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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.09.2025

Mehr Geplätscher als Spannung

Alle weg
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In Alle weg beschreibt Stefan Maiwald das Leben in einem italienischen Küstenort, wenn die Urlaubssaison vorbei ist und die Touristen verschwunden sind. Die Sommertrubel weicht der Ruhe der Nebensaison, ...

In Alle weg beschreibt Stefan Maiwald das Leben in einem italienischen Küstenort, wenn die Urlaubssaison vorbei ist und die Touristen verschwunden sind. Die Sommertrubel weicht der Ruhe der Nebensaison, und genau diese stille Zeit fängt Maiwald in kurzen, tagebuchartigen Episoden ein.

Der Autor lebt selbst als Zugezogener in Gardo und beobachtet mit liebevollem Blick die Eigenheiten seiner Mitmenschen – sei es beim Plausch in der Bar oder beim Tennismatch im örtlichen Club. Seine Texte sind mal charmant, mal leicht satirisch, oft mit einem Augenzwinkern erzählt. Dabei nimmt er sich selbst nicht zu ernst, was durchaus sympathisch wirkt.

Thematisch bewegt sich das Buch zwischen Alltagsbeobachtungen, italienischer Mentalität, Rezepten und kleinen Anekdoten. Viel Handlung gibt es nicht – und das ist auch der Punkt, an dem mich das Buch nicht ganz erreichen konnte. Die Episoden plätschern dahin, manche sind amüsant, andere eher belanglos. Wer die Vorgängerbände kennt, wird sicher einige Anspielungen besser verstehen und mehr Freude daran haben. Für mich blieb es ein netter Einblick, aber ohne nachhaltige Wirkung.

Für Italienfans, die sich gerne in mediterrane Stimmung versetzen lassen, ist Alle weg ein ruhiger Begleiter durch die kalte Jahreszeit. Mich hat es leider nicht ganz gepackt – daher solide 3 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 31.07.2025

Tragik statt Applaus

Standing Ovations
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Standing Ovations ist ein Buch, das bei mir leider keinen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Bereits zu Beginn hatte ich Schwierigkeiten, mich mit den Figuren zu identifizieren – besonders ...

Standing Ovations ist ein Buch, das bei mir leider keinen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Bereits zu Beginn hatte ich Schwierigkeiten, mich mit den Figuren zu identifizieren – besonders Alex wirkt auf mich unangenehm und sein Verhalten gegenüber anderen ist streckenweise kaum zu ertragen. Sophie, die ihm größtenteils tatenlos zusieht, bleibt ebenfalls blass und passiv, was es mir schwer machte, mit ihr mitzufühlen.

Obwohl im Buch auch andere Frauen thematisiert werden, die – ähnlich wie Hayley – schwierige Erfahrungen machen, konnte ich die angekündigte Portion Humor leider nicht entdecken. Stattdessen empfand ich viele Szenen als tragisch und bedrückend. Selbst die spätere Wendung, in der sich das Blatt gegen Alex kehrt, hat bei mir kein Gefühl von Genugtuung ausgelöst. Die Art und Weise, wie mit Rache umgegangen wird, wirkt für mich ebenso fragwürdig wie die vorherige Machtdynamik.

Was jedoch positiv hervorzuheben ist, ist der Schreibstil von Charlotte Runcie. Die Sprache ist flüssig und angenehm zu lesen – stilistisch gut gemacht, aber inhaltlich konnte mich die Geschichte emotional nicht erreichen.

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Veröffentlicht am 04.06.2025

Schreibstil passt nicht zu mir

Sputnik
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Cover und Klappentext dieses Buches fand ich sehr ansprechend, aber leider bin ich mit dem Schreibstil nicht warm geworden.
Die ersten 5 Kapitel sind aus seiner Sicht aus dem Mutterleib heraus ...

Cover und Klappentext dieses Buches fand ich sehr ansprechend, aber leider bin ich mit dem Schreibstil nicht warm geworden.
Die ersten 5 Kapitel sind aus seiner Sicht aus dem Mutterleib heraus geschrieben. Mir wurde das echt zu viel als er tiefenintensiv die Gefühle des Babys unter der Geburt beschrieb. Das ist für mich irgendwie zu abgehoben. Und bei dieser Art Schreibstil bleibt es auch größtenteils.
Später kommen lange und ausführliche Passagen über erotische Gedanken, Sexualität entdecken und ausleben. Auch das wurde mir einfach zu viel des Ganzen. Natürlich gab es auch interessante Passagen: über die RAF, die DDR, die problematische Eltern-Kind Beziehung die hier zu kurz kommt. Aber dann folgen endlose Beschreibungen über Szenen auf der Bühne. Ich bin immer wieder abgedriftet.
Sehr schade, hatte mich sehr auf das Buch gefreut.

