Atmosphärisch stark, inhaltlich schwächer
The Deathless OneDie Geschichte hat mich am Anfang richtig begeistert. Die Atmosphäre ist düster, bedrückend und einzigartig, vor allem durch die Mischung aus Hexen, Seuche und Unterwelt. Auch die Erzählweise hat mir gefallen, ...
Die Geschichte hat mich am Anfang richtig begeistert. Die Atmosphäre ist düster, bedrückend und einzigartig, vor allem durch die Mischung aus Hexen, Seuche und Unterwelt. Auch die Erzählweise hat mir gefallen, das Buch ist in der dritten Person geschrieben und wechselt zwischen Jessamine und dem Todlosen, was ich interessant fand, weil er als Figur so ungewöhnlich angelegt ist.
Jessamine wirkte auf mich zu Beginn greifbar, weil sie ihre Naivität erkennt und nicht krampfhaft stark wirken will. Mit der Zeit wurde sie für mich aber weniger spannend, da mir Initiative und Entwicklung gefehlt haben. Gerade im Mittelteil fühlte sich die Handlung schleppend an, und es passierte über weite Strecken nicht wirklich viel.
Die Romance ist als Slowburn angelegt, was mir grundsätzlich sehr gefällt, und hat einen Dark-Romance-Vibe, der gut zur Geschichte passt. Gegen Ende hatte ich aber den Eindruck, dass sie an manchen Stellen zu sehr in den Vordergrund rückte, während ich mir mehr Antworten zur Welt und den Hintergründen gewünscht hätte.
Besonders schade fand ich, dass einige Nebenfiguren zwar interessant eingeführt wurden, ihre Rolle aber oberflächlich blieb. Auch beim Worldbuilding blieben viele Fragen offen, nicht auf die spannende Art, die Lust auf mehr macht, sondern so, dass der rote Faden etwas verloren ging.
Insgesamt hatte das Buch einen großartigen Start und eine Atmosphäre, die mich sofort fesseln konnte. Leider fehlte es mir im weiteren Verlauf an Struktur, Tiefe und einer konsequent durchgezogenen Handlung.