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Veröffentlicht am 12.06.2025

Konnte mich überraschen!

The Deer and the Dragon
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Inhalt: Marlow ist sich sicher, dass etwas mit ihr nicht stimmt. Die Alternative wäre, sich einzugestehen, dass sie die Gabe – oder den Fluch – ihrer Mutter und Großmutter geerbt hat: Sie kann Engel und ...

Inhalt: Marlow ist sich sicher, dass etwas mit ihr nicht stimmt. Die Alternative wäre, sich einzugestehen, dass sie die Gabe – oder den Fluch – ihrer Mutter und Großmutter geerbt hat: Sie kann Engel und Dämonen sehen, darunter eine dunkle und heimtückische Kreatur, die Marlow ihr ganzes Leben lang begleitet hat. Zumindest glaubt sie das, bis eine Fae aus dem nordischen Pantheon in ihr Leben tritt und sie darüber aufklärt, dass sie das Bett mit dem Fürsten der Hölle geteilt hat.

Ein Fürst, der nun verschwunden ist.

Ehe sie sich versieht, ist Marlow tief in einen jahrhundertealten Krieg verstrickt und stolpert geradewegs auf ein Schlachtfeld zwischen mächtigen Wesen aus den Mythen und Legenden des mächtigsten Pantheons der Welt. Und wer am Ende als Sieger hervorgehen wird, kann nur von ihr und der Liebe abhängen, an die sie nie zu glauben wagte.

Dieser Roman konnte mich tatsächlich positiv überraschen. Ich hatte etwas Sorge, dass es zu düster werden und in Anbetracht der Vorgeschichte der Hauptfigur zu viel Fokus auf Dark Romance Elemente liegen könnte, aber stattdessen hat mich die Geschichte total erreichen können. Die Autorin verwebt diverse Mythen und Sagen miteinander als Grundlage für ihr Worldbuilding, in dem es nicht nur einen Gott, sondern viele mit ihren zugehörigen Königreichen gibt, so z.B. Himmel, Hölle, Zeus auf dem Olymp etc. Das fand ich total spannend und war mir so noch nicht begegnet. Obwohl ich nicht alle Sagen und zitieren Bibeltexte/-stellen kenne, sodass ich nicht bei jeder Figur direkt einen Aha- Moment hatte oder manche Anspielungen nicht verstand, war dies trotzdem sehr neuartig und interessant.

Während ich mit der weiblichen Hauptfigur Marlow erst warm werden musste, haben wir insbesondere die Nebenfiguren direkt sehr gut gefallen. Dadurch, dass die Autorin sehr viele Ideen hatte, verlor sie sich manchmal ein bisschen in ihren Beschreibungen, und der Handlungsstrang wirkte etwas chaotisch auf mich. Nichtsdestotrotz wollte ich stets weiterlesen und war begeistert, dass die love Story nur einen Anteil ausmacht und der Fokus wirklich auf der Haupthandlung lag. Der Roman endet mit einem bösen Cliffhanger und ich werde sicherlich auch Bd. 2 lesen.

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Veröffentlicht am 06.06.2025

Viel Tiefe, sehr emotional, aber nicht immer zeitgemäße Verhaltensweisen

Preston Brothers, Band 1 - Loving Lucas
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Lucas Preston und seine Freundin Laney kennen sich, seitdem sie elf Jahre alt sind. Laney wurde als Einzelkind nahezu von Beginn an in das Herz der 9-köpfigen Familie der Prestons aufgenommen und seitdem ...

Lucas Preston und seine Freundin Laney kennen sich, seitdem sie elf Jahre alt sind. Laney wurde als Einzelkind nahezu von Beginn an in das Herz der 9-köpfigen Familie der Prestons aufgenommen und seitdem die Mutter der 7 Prestons-Geschwister verstarb, zudem eine wichtige Säule und Unterstützung. Kurz vor Laneys 18. Geburtstag stehen Lucas und Laney endlich kurz davor, ein Paar zu werden, denn sie sind schon seit Jahren heimlich ineinander verliebt, ohne zu erkennen, dass der jeweilige andere genauso tiefe Gefühle für den anderen hegt. Doch dann kommt alles anders…

Dieser Roman hat mich von Beginn an gefesselt - mit einem emotional geprägten Sprachstil wird die Geschichte in wechselnden Kapiteln aus Sicht der Hauptfiguren Laney und Lucas wiedergegeben, wobei Lucas‘ dabei das Zentrum der Geschichte bildet. Rückblicke in die Vergangenheit vermitteln dem/der Leser:in die glaubhafte Tiefe der bereits bestehenden Verbindung zwischen den Protagonisten.

Nach einem starken Beginn des Romans, in denen ich die beiden Protagonisten in mein Herz schloss, verlor ich leider die Bindung zu Laney. Dies lag vor allem daran, dass die Perspektive nunmehr nur noch aus Lucas‘ Sicht geschildert wurde und ich Laneys Verhalten nicht immer nachvollziehen konnte. Hinzu kam, dass mir Lucas insbesondere zum Ende des Romans oft zu überbehütend vorkam, während ich Laney als zu unselbstständig und als „Anhängsel“ empfand, das nicht mal versuchte, sich aus seiner Erfahrung heraus zu emanzipieren. Das „Ich warte auf den großen starken Mann, der mich rettet“, war mir zu rückständig und nicht das, was ich meiner Tochter in diesem beeinflussbaren Alter der Zielgruppe vorleben wollen würde.

