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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.01.2026

Manchmal ist weniger mehr

Blonder wird's nicht
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Im Mittelpunkt der Geschichte steht Maja, eine alleinerziehende Mutter, die ihren eigenen Friseursalon führt. Ihr Sohn Willi steckt in der typischen Teenager-Null-Bock-Phase, während ihr Partner Robin ...

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Maja, eine alleinerziehende Mutter, die ihren eigenen Friseursalon führt. Ihr Sohn Willi steckt in der typischen Teenager-Null-Bock-Phase, während ihr Partner Robin in den schwierigeren Momenten keine große Unterstützung bietet. Die einzige wirklich hilfreiche Figur ist ihre Tante Ruth, die normalerweise an der Amalfiküste lebt und plötzlich in Majas Leben auftaucht. Sie bringt die 17-jährige Olga mit, die Maja ausbilden soll – eine Entscheidung, die sich als problematisch herausstellt. Olga ist nicht nur übermäßig blondiert, sondern sorgt auch für Chaos, als sie in ihrem Friseursalon ein Missgeschick bei einem Kunden anrichtet, der daraufhin mit einer Klage droht.

Die Handlung wird zunehmend dramatischer, als Willi in echte Gefahr gerät. Maja kann sich glücklicherweise auf ihre treuen Kunden und den guten Freund Jeremy verlassen, die ihr zur Seite stehen. Insgesamt ist die Geschichte spannend und fesselnd erzählt – ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Doch auch wenn der Schreibstil typisch für Ellen Berg ist, fühlte sich die Handlung stellenweise zu überladen an.

Die verschiedenen Nebenstränge, wie etwa die Begegnung mit der Russenmafia oder die naive Clique, die sich mit Gangsterbossen anlegt, erscheinen in meinen Augen zu unrealistisch und übertrieben. Die Polizei, die in vielen Momenten völlig ahnungslos ist, trägt auch nicht wirklich zur Glaubwürdigkeit bei. Ich fand es schade, dass diese Elemente die eigentliche Geschichte eher verwässert haben.

Ein weiteres Minus war der Epilog, der nur vier Tage nach den Ereignissen des Buches spielt. Ein bisschen mehr Raum für einen Ausblick, wie es mit den Charakteren, vor allem mit Willi und Olga, weitergeht, hätte dem Ende gutgetan.

Fazit: Ein unterhaltsames Buch, das spannend erzählt wird, aber leider durch übertriebene Handlungsstränge und unrealistische Elemente die Glaubwürdigkeit verliert. Wer die typische Ellen-Berg-Stimmung mag, wird trotzdem seinen Spaß haben, aber ich persönlich war am Ende etwas enttäuscht.

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Veröffentlicht am 26.11.2025

Unterhaltsam, aber manchmal zu makaber

Du mich auch
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In „Du mich auch“ von Ellen Berg dreht sich alles um Rache – und um drei Freundinnen, die sich nach 25 Jahren beim Abitur-Jubiläum wiedersehen. Zunächst präsentieren Evi, Beatrice und Katharina sich gegenseitig ...

In „Du mich auch“ von Ellen Berg dreht sich alles um Rache – und um drei Freundinnen, die sich nach 25 Jahren beim Abitur-Jubiläum wiedersehen. Zunächst präsentieren Evi, Beatrice und Katharina sich gegenseitig ihre scheinbar perfekten Leben: Evi als Hausfrau und Mutter, Beatrice erfolgreich im kreativen Bereich und Katharina als Staatssekretärin. Doch je mehr Alkohol fließt, desto ehrlicher werden die Gespräche – und schnell zeigt sich, dass alle drei von ihren Partnern hintergangen oder gedemütigt wurden.

Gemeinsam schmieden sie schließlich mehr oder weniger gewagte Rachepläne. Die daraus entstehenden Geschichten sind oft herrlich unterhaltsam, mit einem Hauch Spannung und einer ordentlichen Portion Kreativität. Manchmal ging mir das Ganze jedoch etwas zu weit: Abführmittel, Schlaftabletten und diverse Intrigen – das war mir stellenweise zu makaber.

Besonders schön fand ich die Entwicklung von Evi, die vom unscheinbaren Entlein zur selbstbewussten Frau wird, die es faustdick hinter den Ohren hat. Allerdings bleiben am Ende ein paar Fragen offen. So kann ich mir zum Beispiel kaum vorstellen, dass der Finanzberater Hubert, der sich durchaus Chancen bei Evi ausgerechnet hat, nicht doch ein Hintertürchen offengelassen hätte. Auch sonst erinnert die Geschichte ein wenig an den Film „Der Club der Teufelinnen“.

Für meinen Geschmack war alles etwas zu schnell auserzählt und an einigen Stellen übertrieben – aber insgesamt bietet der Roman leichte, kurzweilige Unterhaltung.Charmant, chaotisch, etwas übertrieben

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Veröffentlicht am 17.10.2025

Unterhaltsam, aber nicht ganz so stimmig wie frühere Bände

Ungezügelt
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ch habe mich auf das neue Buch rund um Andrea Schnidt gefreut – schließlich sind mir viele der Figuren inzwischen richtig ans Herz gewachsen. Auch „Ungezügelt“ bietet wieder einen gewohnt flotten, humorvollen ...

ch habe mich auf das neue Buch rund um Andrea Schnidt gefreut – schließlich sind mir viele der Figuren inzwischen richtig ans Herz gewachsen. Auch „Ungezügelt“ bietet wieder einen gewohnt flotten, humorvollen Einstieg mit bekannten Gesichtern und unterhaltsamen Szenen. Besonders Rudi mit seiner Idee von „Langlebigkeit“ war für mich ein echtes Highlight – seine Gesundheitspläne haben mich oft schmunzeln lassen.

