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Veröffentlicht am 07.08.2022

Ostsee in Nöten

Toxische Tiefe: Ostsee
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Die angehende Journalistin Johanna Arnold wird von dem Forschungsleiter Dr. Hanke Martens eingeladen, die nächste Expedition zu begleiten und einen wissenschaftlichen Artikel für eine renommierte Fachzeitschrift ...

Die angehende Journalistin Johanna Arnold wird von dem Forschungsleiter Dr. Hanke Martens eingeladen, die nächste Expedition zu begleiten und einen wissenschaftlichen Artikel für eine renommierte Fachzeitschrift zu schreiben. Mitten auf hoher See verschwindet mit Alett Roux ein Mitglied des Forschungsteams spurlos und schnell fällt der Mordverdacht auf einen weiteren Forscher. Als eine weitere Person verschwindet, beginnt Johanna selbst zu ermitteln und sucht den großen Zusammenhang.

Mit "Toxische Tiefe" legt die Autorin Karen Kliewe bereits den dritten Band um die Journalistin Johanna Arnold vor. Obwohl ich die vorhergehenden zwei Bände nicht kannte, hatte ich keine Probleme einzusteigen und den Fall um das Forschungsschiff Neptun zu verfolgen; die zahlreichen Anspielungen auf Trauma von Johanna Arnold blieben für mich allerdings im Dunklen.

Die Spannungskurve ist in diesem Krimi um die Hobbydetektivin Arnold ungemein hoch und es machte Spaß, mitzurätseln und eigene Gedanken zu den Vorkommnissen zu entwickeln. Die Auflösung um die Verschwundenen war keinesfalls vorhersehbar, aber absolut schlüssig und befriedigend.
Zusammen mit dem überaus lebendigen und flüssigen Schreibstil von Karen Kliewe war das Buch ein wahrer Page-Turner.

Kliewe gelingt es, die Figuren mehrdimensional zu entwickeln; sie wirken authentisch und interessant. Gerade die Zusammenarbeit auf einem Schiff und das Zusammentreffen mit höchst unterschiedlichen Charakteren habe ich gerne gelesen.

Besonders hervorheben möchte ich auch das wichtige Thema:
Die Klimakrise und die daraus folgende Erwärmung der Ostsee hat zahlreiche verheerende Folgen, die letztlich auch für uns Menschen von Bedeutung sind. Über den Sauerstoffgehalt von Ost- und Nordsee und den Wasseraustausch konnte ich viel Neues lernen. Die Autorin beschreibt die wissenschaftlichen Vorgänge und ihre Auswirkungen für den Laien sehr gut verständlich und auf spannende und unterhaltsame Weise. Obwohl für die Geschichte völlig ausreichend, hatte ich zusätzlich die Motivation weiteres zu googlen und mich zu informieren.

Für diese spannende und intelligente Unterhaltung mit Lerneffekt vergebe ich fünf Sterne und kann "Toxische Tiefe" nur wärmstens empfehlen! Ich freue mich, diese Autorin für mich entdeckt zu haben und freue mich schon auf das nächsten Buch von ihr.

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Veröffentlicht am 15.10.2025

Eine Betrügerin macht reinen Tisch

Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels
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Angelika Moser, uneheliches KInd einer Wiener Hausbesorgerin, entflieht dem Kleinbürgerlichen, wird Buchhalterin im renommierten Luxushotel Frohmer, und während sie die Nächte mit ihrer Freundin Ingi durchfeiert, ...

