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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.09.2019

Seicht -am seichtesten

Tage wie Seeglas
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Die Geschichte wird in einem Erzählstrang erzählt und beginnt vielversprechend. Es ist - wie aus dem hübschen Cover bereits ersichtlich - eine seichte Erzählung. Bis kurz vor dem letzten Drittel sprach ...

Die Geschichte wird in einem Erzählstrang erzählt und beginnt vielversprechend. Es ist - wie aus dem hübschen Cover bereits ersichtlich - eine seichte Erzählung. Bis kurz vor dem letzten Drittel sprach mich die Geschichte rund um Liv und Daniel richtig an, ideale Bettlektüre kurz vorm Einschlafen: seicht und nicht zu anregend. Die Figuren sind gut ausgearbeitet, ebenso die fiktive Insel irgendwo in der Ostsee, der Surfshop und die anderen Lokalitäten. Lockere Schreibe und man will irgendwie wissen, wie es weitergeht.
Die letzten ca. 50 Seiten werden unausgewogen. Am Anfang wird Liv als introvertierte, junge Frau eingeführt, plötzlich freut sie sich auf eine Geburtstagsparty mit vielen unbekannten Leuten und dreht richtig auf. Sie kommt endlich - wie von Beginn an erwartet mit dem entsprechenden Mann zusammen, es dreht sich nur noch um Sex. Liv wünscht sich beim Arbeiten ab und zu seine nackte Haut zu streicheln, Haut ist nackt, Herrgottnochmal. Auch die Wortwahl ändert sich, von gut zu lesendem Schriftdeutsch mit ein paar eingeworfenen, aktuellen Ausdrücken zu jugendlichem Plaudertondeutsch. Das irritert nicht nur, es schreckte mich geradezu ab.

Also, die ersten zwei Drittel seichte Liebesgeschichte, das letzte Drittel - Schwamm drüber (es sei denn, man steht auf ausgiebige Sexszenen und Jugendsprache).

Veröffentlicht am 17.07.2025

Öde

Das Polarlichtcafé
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Jule und ihre Vater leben im thüringischen Sömmerda und stellen nach dem Tod der Oma fest, dass der längst verstorbene Opa vor der Heirat ein völlig anderes Leben geführt haben muss. Es gibt auch eine ...

Jule und ihre Vater leben im thüringischen Sömmerda und stellen nach dem Tod der Oma fest, dass der längst verstorbene Opa vor der Heirat ein völlig anderes Leben geführt haben muss. Es gibt auch eine Stasi-Akte über ihn und er reiste in der DDR-Zeit mit den Hurtigruten. Jule reist die Strecke gemäß seinen Aufzeichnungen nach.

Was eigentlich toll sein könnte, ist unglaublich öde verfasst. Dabei gar nicht so sehr von der Schreibe her sondern von der Art des Konzepts her. Der Roman ist in zwei Zeitebenen aufgeteilt: 2024 (Jule) und 1961 (Janne in Nordnorwegen). Jannes Part ist interessant, aber auch mit Redundanzen durch die Briefe, die sie einer Freundin schreibt. Jules Handlung bietet mehrfache, inhaltliche Wiederholungen. Sie schreibt sich mit Freunden, mit ihrem Vater und sie zieht einen Vlog auf, auf dem sie über ihre Reise berichtet. Dabei entsteht die Wiederholung der Wiederholung, so dass die Erzählung(en) Jules total langweilig werden und nerven. Da hätte das Lektorat eingreifen müssen, das ist so weder gut zu lesen noch stellt sich ein flüssiges Lesen ein. Ich will so viele Wiederholungen nicht!
Und bin vom Aufbau Verlag deutlich Besseres gewohnt. Bitte wieder auf die anspruchsvollere Ebene zurückkehren!

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Veröffentlicht am 03.06.2025

Nervig

Der Feind in meinem Beet
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Was sich witzig auf dem Klappentext liest, entpuppt sich leider als extrem nervig. Maren hat sich nach über zwanzig Jahren von ihrem Mann Lars getrennt, einzig seine Unterschrift fehlt noch auf den Scheidungsunterlagen. ...

