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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.06.2025

Witzige Idee mit interessanten Denkanstößen

Der Lehrerinnendrucker
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In der Grundschule kennen es mit Sicherheit viele Kinder. Die Klassenlehrerin wird schwanger, darf nicht mehr unterrichten und bis eine neue gefunden ist, vergeht einige Zeit mit Vertretungen, Praktikantinnen ...

In der Grundschule kennen es mit Sicherheit viele Kinder. Die Klassenlehrerin wird schwanger, darf nicht mehr unterrichten und bis eine neue gefunden ist, vergeht einige Zeit mit Vertretungen, Praktikantinnen und Aushilfslehrern. Was wäre, wenn man sich stattdessen eine neue, perfekte Lehrerin einfach ausdrucken und nach Wunsch der Schülerinnen und Schüler gestalten könnte?
Genau diese Grundidee verfolgt die Geschichte "Der Lehrerinnendrucker" von Christian Seltmann. Fritz und Carl drucken mithilfe einer Erfindung von Carls Vater eine neue Lehrerin aus. Was da alles passieren kann! Ist die Lehrerin zu nett oder zu streng? Welche Eigenschaften sollte sie mitbringen? Und was ist die Lehrerin überhaupt - Mensch oder Künstliche Intelligenz?
Das Buch richtet sich in erster Linie an alle Kinder im Grundschulalter und regt mit dieser ausgefallenen Geschichte zu vielen Fragen an. Es gibt einige fast schon philosophische Gedanken, die meinem 7-jährigen Sohn und mir wirklich sehr gut gefallen haben. Was macht einen Menschen aus? Wo kommt der Mensch her? Sind wir nicht alle auch ein bisschen Dinosaurier? Zusammen mit weiteren Fragen zu Künstlicher Intelligenz haben uns diese Denkanstöße wirklich sehr gut gefallen, vor allem auch, da sie größtenteils von den Kindern Fritz und Carl selbst ausgehen.
Einzig der Schreibstil und die Gegenwartsform waren für mich persönlich nicht ganz so angenehm, aber das ist natürlich Geschmacksache. Auch wenn die Umsetzung hier für mich nicht ganz gelungen ist, hat uns die Geschichte thematisch sehr gefallen. Es gibt viele witzige Momente, ein bisschen Spannung und einige Denkanstöße nicht nur für Kinder, sondern auch für mitlesende Erwachsene, die "Der Lehrerinnendrucker" zu einer schönen Geschichte für alle ab dem Grundschulalter machen.

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Veröffentlicht am 23.06.2025

Gesellschaftskritischer Kriminalfall mit interessanten Tier-Charakteren

Detektiv Ameisis. Ein fast unlösbarer Fall
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Manchmal brauche ich ein wenig Zeit, um meine Gedanken zu einem Buch so richtig zu ordnen. So erging es mir gerade bei "Detektiv Ameisis. Ein fast unlösbarer Fall" von Matthias Körner so. Gleich vorweg ...