Angelika Moser, uneheliches KInd einer Wiener Hausbesorgerin, entflieht dem Kleinbürgerlichen, wird Buchhalterin im renommierten Luxushotel Frohmer, und während sie die Nächte mit ihrer Freundin Ingi durchfeiert, zeigt sie sich tagsüber als pflichtbewusste, genaue Zahlenkünstlerin. Nachdem Direktor Frohmer auf sie aufmerksam wird und ihre beruflichen Fähigkeiten für seine Zwecke missbraucht, kommt Angelika auf die Idee, sich Geld zu "leihen" und mittels gefäschten Rechnungen Geld auf ihre Konten abzuzweigen, um so ihre eigenen Probleme damit zu lösen. Denn Angelika ist inzwischen auch alleinerziehende Mutter von dem sprunghaften KIndsvater Freddy, ihre Mutter leidet unter zunehmender Demenz, ihre Freundin Ingi gleitet ins Drogenmilieu ab und dann soll auch noch das Haus, in dem sich ihre Wohnung befindet, verkauft und saniert werden ....

Vea Kaiser, Wiener Autorin und bereits mehrfache Preisträgerin, legt mit "Fabula rasa" ihren vierten Roman in drei AKten vor.

Angelehnt an die bekannte Redewendung "tabula rasa" (reinen Tisch) machen, erzählt "Fabula Rasa" die Geschichte der Betrügerin Angelika Moser, die ihrem Arbeitgeber 3,3 Millionen Euro entwendet hat und nun die ganze Fabula (Geschichte) aus ihrer Sicht erzählen möchte und erklären, wie es zu allem kommen konnte.

Auch, wenn der Titel schon einen Hinweis darauf gibt, dass alles nur eine Geschichte, also etwas Ausgedachtes ist, könnte man beim Lesen auf die Idee kommen, Vea Kaiser würde uns von einer realen, tatsächlich stattgefundenen Straftat erzählen. Denn alles beginnt damit, dass eine namenlose Autorin von einem Betrug in der Zeitung liest und im Anschluss daran die Betrügerin wiederholt im Wiener Gefängnis besucht, um deren Lebensgeschichte und die Hintergründe der Tat zu erfahren - ein Erzählstil, der großartig zum Roman passt.

Vea Kaiser schreibt bildgewaltig und emotional ausdrucksstark und dabei immer brillant und mit Witz, so dass ich völlig in der Geschichte versinken konnte. Dabei spricht sie eine ganze Reihe von schwierigen Themen an (alleinerziehende Mütter, Gemeinschaft und Freundschaft, gegenseitige Hilfe, unzuverlässige Väter, Geldnot, Drogen, Immobilienhaie, Demenz ...) und alle sind ausnehmend glaubhaft und intensiv geschildert. Das Berührende regt zum Nachdenken an, aber die Autorin schafft es, für ihre Figuren und damit auch die Leser*Innen durch Witz und viele positive Wendungen immer Hoffnung und Zuversicht zu bewahren.

Großartig ausgearbeitet sind dabei die Figuren, die mehrdimensional und schillernd daherkommen, und kaum ist eine Einteilung in Gut und Böse möglich. Menschliche Schwächen werden erklärt und niemals verdammt und so konnte ich mich nicht nur für Angelika Moser, ihre Mutter und Freddy erwärmen, sondern auch für allerhand weitere Nebenfiguren, die ich allesamt zu kennen glaubte. Natürlich sind Angelikas Betrügereien unentschuldbar, doch mag man sie kaum als "böse" Straftäterin verurteilen und fühlt sehr mit ihr.

Auch die Stadt Wien und das Wienerische finden ihren Platz in der Geschichte; für Uneingeweihte gibt es zum Glück ein "sehr kleines Wienerisch-Wörterbuch" am Ende; Zitatnachweise und ein Inhaltsverzeichnis runden den Roman ab.

Mir hat "Fabula Rasa" viel Vergnügen bereitet und die Geschichte wirkt noch lange nach. Absolute Weiterempfehlung und 4,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 03.10.2025

Bayerischer Krimi mit Herz und Hirn

Bodenfrost
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Auf dem Gelände eines ehemaligen Bauernhofs wird - im Rahmen des Kinderfestes der Polizei - eine Leiche gefunden. Etliche Anzeichen deuten auf einen Serienmörder, der "der Harpunier" genannt wurde, doch ...