Was sich witzig auf dem Klappentext liest, entpuppt sich leider als extrem nervig. Maren hat sich nach über zwanzig Jahren von ihrem Mann Lars getrennt, einzig seine Unterschrift fehlt noch auf den Scheidungsunterlagen. Sie hat eine neue Wohnung und einen Schrebergarten, den sie zusammen mit ihrer allerbesten Freundin bepflanzt. Auch der eine Garten neben ihrem hat einen neuen Besitzer. Lars. Sie ist erzürnt. Wie und warum erfährt man in epischer Länge auf den nächsten zig Seiten. Es ödete mich an.

Veröffentlicht am 29.05.2025

Schmonzette im historischen Gewand

Im Glanz des Wasserfalls
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Valeries Vater verwaltet Ende des 19. Jahrhunderts das Grandhotel am Wasserfall in Bad Gastein. Er ist ein autoritärer Familienvater, der den Seitensprung seiner Frau toleriert. Hauptsache, ihre Familie ...

Valeries Vater verwaltet Ende des 19. Jahrhunderts das Grandhotel am Wasserfall in Bad Gastein. Er ist ein autoritärer Familienvater, der den Seitensprung seiner Frau toleriert. Hauptsache, ihre Familie wirkt nach außen zusammenstehend. Valerie möchte ebenfalls mitarbeiten und darf es auch. Sie freundet sich mit einem Küchenmädchen und der Kaltmamsell an, kennt den Sohn des Bürgermeisters so gut, dass sie ihn heiraten und ein gemeinsames Hotel mit ihm möchte.

Der Roman fängt sehr gut an und verliert sich dann in eine platte Schmonzette. Die Figuren sind alle sehr oberflächennah und die Geschichte entwickelt sich ultraseicht. Eine Liebesgeschichte im historischen Gewand. Man hätte deutlich mehr daraus machen können. Aber außer dass anfangs der Besuch von Kaiserin Sissi und Kaiser Wilhelm I mit besonderen Anekdoten eingegangen wird, ist nix Historisches dabei. Keine Recherchen fließen sacht mit ein - nix davon. Das ist zu wenig. Dazu gibt es inhaltliche Wiederholungen für besonders banale Hinweise.

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Veröffentlicht am 16.05.2025

Strunzdumm

Die Marseille-Morde - Stille Schreie auf Pomègues
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Es beginnt in der Studierendenszene von Aix-en-Provence, eine Studentin ist Influencerin für Mode und Beautyprodukte, instagramt viele halbnackte Fotos von sich. Nach einer Party wird sie tot aufgefunden, ...

Es beginnt in der Studierendenszene von Aix-en-Provence, eine Studentin ist Influencerin für Mode und Beautyprodukte, instagramt viele halbnackte Fotos von sich. Nach einer Party wird sie tot aufgefunden, weit weg auf einer Insel vor Marseille. Wenig später folgt die nächste, ähnlich zugerichtete Leiche.

Der Krimi an sich ist nicht verkehrt. Aber er liest sich so schleppend, dass die Morde keine Rolle spielen. Die Geschichte verliert sich in Banalem, völligen Belanglosigkeiten, wie etwa, dass die lesbische Kommissarin anscheinend kein Adoptivkind mit ihrer Partnerin Louise bekommen will. Dies nimmt mehr Raum ein als der Krimi selbst. Louise arbeitet als Journalistin und gibt bereitwillig den im privaten von Nadja erfahrenen aktuellen Ermittlungsstand an ihre Freunde weiter. Welch Ermittler gibt vertrauliche Informationen an Partner weiter??? Das allein ist so schon kriminell bzw. strunzdumm, noch dazu wenn diese für die Presse arbeitet.
Geschrieben wurde der Roman nicht für Leute, die gut und gerne lesen. Anders lassen sich die ständigen Redundanzen bezüglich Wort und Inhalt nicht erklären. Es ist langweilig alle paar Seiten immer wieder erneut auf Bekanntem herumzukauen.
Nein, empfehlen kann ich diesen Krimi leider nicht.

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