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Veröffentlicht am 16.06.2025

Eiskalte Verfolgungsjagd

Die Tote in der Gracht
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„Die Tote in der Gracht“ ist der 2. Fall für Griet Gerritsen.
Die Vorbereitungen für den endlich wieder stattfindenden Elfstädtelauf, dem längsten und härtesten Schlittschuh-Rennen der Welt, laufen auf ...

„Die Tote in der Gracht“ ist der 2. Fall für Griet Gerritsen.
Die Vorbereitungen für den endlich wieder stattfindenden Elfstädtelauf, dem längsten und härtesten Schlittschuh-Rennen der Welt, laufen auf vollen Touren. Da der letzte Lauf aufgrund der Witterungsverhältnisse 1997 stattfand, werden viele Läufer und Gäste erwartet.
Doch noch bevor der Startschuss fällt, wird eine Tote in der Gracht gefunden. Nachdem Griet und Pieter nach ihrem letzten Fall kaltgestellt wurden und nur noch Cold Cases auf dem Tisch hatten, dürfen sie jetzt endlich wieder ermitteln. Die Tote ist eine junge Reporterin, die vergiftet wurde. Griet und ihr Kollege Pieter gehen den Spuren nach. Langsam kristallisieren sich Zusammenhänge zum letzten Elfstädtelauf heraus und sie finden ein Gruppe Läufer, die schon 1997 teilgenommen hatten. Aber was war damals passiert? Was hat die Tote herausgefunden? Es ist eine langwierige, aber keine langweilige, Ermittlungsarbeit, die immer auf neue und unterschiedliche Spuren führt. Dabei geht es nicht nur um Regelverstöße beim damaligen Lauf, sondern auch um Geldgier und kriminelle Familienangelegenheiten.
Für Griet und Pieter als Team ist es der zweite Fall. Die beiden mag ich sehr, sie sind inzwischen gute Freunde geworden, obwohl Pieter hier etwas verschweigt und Griet durch ihre Hartnäckigkeit auch dieses Rätsel löst. Dabei hat auch sie noch ein Problem. Ihr Ex-Mann will mit der gemeinsamen Tochter über Weihnachten zu ihr kommen. Doch dann bringt er Fenja einige Tage vorher vorbei und lässt sie bei Griet. Diese ist nicht die typische Mutter, sie hat keinen Beug zu Fenja und weiß nicht, was sie mit ihr machen soll. Dabei ist die Kleine ein aufgewecktes, intelligentes Mädchen. Doch auch hier steht ihr Pieter und seine Familie hilfreich zur Seite. Noemi kommt unerwartet früher von ihrem Einsatz aus London zurück und keiner weiß, warum. Sie verhält sich sehr verschlossen und niemand würde sich wundern, wenn sie dort wieder einen Alleingang gestartet hätte. Aber auch dahinter steckt etwas anderes.
Am Ende gehen alle drei bis an ihre Grenzen, um den Fall zu lösen.
Sehr interessant fand ich die historischen Fakten und Hintergründe des Laufes, der leider kaum noch stattfinden kann.
Der Schreibstil ist gut und flüssig, allerdings mit relativ vielen friesischen und niederländischen Sätzen oder Wörtern. Die meisten waren selbsterklärend und viele auch übersetzt worden, sodass es mich nicht weiter gestört hat.
Mir hat das Buch mit diesem außergewöhnlichen Schauplatz sehr gut gefallen. Ich würde gern noch mehr mit diesen Ermittlern lesen.
Auch das Cover passt prima zur Handlung und ist sehr schön.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.06.2025

Amors Pfeil bringt den Tod

Ausgespielt
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Die Partnervermittlung AMOR verspricht ihren Mitgliedern den perfekten Partner und gibt eine Erfolgsgarantie. Doch nach einem Blind Date ist eine Kundin tot. Das ruft Kommissarin Liv Dorn auf den Plan. ...

Die Partnervermittlung AMOR verspricht ihren Mitgliedern den perfekten Partner und gibt eine Erfolgsgarantie. Doch nach einem Blind Date ist eine Kundin tot. Das ruft Kommissarin Liv Dorn auf den Plan. Sie hat jahrelang undercover gearbeitet. Bei ihrem letzten Einsatz kam es jedoch zu einem Zwischenfall, sodass ihr Vorgesetzter sie abziehen musste. Es stellt sich heraus, dass die tote Frau nicht die erste war. Liv meldet sich bei AMOR an, um die letzten Kontakte der Toten zu treffen. Dabei entwickelt sie starke Gefühle für ein Date.
Als die pensionierte Kriminalkommissarin Alice Gerber von AMOR erfährt, sieht sie sofort Parallelen zu einem ihrer ersten Fälle als Vorgesetzte im Jahr 1986, bei dem es um eine Partnervermittlung namens Cupido ging. Der damalige Mörder wurde gefasst. Oder war es doch nicht der richtige? Alice nimmt Kontakt zu Liv auf, und gemeinsam wollen sie den Fall aufklären.
Liv ist eine vielschichtige Person. Sie hat viele Jahre mit verschiedenen Identitäten gearbeitet. Nun muss sie eine ganz andere Rolle spielen, was ihr anfangs etwas schwerfällt. Zudem hat sie mit ihrer persönlichen Geschichte zu kämpfen. Vor vielen Jahren ist ihre kleine Schwester verschwunden, die sie immer noch sucht. Sie ist eine mutige und kämpferische Person, die sich nicht unterkriegen lässt.
Auch Alice hatte es damals als eine der ersten Frauen in einer Führungsposition bei der Polizei nicht leicht. Was sie im Nachhinein alles herausfindet, ist furchtbar.
Durch den Perspektivwechsel vom Cupido-Fall im Jahr 1986 zur Gegenwart von Liv und Alice sowie die kurzen Kapitel wird die Spannung durchgehend aufrechterhalten. In jeder Zeit gibt es viele überraschende Wendungen und falsche Fährten. Das Buch fesselt von der ersten bis zur letzten Seite und ist einfach großartig.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.06.2025

