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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.05.2025

Charmant, britisch, spannend

Marchfield Square
8

Marchfield Square hat mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistert. Im Mittelpunkt stehen zwei eher ungewöhnliche Ermittler: Audrey, eine feinfühlige, aber nicht zu unterschätzende Putzfrau mit ...

Marchfield Square hat mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistert. Im Mittelpunkt stehen zwei eher ungewöhnliche Ermittler: Audrey, eine feinfühlige, aber nicht zu unterschätzende Putzfrau mit Vergangenheit, und Lewis, ein schüchterner Schriftsteller mit Sinn für Ironie. Die beiden werden von ihrer Vermieterin Celeste – einer ebenso klugen wie geheimnisvollen Dame mit Hang zur stillen Beobachtung – damit beauftragt, einen Mord im Marchfield Square aufzuklären.

Was zunächst wie ein klassischer Cosy-Krimi beginnt, entfaltet sich mit jedem Kapitel mehr zu einem vielschichtigen, spannenden Fall, bei dem nichts ist, wie es scheint. Die Geschichte spielt im herbstlichen London, rund um die Bonfire Night, was für eine stimmungsvolle, leicht düstere Atmosphäre sorgt – ideal für diese Art von Krimi.

Besonders gefallen hat mir das Zusammenspiel zwischen Audrey und Lewis. Ihre Beziehung entwickelt sich authentisch, ganz ohne Kitsch, dafür mit viel Wärme und Humor. Auch die Nebenfiguren – von der exzentrischen Schauspielerin bis zum stillen Kunstfälscher – tragen zur besonderen Dynamik des Buches bei.

Der Schreibstil ist dabei ein echtes Highlight: flüssig, pointiert, mit trockenem britischen Humor, ohne sich je über die Figuren zu erheben. Die wechselnden Perspektiven – zwischen Audrey, Lewis und Celeste – sorgen für Abwechslung und gewähren interessante Einblicke in Gedanken und Motive. Besonders clever fand ich auch die Passagen, in denen Lewis an seinem Buch schreibt – eine „Geschichte in der Geschichte“, die auf unterhaltsame Weise das Erlebte reflektiert und das Miträtseln unterstützt.

Auch optisch ist Marchfield Square ein Hingucker: Das Cover fällt sofort ins Auge und passt hervorragend zur Stimmung des Buches – elegant, aber mit einem kleinen Augenzwinkern. Die Illustration der Wohnanlage in der Klappe ist zudem nicht nur hübsch, sondern auch nützlich, um den Überblick über die Bewohner zu behalten.

Die Auflösung ist überraschend, logisch und dennoch nicht vorhersehbar. Einzelne Details, die zuvor unauffällig eingestreut wurden, ergeben plötzlich ein stimmiges Gesamtbild – und am Ende hatte ich tatsächlich Gänsehaut.

Kurz gesagt: Marchfield Square ist ein rundum gelungener Cosy-Krimi mit einem originellen Ermittlerduo, spannenden Wendungen, einem charmanten Setting und einem Schreibstil, der das Lesen zum Vergnügen macht.

Ich hoffe sehr auf eine Fortsetzung – denn in diesem besonderen Haus gibt es bestimmt noch viele Geheimnisse zu entdecken.

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Veröffentlicht am 26.05.2025

Starke Frau in schwerer Zeit

Die Trümmerschule – Zeit der Hoffnung
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„Die Trümmerschule – Zeit der Hoffnung“ war mein erstes Buch von Beate Maly – und ganz sicher nicht mein letztes.

Die Geschichte von Stella hat mich tief berührt. Ich fand es beeindruckend, wie mutig ...

„Die Trümmerschule – Zeit der Hoffnung“ war mein erstes Buch von Beate Maly – und ganz sicher nicht mein letztes.

Die Geschichte von Stella hat mich tief berührt. Ich fand es beeindruckend, wie mutig und modern sie als Lehrerin nach dem Krieg auftritt, obwohl sie selbst noch schwer gezeichnet ist. Ihre Art, die Kinder zum Sprechen zu ermutigen, wirkte auf mich besonders kraftvoll und authentisch.

Das Cover vermittelt mit seiner warmen Farbgebung und der Darstellung Stellas Nähe zu den Kindern genau diese Hoffnung, die sich durch das Buch zieht. Der Schreibstil ist angenehm flüssig, nie überladen, und dennoch voller Tiefe. Besonders gefallen hat mir, wie feinfühlig die Autorin mit Stellas inneren Konflikten umgeht. Auch das historische Wien wurde lebendig beschrieben – zerstört, aber nicht hoffnungslos.

Ein lesenswerter Roman über Mut, Menschlichkeit und Neuanfang.

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Veröffentlicht am 26.05.2025

Sommer, Briefe und das große Gefühlschaos

The summer we kissed
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„The Summer We Kissed“ hat mich sofort in Sommerstimmung versetzt – Strand, Sonnenaufgang und diese bittersüße Unsicherheit der ersten großen Liebe.

