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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.07.2025

Und wöchentlich grüßt...

Love On Repeat
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Kennt ihr das? Man liest ein Buch, weiß anfangs gar nicht so recht, worauf man sich eingelassen hat und am Ende ist man doch begeistert. Genau so ging es mir mit Love on Repeat.

Dabei war ich erst skeptisch. ...

Kennt ihr das? Man liest ein Buch, weiß anfangs gar nicht so recht, worauf man sich eingelassen hat und am Ende ist man doch begeistert. Genau so ging es mir mit Love on Repeat.

Dabei war ich erst skeptisch. Hätte ich vorher wirklich verstanden, worum es in der Geschichte geht, hätte ich das Buch gar nicht gelesen. Zeitschleifen? Eigentlich gar nicht mein Ding. Aber letzendlich hatte ich eine richtig gute Zeit mit diesem Buch.

Im Mittelpunkt steht Lara, eine Naturwissenschaftlerin, die nach ihrem Bionik-Studium ein Sabbatjahr einlegt, um einen Thriller zu schreiben. Der Plan ist diszipliniert zu arbeiten, fokussiert zu bleiben. Die Realität ist aber Chaos. Und dann klaut ihr auch noch ein Typ immer wieder das dringend benötigte Forensikbuch in der Bibliothek. Woche für Woche. Immer der gleiche Typ. Bald merkt Lara, dass sie irgendwie in einer Zeitschleife feststeckt und dass Leo etwas damit zu tun haben könnte. Also beschließt sie, ihn besser kennenzulernen und dem Geheimnis auf den Grund zu gehen.

Obwohl mich das Zeitschleifen-Thema streckenweise etwas gelangweilt hat, hat das Buch insgesamt viel wettgemacht: Es ist herrlich witzig, warmherzig und charmant. Lara ist eine wunderbar ungewöhnliche Protagonistin, klug, etwas schrullig, und total liebenswert. Auch die Nebenfiguren haben mich begeistert: ihre Mitbewohnerin, ein älteres schwules Ehepaar im Haus, um das sie sich kümmert, einfach herzerwärmend.

Die Liebesgeschichte zwischen Lara und Leo entwickelt sich mit einer tollen Dynamik, ohne kitschig zu sein. Besonders der Humor und die leichten, liebevollen Dialoge haben das Buch für mich zu einem echten Wohlfühlroman gemacht.

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Veröffentlicht am 05.06.2025

Ein gemütlicher Krimi

Marchfield Square
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In der Gated Community Marchfield Square wird in Wohnung Nummer 10 die Leiche von Richard Glead entdeckt. Die Polizei geht schnell davon aus, dass seine Ehefrau Linda ihn getötet hat, immerhin ist bekannt, ...


In der Gated Community Marchfield Square wird in Wohnung Nummer 10 die Leiche von Richard Glead entdeckt. Die Polizei geht schnell davon aus, dass seine Ehefrau Linda ihn getötet hat, immerhin ist bekannt, dass Richard ihr gegenüber gewalttätig war. Kurz darauf stirbt auch Linda.

Celeste, die Vermieterin, vertraut den offiziellen Ermittlungen nicht und bittet Audrey, ihre Reinigungskraft, sowie Lewis, einen zurückgezogen lebenden Krimiautor, sich auf die Suche nach der Wahrheit zu machen. Gemeinsam beginnen die beiden, ihre Nachbar*innen zu befragen, beobachten das seltsame Verhalten mancher Hausbewohner und decken nach und nach ein Geflecht aus Geheimnissen, Lügen und möglichen Motiven auf.

Der Roman erinnert in Ton und Aufbau stark an klassische Krimis à la Agatha Christie: Ein begrenzter Kreis an Verdächtigen, eine abgeschlossene Kulisse, viele verhörartige Gespräche und immer wieder neue Hinweise, die die Ermittlung in eine andere Richtung lenken. Trotz der cosy Atmosphäre behandelt die Geschichte auch ernsthafte Themen wie häusliche Gewalt und seelische Verletzungen.

Der Schreibstil ist sehr leicht und flüssig, die Kapitel sind angenehm kurz und manchmal mit Chatnachrichten aufgelockert. Besonders hilfreich ist die Karte des Wohnkomplexes am Anfang des Buches, da es viele Namen gibt, die man sich merken muss. Die Auflösung des Falls ist zwar logisch und gut aufgebaut, jedoch nicht ganz so überraschend, wie man es sich nach den vielen Wendungen vielleicht erhofft hätte.


Veröffentlicht am 20.04.2025

Zwischen Liebe, Wut und Rache

Wut und Liebe
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„Ich liebe ihn, aber nicht das Leben mit ihm.“

„Wut und Liebe“ von Martin Suter taucht tief in die Abgründe des menschlichen Seins ein. Mit viel psychologischem Feingefühl, wie man es von Suter kennt, ...

„Ich liebe ihn, aber nicht das Leben mit ihm.“

„Wut und Liebe“ von Martin Suter taucht tief in die Abgründe des menschlichen Seins ein. Mit viel psychologischem Feingefühl, wie man es von Suter kennt, werden die Charaktere lebendig und glaubwürdig dargestellt. Es geht um verletzte Gefühle, Rache und zwischenmenschliche Spannungen, die sich nach und nach zu einem komplexen Beziehungsgeflecht verweben.