Manchmal brauche ich ein wenig Zeit, um meine Gedanken zu einem Buch so richtig zu ordnen. So erging es mir gerade bei "Detektiv Ameisis. Ein fast unlösbarer Fall" von Matthias Körner so. Gleich vorweg für diejenigen, die es kurz mögen: Das Buch ist nicht unbedingt für jedes 10-jährige Kind etwas, aber trotzdem richtig gut - Empfehlung deshalb für alle, die gesellschaftskritische Jugendbücher mögen!
Das Buch ist definitiv mehr als nur ein Krimi über die Entführung eines wohlhabenden Nashornmädchens. Es ist zum einen die Geschichte eines Ameisenbären, des Privatdetektivs Afri Ameisis, der im Gürteltierghetto lebt und arbeitet und diesen lukrativen Auftrag nicht ablehnen kann. Zum anderen ist es die Erzählung über eine tierische Stadt, in der es klare gesellschaftliche Grenzen gibt und Arme und Reiche strickt voneinander getrennt leben.
Der Fall ist vielschichtig, deckt gesellschaftliche Missstände auf und entwickelt sich ganz anders, als man zunächst erwartet. Gleichzeitig erzählt er von Ameisis persönlichem Schicksal in einer Welt, in der einem walnussgroßen Gehirn wenig zugetraut wird. So stellen sich die Fragen, was die Herkunft über jemanden aussagt oder wer darüber entscheidet, welchen Weg man einschlägt? Aber auch wie können gesellschaftliche Machtstrukturen aufgebrochen werden und was kann ein einzelnes Tier für Veränderungen tun?
Daneben glänzt das Buch durch einen stimmungsvollen Schreibstil. Ich habe die Gluthitze der Stadt gespürt. Den Schweiß und die drückende Stimmung im Dritten Ring genauso erlebt wie den Glanz der prachtvollen Gärten und Villen des Zentrums der Stadt. Gleichzeitig entfaltet sich ein kniffeliger Kriminalfall mit unerwarteten Wendungen und interessanten Charakteren:
Arme Gürteltiere, die immer wieder ihre Gürtel verlieren, reiche Nashörner, die ihr Horn sehr weit oben in der Luft tragen und Hyänen, die am Rande der Gesellschaft leben. Besonders gerne mochte ich Afris Frau Alina, die schlau ist und mutig und die Welt manchmal etwas klarer sieht als ihr Ehemann.
Zwischenzeitlich habe ich mich gefragt: Braucht die Geschichte tierische Protagonisten - Nashörner, Giraffen, Gürteltiere, Lemuren, Ameisenbären etc.? Und dann festgestellt: Ja, da es hilft, die Charaktere noch deutlicher vor Augen zu sehen und eine besondere Stimmung zu schaffen, die mit Menschen wahrscheinlich so einfach nicht möglich gewesen wäre. Außerdem werden die tierischen Eigenschaften und Vorlieben (geröstete Ameisenspieße) gekonnt eingebunden, was mir am Ende sehr gut gefallen hat.
Wer also Lust auf einen vielschichtigen Kriminalfall mit außergewöhnlichen Charakteren hat und gesellschaftskritische Jugendbücher mag, ist hier genau richtig und wird zusammen mit Afri Ameisis rätseln: Wo ist Naomi Nasoni? Und warum hat ausgerechnet ein Ameisenbär diesen kniffeligen Fall bekommen?

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Veröffentlicht am 03.06.2025

Lustiger Sachbuchcomic - leicht zu lesen, Wissen und Spaß für alle ab 7 Jahren

Frag Ferdinand: Natur und Tiere
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Sachbuchcomics finden meine Kinder immer super und den Reporterhund Ferdinand von Flix und Ralph Ruthe kannten wir bisher noch nicht. Das hat sich mit dem neuen Band "Frag Ferdinand - Natur & Tiere" zum ...

