alles ist so, wie es scheint - oder?
Before we were innocentElla Berman hat mit ihrem Roman „Before we were innocent“ ein Buch geschrieben, das ich irgendwie nicht weglegen konnte, weil fast jedes Kapitel sich wie derf Cliffhanger zum nächsten anfühlte…
Die drei ...
Ella Berman hat mit ihrem Roman „Before we were innocent“ ein Buch geschrieben, das ich irgendwie nicht weglegen konnte, weil fast jedes Kapitel sich wie derf Cliffhanger zum nächsten anfühlte…
Die drei Freundinnen Bess, Joni und Evangeline finden in der Highschool nicht richtig Anschluss, dafür aber einander und es verbindet sie eine Teenager-Freundschaft, die nicht immer sehr wertschätzend im Umgang miteinander ist.
Die drei reisen nach ihrem Highschoolabschluss auf eine kykladische Insel, um dort einige Wochen im Ferienhaus von Evangelines sehr reicher Familie zu verbringen. Dort wird die Situation immer unentspannter. Als Evangelines Bruder Theo mit seinen Freunden auftaucht, interessieren sich Bess und Theo für einander, was Ev extrem missfällt.
Bei einem Ausflug auf die Insel Mykonos kommt es dann zu einem Unfall, dessen Folgen für alle Betroffenen noch lange spürbar sind.
10 Jahre später: Joni sucht wieder Kontakt zu Bess. Als Jonis Verlobte verschwindet, holt die Vergangenheit die beiden Freundinnen wieder ein.
Dieses Buch habe ich bei der @lesejury gewonnen und an meiner ersten Leserunde dort teilgenommen. Das hat richtig viel Spaß gemacht, danke dafür!
Ich mochte es sehr, dass das Buch beide Zeitebenen (2018 und 2008/09) separat erzählt. Durch die abwechselnde Darstellung setzen sich immer mehr Puzzleteile zusammen und stellen sich gleichzeitig immer mehr Fragen, auf deren Beantwortung ich beim Lesen dringend wartete.
Das Buch las sich unglaublich leicht und schnell, ich bin durch die Kapitel geradezu geflutscht.
Die Charaktere der drei Freundinnen sind sehr unterschiedlich. Trotzdem entdeckt man bei jeder Aspekte, die für mich den ersten Eindruck erweitert haben oder mich sogar an meiner Wahrnehmung haben zweifeln lassen: Jonis Gewaltneigung, Evs Abhängigkeit von ihrem Bruder und Bess Selbstwahrnehmung und -darstellung.
Und plötzlich ist eben nicht mehr klar, wie die Freundinnen tatsächlich ticken, wer hier die Wahrheit sagt oder Machtspielchen spielt, die der Freundschaft alles andere als zuträglich sind.
Die Spannung der Geschichte lebt davon, dass die Autorin durch die Erzählperspektive von Bess auch andere Interpretationen der Realität zulässt.
Mir gefiel auch, dass die Situation im Elternhaus immer wieder mal angesprochen wurde und somit klar war, dass die drei sehr unterschiedlich aufgewachsen sind, hier aber kein Schwerpunkt der Geschichte liegt.
Das offene Ende passt hervorragend zur Geschichte. Denn beim Lesen war nur eines sicher: dass es auch alles hätte anders sein können…
Fazit: Eine spannende Geschichte über Freundschaft, Machtgefälle und die Frage, wem man was überhaupt glauben kann.
„Jemandem etwas schuldig zu sein, ist kein Grund, bei der Person zu bleiben, oder?““
immer ehrlich. immer neugierig. @dielesejule