Zwischen Gipfeln und Gefühlen
A Mountain Between UsAls ich A Mountain Between Us aufgeschlagen habe, hatte ich plötzlich das Gefühl, als würde ich mitten in den Bergen stehen. Ich habe beim Lesen immer wieder gedacht, dass manchmal vielleicht gar nicht ...
Als ich A Mountain Between Us aufgeschlagen habe, hatte ich plötzlich das Gefühl, als würde ich mitten in den Bergen stehen. Ich habe beim Lesen immer wieder gedacht, dass manchmal vielleicht gar nicht die Vergangenheit das Problem ist, sondern dass, was wir uns selber über sie erzählen und was wir aus ihr machen.
Vic kehrt nach vier Jahren wieder in ihr Heimatdorf Everstein zurück, um als Fotografin bei der Bergrettung zu arbeiten. Schon allein ihr Beruf hat mich sehr mitgerissen, denn dadurch, dass sie die Welt durch ihre Kamera sieht, merkt man, wie kreativ sie ist. Auch dass sie verletzlich und ein bisschen eigensinnig ist, hat mir sehr gefallen.
Und dann ist da Samu. Der sie stehen gelassen hat, ohne ein Wort, ohne eine Erklärung. Aber im Laufe der Geschichte hat man immer mehr von ihrer Vergangenheit mitbekommen und Samu ist mir echt ans Herz gewachsen. Besonders seine Liebe zu Tieren und seine Verletzlichkeit machen ihn zu einem echt tollem Charakter.
Die Chemie zwischen den beiden ist vom ersten Moment an spürbar und trotzdem überstürzen sie nichts. Sie kennen sich noch immer in- und auswendig, und doch ist es viel Unausgesprochenes zwischen ihnen. In meinen Augen würde etwas anderes als Slow Burn, wegen ihrer Vergangenheit, einfach keinen Sinn ergeben, deswegen habe ich ihn auch unfassbar geliebt. Die wechselnden Ich-Perspektiven machen das Ganze noch greifbarer. Man fühlt sehr, wie sehr beide mit sich selbst und ihren Zweifeln kämpfen.
Die Bergrettung ist ein echter Teil der Geschichte und nicht nur Hintergrund. Ich habe noch nie ein Buch mit der Thematik davor gelesen, aber ich würde es jetzt immer wieder tun. Ich fand die ganzen verschiedenen Einblicke sehr spannend. Dazu kommt dieses wunderschöne Setting in den deutschen Alpen. Ich habe mich gefühlt, als wäre ich direkt vor Ort.
Natürlich gibt es nicht nur Gefühle, sondern auch einige Geheimnisse und Hindernisse. Aber für mich gehört das besonders zu Second Chance dazu, und es war hier richtig gut umgesetzt. Auch die Nebenfiguren sowie andere Themen, besonders die Freunde der beiden, haben für mich super in die Geschichte gepasst.
Jenni Krawiecs Schreibstil hat mich total abgeholt, gefühlvoll und ganz nah an den Figuren. Ich habe oft vergessen, dass es ihr Debütroman ist. Es war alles so stimmig und schön beschrieben. Ich kann das Buch wirklich nur empfehlen und als ich das Buch zugeschlagen habe, hatte ich direkt ein bisschen Fernweh nach den Bergen.
5/5 Sterne ⭐️
Vielen Dank an das Bloggerportal und den Verlag für die Bereitstellung des Buches. Dies hat meine Meinung jedoch nicht beeinflusst.