Sachbuchcomics finden meine Kinder immer super und den Reporterhund Ferdinand von Flix und Ralph Ruthe kannten wir bisher noch nicht. Das hat sich mit dem neuen Band "Frag Ferdinand - Natur & Tiere" zum Glück geändert. Wer allerdings schon die älteren Comics über Ferdinand aus dem Carlsen Verlag kennt, muss noch einmal genau hinschauen, denn hier könnte es Überschneidungen mit früheren Bänden geben.
Es ist eine lustige Sammlung aus kurzen doppelseitigen Comicgeschichten, die alle zum Thema Natur und Tiere passen. Meist bekommt Ferdinand, der Reporterhund, von seinem muffigen Chef den Auftrag, einen Artikel zu einem bestimmten Thema zu schreiben. Schon fängt Ferdinand an zu tippen und erklärt in Kürze alles zu verschiedenen Tieren, erneuerbare Energien, Müll, Pilzen oder auch Dinosauriern.
Dabei kommt der Spaß nicht zu kurz und wir mussten einige Male schmunzeln. Zu jeder Geschichte gibt es zusätzlich einen interessanten oder lustigen Fakt: So besitzt die Schnecke mit bis zu 40.000 Zähnen die meisten im ganzen Tierreich. Manche Comicstrips sind aber nicht nur witzig oder lehrreich, auch eine gewisse Gesellschaftskritik insbesondere in Bezug auf Umweltverschmutzung und Klimawandel kommt dabei heraus. Diese Mischung fanden wir sehr gelungen.
Auch die Illustrationen des Comic haben meinen Kindern und mir gefallen. Ferdinand als Reporterhund ist wirklich einzigartig und sein Charakter kommt durch die Bilder sehr gut heraus. Dazu gibt es viele andere Tiere, die starke Auftritte hinlegen, wie drei Chaoskätzchen oder einen am Boden liegenden Dino, der fragt, ob er schon ein fossiler Brennstoff sei.
Die Altersempfehlung ab 7 Jahren ist für "Frag Ferdinand" angemessen. Viele der Comicstrips lassen sich leicht lesen. Lediglich die wechselnden Schriftarten könnten Kindern, die noch etwas unsicher beim Lesen sind, anfangs etwas Schwierigkeiten bereiten. Dafür bringt das Buch aber auch mitlesenden Erwachsenen viel Spaß. Ältere Grundschulkinder können Ferdinand schon ganz alleine kennenlernen und dabei einiges über die Natur und Tiere herausfinden.

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Veröffentlicht am 01.06.2025

Spannende Fortsetzung

Royal Institute of Magic, Band 3 - Der Angriff der Dunkelelfen
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Auch diesmal habe ich mich sehr auf den neuen Teil vom "Royal Institute of Magic" von Victor Kloss gefreut. "Der Angriff der Dunkelelfen" führt die Geschichte aus den beiden vorangegangenen Bänden nahtlos ...

Auch diesmal habe ich mich sehr auf den neuen Teil vom "Royal Institute of Magic" von Victor Kloss gefreut. "Der Angriff der Dunkelelfen" führt die Geschichte aus den beiden vorangegangenen Bänden nahtlos weiter. Ein Quereinstieg ist hier also nicht möglich. Aber für alle, die Jugendbücher aus dem Fantasy-Genre mögen, lohnt sich ein Blick in die Reihe!

Ben Greenwood hat im ersten Band den geheimen Auftrag bekommen, alte magische Artefakte von Königin Elizabeth zu sammeln, die beim Kampf gegen die Dunkelelfen helfen sollen. Auch im dritten Band ist es die Suche nach einem dieser Gegenstände, die Ben und seine Freunde beschäftigt und für einiges an Spannung sorgt. Daneben müssen sich die drei mit dem Alltag am Institute mit Unterrichtseinheiten und anderen Aufträgen auseinandersetzen. Außerdem droht ein baldiger Angriff der Dunkelelfen.

Die Grundgeschichte des "Royal Institute of Magic" ist sehr spannend und ich mag die Ideen zur Magie in dieser Welt sehr gerne. Es gibt so beispielsweise Spellshooter, mit denen Magieperlen - je nach Können in unterschiedlichen Stärken - abgefeuert werden. Auch magische Wesen wie Wyvern, Königsgreife und Drachen kommen vor allem als Reittiere vor.

Eine kleine Schwäche der Geschichte sind meiner Meinung nach leider noch immer die vielen Nebenfiguren wie andere Mitschüler oder Personal an der Schule, die sehr blass bleiben und nur als Füllwerk dienen. Dafür gefallen mir Ben, Charlie und Natalie mit ihrer Charakterentwicklung auch über die drei Bände hinweg aber sehr gut.

Lediglich der vergleichsweise lockere Umgang mit Tod oder Verletzungen bleibt für mich etwas unglaubwürdig. Da sie allerdings auch schon in den vorangegangenen Bänden so reagiert haben, bleibt ihr Verhalten damit zumindest beständig. Es gibt zwar noch ein paar weitere kleinere Kritikpunkte wie zum Beispiel das etwas unrealistische Zeitmanagement oder einige Szenen, bei denen ich mich noch immer frage, ob dahinter noch eine größere Bedeutung steckt. Im Großen und Ganzen hat mir „Der Angriff der Dunkelelfen“ aber sehr gut gefallen.

