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Veröffentlicht am 03.05.2018

„Und dann war eine Stille, eine laute, unerbittliche, schmerzvolle Stille in den Raum geflutet, die dieses kleine Zimmer zum Bersten brachte“

Niemandsblut
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Als das majestätische Kreuzfahrtschiff „Virgin of the Ocean“ von Mallorca ihre Fahrt zu den „Perlen am Mittelmeer“ startet, ist keinem der Passagiere und Besatzungsmitglieder bewusst, was sie erwartet.

Kerstin ...

Als das majestätische Kreuzfahrtschiff „Virgin of the Ocean“ von Mallorca ihre Fahrt zu den „Perlen am Mittelmeer“ startet, ist keinem der Passagiere und Besatzungsmitglieder bewusst, was sie erwartet.

Kerstin Luckow und ihre Freundin Miryam Dannenberg teilen sich eine Balkonkabine und wollen einfach nur Spaß haben und eine tolle Zeit erleben. Auch Heike und Uwe Freitag, sowie seine Schwester Elke und ihr Mann Mario Marin sind an Bord. Sicher auch bedingt dadurch, dass Ronny, der Sohn der Freitags, als Kellner in einem Restaurant dort arbeitet.

In Palma de Mallorca bei der Besichtigung der Kathedrale wird eine tote Nonne von einer Passagierin gefunden. Als dann in Ajaccio der Gallerist des Schiffes von einem Auto überfahren wird, übernimmt Kommissarin Francesca Baldini die Untersuchungen, aber nicht nur in den beiden Todesfällen. Der Kunstraub auf Mallorca und auch private Dinge halten sie völlig auf Trab.

Die Ermittlungsarbeiten ergeben sofort, dass es sich nicht um Unfälle, sondern um Morde handelt. Die Aufklärung der verschiedenen Fälle gestaltet sich äußerst schwierig und jede Spur führt in eine Sackgasse. Kommissarin Baldini und ihre Kollegen treten auf der Stelle. Kann es sein, dass die Morde und der Kunstraub auf Mallorca in Zusammenhang stehen?

Fazit:

In „Niemandsblut“ verknüpft der Autor Jörg Böhm sehr geschickt den Kunstraub in der DDR von 1979 und die Niemandskinder in Italien mit einer Kreuzfahrt zu den Perlen des Mittelmeers.

Der bild- und sprachgewaltige Schreibstil ist wie gewohnt leicht und flüssig lesbar. Die Kapitel sind kurz und knackig und ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen, bis die letzte Seite ausgelesen war.

Schon im Prolog ist die Spannung sehr hoch und bleibt auch das ganze Buch über auf dem hohen Level. Sofort bin ich in der Geschichte gefangen und die vielen falschen Fährten und Sackgassen machten es mir unmöglich, der Person, die hier so perfide tötet, nahe zu kommen. Es gelang mir bis zum Ende hin nicht, den wahren Täter zu entlarven. Alle verschiedenen Erzählstränge werden zum Ende hin zusammengeführt und jedes Detail aufgeklärt. Das ist für mich Krimiunterhaltung vom Feinsten und auf sehr hohem Niveau und genau so liebe ich Krimis.

Den Charakteren verleiht der Autor sehr viel Lebendigkeit. Ich war mit vor Ort und erlebte live die Schauplätze der Kreuzfahrt. Das Kopfkino lief auf Hochtouren. Alle Protagonisten hatten ihre Ecken und Kanten, das gefiel mir am besten. 


Ich vergebe hier eine absolute Leseempfehlung und 5 Sterne Plus, denn Jörg Böhm ist es erneut gelungen mich völlig an das Buch zu fesseln. Wieder legte er noch eine Schippe an dramatischer Spannung drauf. Ein Krimi der seinesgleichen sucht.

Veröffentlicht am 15.06.2025

„Besonders gesprächig war der Chinchilla nicht. Aber er konnte wahnsinnig gut zuhören."

Die Sprache der Flammen
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Die forensische Anthropologin Temperence Brennan freut sich auf ihren Urlaub mit ihrem Lebensgefährten Andrew Ryan. Einfach nur relaxen und die Seele baumeln lassen.
Doch ihre Tochter Katy bittet sie, ...

Die forensische Anthropologin Temperence Brennan freut sich auf ihren Urlaub mit ihrem Lebensgefährten Andrew Ryan. Einfach nur relaxen und die Seele baumeln lassen.
Doch ihre Tochter Katy bittet sie, ihrer Freundin, der Reporterin Ivy Doyle, ein paar Fragen bezüglich eines Brands zu beantworten. Sie willigt ein und muss nun nach Washington. reisen, also ihren Urlaub verkürzen. Das passt Ryan überhaupt nicht und wirft ihr vor, ihre Arbeit über ihn zu stellen.
Völlig frustriert fährt Tempe nun nach D.C. und wird dort auch in der Hausruine mithelfen, die verbrannten 4 Leichen zu identifizieren. Als sie durch Zufall eine 5 Leiche findet, entwickelt sich der Fall auch in eine andere Richtung und dann brennt ein weiteres Gebäude.

