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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.08.2025

Etwas vorhersehbar

Das Versprechen eines Sommertags
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Isabelle‘s Eltern leben seit sie Rentner sind auf Mallorca und wollen jetzt nach 50 Jahren Ehe ihre Goldhochzeit groß feiern. Natürlich sind Kinder und Enkelkinder eingeladen. Isabelle und ihr Mann machen ...

Isabelle‘s Eltern leben seit sie Rentner sind auf Mallorca und wollen jetzt nach 50 Jahren Ehe ihre Goldhochzeit groß feiern. Natürlich sind Kinder und Enkelkinder eingeladen. Isabelle und ihr Mann machen sich also gemeinsam mit ihrem Nachwuchs auf den Weg, allerdings mit etwas zwiespältigen Gefühlen, denn die eigene Ehe steht kurz vor dem Aus. Während sich Isabelle noch Hoffnungen macht, dass dieser Urlaub das Ruder nochmal herumreißen könnte, ist Stefan schon aus dieser Ehe ausgestiegen. Da man die Jubilare aber nicht vor den Kopf stoßen will, soll das Thema Trennung verschwiegen werden.

Überraschenderweise bringt Isabelle‘s Bruder Daniel noch seinen besten Freund Ben mit zur bevorstehenden Feier. Isabell und Ben waren vor Jahren für einen Sommer ein Paar, bevor sich ihre Lebenswege trennten.


Die Geschichte war mir ein bisschen zu sehr vorhersehbar. Es gab keine großen Überraschungen, keine spannenden Wendungen.

Die Autorin hat jede Menge sympathische Charaktere geschaffen, die man gerne begleitet. Das Urlaubssetting war traumhaft. Man möchte nur zu gern den nächsten Flieger nach Mallorca buchen.. Verstimmungen gab es lediglich, wenn Stefan ( der einzige Unsympath im Buch, zumindest zeitweise) im Urlaub plötzlich arbeiten musste oder eine Salzwasserallergie entwickelte und somit als Spaßvogel für seine Kinder fast permanent ausfiel.

Ansonsten keine Konflikte, keine Katastrophen, fast alles herrlich! Einen kleiner Dämpfer bekommt die fast perfekte Urlaubswelt dann doch noch. Es wird aber frühzeitig angedeutet und ist dann auch nicht allzu überraschend.


Schade! Ich hatte mir ein bisschen mehr erhofft. Trotzdem liest sich die Geschichte gut weg und hat gute Voraussetzungen für eine Urlaubslektüre, wenn einen die oben aufgeführten Kritikpunkte nicht zu sehr stören.

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Veröffentlicht am 10.08.2025

Sprachlich sehr schön aber zu wenig Handlung

Flusslinien
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Die 102 jährige Margrit blickt auf ein bewegtes Leben zurück. Sie ist noch ganz rüstig, zu fit für das Seniorenheim, aber beim betreuten Wohnen kann man sich ja zum Glück den ein oder anderen Service dazubuchen ...

Die 102 jährige Margrit blickt auf ein bewegtes Leben zurück. Sie ist noch ganz rüstig, zu fit für das Seniorenheim, aber beim betreuten Wohnen kann man sich ja zum Glück den ein oder anderen Service dazubuchen und sich ein Stück weit seine Selbstständigkeit erhalten. Neben der Seniorin spielen in dem Buch noch deren Enkelin Luzie und ihr Fahrer Arthur eine tragende Rolle.

Um Luzie macht sich Margrit etwas Sorgen, da sie kurz vor dem Abitur die Schule geschmissen hat und nun als Tatookünstlerin arbeiten möchte. Margrit, die ein gutes Verhältnis zu ihrer Enkeltochter hat, merkt, dass Luzie etwas Schlimmes erlebt hat, darüber aber nicht sprechen will. Das Verhältnis der beiden fand ich richtig schön zu lesen, auch weil die Oma mit einer besonderen Feinfühligkeit versucht mehr zu erfahren, ohne Luzie ganz direkt auszuquetschen. Eine tolle Idee der Autorin, dass sich Margrit schließlich von der Enkelin tätowieren lässt! Man merkt Luzie die Leidenschaft und Ernsthaftigkeit an, mit der sie dieses Projekt in Angriff nimmt. Für mich waren diese Stellen auf jeden Fall die Highlights im Buch.