Andrea bleibt eine Figur mit Ecken und Kanten – manchmal etwas zu viel innerer Monolog, aber genau das macht ihren Stil ja aus. Schön fand ich die kleinen Begegnungen mit vertrauten Nebenfiguren wie Ragnhild, Christel oder Mo – das schafft ein Gefühl von Nähe und Kontinuität.

Trotzdem hat mich dieser Band nicht ganz so überzeugt wie andere. Einige Handlungsstränge – wie Andreas Buchprojekt – verlaufen im Sande, und manche Szenen wirkten etwas unglaubwürdig (Stichwort: Autofahren mit gebrochenem Arm). Auch inhaltlich blieben Fragen offen, z. B. Halvars Verhalten im Supermarkt. Einige liebgewonnene Figuren wie Bea oder Alexa blieben zudem blass. Den Hasen auf dem Cover konnte ich inhaltlich nicht zuordnen. Ein Eichhörnchen hätte da besser gepasst.

Fazit: Ein unterhaltsamer Roman mit witzigen und nachdenklichen Momenten – aber leider nicht ganz so rund, stimmig und stark wie frühere Bücher der Reihe. Ich hoffe trotzdem auf eine Fortsetzung – Potenzial ist definitiv noch da

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Veröffentlicht am 14.07.2025

Mehr Selbstinszenierung als Handwerksrevolution

Ich zeig' euch, wo der Hammer hängt!
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Ich habe das Buch gelesen und bin ehrlich gesagt etwas hin- und hergerissen. Das Thema ist wichtig: Mehr Sichtbarkeit für Frauen im Handwerk, Schluss mit alten Vorurteilen – das finde ich richtig und stark. ...

Ich habe das Buch gelesen und bin ehrlich gesagt etwas hin- und hergerissen. Das Thema ist wichtig: Mehr Sichtbarkeit für Frauen im Handwerk, Schluss mit alten Vorurteilen – das finde ich richtig und stark. Auch das Cover verspricht genau das. Aber der Inhalt war für mich dann doch etwas anders, als erwartet.

Vieles im Buch dreht sich um Sandra Hunke selbst – ihre Geschichte, ihr Weg, ihr Partner Marc, der sie unterstützt. An manchen Stellen hatte ich das Gefühl, eher eine Autobiografie zu lesen als ein Sachbuch über Frauen im Handwerk. Sie erzählt viel von ihrem Erfolg, von Selbstständigkeit und Social Media – aber das ist nicht für jede Person im Handwerk machbar oder realistisch.

Ein Beispiel: Sie spricht von 2.500 € Gehalt, sagt aber nicht, ob das brutto oder netto ist. Das ist ein Unterschied, und solche Infos hätte ich mir klarer gewünscht. Auch Begriffe wie Anlagenmechaniker SHK werden nicht erklärt – das hätte ich bei einem Buch mit so einem Thema erwartet. Klar kann man das googeln, aber ich finde, so was gehört in den Text.

Trotzdem: Der Schreibstil ist angenehm, der Lesefluss gut und ein paar interessante Tipps und historische Einblicke sind dabei – auch wenn für mich nichts wirklich Neues kam. Manche Einzelbeispiele, etwa von einem erfolgreichen Tischler mit Social Media Reichweite, klingen spannend – aber für mich als Leserin bleibt die Frage: Was nehme ich persönlich daraus mit?

Das Buch will Mut machen und das schafft es meiner Meinung nach auch. Die Botschaft, dass Frauen im Handwerk stark und erfolgreich sein können, ist wichtig. Aber insgesamt wirkte es für mich etwas zu sehr auf die Autorin selbst fokussiert.

Mein Fazit:
Ein lesenswertes Buch mit einer klaren Botschaft und einer starken Frau im Mittelpunkt. Für mich aber eher ein persönlicher Erfahrungsbericht als ein Buch mit echtem Tiefgang oder vielen neuen Erkenntnissen.

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Veröffentlicht am 02.06.2025

Nordseeflair mit Gefühl – aber zu viele offene Fragen

Strandkorbträume
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Die Erzählung wechselt zwischen Larissa, Nele und Sophie, was zwar Abwechslung bringt, aber auch den Lesefluss stört, da die Erzählungen nicht an die gleiche Handlung anknüpfen.

Emotional berührend ist ...

Die Erzählung wechselt zwischen Larissa, Nele und Sophie, was zwar Abwechslung bringt, aber auch den Lesefluss stört, da die Erzählungen nicht an die gleiche Handlung anknüpfen.

Emotional berührend ist auch Sophies frische Beziehung mit Ole, die durch das plötzliche Auftauchen seiner Tochter Lena auf eine harte Probe gestellt wird. Leider bleibt offen, ob sich hier ein echtes Miteinander entwickelt. Auch andere Themen – wie die Geburt von Leon und Larissas zweitem Kind – werden angerissen, aber nicht zu Ende geführt.

Das Ende kommt zu schnell und lässt viele Fragen offen. Trotz starker Atmosphäre und liebenswerter Figuren bleibt ein etwas unfertiger Eindruck zurück.

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