Fazit: Mit „Die Sprache der Flammen“ schreibt die Bestsellerautorin Kathy Reichs schon den 23. Fall für ihre forensische Anthropologin Temperence Brennan. Schon seit vielen Jahren begleite ich die unerschütterliche Tempe nun bei ihrer Arbeit und den zu lösenden Rätseln. Auch in diesem Fall gelingt es der Autorin wieder mich mitzunehmen und in die Ereignisse zu verstricken.
Ihr Schreibstil ist schnörkellos, empathisch und flüssig lesbar. An die vielen Bezeichnungen und Abkürzungen werde ich mich wohl nie gewöhnen.
Mit ihren gut ausgesuchten Figuren überzeugt sie mich immer wieder. Viele kenne ich schon lange und wieder kommen neue hinzu. Es gibt die guten und die bösen Charaktere und allen schauen wir bei ihrem Tun über die Schulter.
Die Spannung baut sich schon im Prolog auf, leider fällt sie dann öfter mal ab. Vor allem bei den endlosen Recherchen über die Vergangenheit und das Lesen der vielen Ausdrucke, kommt bei mir Langeweile auf.
Zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse. Die Autorin hat es dann doch wieder geschafft mich mit dieser genialen Auflösung zu überzeugen, denn ich hatte eine ganz andere Vorstellung vom Ausgang. Alle offenen Fragen wurden beantwortet und jedes lose Puzzleteil fiel an den vorgesehenen Platz.
Von mir kommen hier 4 Sterne und eine klare Leseempfehlung. Aber lest selbst, denn dies hier ist ganz allein meine Meinung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.05.2025

„Der Gedanke an die Waffe ließ sie nicht los.“

Hildur – Der Schatten des Nordlichts
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In den isländischen Westfjorden bereitet man sich auf das bevorstehende Weihnachtsfest vor. Es könnte schöner nicht sein, denn auch die Polarlichter glänzen am Himmelszelt. Leider bleibt es nicht so friedlich, ...

In den isländischen Westfjorden bereitet man sich auf das bevorstehende Weihnachtsfest vor. Es könnte schöner nicht sein, denn auch die Polarlichter glänzen am Himmelszelt. Leider bleibt es nicht so friedlich, denn vor der Küste taucht in einem Fischgehege ein Leiche auf. Hildur und Jakob übernehmen den Fall, der dann aber völlig aus dem Ruder läuft.
Und dann sind da noch die familiären Sorgen. Jakob reist in sein Heimatland Finnland um im Sorgerechtsstreit voranzukommen. Auch Hildur muss sich mit ihrer Schwester auseinandersetzen, die ihr aber nicht alles zu erzählen scheint.
Können Hildur und Jakob den komplexen Fall lösen und nebenbei auch in ihrem privaten Umfeld am Ball bleiben?

Fazit: Mit „Hildur – Der Schatten des Nordlichts“ schreibt die Autorin Satu Rämö schon den dritten Fall für ihre Kriminalbeamtin Hildur Rúnarsdóttir. Auch dieses Mal nimmt sie mich mit in das kalte, regnerische und wunderschöne Island. Das gelingt ihr gut, denn ihr lebendiger und bildlicher Schreibstil lässt sofort Bilder vor meinen Augen erscheinen.
Die verschiedenen Charaktere sind gut ausgesucht und überzeugend beschrieben. Es gibt die guten und die bösen Figuren und wir schauen allen bei ihrem Tun über die Schulter, ob wir wollen oder nicht.
Ich mag es ja sehr, mehr über die Hintergründe der Hauptprotagonisten zu erfahren, aber leider ist mir das in diesem Buch doch zu viel des Guten.
Die Spannung bleibt hier schon des Öfteren auf der Strecke, da die privaten Handlungsstränge teilweise sehr ausführlich beschrieben werden. Manchmal ist weniger mehr.
Das Ende ist gut ausgearbeitet und hatte ich so nicht erwartet. Im Epilog erfahren wir dann, dass es noch ein weiteres Buch geben wird.
Von mir kommt hier eine Leseempfehlung und knappe 4 Sterne. Aber lest selbst, denn dies hier ist ganz allein meine Meinung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.05.2025

„Das ist genauso richtig, wie es falsch ist.“

Narbensommer #Thriller
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Kriminalhauptkommissar Marc Davids und seine Kollegin Zoé Martin bekommen es mit einer Bestie zu tun. Nicht anders kann man die blutrünstigen Morde an zwei Prostituierten erklären. Aber es ist noch mehr, ...