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Veröffentlicht am 03.06.2025

Chaotische Überforderung

Peace, Moms
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„Peace, Moms“ von Evelyn Weigert ist ein Buch, das einen ungeschönten Blick auf das Chaos des Elternseins wirft. Dabei setzt die Autorin auf eine schonungslose Ehrlichkeit und einen extrem direkten, teils ...

„Peace, Moms“ von Evelyn Weigert ist ein Buch, das einen ungeschönten Blick auf das Chaos des Elternseins wirft. Dabei setzt die Autorin auf eine schonungslose Ehrlichkeit und einen extrem direkten, teils überladenen Stil – ein Ansatz, der sowohl unterhaltsam als auch anstrengend sein kann.

Weigerts ungebremste Art, ihre Erfahrungen zu schildern, sorgt für ein hohes Tempo und eine Fülle an persönlichen Anekdoten, die manchen Leser:innen ein Schmunzeln entlocken werden. Gleichzeitig wirkt das Buch stellenweise chaotisch und wenig strukturiert, was den Zugang erschweren kann. Die Mischung aus Jugendsprache, englischen Begriffen und derben Ausdrücken mag authentisch sein, nimmt aber auch Raum für Reflexion und Tiefe. Wer sich eine etwas ausgewogenere und analytischere Herangehensweise an das Thema Elternsein gewünscht hätte, könnte sich hier überfordert fühlen.

Inhaltlich behandelt „Peace, Moms“ relevante Themen rund um Mutterschaft, mentale Gesundheit und gesellschaftliche Erwartungen. Die starke Fokussierung auf Mütter lässt jedoch wenig Raum für die Perspektive von Vätern oder anderen Bezugspersonen, was das Buch für ein breiteres Publikum weniger zugänglich macht. Zudem wirkt die Darstellung der eigenen Überforderung stellenweise selbstverschuldet, da Weigert oft betont, keine Unterstützung gesucht oder angenommen zu haben – ein Aspekt, der sicherlich polarisieren kann.

Wer eine ernsthafte Auseinandersetzung mit Elternschaft sucht, wird mit diesem Buch wenig anfangen können. „Peace, Moms“ ist kein Ratgeber, sondern eine persönliche Erzählung, die sich mehr auf das Chaos als auf mögliche Lösungen konzentriert. Für einige mag das erfrischend sein, für andere schlicht zu viel. Die unstrukturierte, oft laute Erzählweise könnte Leser:innen eher ermüden als inspirieren. Wer sich für eine tiefere Reflexion über Elternschaft interessiert, könnte mit anderen Werken besser beraten sein.

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Veröffentlicht am 23.01.2025

Ein sehr subjektives Buch

Terrassen-Traum
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Das Buch Terrassentraum konnte mich leider nicht so recht überzeugen.
Auf den ersten Blick scheint das Buch viele Themen zu behandeln: Beleuchtung, Sitzgelegenheiten, Deko, Sichtschutz, Begrünung, ...

Das Buch Terrassentraum konnte mich leider nicht so recht überzeugen.
Auf den ersten Blick scheint das Buch viele Themen zu behandeln: Beleuchtung, Sitzgelegenheiten, Deko, Sichtschutz, Begrünung, Terrassenbelege, Beschattung, Standort und Material. Doch beim Lesen stellt man dann schnell fest das es kaum Vielfalt im Buch gibt und immer mehr bekam ich das Gefühl das die Autorin nur ihre eigene Terrasse vorstellen möchte. Ich hätte zum Beispiel viel mehr Input dazu erwartet die Terrasse überhaupt erstmal zu bauen, doch hier geht es eher um die Gestaltung der schon bestehenden Terrasse, die für diese Ideen auch noch sehr großzügig sein muss und eigentlich nur Menschen mit hohem Budget anspricht. Ideen und Do it yourselfs für den kleineren Geldbeutel sucht man vergebens. Das hier ist eher wie ein Hochglanzkatalog.
Die Fotos sind schön, aber entsprechen so gar nicht dem was uns möglich ist.

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