Auch Arthur verbirgt ein Trauma, ist ebenfalls sensibel und aufmerksam und umschifft die Widrigkeiten des Lebens mit viel Humor. Er hat etwas die Orientierung verloren, fährt jetzt also alte Leute durch die Gegend, engagiert sich für den Naturschutz , betätigt sich als Sondensucher und erfindet Fantasiesprachen, die sich ab und zu sogar für Fantasiefilme verkaufen lassen.

Wenn sich Margrit zurückerinnert an ihre Kindheit und Jugend, dann auch immer an Elsa Hoffa, die den römischen Garten, den sie so liebt entworfen hat und die für einige Zeit die intime Freundin ihrer Mutter Johanne war, bis die Kriegszeiten beide trennten.



Sprachlich war das Buch wirklich schön, eine richtige Handlung sucht man allerdings vergeblich. Wie der Fluss, an dem es spielt, der Elbe, mäanderte die Geschichte so vor sich hin. Viele Nebenfiguren tauchen auf, die die Handlung in kleinster Weise voranbringen. Ich hatte außerdem den Eindruck, dass sich die Sprache der Personen nicht sehr voneinander unterschieden hat. Alle 3 Hauptfiguren hatten irgendwie denselben Humor und Schwierigkeiten sich zu öffnen hatten Luzie und Arthur gleichermaßen. Ich habe das Buch mit Abstrichen ganz gern gelesen. Ich hatte mir allerdings mehr erwartet.

Nach sehr vielen positiven Meinungen, war meine Erwartungshaltung aber vielleicht auch zu hoch.

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Veröffentlicht am 30.06.2025

Durchschnittlich

The Hike
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Vier Freundinnen verreisen nach Norwegen, um dort gemeinsam auf eine Bergtour zu gehen. Die Frauen sind sehr verschieden und wir lernen sie ausführlich kennen. Jede hat ihr Päckchen zu tragen. Joni ist ...

Vier Freundinnen verreisen nach Norwegen, um dort gemeinsam auf eine Bergtour zu gehen. Die Frauen sind sehr verschieden und wir lernen sie ausführlich kennen. Jede hat ihr Päckchen zu tragen. Joni ist ihren Mädels sogar hinterhergereist. Sie bringt den Glamourfaktor in das Quartett. Spontan und ohne groß nachzudenken, hat sie ihre Band, die sich gerade auf Tournee befand, im Stich gelassen, um auch an dem Abenteuer teilzunehmen.

Es war ein typisches Lucy Clarke Buch. Der Aufbau erinnerte stark an „One of the girls“.

Ganz schön leichtsinnig, derart schlecht vorbereitet diese schwierige Bergtour zu unternehmen. Da wurde nicht trainiert, die nagelneuen Wanderschuhe nicht mal eingelaufen und die schlechte Wetterprognose ignoriert.

Natürlich konnte das nicht gutgehen. Die Stimmung kippte schnell, und die Freundschaft der Frauen wurde auf eine harte Probe gestellt. Zusätzlich gab es dann noch eine Bedrohung von außen.

Es war ein Spannungsroman mit typischem Schnittmuster, der mich trotz meiner Kritikpunkte ganz solide unterhalten hat, Durchschnitt halt, nichts Besonderes!

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Veröffentlicht am 11.06.2025

Nicht mein Buch

Pi mal Daumen
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Alina Bronsky‘s neuester Roman „Pi mal Daumen“ handelt von zwei Außenseitern. Der 16jährige, hochbegabte, adelige Oscar trifft in einer Mathematikvorlesung auf die 63jährige Moni, die sich mit dem Mathematikstudium ...