Auf dem Gelände eines ehemaligen Bauernhofs wird - im Rahmen des Kinderfestes der Polizei - eine Leiche gefunden. Etliche Anzeichen deuten auf einen Serienmörder, der "der Harpunier" genannt wurde, doch dieser soll eigentlich verstorben sein. Krimalhauptkommissar Wallner und Polizeihauptmeister Kreuthner ermitteln in einem Fall, der einige Rätsel aufgibt ....

"Bodenfrost" ist bereits der 12. Fall der kultigen bayerischen Regio-Krimis um Clemens Wallner, Leonhardt Kreuthner und Karla Tiedemann aus der Feder von Andreas Föhr, der sich problemlos auch ohne Vorkenntnisse aus den vorhergehenden Bänden lesen lässt.

Auch "Bodenfrost" lebt wieder vom bayrischen Lokalkolorit und dem oftmals schwarzen Humor, hebt sich meiner Meinung nach aber deutlich positiv von den meisten lustigen Krimis ab, denn Föhrs Werke sind intelligent und amüsant, ohne die Figuren und ihre Handlungen ins Lächerliche zu ziehen - und der Schwerpunkt liegt definitiv auf einem gekonnt konstruierten Mordfall.

Andreas Föhr Schreibstil lässt sich äußerst angenehm lesen und zusammen mit der angenehmen Spannungskurve blätterten sich die Seiten quasi von selbst um. Auch, wenn ich bereits frühzeitig eine Idee hatte, wer der Mörder von Vitus Zander, des Brauerei-Geschäftsführers sein könnte, hielten viele Ermittlungen und Wendungen die Spannung hoch bis zum Ende, das dann allerdings ein wenig schnell und konstruiert daherkam. Doch dies ist entschuldbar aufgrund des hohen Lesegenusses bis dahin.

"Bodenfrost" besticht durch seine lebensechten, durchaus liebevoll gezeichneten Figuren, die absolut authentisch daherkommen. Hier macht es Freude, auch an ihrem Privatleben Anteil zu haben und die Entwicklungen zu verfolgen. Neben den oben genannten Hauptfiguren habe ich auch Wallners ein wenig kauzigen Vater Manfred ins Herz geschlossen, der jede Gelegenheit wahr nimmt, mit jungen Frauen zu flirten.
Dass einige Aktionen, insbesondere die des schlitzohrigen Polizisten Leo Kreuthners oder auch die Kontrolle eines Einsatzfahrzeuges der Polizei auf eine Umweltplakette, recht unrealistisch sind, tut dem Lesespaß keinen Abbruch, sondern sorgte für einige laute Lacher bei der Lektüre, da sie absolut nicht plump daherkommen.

Bemerkenswert ist, dass Föhr bei aller Leichtigkeit auch ernste und wichtige Themen anspricht und Stellung bezieht; sei es in der Rolle des patriachalischen, gestrigen Vitus Zander, der seine lebenslustige Ehefrau dominiert und in die Rolle eines Tradwifes drängt oder eine mögliche Schuld Manfreds durch eine unbedachte Tat im Zweiten Weltkrieg. Dies schafft meiner Meinung nach einen Mehrwert.

Mir hat auch dieser zwölfte Krimi um Wallner und Kreuthner wieder beste Unterhaltung mit Herz und Hirn bereitet und ich empfehle "Bodenfrost" gerne weiter.

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Veröffentlicht am 11.06.2025

Fesselnd und nachhallend

Laurentius' Wunder
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Giuliano muss bereits früh schwere Traumata erleiden: Seine Mutter verschwindet spurlos, in der Schule wird er gemobbt und in der ungeliebten Ausbildung, zu der er von dem empathielosen Vater und der selbstsüchtigen ...