Besonders gut fand ich die wechselnden Perspektiven ...

„The Summer We Kissed“ hat mich sofort in Sommerstimmung versetzt – Strand, Sonnenaufgang und diese bittersüße Unsicherheit der ersten großen Liebe.

Besonders gut fand ich die wechselnden Perspektiven von Natalia und Ethan, durch die man beide Seiten der Geschichte intensiv miterlebt. Ihre Gefühle, Ängste und Unsicherheiten wirken sehr realistisch, was sie trotz mancher impulsiven Entscheidung greifbar und menschlich macht. Die Idee mit den anonymen Briefen ist kreativ und bringt genau die richtige Portion Drama mit. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie und ob die beiden zueinander finden.

Der Schreibstil ist angenehm und flüssig, das Cover strahlt pures Sommerfeeling aus. Besonders schön fand ich, wie die Geschichte zeigt, dass das Erwachsenwerden oft mit Unsicherheiten, Mut und wichtigen Entscheidungen verbunden ist. Wer Friends-to-Lovers-Romane mit Drama, Emotionen und einem Hauch Chaos liebt, wird hier definitiv fündig.

Für mich ein rundum gelungener Sommerroman!

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Veröffentlicht am 12.05.2025

Sommerabenteuer auf dem Lykkehof

Jonna & Liv. Ein tierisches Mittsommerfest
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Die Geschichte entführt die Leser auf einen schwedischen Tierhof, wo Jonna mit ihrem Vater eine aufregende Zeit verbringt, während ihre Mutter auf Cello-Tournee ist. Die Vorfreude auf Tiere und das berühmte ...

Die Geschichte entführt die Leser auf einen schwedischen Tierhof, wo Jonna mit ihrem Vater eine aufregende Zeit verbringt, während ihre Mutter auf Cello-Tournee ist. Die Vorfreude auf Tiere und das berühmte Mittsommerfest ist groß, doch der Start ist nicht ganz einfach: Jonna muss sich nicht nur an die neue Umgebung und den Umgang mit den Tieren gewöhnen, sondern auch mit der schwierigen Art ihrer Cousine Liv klarkommen.

Sandra Grimm beschreibt diese Herausforderungen sehr einfühlsam und authentisch, sodass man sich gut in Jonna hineinversetzen kann. Besonders gefallen haben mir die stimmungsvollen schwarz-weiß Illustrationen von Miriam Fritz, die die sommerliche Atmosphäre wunderbar einfangen. Nebenbei erfährt man viel über schwedische Bräuche und das Mittsommerfest mit Blumenkränzen und leckerem Essen. Schön ist auch, wie das Buch zeigt, dass Freundschaft und Zusammenhalt helfen, Schwierigkeiten zu überwinden und dass aus anfänglichen Problemen echte Nähe entstehen kann. Die Geschichte ist spannend und warmherzig erzählt, und am Ende wächst Jonna über sich hinaus und findet auf dem Lykkehof ein Stück Heimat.

Ein wunderschönes Sommerbuch für Kinder ab 8 Jahren, das Lust auf Schweden, Tiere und neue Freundschaften macht.

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Veröffentlicht am 08.05.2025

Starke Frauen im Hamburg der 50er

Der Kindersuchdienst (Kindersuchdienst 1)
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Bereits das Cover hat mich neugierig gemacht und fängt die Stimmung der Nachkriegszeit perfekt ein. Die Geschichte um Annegret und Charlotte, zwei Frauen aus völlig unterschiedlichen Welten, hat mich sofort ...

Bereits das Cover hat mich neugierig gemacht und fängt die Stimmung der Nachkriegszeit perfekt ein. Die Geschichte um Annegret und Charlotte, zwei Frauen aus völlig unterschiedlichen Welten, hat mich sofort in ihren Bann gezogen. Besonders beeindruckt hat mich, wie authentisch Antonia Blum die Herausforderungen und gesellschaftlichen Zwänge der 1950er Jahre beschreibt. Im Mittelpunkt steht die Freundschaft der beiden, die durch ein dunkles Geheimnis auf eine harte Probe gestellt wird – das sorgt für Spannung bis zur letzten Seite. Der Schreibstil ist angenehm flüssig und voller Emotionen, sodass ich mit beiden Protagonistinnen mitfiebern konnte. Die historischen Hintergründe rund um den Kindersuchdienst des Roten Kreuzes sind eindrucksvoll eingeflochten und geben einen bewegenden Einblick in die damalige Zeit. Für mich ist dieses Buch eine gelungene Mischung aus berührender Geschichte, starken Charakteren und spannender Handlung.

Ich empfehle es allen, die historische Romane mit Herz mögen – und freue mich schon sehr auf die Fortsetzung.

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