Kriminalhauptkommissar Marc Davids und seine Kollegin Zoé Martin bekommen es mit einer Bestie zu tun. Nicht anders kann man die blutrünstigen Morde an zwei Prostituierten erklären. Aber es ist noch mehr, was dem Team Sorgen bereitet. Die Machtkämpfe zweier Banden entwickeln sich ständig weiter und führen dann zu einem großen Knall. Eine Bombe zerstört ein Restaurant und die naheliegende Umgebung in Frankfurt. Die rivalisierten Banden der albanischen Mafia und der Rockergruppierung der Wölfe, schiebt sich gegenseitig die Schuld zu.
Wem können Marc, Zoé und Ayman in diesem Sumpf aus Lügen und Intrigen eigentlich trauen?
Als ein Kollege ums Leben kommt, rückt ein Mord von vor 20 Jahren in den Fokus. Können diese so weit auseinanderliegenden Fälle zusammenhängen?
Das Team ermittelt auf Hochtouren und merkt erst sehr spät, dass sich einer von ihnen in höchster Lebensgefahr befindet.

Fazit: Im zweiten Thriller „Narbensommer“ für die Kommissare Davids und Martin nimmt uns der Autor Chris Dominik mit nach Frankfurt und in eine Welt, die düsterer und brutaler nicht sein könnte. Der Schreibstil ist schnörkellos und gut lesbar.
Die verschiedenen Charaktere sind facettenreich und absolut überzeugend beschrieben. Es gibt die guten und die bösen Figuren und wir schauen allen bei ihrem Tun über die Schulter, ob wir wollen oder nicht. Das war besonders schlimm bei den ausführlichen Beschreibungen der Morde, die blutrünstiger nicht sein könnten. Das hat mir gar nicht gefallen und fast dazu geführt, dass ich das Buch abgebrochen hätte. Ich brauche das nicht, denn mein Kopfkino malt sich schon selbst gruselige Bilder.
Die hohe Spannung war durchweg vorhanden. Alle losen Fäden wurden zusammengezogen und unbeantwortete Fragen beantwortet. Das gut ausgearbeitete Ende hat mich dann doch noch sehr überraschen können.
Von mir kommt hier eine Leseempfehlung und 4 verdiente Sterne, ich habe wegen der brutalen Mordbeschreibungen 1 Stern abgezogen. Lest selbst, denn dies hier ist ganz allein meine Meinung. Aber Vorsicht, für Zartbesaitete ist dieser Thriller nicht geeignet.

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Veröffentlicht am 01.04.2025

„Du bist nicht alt...Du bist nur nicht mehr so jung, aber das ist was ganz anderes.“

Kalte Strömung
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Kommissar Theo Krumme bekommt es dieses Mal mit einem komplizierten Mordfall an einem Fahrkapitän in Dagebüll zu tun. Seine Kollegin Pat recherchiert und überprüft auch die Kameras und dadurch ergibt sich ...

Kommissar Theo Krumme bekommt es dieses Mal mit einem komplizierten Mordfall an einem Fahrkapitän in Dagebüll zu tun. Seine Kollegin Pat recherchiert und überprüft auch die Kameras und dadurch ergibt sich eine Spur. Aber leider bleibt diese kalt und warum sollte diese Person überhaupt den Kapitän töten? Beim Durchsuchen des Hauses und des Grundstücks macht die Polizei einen schockierenden Fund.
Der Verdächtige flieht und hinterlässt eine Spur der Verwüstung. Er scheint völlig außer Rand und Band zu sein und nimmt auf nichts und niemand Rücksicht. Können Pat und Theo ihn stoppen, bevor er weitere Menschen verletzt?

Fazit: Mit seinem neuen Krimi „Kalte Strömung“ schreibt der Autor Hendrik Berg schon den 11. Fall für seinen Kommissar Theo Krumme. Er nimmt uns mit an die Nordsee in die kleine Stadt Husum. Das gelingt ihm gut, denn sofort habe ich die salzige Luft in der Nase und folge ihm überall hin.
Der Schreibstil des Autors ist gradlinig und flüssig lesbar. Die Charaktere sind gut ausgesucht und prima in Szene gesetzt. Es gibt die guten und die bösen Figuren und allen dürfen wir bei ihrem Tun über die Schulter schauen, ob wir wollen oder nicht. Wir erfahren auch viel aus ihrem privaten Umfeld, das gefällt mir immer gut und man kann gleich eine Beziehung zu der Person aufbauen.
Die Spannung befindet sich auf einem gleichbleibenden guten Level und das Ende hatte ich so nicht erwartet. Der Autor verbindet die verschiedenen Erzählstränge miteinander und alle losen Puzzleteile fallen an ihren vorgesehenen Platz.
Mir hat dieses Buch gut gefallen und daher kommt von mir eine Leseempfehlung und ich vergebe hier 4 Sterne.

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