kommt. Das macht das Ganze rund. Stil und Sprache sind angenehm und flüssig zu lesen. Insgesamt ist das Buch äußerst unterhaltsam, obwohl das Thema abstrakt ist und die Menge an Protagonisten recht groß.
Die Geschichte nimmt zum Schluss noch Fahrt auf und es gibt eine Auflösung. Das ist beeindruckend. Hier werden existenzielle Fragen gestellt, mitten im normalen Leben. Gut geschrieben und wirklichkeitsnah.

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Veröffentlicht am 16.04.2025

Neurodivers - anders im Kopf

Dein ADHS-Wohlfühl-Guide
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Früher bekamen nur Kinder diese „Zappelphilipp“-Diagnose, heute sind es oft auch Erwachsene. Hier gibt es umfassende Informationen und Anleitungen zur Selbsthilfe. Die Autorin ist keine Medizinerin sondern ...

Früher bekamen nur Kinder diese „Zappelphilipp“-Diagnose, heute sind es oft auch Erwachsene. Hier gibt es umfassende Informationen und Anleitungen zur Selbsthilfe. Die Autorin ist keine Medizinerin sondern hat selbst ADHS. Sie betreibt auch einen Instagramkanal.
Die Frau auf dem Cover hat die Augen geschlossen. „Nur keinen Stress!“ scheint sie zu sagen. Für Menschen, die Chaos im Kopf haben, ist das ein guter Start.
Dieses Buch selbst ist sehr ansprechend gestaltet. Die Ränder sind mit breiten Farbstreifen markiert, Piktogramme informieren auf einen Blick über das, worum es geht. Die Absätze sind kurz: Ein Gedanke oder zwei, dann folgt eine Leerzeile, danach ein neuer Gedanke. Das lässt sich gut lesen, auch wenn die Inhalte zum Teil durchaus anspruchsvoll sind. ADHS sei keine Erkrankung, so die Autorin. Das Gehirn arbeite anders als bei den meisten „normalen“ Menschen.
Nach einer fachkundigen Einführung in das Thema ADHS bei Erwachsenen geht es um die speziellen Bedürfnissen neurodiverser Menschen. Hier gibt es eine Menge Ideen, die man einmal ausprobieren kann. Vieles wird geschildert, was man von sich selbst kennt. Ein Selbsthilfe-Ratgeber eben. Hilfreich, aktuell und gut zu lesen.

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