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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.08.2025

bewegend

Biarritz
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Der autofiktionale Roman Biarritz von Andrea Sawatzki beschäftigt sich mit der komplexen Beziehung von Mutter und Tochter. eingesprochen wurde das Hörbuch von der Autorin selber.

Hanna erzählt von den ...

Der autofiktionale Roman Biarritz von Andrea Sawatzki beschäftigt sich mit der komplexen Beziehung von Mutter und Tochter. eingesprochen wurde das Hörbuch von der Autorin selber.

Hanna erzählt von den Besuchstagen bei ihrer Mutter im Pflegeheim. Immer wieder sonntags besucht sie ihre Mutter, die schon mehr in einer eigenen Welt lebt und sie Hanna nicht mehr erkennt. Nur einmal geht sie dienstags, ein Tag, an dem sie weiß, dass ihre Mutter ist nicht im Heim ist. An diesem Tag trifft sie auf Marianne, eine Freundin der Mutter aus Jugendzeiten und ihre de facto Patentante. Ab da treffen sie sich regelmäßig im Heim und Marianne gewährt Hanna einen ganz neuen Blick auf das Leben ihrer Mutter. Die Autorin wechselt gekonnt zwischen Gegenwart und der Vergangenheit von Hanna und besonders ihrer Mutter Emmi.
Im Rückblick gelingt es Hanna Verhaltensweisen und Reaktionen von Emmi neu einzuordnen.

Für mich war es das erste Buch der Autorin und wurde entgegen meiner Erwartung mehr als positiv überrascht. Das Hörbuch wurde exzellent von ihr eingelesen, ein absoluter Gewinn. Gerade die vielen emotionalen Begebenheiten wurden dadurch super transportiert.

Eine ganz klare Hörempfehlung von mir.

Veröffentlicht am 25.07.2025

eine Bereicherung

Freundschaft kennt kein Alter
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Seit einiger Zeit folge ich Rashid Hamid und seinem Pflegedienst auf Instagram, da war es für mich keine Frage auch das Hörbuch dieses sympathischen Pflegers zu hören.

Meine Erwartungen wurden übertroffen, ...

Seit einiger Zeit folge ich Rashid Hamid und seinem Pflegedienst auf Instagram, da war es für mich keine Frage auch das Hörbuch dieses sympathischen Pflegers zu hören.

Meine Erwartungen wurden übertroffen, auch wenn ich es ein wenig schade fand, dass das Hörbuch nicht von Rashid selber eingelesen wurde. Verständlich, wo soll er da auch noch die Zeit für hernehmen.
Die einzelnen vorgestellten Personen waren mir als Followerin bekannt, doch die liebevollen, unvoreingenommen Beschreibungen haben mein Herz berührt. Ich wünschte mir, dass es mehr solche Pflegedienste und habe eine Hochachtung vor den Pflegern, die auch noch in ihrer privaten Zeit versuchen, ihren Kunden das oft einsame Leben lebenswerter zu gestalten. Aus jedem Satz wird eine respektvolle und dabei liebevolle Herangehensweise transportiert, dass ich teilweise eine Gänsehaut bekommen habe. Dabei bleibt zum Glück der Humor von Rashid nicht auf der Strecke, so dass ich auch häufig schmunzeln musste.

Die Interviews haben einen tollen Blick hinter die beteiligten Personen werfen lassen und einen tiefen Einblick in die emotionalen Lebensläufe der Personen gegeben.

Die Sprecher: Dirk Jakobs,Klaus.B.Wolf und Brigitte Carlson haben mir nach der ersten Enttäuschung über Rashids Fehlen sehr gut gefallen, da sie die Geschichten auf sehr herzliche Weise transportiert haben.

Veröffentlicht am 14.07.2025

beeindruckend

Anna oder: Was von einem Leben bleibt
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"Anna oder Was von einem Leben bleibt", erzählt das Leben von Anna Kalthoff die in der Zeitspanne von 1866 bis 1932 lebte. Der Autor Henning Sußebach hat sich auf die Spurensuche nach seiner Urgroßmutter ...

"Anna oder Was von einem Leben bleibt", erzählt das Leben von Anna Kalthoff die in der Zeitspanne von 1866 bis 1932 lebte. Der Autor Henning Sußebach hat sich auf die Spurensuche nach seiner Urgroßmutter gemacht, von der nicht viel mehr blieb als paar Fotos, wenige Notizen und etwas Schmuck. Geboren wurde sie im Sauerland, wurde früh zur Halbwaise und daraufhin ins Ausland geschickt, um Lehrerin zu werden. Anna lebte zu einer Zeit, in der die Glühbirne noch nicht erfunden, es keine Telefone gab und das Leben gerade auch für Kinder außerordentlich hart war.
Mit 20 Jahren tritt sie ihre erste Lehrerinnenstelle an und landet in Coobenrode, einem kleinen Dorf im Sauerland, wo sie sich in den Dorfprinzen verliebt, und ihn nach Jahren auch heiratet. Doch nur ein paar Wochen später verstirbt ihr Mann und Anna steht in einer Welt der Männerherrschaft alleine da. Doch sie geht stolz ihren ureigenen Weg.