Giuliano muss bereits früh schwere Traumata erleiden: Seine Mutter verschwindet spurlos, in der Schule wird er gemobbt und in der ungeliebten Ausbildung, zu der er von dem empathielosen Vater und der selbstsüchtigen Stiefmutter gezwungen wird, erlebt er Missbrauch durch seinen Ausbilder. Als er Zuflucht als Bruder Laurentius im Kloster Assisi findet, machen ihm Intrigen eines Mitbruders zu schaffen, doch schließlich erlebt er ein Wunder: DIe Auferstehung des Heiligen Franziskus, der offenbar wirken soll, um die Welt zu retten. Laurentius Wunsch, dieses Wunder in die Welt zu tragen, bringt ihm allerdings die Zwangseinweisung in die Psychiatrie, doch er lässt nicht davon ab, seiner Berufung zu folgen....

Die süddeutsche Schriftstellerin Irene Matt legt mit "Laurentius' Wunder" bereits ihren sechsten Roman vor, der tief unter die Haut geht und dem man anmerkt, dass Matt weiß, worüber sie schreibt.

Auf keinen Fall sollte man sich von dem Titelbild des Mönches, der Nennung des Klosterlebens und des Kernthemas eines Wunders von der Lektüre abhalten lassen - dieses Buch ist auch bzw. gerade für Nicht-Gläubige geeignet und es ist alles andere als ein kitschiger Roman über großartige, die Welt verändernde Wunder oder gar die Selig- und Heiligsprechungen der Kirche in dieses Fällen.

Die Autorin nimmt ihre LeserInnen mit nach Italien; in die Stadt Assisi, das Franziskanerkloster, nach Rom, in den Vatikan und hinaus in die Welt, ja. sogar in die Psychiatrie - und bereits das Setting hat eine gewisse Rolle inne.

Der flüssige Schreibstil, die tiefen Emotionen und der angenehme Spannungsbogen zogen mich in ihren Bann, zusammen mit der Frage, ob die Erscheinung des Heiligen Franziskus' in der Basilika nun einfach nur "Laurentius' persönliches Wunder" ist oder tatsächlich ein objektives Wunder sein könnte. Im eigentlich offenen Ende löst die Autorin jedoch das zentrale Rätsel auf und lässt keine Fragen zurück.

Für mich überraschend war die Tatsache, dass Laurentius ein Wunder verspürte, das aber gerade von seinen Mitbrüdern abgetan wurde und diese ihn schließlich zwangseinweisen ließen, denn Wunder finden sich doch gerade im Zusammenhang mit christlichem Leben. DIeses Spannungsfeld vergrößerte sich sogar noch in den Schilderungen, wie eine Abteilung von Kirchendienern in Rom damit beschöftigt ist, angebliche Wunder zu überprüfen und dabei stets zu der Erkenntnis kommt, dass Wichtigtuerei oder ähnliches die Menschen dazu animiert, solche zu erfinden und damit auch Laurentius klar in diese Ecke positioniert.

Bemerkenswert ist dabei, wie viele gesellschaftliche Themen Irene Matt in die Handlung einbringt, die berühren und nachdenklich stimmen, ohne den Roman zu überladen; von der Zerstörung der Umwelt bis hin zur Corona-Pandemie finden sich zahlreiche Angelegenheiten. Die Handlung ist absolut glaubhaft und wirkt umso eindringlicher. Dabei gefielen mir besonders die Eindrücke aus der Psychiatrie mit einem Wechselbad an Gefühlen. Die Schilderung von psychisch auffälligen Patienten, mitfühlenden Psychologinnen und medikamentenhörigen unempathischen Ärzten sind wohl eher Tatsache als billige Klischees.

Vor allem besticht dieser Roman aber durch die großartige und feine Ausarbeitung der Figur des Giulianos/Laurentius, die psychologisch absolut stimmig ist. Dieser doch eher Anti-Held voller Zweifel, Ängste und Fehler, geprägt durch sein Umfeld und seine meist negativen Erfahrungen, bleibt zutiefst menschlich und entwickelt sich im Laufe der Handlung, ohne jedoch seinen Glauben aufzugeben. Gerade diese Positivität, die Hoffnung und die innere Stärke sowie sein Mut haben mich sehr beeindruckt, wenngleich mich seine seine nahezu an Bessenheit heranreichende Sturheit davon abgehalten haben, ihn wirklich zu mögen.

