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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.06.2025

eine engagierte Lehrerin

Die Trümmerschule – Zeit der Hoffnung
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Stella kehrt nach dem zweiten Weltkrieg zurück in ihre Heimat Wien um dort beim Wiederaufbau der geliebten Stadt zu helfen. Auch wenn sie als Jüdin von dort vertrieben wurde, möchte sie zurück in die Heimat ...

Stella kehrt nach dem zweiten Weltkrieg zurück in ihre Heimat Wien um dort beim Wiederaufbau der geliebten Stadt zu helfen. Auch wenn sie als Jüdin von dort vertrieben wurde, möchte sie zurück in die Heimat und denen helfen, die sich nichts zu schulden haben kommen lassen. Sie bekommt eine Stelle am Lindengymnasium wo sie auf die unterschiedlichsten Charaktere trifft. Einige der Kollegen möchten sich nicht mit ihren Lehrmethoden und der Tatsache abfinden, dass sie als Jüdin Kinder unterrichtet. Doch Stella hat nicht nur ihre Freundin Felicitas dort, sondern hat auch unter den Kollegen Fürsprecher und Verbündete.

Ich habe von der Autorin bis jetzt nur Bücher aus der Reihe von Ernestine Kirsch und Anton Böck gelesen. Von daher war ich gespannt, wie sich ein Buch außerhalb dieses Settings liest. Und ich wurde nicht enttäuscht. Das Buch ist toll geschrieben, man fliegt förmlich durch die 400 Seiten. Ich hätte geschworen, es sind weniger 😉

Ich mochte wie die Autorin das zerstörte Wien beschreibt und dabei die unterschiedlichsten Persönlichkeiten auftreten lässt. Da sind von ehemaligen Nazis über Mitläufer bis hin zu Kommunisten alle dabei. Und mittendrin Stella, die versucht das Gute in Wien wiederzuentdecken, die sozialdemokratischen Werte des roten Wien. Auch wenn ihr immer wieder ihre jüdische Herkunft vorgehalten wird.

Ich kann das Buch nur empfehlen und freue mich sehr auf den zweiten Teil, in dem Stella weiter dafür kämpfen wird, dass ihre Schüler nicht mehr mit altmodischen Unterrichtsmethoden gequält werden.

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Veröffentlicht am 02.06.2025

Informativ und interessant

Wie Technik Geschichte macht
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Ronald D. Gerste präsentiert in diesem Buch Erfindungen in der Technik, die das Leben der Menschheit maßgeblich beeinflusst haben. Von Gutenberg über Edison bis zu Christian Barnaard, so lauten die bekannten ...

Ronald D. Gerste präsentiert in diesem Buch Erfindungen in der Technik, die das Leben der Menschheit maßgeblich beeinflusst haben. Von Gutenberg über Edison bis zu Christian Barnaard, so lauten die bekannten Namen, die wohl jeder kennt. Aber auch Ada Lovelace, Hedy Lamar und Lise Meitner werden vorgestellt, Frauen, deren Leistungen bis heute gerne unter den Teppich gekehrt werden. Aber auch Andreas Grüntzig, Sir Hugh Dowding und Philo T. Farnsworth haben Dinge und Methoden erfunden, die heute ganz selbstverständlich in Gebrauch sind, deren Entdecker und Entwickler aber kaum bekannt sind.

Der Autor stellt die Entwicklungen und Erfindungen in gewohnt unterhaltsamer Weise dar. Es macht Spaß sich mit den Entwicklungen zu beschäftigen und oft wird klar, dass nicht ein Mensch derjenige war, der etwas entdeckt hat, sondern sehr viele Forscher gleichzeitig und auch zusammen an Dingen geforscht haben, oft aber nur ein Name mit dem Ergebnis verbunden wird.

Ich kann das Buch empfehlen, es ist unterhaltsam und informativ geschrieben und macht Spaß beim Lesen.

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Veröffentlicht am 01.06.2025

Harter Tobak

Durch das große Feuer
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1914 in einem Eliteinternat in England. Henry Gaunt ist verliebt, heimlich natürlich, in Sidney Ellwood. Doch als der erste Weltkrieg ausbricht und Henry gedrängt wird sich freiwillig zu melden, trennen ...

1914 in einem Eliteinternat in England. Henry Gaunt ist verliebt, heimlich natürlich, in Sidney Ellwood. Doch als der erste Weltkrieg ausbricht und Henry gedrängt wird sich freiwillig zu melden, trennen sich die Wege. Erst auf den Schlachtfeldern Belgiens treffen sie sich wieder und im Grauen des Krieges sind die Gefühle füreinander oft der einzige Halt.

Die Autorin schildert in ihrem Debutroman die Grauen der Schlachtfelder und was das mit den Männern dort macht, besonders wenn sie es überleben. Dazu kommt die homosexuelle Liebe von Henry und Sidney, die nicht sein darf und doch teilweise das einzige ist, was sie noch am Leben erhält.