Hat mir sehr gut gefallen

Mord auf Vlieland
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„Mord auf Vlieland“ ist der erste Teil der Holland-Krimi-Reihe mit Griet Gerritsen.
Griet wurde wegen Fehler bei ihrem letzten Europol-Einsatz, bei dem ein Beamten getötet wurde, nahegelegt, sich auf eine ...

„Mord auf Vlieland“ ist der erste Teil der Holland-Krimi-Reihe mit Griet Gerritsen.
Griet wurde wegen Fehler bei ihrem letzten Europol-Einsatz, bei dem ein Beamten getötet wurde, nahegelegt, sich auf eine neue Stelle als Mordermittlerin in Friesland zu bewerben. Durch Beziehungen von ganz oben tritt sie nun ihren ersten Arbeitstag an. Ihr Chef ist natürlich nicht begeistert, betraut sie aber gleich mit dem Fall eines Toten, der auf einer Sandbank in einem Schiffswrack auf Vlieland gefunden wurde. Ihr Team besteht aus dem gemütlichen Mittvierziger Pieter de Vries, der seinen Schreibtisch anscheinend seit Jahren nicht verlassen hat, und der übermotivierten Noemi Bogaard, Anfang zwanzig. Griet ahnt, dass es sich um einen Test handelt, da anscheinend niemand mit ihren beiden Teamkollegen zusammenarbeiten will.
Bei dem Toten handelt es sich um den sehr beliebten und anerkannten Hotelier Vincent Bakker. Vor Ort bekommen sie Unterstützung durch den attraktiven Insel-Polizeichef Henk van der Waal, da die Insulaner Fremden gegenüber sehr verschwiegen sind. Doch je tiefer sie in die Ermittlungen einsteigen, desto mehr dunkle Geheimnisse kommen ans Licht.
Griet weiß, dass sie den Fall nicht vermasseln darf, doch dann passieren unvorhersehbare Dinge, die sie zu einer eigenmächtigen Entscheidung zwingen.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Der Schreibstil ist flüssig und zügig lesbar. Es kommen viele niederländische Begriffe vor, deren Bedeutung man sich denken kann bzw. die auch übersetzt werden.
Die Charaktere sind authentisch beschrieben. Griet ist mir sehr sympathisch. Sie hatte es in den letzten Jahren nicht leicht. Bei einem Einsatz hat sie ihren Freund und Partner verloren und wurde selbst schwer verletzt. Aber sie hat sich wieder aufgerappelt. Mit ihren beiden Partnern in dem neuen Fall hat sie es anfangs schon etwas schwer. Pieter hat die letzten Jahre Cold Cases mehr oder weniger bearbeitet und ist ziemlich träge. Das Küken Naomi ist voller Tatendrang und missachtet schon mal die Vorschriften. Auch als Neuling bei der Polizei sollte sie diese kennen und nicht mit ihrem eigenmächtigen Verhalten die Ermittlungen gefährden. Pieter hingegen hat sich zu einem tollen Kollegen entwickelt, dem am Ende der Außendienst sogar Spaß macht.
Ebenfalls ist die charmante Atmosphäre der Insel mit ihren malerischen Stränden und der rauen Natur sehr gut eingefangen, trotzdem gleichzeitig ein fesselnder Kriminalfall im Mittelpunkt steht.
Auch das Cover passt zur Handlung, ist düster und wirkt nordisch rau.
Insgesamt ist „Mord auf Vlieland“ ein gelungener Krimi, der sowohl Spannung als auch eine Prise nordische Gelassenheit bietet. Die Kombination aus einer packenden Handlung, unterschiedlichen Charakteren und der wunderschönen Kulisse der Insel macht das Buch zu einem echten Lesevergnügen.

  • Einzelne Kategorien
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Veröffentlicht am 02.06.2025

Mord im Wollladen

Mord bei Schietwetter
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Regelmäßig treffen sich vier Damen und Derk zum Stricken und Klönen. Doch dieses Mal kommt Connie, die Inhaberin des Wollladens, nicht. Als alle in Derks Oldtimer losfahren, um sie zu suchen, finden sie ...