Nichtsdestotrotz habe ich mich gut unterhalten gefühlt und konnte den Roman kaum aus den Händen legen. Denn besonders die verschiedenen Charaktere und witzigen Szenen in der Großfamilie der Prestons haben es mir angetan und ich habe mich beim Lesen dieser Szenen sehr wohlgefühlt. Auch sehr interessant und wichtig fand ich die im Hintergrund liegenden auch schwereren Themen wie Verlust eines wichtigen Menschen, Gewalt in einer Beziehung und Entfremdung. Nun bin ich auf jeden Fall sehr neugierig auf die Fortsetzungen und hoffe auf mehr zeitgemäße Interaktionen.

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Veröffentlicht am 30.05.2025

Geheimnisse unter Nachbarn

Marchfield Square
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Als ein Mieter im beschaulichen Marchfield Square in London erschossen aufgefunden wird, schießt sich die Polizei schnell auf die Witwe ein - schließlich war der Tote ein frauenprügelnder Gauner. Da diese ...

Als ein Mieter im beschaulichen Marchfield Square in London erschossen aufgefunden wird, schießt sich die Polizei schnell auf die Witwe ein - schließlich war der Tote ein frauenprügelnder Gauner. Da diese jedoch ein Alibi vorweisen kann und die Eigentümerin des eleganten Wohnkomplexes die Witwe entlasten möchte, beauftragt sie 2 Mieter, um Nachforschungen anzutreiben: Lewis, ein verkappter Krimiautor, der zwar analytisch, aber oft ungeschickt im Umgang mit Menschen ist, und Reinigungskraft Audrey, die zupackend und mit Empathie gesegnet ist. Gemeinsam begeben sie sich auf Spurensuche und bringen einige Geheimnisse zu Tage, was nicht jedem gefällt...

"Marchfield Square" ist ein Kriminalroman der Autorin Nicola Whyte und wird in wechselnden Kapiteln aus Sicht der Hauptfiguren Lewis, Audrey und Celeste wiedergegeben. Während mir die sympathische Audrey mit ihrer warmherzigen und die resolute Celeste mit ihrer ulkig-bestimmenden Art sofort ans Herz gewachsen sind, habe ich bei Lewis etwas länger gebraucht, um mit ihm warm zu werden. Er benahm sich oftmals wie die Axt im Walde und behandelte Audrey zunächst sehr von oben herab. Nach und nach knackte Audrey aber seine harte Schale und so wurde er auch mir allmählich sympathischer. Die Ermittlungen wirkten auf mich durchgehend nachvollziehbar und das Duo kam stets gut voran. Dennoch mangelte es mir manchmal entweder an mehr Thriller-Gefühl, um durchweg gebannt an den Seiten zu hängen, oder mehr Witz oder Behaglichkeit (durch Lewis Art). Sehr gut gefallen hat mir aber, dass der Fall und auch die kleineren Geheimnisse kaum vorhersehbar waren und die Auflösung schlüssig war und zudem noch die ein oder andere Überraschung bereit hielt. Das Setting im Marchfield Square konnte mich ebenfalls überzeugen und hatte Ähnlichkeiten zu "Das Fenster zum Hof", auch wenn es nicht so gruselig-spannend war wie der Klassiker. Auch, wenn mir keine Schauer über den Rücken gelaufen sind hat mir der Roman insgesamt wirklich gut gefallen und ich hoffe sehr auf eine Fortsetzung!

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Veröffentlicht am 30.05.2025

Überraschend fesselnd trotz einiger Kritikpunkte

The Wrong Bride
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Seit Jahren ist Ravens ältere Schwester Hannah Ares, dem ältesten Sproß der Windsor-Familie, versprochen. Die Familien sind wichtige Vertragspartner und kennen sich bereits seit Ewigkeiten - und genau ...

Seit Jahren ist Ravens ältere Schwester Hannah Ares, dem ältesten Sproß der Windsor-Familie, versprochen. Die Familien sind wichtige Vertragspartner und kennen sich bereits seit Ewigkeiten - und genau so lange schwärmt Raven heimlich für den Verlobten ihrer Schwester. Ares und Hannah stehen nach 5 Jahren Beziehung nun kurz vor ihrer Hochzeit und Raven versucht, die Zeit tapfer durchzustehen. Als Hannah jedoch kalte Füße bekommt und die Hochzeit absagt, machen die Familien Druck und verlangen, dass Raven Ares heiratet. Denn im Vordergrund steht stets die Geschäftsverbindung und die wirtschaftlichen Interessen müssen geschützt werden. Raven ist hin- und hergerissen zwischen ihrem Pflichtgefühl gegenüber ihrer Familie, ihrer heimlichen Liebe zu Ares, dem schlechten Gewissen gegenüber ihrer Schwester und dem großen Opfer, durch die Hochzeit auf die eigenen Bedürfnisse zu verzichten. Doch vielleicht bietet die Heirat ja auch einen Vorteil: Hat sie so die Chance, Ares für sich zu gewinnen?