Alina Bronsky‘s neuester Roman „Pi mal Daumen“ handelt von zwei Außenseitern. Der 16jährige, hochbegabte, adelige Oscar trifft in einer Mathematikvorlesung auf die 63jährige Moni, die sich mit dem Mathematikstudium einen Lebenstraum erfüllen möchte. Oscar hält die umtriebige, chaotische Frau zunächst für die Putzfrau und keinesfalls für eine Mathematikerin. Normalerweise werden Dilettanten ja auch gnadenlos ausgesiebt im Studium, doch Moni‘s Art rührt Oscar, und er beschließt ihr beim Fachlichen zu helfen. Auch Oscar profitiert von der patenten Alltagsmanagerin Moni, die notfalls ihre Enkel mit zur Vorlesung bringt.

Die Geschichte wird aus Oscar‘s Sicht geschrieben, der zwar ein richtiger Mathe-Nerd ist, im Alltag und im Umgang mit anderen Menschen aber deutlich Nachholbedarf hat. So helfen sich diese beiden ungleichen Charaktere gegenseitig und werden Freunde.



Leider, leider hat mich die Geschichte nicht ganz erreicht. Ich fand die Figuren stark überzeichnet und habe vielleicht den ein oder anderen Mathe spezifischen Gag nicht verstanden. Obwohl ich stellenweise wirklich Spaß hatte, hat mich die Autorin zwischendurch immer wieder verloren. Den Schluß der Geschichte mochte ich gar nicht.

Schade, vielleicht waren die Erwartungen zu hoch. Es war nicht meine Geschichte, was natürlich ganz mein subjektives Empfinden ist. Für Viele war dieses Buch ein Highlight.


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Veröffentlicht am 23.05.2025

Beziehungsrückblick

Munk
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Mitten auf der Rolltreppe eines Kaufhauses bricht der 51jährige Stararchitekt Peter Munk zusammen und erleidet einen Herzinfarkt. Eigentlich ist er viel zu jung für sowas, ernährt sich gesund und treibt ...

Mitten auf der Rolltreppe eines Kaufhauses bricht der 51jährige Stararchitekt Peter Munk zusammen und erleidet einen Herzinfarkt. Eigentlich ist er viel zu jung für sowas, ernährt sich gesund und treibt Sport. Wie kann das sein?
Er überlebt und sucht sich für seine Rehamaßnahme das Mönchhof Resort im Schwarzwald aus, ein Fünfsternehotel mit Beautyfarm und Wellnessoase und einer versteckten medizinischen Abteilung, eine Einrichtung also, die sich nicht so sehr nach Krankenhaus anfühlen sollte und nur wohlhabende Klientel zu seinen Gästen zählt.
Der Klinikpsychologe gibt Munk die Aufgabe über die Beziehungen in seinem Leben nachzudenken. Was hat er gelernt? Wie war der Einfluss dieser Menschen auf sein weiteres Leben? Nach anfänglichem Zögern nimmt Peter Munk diese Aufgabe dann doch sehr ernst , macht eine Liste mit all den gescheiterten Liebesbeziehungen seines Lebens, 13 an der Zahl, und denkt ausführlich über jede dieser Frauen nach. Er denkt darüber nach, wie er zu dem Mann wurde, der er geworden ist und wie er immer versucht hat bloß nicht zu werden wie sein Vater.
Es folgt eine Aneinanderreihung der Verflossenen.
Jede Frau hat ihre Geschichte. Sie alle sind sehr unterschiedlich und so unterhaltsam es zu lesen war, fehlte es mir allein durch die Vielzahl der Geliebten deutlich an Tiefe. Kaum ist man zur nächsten Frau übergegangen, hat man die Geschichte der Vorangegangenen schon fast wieder vergessen.
Auch das Ende der Geschichte hat mich nicht überzeugen können.

Leider nur Durchschnitt oder wie sagt man so schön: Man kann es lesen, muss es aber nicht.

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