Unsympathisch, verworren, enttäuschend
AdultsDen Klappentext des Buches fand ich interessant, leider konnte die „Geschichte“ mich wirklich überhaupt nicht abholen. Geschichte in Anführungszeichen, weil es eher lose aneinandergehängte Episoden aus ...
Den Klappentext des Buches fand ich interessant, leider konnte die „Geschichte“ mich wirklich überhaupt nicht abholen. Geschichte in Anführungszeichen, weil es eher lose aneinandergehängte Episoden aus dem Leben der Protagonistin Jenny waren, bei denen ich die meiste Zeit die Hälfte des Kapitels erstmal damit beschäftigt war, herauszufinden, in welcher Zeitebene wir gerade sind. Teils wird in der Gegenwart erzählt, teils aus ihrer vergangenen Beziehung oder irgendwelchen früheren Party-Episoden. Manchmal versteht man das erst am Ende eines Kapitels, es entsteht gar kein Lesefluss.
Jenny ist die unsympathischste Protagonistin, die ich seit langem (oder jemals) gelesen habe. Sehr unsympathisch, neidisch, nur am jammern, like-fixiert, total unsicher, wertet alle anderen ab, ist eine super schlechte Freundin und extrem egoistisch.
Sie mag irgendwie niemanden wirklich, weder ihre Freundinnen noch ihre Mitbewohnerinnen oder Kolleginnen, vergleicht sich die ganze Zeit und denkt ständig darüber nach, was andere von ihr denken – sogar wildfremde Menschen im Internet.
Sowieso geht es die meiste Zeit um Social Media und wer wessen Posts mit welcher Intention geliked oder nicht geliket hat. Vor allem auf eine gewisse Suzy Brambles ist sie total ungesund fixiert, bzw. auf deren Online-Präsenz.
Angeblich ist sie Mitte 30, klingt aber eher nach einer unsicheren Anfang 20-Jährigen, teils sogar eher einer Teenagerin. Soo bedürftig, so sehr von Anerkennung fremder Menschen abhängig, kein bisschen selbstreflektiert.
Am schlimmsten war aber die Szene, als sie den Sohn ihrer Freundin, den sie abholen sollte, alleine mitten auf der Straße stehen lässt, weil sie etwas auf Social Media gesehen hat (keine Spoiler), wegen dem sie eine absolut unverhältnismäßige Szene macht, sich einfach nur kindisch und selbstzentriert verhält. Und dann kann sie nicht mal verstehen, warum ihre Freundin sauer auf sie ist?!
Was mich noch gestört hat, war der Umgang mit Alkohol. Sie trinkt wirklich ständig und/oder nimmt Drogen, statt etwas in ihrem Leben zu ändern – und das, obwohl sie angeblich seit Jahren in Therapie ist, davon hat man leider nichts gemerkt.
Ich dachte mir wirklich die ganze Zeit MEINE GÜTE, mach bitte mal IRGENDWAS, das nicht mit Männern (oder Alkohol) zu tun hat und such dir ein Hobby!
Und was sollte das Ende? Sie hat einfach nichts gelernt, ich konnte da keine wirkliche Weiterentwicklung erkennen. Es geht nach wie vor um Likes von fremden Menschen.
Den Humor oder die „Witze“ im Buch habe ich auch überhaupt nicht verstanden, die allermeisten ergeben keinerlei Sinn.