"The Wrong Bride" von Catharina Maura ist wahnsinnig atmosphärisch und gut geschrieben. Obwohl es inhaltlich wirklich simpel gestrickt ist und ich über die zwanghafte Verheiratung reicher, eigenständiger, erwachsener Menschen durch die Matriarchin der Familie Windsor "Granny" nur den Kopf schütteln konnte und mich stets fragte, wer um Himmel sowas mit sich machen lassen würde, konnte ich den Roman nicht mehr aus den Händen legen. Die Geschichte wird in wechselnden Kapiteln aus Ravens und Ares' Sicht wiedergegeben und ich konnte mich unglaublich gut in Raven einfühlen. Ihre emotionale Lage wurde wirklich gut und nahbar dargestellt, die Komplexität und ihre Zerrissenheit - allein das Sehnen nach Aris aber auch das Sehnen, jemandes Nummer 1 zu sein, - ist mir sehr nahe gegangen. Ares als Figur ist ein attraktiver männlicher Konterpart, allerdings empfand ich seine schnelle Entdeckung, dass er eigentlich Raven liebt, unauthentisch, wenig realistisch und seine Eifersucht gegenüber Dritten zu toxisch. Auch, dass er als Superreicher wenig selbstreflektiert direkt andere Menschen "vernichtete" und Raven immer als "Besitz" bezeichnete, fand ich abstoßend. Dieser Roman sollte wegen der manchmal schwierigen Verhaltensweisen der Figuren wirklich nur für Erwachsene herausgegeben werden, weil Jüngere dies möglicherweise nicht richtig einordnen können und falsche Vorbilder erhalten. Davon abgesehen waren Raven und Ares als Paar aber niedlich und es gab einige süße Szenen. Ravens Mutter und Schwester waren die perfekten Figuren zum Hassen und ich habe mich ständig gefragt, womit sie Raven als nächstes behelligen werden. Mich irritierte, dass die Großmutter von Ares schalten und walten kann, wie sie will - ich bin gespannt und hoffe, dass ihre Figur in den kommenden Romanen kritisch hinterfragt wird. Etwas schade fand ich, dass die sozialen Kontakte von Raven und Ares jeweils erst sehr spät aufs Tableau kamen, vorher waren mir die beiden dann doch etwas zu sehr in ihrer Bubble. Als es eintönig wurde, lockerten diese Szenen den Roman glücklicherweise für mich auf.

Fazit: Auch, wenn meine innere Feministin sich windet, fand ich den Roman unterhaltsam und sehr kurzweilig und werde sicherlich auch die Folgebände lesen.

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Veröffentlicht am 21.05.2025

Überraschend gut

Das Leben fing im Sommer an
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Inhalt: Es ist der Sommer 2006, ein Hitzerekord jagt den nächsten, die Fußballweltmeisterschaft verändert das Land — und für den 15-jährigen Chris verändert sich gerade das ganze Leben. Er verbringt die ...

Inhalt: Es ist der Sommer 2006, ein Hitzerekord jagt den nächsten, die Fußballweltmeisterschaft verändert das Land — und für den 15-jährigen Chris verändert sich gerade das ganze Leben. Er verbringt die Abende mit seinen Freunden auf dem Dach der alten Scheune und verschläft die heißen Tage im Freibad. Er will Fußballprofi werden, aber vor allem will er eins: endlich cool sein. Chris ist ein Teenager wie jeder andere auch, auf der Suche nach sich selbst. Dann passiert das Unfassbare. Debbie, das schönste Mädchen der Schule, interessiert sich ausgerechnet für ihn. Es beginnt eine emotionale Achterbahnfahrt, bei der Chris alles wagt und doch nie vergisst, was wirklich wichtig ist: Freundschaft und die Gewissheit, wirklich gelebt zu haben. Ein nächtlicher Roadtrip mit seinem besten Freund ist da ein guter Anfang ...

Ich war ja so gespannt, was Christoph Kramer als Autor fabriziert, und wurde definitiv positiv überrascht. Sein Coming-of-Age Roman ist locker und leicht und erinnerte mich an meine eigene Jugend. Er hat wahnsinnig gut geschildert, wie man als Teenie von einer Sekunde auf die nächste den absoluten Weltuntergang erlebt, weil der Schwarm jemand anderen küsst, nur um im nächsten Moment schon zu vergessen, dass man jemals in ihn/sie verliebt war. Von Freiheit und den kleinen und großen Problemen im Teeniealter las sich der Roman wie ein angenehmer Sommerabend nach einem Sommertag im Freien. Besonders angetan hat es mir aber das Nachwort, das den Kreis schließt und klar macht, was Wahrheit und was Fiktion ist. Überraschend gut!

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