Die magische Welt birgt noch einige Geheimnisse und hat viel Potenzial. So hat mich die Story trotz der kleinen Kritikpunkte weiterhin gepackt und ich möchte gerne wissen, welchen neuen Herausforderungen Ben, Charlie und Natalie begegnen werden. Daher empfehle ich die Buchreihe allen ab etwa 10 Jahren, die Lust auf eine spannende, wenn auch nicht ganz perfekte Geschichte voller Magie haben.

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Veröffentlicht am 31.05.2025

Für alle, die Eis und Rätsel lieben

Geheim! Ein Rätselabenteuer - Rette die magische Eis-Akademie
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Mein 7-jähriger Sohn und ich mögen die Geheim!-Reihe aus dem Baumhaus Verlag besonders gerne. Die Rätselabenteuer, die wir bisher gelesen haben, waren immer eine tolle Mischung aus spannenden Geschichten ...

Mein 7-jähriger Sohn und ich mögen die Geheim!-Reihe aus dem Baumhaus Verlag besonders gerne. Die Rätselabenteuer, die wir bisher gelesen haben, waren immer eine tolle Mischung aus spannenden Geschichten und kniffeligen Rätseln. Diesmal haben wir das Buch „Rette die magische Eis-Akademie“ von Heike Eva Schmidt gelesen, das auf der Geschichte um einen zauberhaften Eisladen aufbaut.
Aber auch wenn wir die Hauptbände nicht kennen, war der Einstieg in die Geschichte kein Problem. In den ersten Kapiteln lernt man Elli, ihr Huhn Ente und alles Nötige, was mit der Eismagie zu tun hat, kennen. Gleichzeitig geht es spannend los mit dem Rätselabenteuer, denn Ellis Nonno ist verschwunden und die Spuren führen Elli bald zur magischen Eis-Akademie, die in Gefahr ist.
Die Story mit der Eismagie hat uns beiden richtig gut gefallen. Sie lässt sich super (vor-)lesen und es gibt einige witzige Momente mit Ellis Huhn Ente, die auch in tollen Bildern eingefangen wurden. Außerdem wird Elli von ihrem Freund Fabio begleitet, mit dem sie zusammen den Fall lösen möchte. Dabei ist die ganze Zeit Köpfchen gefragt.
Die Rätsel haben meinem 7-jährigen Sohn und mir sehr gut gefallen. Sie sind ganz unterschiedlich, erfordern manchmal nur genaues Hinschauen oder aufmerksames Lesen, bei anderen muss man auch einen Stift zur Hilfe nehmen oder noch einmal in den Brief schauen, den Elli zu Beginn des Abenteuers findet. Es ist jedoch nicht notwendig, Seiten zu knicken oder zu zerschneiden, was uns gut gefällt.
Leider gibt es bei zwei Rätseln etwas größere Fehler, sodass es Kindern an diesen Stellen etwas schwerer fallen könnte, sie alleine zu lösen. Es ist wirklich schade, dass hier nicht besser aufgepasst wurde. Allerdings wird im nachfolgenden Kapitel immer die Lösung genannt und es gibt ganz hinten im Buch Hilfeseiten zu den Rätseln, wenn man mal nicht weiter weiß.
Doch trotz dieser Fehler lohnt es sich sehr, Elli bei der Rettung der magischen Eis-Akademie zu begleiten. Wir hatten zusammen einige schöne Lese- und Rätselstunden. Das Buch kann man sehr gut Jungen und Mädchen ab etwa 6 Jahren vorlesen. Zum Selberlesen passt die Empfehlung des Verlages ab etwa 9 Jahren. Für alle Rätselfreundinnen und -freunde und natürlich alle, die Eis lieben, ist es ein tolles Buch.

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