Henning Sußebach hat für mich ein sehr berührendes Buch geschrieben, welche noch lange in mir nachhallen wird. Man stirbt immer zweimal, so eine der Kernaussagen des Buches: Einmal den körperlichen und dann schließlich irgendwann den sozialen Tod, nämlich dann, wenn sich niemand mehr an den Menschen erinnern kann. Dieses Schicksal wollte er Anna ersparen und begab sich auf eine mühsame Recherchereise, die über ältere Verwandte und Historiker schließlich dieses Buch möglich machte.
Mit den wenigen Informationen hat der Autor ein beeindruckendes Werk geschaffen, für mich besonders auch mit der historischen Einordnung des Weltgeschehens zu Annas Lebenszeit.

Das Hörbuch wurde exzellent von Nina Petri eingelesen und mit sehr viel Gefühl und den Emotionen transportiert.

Veröffentlicht am 03.06.2025

Spannung pur

Aschesommer
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Mit "Aschesommer" ist nach Krähentage der zweite Fall für Gruppe 4 eine Sonder-Ermittlungseinheit erscheinen. Es handelt sich also auch um Wiedersehen mit Mila Weiß und Jakob Krogh, die diese Einheit gemeinsam ...

Mit "Aschesommer" ist nach Krähentage der zweite Fall für Gruppe 4 eine Sonder-Ermittlungseinheit erscheinen. Es handelt sich also auch um Wiedersehen mit Mila Weiß und Jakob Krogh, die diese Einheit gemeinsam leiten (müssen).

Der neue Fall beginnt kurios, eine Traueranzeige mit Koordinaten lässt Mila und Jakob quasi in den neuen Fall stolpern. Was sie finden ist an Perfidität kaum zu überbieten, mitten im Hochsommer bei unerträglichen Temperaturen finden sie zwei erfrorene Leichen. Die Botschaft, die bei den Leichen gefunden wird, ist unmissverständlich: Das Sterben hat begonnen.
Es hat den Anschein, dass sie nun einen Serienkiller suchen und finden müssen. Bei den Ermittlungen kommt allerdings nur einer als Täter infrage: Jan-Christian Bode, doch der sitzt seit 8 Jahren in der geschlossenen Psychiatrie.

Genauso wie der erste Band um Mila und Jakob hat mich der Autor wieder von der ersten Seite an gefesselt, und hielt einiges an Überraschungen bereit. Dabei waren die Kapitel so aufgebaut, dass am Ende immer ein Cliffhanger das Weglegen des Buches fast unmöglich machte. Genauso muss ein Thriller sein. Durch die Perspektivenwechsel wurden Einblicke sowohl in die Gedankenwelt des Täters, als auch die der Opfer gegeben, was den Fall nur noch spannender machte.

Jakob und Mila tragen einiges an Ballast mit sich herum, welcher allerdings nicht zu viel Raum bei den Ermittlungen einnimmt und beide menschlich macht. Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet und ich gehe davon aus, dass es auch noch einen dritten Band mit Gruppe 4 geben wird.

Sehr lesenswerter Thriller, der diesem Genre alle Ehre macht.

Veröffentlicht am 29.05.2025

berührend

Beeren pflücken
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"Beerenpflücken" ist das Debüt der kanadischen Autorin Amanda Peters. Selber ist sie indigener Abstammung und beschreibt in ihrem eindringlichen Roman, wie eine falsche Entscheidung das Leben von Menschen ...

"Beerenpflücken" ist das Debüt der kanadischen Autorin Amanda Peters. Selber ist sie indigener Abstammung und beschreibt in ihrem eindringlichen Roman, wie eine falsche Entscheidung das Leben von Menschen für immer verändern und belasten kann.

Ruthies Familie, die zum Stamm der Mi'kmaq gehört, kommt jedes Jahr zum Beerenpflücken nach Maine. So auch im schicksalshaftem 1962, in dem die kleine Ruthie als die Familie Beeren pflückt, spurlos verschwindet. Da sie zu den Indigenen gehört, befasst sich die Polizei nicht wirklich mit dem Verschwinden von Ruthie. Einzig Joe, ihr Bruder, gibt die Hoffnung nicht auf, Ruthie eines Tages wiederzufinden.

Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt, da ist einmal Joe, der nie verwunden hat, dass er seine Schwester nicht retten konnte und auf der anderen Seite die Geschichte von Norma. Einer Frau, die immer wieder von Träumen heimgesucht wird, die auf ein anderes Leben schließen lassen.

Mich hat das Buch sehr bewegt, der Schreibstil ist flüssig, dabei aber auch sehr emotional. Die Gefühle, insbesondere von Joe sind sehr detailliert, ebenso wie die Umgebung, beschrieben. Diese Geschichte zeigt sehr gut, die Zerrissenheit, die in einem Familiengefüge entsteht, wenn etwas Tiefgreifendes die Strukturen nachhaltig verändert.

Gerne gebe ich für "Beeren pflücken" eine Leseempfehlung.