In eindringlichen Worten beschwört die Autorin Bilder in den Köpfen der Leser*innen, die teilweise nur schwer zu ertragen sind, sich aber sehr nah an dem bewegen was damals wirklich geschah. Die Autorin hat sich hier an zeitgenössische Überlieferungen gehalten, wie sie im Nachwort erwähnt.

Trotzdem das Buch zwischenzeitlich wirklich harter Tobak ist, kann ich es empfehlen. Es ist wirklich toll geschrieben und trifft den Ton der damaligen Zeit.

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Veröffentlicht am 01.06.2025

München in den 60ern

Die Reporterin - Worte der Wahrheit
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Malou Graf hat es geschafft und sich als Gesellschaftsreporterin einer Münchner Zeitung etabliert. Als sie feststellt, wer ihr leiblicher Vater ist, steht ihr Leben erst einmal Kopf. Dazu kommt noch eine ...

Malou Graf hat es geschafft und sich als Gesellschaftsreporterin einer Münchner Zeitung etabliert. Als sie feststellt, wer ihr leiblicher Vater ist, steht ihr Leben erst einmal Kopf. Dazu kommt noch eine Schwangerschaft und kurz danach ein schwerer Verlust. Und doch macht Malou weiter, gestützt von ihren Freundinnen und, nach langen Gesprächen, auch von ihrer Familie. Und irgendwann scheint auch das Glück wieder einzuziehen.

Dieser zweite Band setzt direkt an die Geschehnisse des ersten Bands ein. Das Geheimnis um Malous leiblichen Vater wird gelüftet und sie muss einen Weg finden, damit umzugehen. Dafür muss ein weiteres Geheimnis gehütet werden. Mir hat Malou als Charakter sehr gut gefallen. Sie ist sich nicht immer sicher, gibt aber nie auf und findet Wege sich zu organisieren und ihre Träume so weit es geht, wahr werden zu lassen.

Gemeinsam mit ihr treffen wir auf Stars der Zeit. Romy Schneider, Mick Jagger, die Ofarims und Zarah Leander. Und auch das Projekt Münchner Olympiade 1972 nimmt Gestalt an. So bildet sich ein zeitgeschichtliches Gesamtbild der 60er Jahre, das ich sehr glaubwürdig fand. Ich mochte die Schilderungen aus dem Alltag und habe dabei noch Facetten meiner Heimatstadt kennengelernt, die ich noch nicht kannte.

Ich kann daher diesen Band und auch den ersten nur empfehlen. Es war eine tolle Geschichte und ich hätte Malou gerne noch ein wenig weiter auf ihrem Weg begleitet.

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Veröffentlicht am 31.05.2025

tolle Charaktere

Die Zeitungsdynastie – Verlorene Heimat
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Vicky ist 1933 in Prag, ihr Lebensgefährte Harry wurde bei einem Attentat, das er verhindern wollte, schwer verletzt. Fridtjof versucht derweilen in Berlin den Bruder Alexander einzubremsen und zu mindestens ...

Vicky ist 1933 in Prag, ihr Lebensgefährte Harry wurde bei einem Attentat, das er verhindern wollte, schwer verletzt. Fridtjof versucht derweilen in Berlin den Bruder Alexander einzubremsen und zu mindestens in seiner Zeitung noch über das zu schreiben was wirklich passiert. Doch die Situation wird für beide immer schwieriger und schließlich gelingt es beiden Geschwistern über unterschiedliche Wege nach Amerika zu fliehen.

Währenddessen baut Alexander in Berlin sein Imperium aus und nutzt die Machthaber um sich immer mehr zu bereichern. Dass er seine Geschwister dabei ausbooten konnte, kommt ihm nur zurecht.

Der zweite Band dieser Familiensaga schließt direkt an den Vorband an. Wir begleiten die Geschwister bis 1945, bis der zweite Weltkrieg endet. Ich muss sagen, mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen. Die charakterliche Entwicklung, die sich ja im ersten Band schon gezeigt hat, wird hier konsequent weitergeführt. Ich mochte es sehr, die Charaktere zu begleiten, auch wenn ich im Falle von Alexander eher abgestoßen war. Aber gerade hier zeigt die Autorin einen absolut schlüssigen Weg, den er zurücklegt.

Ich mochte das Buch wieder sehr. Ich konnte mit Fridtjof, Vicky und ihren Partnern mitleiden und ihre Verzweiflung spüren. Ich denke, die Autorin hat da wirklich das gezeigt, was damals wohl vielen durch den Kopf ging, die sich auf der Flucht vor den Nazis befunden haben. Und gerade die Schwierigkeiten überhaupt irgendwo unterzukommen wurden sehr plastisch geschildert. Dabei kommt aber auch die Hoffnung nicht zu kurz, auch wenn es zwischendrin immer wieder so aussieht, als würde nichts mehr weitergehen.

Ich kann das Buch nur empfehlen, es hat mir interessante und kurzweilige Lesestunden beschert.

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