Im Mittelpunkt steht Noah, ein mittelloser Künstler, der von seiner Freundin verlassen wird. Sie liebt ihn zwar noch, aber sie erträgt das Leben mit ihm nicht mehr. Diese Entscheidung wirft ihn aus der Bahn, aber möglicherweise ist die Witwe, die er eines abends kennenlernt, eine Lösung für sein Problem. Diese möchte sich am Chef ihres verstorbenen Mannes rächen. Es folgen viele unerwartete Wendungen und Verstrickungen.

Zugegeben, der Einstieg fiel mir etwas schwer. Es dauerte, bis ich in die Geschichte fand. Doch dann entwickelte sich eine starke Sogwirkung und ich konnte das (Hör)buch kaum noch aus der Hand legen. Die Spannung bleibt bis zum Ende erhalten und dieses lässt einen auch nach dem Lesen nicht los.

Das Hörbuch ist genial eingesprochen, Gert Heidenreich ist die perfekte Besetzung!

Ein spannender, psychologisch gut erzählter Roman, der nachwirkt. 4/5 Sterne

Veröffentlicht am 07.04.2025

Nordische Mythologie trifft Feminismus

Die Skaland-Saga, Band 1 - A Fate Inked in Blood
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„At Fate Inked in Blood“ spielt in Skaland, dem früheren Norwegen. Im Mittelpunkt steht Freya, die als Schildmaid eine wichtige Rolle in einer alten Prophezeiung spielt: Sie soll einen König an die Macht ...

„At Fate Inked in Blood“ spielt in Skaland, dem früheren Norwegen. Im Mittelpunkt steht Freya, die als Schildmaid eine wichtige Rolle in einer alten Prophezeiung spielt: Sie soll einen König an die Macht bringen. Doch anstatt selbst entscheiden zu dürfen, wird sie von mächtigen Männern wie Besitz hin- und hergeschoben.

Das Buch ist ganz klar feministisch. Freya ist wütend, und das völlig zu Recht, auch wenn sie immer wieder zwischen sich und ihren Verpflichtungen hin- und hergerissen ist. Ihre Gefühle sind greifbar, und ich konnte mich sehr gut in sie hineinversetzen. Ihre Entwicklung war spannend mitzuverfolgen.

Die Spannung zwischen Freya und Bjorn war ein echtes Highlight. Besonders ihre Wortgefechte waren witzig und charmant, und er ist eine wandelnde Green Flag! Alle anderen Figuren sind einfach nur zum Schreien, aber das ist so gewollt.

Allerdings war das Buch an einigen Stellen repetitiv. Freya kommt immer wieder in die gleichen Situationen und wälzt die gleichen Gedanken – das hätte etwas kürzer sein können. Auch das Ende war sehr vorhersehbar. Das hat mich aber nicht gestört, weil es bis dahin unterhaltsam war.

Ich freue mich auf Teil 2! 4/5 Sterne

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Veröffentlicht am 14.03.2025

Neuanfang mit Humor und Herz

Breakups and Butterflies
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„Breakups & Butterflies“ ist eine Neuauflage des 2020 erschienenen „Gar kein Plan ist auch eine Lösung“ und kann, bis auf ein paar kleine Schwächen, durchaus mit ihren neueren Büchern mithalten.

Mara ...

„Breakups & Butterflies“ ist eine Neuauflage des 2020 erschienenen „Gar kein Plan ist auch eine Lösung“ und kann, bis auf ein paar kleine Schwächen, durchaus mit ihren neueren Büchern mithalten.

Mara führt ein Leben, das auf den ersten Blick perfekt durchgeplant scheint, ein sicherer Job, eine solide Beziehung und eine geschmackvoll eingerichtete Wohnung. Doch als ihr Verlobter Sebastian sie unerwartet verlässt und sie plötzlich ohne Plan dasteht, wird sie gezwungen, sich selbst und ihre Vorstellungen vom Leben neu zu hinterfragen.

Kyra Groh erzählt Maras Geschichte mit einem wunderbar leichten und humorvollen Schreibstil, der es leicht macht, direkt in die Geschichte einzutauchen. Durch die fein gezeichneten Charaktere gewinnt die Geschichte an Tiefe, besonders Maras Bruder Veda und Kitty sind Figuren, die man einfach ins Herz schließen muss.

Was „Breakups & Butterflies“ besonders macht, ist die gelungene Mischung aus Humor und ernsten Themen. Maras Vergangenheit und ihre persönliche Entwicklung geben der Geschichte emotionale Tiefe, ohne dass es dabei zu schwer oder melodramatisch wird. Sie ist keine perfekte Heldin, sondern eine Figur mit Schwächen, die sie selbst reflektiert. Einzig die Thematik rund um den Namen ihres Bruders hätte noch intensiver behandelt werden können. Da habe ich mich sehr über die Protagonistin geärgert, gerade in der Neuauflage hätte es sich angeboten, in den Annotationen darauf einzugehen.

Insgesamt ist das Buch weit mehr als eine typische RomCom. Kyra Groh schafft es, mit viel Gefühl und Leichtigkeit, Themen wie mentale Gesundheit und persönliche Weiterentwicklung einfließen zu lassen. Eine charmante Geschichte über Neuanfänge.

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