Regelmäßig treffen sich vier Damen und Derk zum Stricken und Klönen. Doch dieses Mal kommt Connie, die Inhaberin des Wollladens, nicht. Als alle in Derks Oldtimer losfahren, um sie zu suchen, finden sie sie tot in ihrem Laden, ganz offensichtlich ermordet. Derk, als ehemaliger Kriminalkommissar, weiß, was zu tun ist und leitet alles in die Wege. Als Oberkommissarin trifft seine Tochter Pauline am Tatort ein.
Für Derk ist es nicht einfach, ihn juckt es in den Fingern und er würde gerne ermitteln. Aber er ist im Ruhestand und will seiner Tochter nicht in die Quere kommen. Das lässt sich natürlich nicht vermeiden. Schon gar nicht, wenn man die vier Damen vom Strickclub um sich hat, die alle auf ihn einreden und auch selbst versuchen, etwas herauszufinden. Letztendlich sind sie dann doch eine große Hilfe bei der Lösung des Falls.
Es ist ein schöner, humorvoller Krimi in einem bezaubernden Ambiente mit sehr verschiedenen, authentisch dargestellten Charakteren. Zusammen harmonieren sie wunderbar und Derk fühlt sich wie der Hahn im Korb. Seine Strickarbeiten sind zwar nicht vorzeigbar, aber er hat einen sehr persönlichen Grund, bei den Treffen dabei zu sein. Ihn mag ich sehr. Er ist sehr agil und betreibt einen kleinen Gnadenhof auf seinem Grundstück.
Josefas Briefe an ihren toten Mann fand ich sehr emotional.
Der Schreibstil ist locker und leicht, sodass man sich mitten in der Handlung mit ihrem norddeutschen Charme fühlt. Die bildhaften Beschreibungen der Umgebung lassen die Kälte und den Wind förmlich spüren, was das Leseerlebnis umso intensiver macht.
Ich hoffe, der Strickclub kann noch lange in voller Besetzung ermitteln.
Auch das Cover ist toll und passt zur Gegend, natürlich darf auch ein Schaf nicht fehlen.

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Veröffentlicht am 30.05.2025

Schöner Sommerkimi

Frau Appeldorn und der tote Kapitän
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„Frau Appeldorn und der tote Kapitän“ ist der 3. Fall der Reihe. Als Frau Appeldorn mit ihrem roten Hut den charmanten und gutaussehenden Kapitän im Ruhestand Arne Carlsen kennenlernt, ist sie hin und ...

„Frau Appeldorn und der tote Kapitän“ ist der 3. Fall der Reihe. Als Frau Appeldorn mit ihrem roten Hut den charmanten und gutaussehenden Kapitän im Ruhestand Arne Carlsen kennenlernt, ist sie hin und weg. Sie denkt darüber nach, ihr Leben mit ihm zu teilen. Doch dann wird er ermordet, kehrt von einem Besuch in seiner alten Heimat nicht zurück. Nach dem ersten Schock macht sich Frau Appeldorn mit Hilfe ihres grummeligen Nachbarn Herrn Büyüktürk vom Rheinland aus auf den Weg nach Niendorf an die Ostsee. Dort beginnen die beiden zu ermitteln, lernen mehr vom Leben des Kapitäns kennen, ebenso seine Familie und Freunde. Nach ersten Erkundigungen steht für sie bereits eine Verdächtige fest, die natürlich alles abstreitet. Also geht die Spurensuche weiter, die sie in ein Netz aus Lügen führen. Bei ihren Ermittlungen geht Frau Appeldorn sehr rigoros und verbissen vor, stellt direkte Fragen und ist überzeugend in ihrer Argumentation. Dagegen hat auch Herr Büyüktürk keine Chance. Der würde lieber die Sonne, den Strand und das Meer genießen, wird aber von Frau Appeldorn immer wieder angetrieben. Die Interaktionen mit den anderen Charakteren sind lebendig und oft humorvoll, was der Geschichte eine angenehme Leichtigkeit verleiht. Obwohl ich ihren Antrieb verstehen kann, ist sie mir nicht wirklich sympathisch. Bei den sehr wenigen Ausflügen mit einem anderen Paar wirkt sie desinteressiert und unfreundlich. Aber diese verschiedenen Charaktere machen ja die Handlung aus. Auch die anderen Personen sind gut beschrieben mit ihrer nordischen Schweigsamkeit oder dem hessischen Frohsinn. Eigentlich ist es die traurige Geschichte einer späten noch im Keim steckenden Liebe, die genauso schnell endet, wie sie begann. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Der Schreibstil ist flüssig, die Handlung spannend und auch amüsant. Das Cover ist sehr schön. Der Leuchtturm und die Dünen lassen eher Urlaubsstimmung aufkommen. Auch Frau Appeldorns Markenzeichen, ihr roter Hut, darf nicht fehlen. Mit dem trotzt sie Wind und Wetter.

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