"Laurentius Wunder" ist wieder ein Roman von Irene Matt, der fesselt und noch lange nachhallt, absolut empfehlenswert für alle Leser
Innen, die abseits des Mainstreams an tiefsinniger Unterhaltung Spaß haben, die zum Nachdenken und Diskutieren anregt.

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Veröffentlicht am 02.06.2025

Vom italienischen Widerstand und den Militärinternierten

Zypressensommer
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1989. Der italienische Großvater von Julia Matthiesen hat über seine Vergangenheit und seine italienische Familie immer geschwiegen. Mit seinem Tod erbt Julia neben seinem Vermögen auch einen ominösen ...

1989. Der italienische Großvater von Julia Matthiesen hat über seine Vergangenheit und seine italienische Familie immer geschwiegen. Mit seinem Tod erbt Julia neben seinem Vermögen auch einen ominösen Zettel, mit dem sie sich auf die Reise nach Lucignano in der Toskana macht, um die Rätsel zu entschlüsseln. Hier hilft ihr der attraktive Matteo Conti bei der Spurensuche, die in die 1940er Jahre zurückführt, in die Zeit der «Resistenza» in Italien und der italienischen Militärinternierten in Deutschland ....

Teresa Simon ist das Pseudonym der promovierten Historikerin und Bestseller-Autorin Brigitte Riebe, die sich wieder einmal von den historischen Ereignissen zur Zeit des Zweiten Weltkriegs und den malerischen Orten in der Toskana hat inspirieren lassen.

Die Autorin hat gut recherchiert und ich habe gestaunt, wie wenig ich doch vom italienischen Widerstand, der Resistenza, und über die italienischen Militärinternierten (IMIs) wusste, die von der Wehrmacht nach dem Waffenstillstand zwischen Italien und den Alliierten im September 1943 gefangen genommen und nach Deutschland deportiert wurden und unter schlimmsten Bedingungen als Zwangsarbeiter eingesetzt wurden.

Geschickt verwebt Teresa Simon zwei Zeitstränge zu einer spannenden und höchst emotionalen Handlung, die mich absolut zu fesseln vermochte. Tief tauchte ich in die weltpolitischen Verbrechen genauso ein wie in die persönlichen Feindseligkeiten rund um die Familie Conti. Flüssig und anschaulich schreibt Simon und ließ mich atemlos Seite um Seite umblättern.

DIe Figuren sind authentisch gezeichnet und ich sah jeden deutlich beim Lesen vor mir. Auch, wenn ich nicht jede Handlung genauso ausgrführt hätte, war doch alles stimmig und nachvollziehbar beschrieben. Besonders gut gefällt mir, dass die Handlung in Gegenwart und Vergangenheit, in Hamburg und Lucignano von starken Frauen getragen wird.

DIe ein wenig kitschige Liebesgeschichte zwischen Julia und Matteo hätte es für meinen GEschmack nicht gebraucht; allerdings steht diese auch im wohltuenden Gegensatz zu den schrecklichen Ereignissen in der Vergangenheit.

Die Toskana als Sehnsuchtsland vieler Menschen und der Olivenanbau waren wunderbar in die Handlung eingebettet.

Ein gelungenes Nachwort und einige feine toskanische Rezepte zum Ausprobieren runden das Buch ab.

Teresa Simon zeigt ihren LeserInnen wieder einmal, dass Geschichte keine trockene Wissenschaft ist. Gerade in den Zeiten des neu aufblühenden Faschismus ist es wichtig, sie zu kennen und zu begreifen - und macht uns (hoffentlich) aufmerksamer.

Ich möchte dieses Buch möglichst vielen Leser
Innen empfehlen, da es Geschichte auf leichte und unterhaltsame Weise darstellt und nachdenklich macht.


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