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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.08.2025

Ein packendes, psychologisch fein gezeichnetes Leseerlebnis

Schattengrünes Tal
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Darum geht es:
In einem abgelegenen Tal steht das in die Jahre gekommene Hotel „Zum alten Forsthaus", das einst Lisas Elternhaus war. Sie träumt von einer umfassenden Renovierung, doch ihr alter, starrköpfiger ...

Darum geht es:
In einem abgelegenen Tal steht das in die Jahre gekommene Hotel „Zum alten Forsthaus", das einst Lisas Elternhaus war. Sie träumt von einer umfassenden Renovierung, doch ihr alter, starrköpfiger Vater möchte nichts verändern. Als die fremde und zurückhaltende Daniela im Hotel auftaucht, möchte Lisa ihr helfen.
Daniela findet schnell Anschluss, doch Lisas vertraute Menschen wenden sich plötzlich von ihr ab. Mit dem kälter werdenden Herbst spürt Lisa, wie ihr Halt im Leben ins Wanken gerät.

Mein Leseeindruck:
Ein zutiefst eindringlicher Roman, der unter die Haut geht. Kristina Hauff versteht es meisterhaft, eine beklemmende, zugleich wunderschöne, atmosphärische Kulisse zu erschaffen. Schon nach wenigen Seiten liegt ein leiser, fast unmerklicher Schatten über der Handlung, der sich unaufhaltsam verdichtet. Es geht um Manipulation, um die Macht von Worten und Gesten, um familiäre Altlasten, die sich nicht leicht abschütteln lassen. Die Geschichte ist von der Autorin raffiniert konstruiert und eindringlich erzählt. Jede Wendung sitzt, jede Szene trägt zur steigenden Spannung bei. Kristina Hauff lässt ihre Figuren zu Wort kommen, sodass man tief in ihr Innenleben eintauchen kann. Daniela bleibt lange ein Rätsel, ihre Motive im Dunkeln, und auch Lisa muss erkennen, dass Wahrnehmung trügerisch ist und wie schnell sich ein vertrautes Leben in einen Albtraum verwandeln kann.

Fazit:
4,5/5 ⭐️Ein packendes, psychologisch fein gezeichnetes Leseerlebnis. Intensiv, atmosphärisch und voller subtiler Spannung.

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.07.2025

Schuld und Rache sind wie Schatten!

John
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Darum geht es:
Auf einer kleinen, idyllischen griechischen Insel führt John ein zurückgezogenes Leben. Er arbeitet in einer Taverne mit Meerblick. Nebenbei pflegt er die Villa einer wohlhabenden Sommerbewohnerin ...

Darum geht es:
Auf einer kleinen, idyllischen griechischen Insel führt John ein zurückgezogenes Leben. Er arbeitet in einer Taverne mit Meerblick. Nebenbei pflegt er die Villa einer wohlhabenden Sommerbewohnerin und genießt die Ruhe fernab der Welt. Doch John ist nicht der, der er zu sein scheint. In Wahrheit ist er Yoko, eine Frau, die wegen Mordes gesucht wird und sich hinter einer neuen Identität versteckt. Inzwischen sind Jahre vergangen. Als in Deutschland ein alter Kriminalfall mediale Aufmerksamkeit bekommt, flammen die Schatten der Vergangenheit erneut auf. Ein Gesicht, das jemand wiedererkennt. Ein Geheimnis, das ans Licht drängt. Und plötzlich ist das Versteck von John kein sicherer Ort mehr.

Mein Leseeindruck:
Bernhard Aichner führt die Geschichte mit sicherer Hand weiter und bleibt seinem ganz eigenen Ton treu. Sein Schreibstil ist kantig, eigensinnig und unglaublich bildhaft, gelegentlich hart und kompromisslos, aber gerade das macht ihn so eindrucksvoll. Man spürt in jeder Zeile die innere Zerrissenheit der Figuren, die Spannung, die unter der Oberfläche brodelt. Besonders fasziniert hat mich wieder die Hauptfigur. Yoko, die nun als John lebt, ist eine mehrfache Mörderin. Trotzdem ist sie eine Figur, mit der man mitfühlt, mitleidet, manchmal sogar mitfiebert. Ich habe mich beim Lesen dabei ertappt, wie viel Sympathie ich für jemanden empfand, den man objektiv vielleicht ablehnen sollte. Aber genau das macht Aichners Erzählkunst aus. Er zeigt, wie komplex Menschen sind. Und dass Schuld und Wahrheit manchmal mehr als nur eine Seite haben. Schuld und Rache sind wie Schatten, die sich durch die Handlung ziehen. Mal laut, mal leise, aber immer spürbar. Auch wenn „John" für mich nicht ganz an die rohe Wucht von „Yoko" heranreicht, ist es eine starke, düstere und gelungene Fortsetzung.

Fazit:
4,5/5 ⭐️ Fesselnd, vielschichtig und atmosphärisch.

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Veröffentlicht am 28.07.2025

Ein Roman zum Wegträumen!

Das Versprechen eines Sommertags
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Darum geht es:
Ein Sommer, der alles verändert!
Isabelle kehrt mit ihrer Familie auf die geliebte Finca ihrer Eltern nach Mallorca zurück. Ein Ort voller Erinnerungen. Doch diesmal ist alles anders: Ihre ...

Darum geht es:
Ein Sommer, der alles verändert!
Isabelle kehrt mit ihrer Familie auf die geliebte Finca ihrer Eltern nach Mallorca zurück. Ein Ort voller Erinnerungen. Doch diesmal ist alles anders: Ihre Ehe steht vor dem Aus, der Alltag zehrt an ihr, und die bevorstehende Feier zur goldenen Hochzeit ihrer Eltern verlangt ihr viel ab. Sie versucht, stark zu bleiben, für ihre Kinder, für ihre Familie. Aber dann taucht Ben auf. Ihre große Sommerliebe von vor 15 Jahren. Die unerwartete Begegnung weckt längst verdrängte Gefühle in ihr. Mallorca ist auf einmal nicht mehr nur ein Ort für Erinnerungen, sondern wird erneut zum Schauplatz großer Emotionen. Und da ist dieses alte Versprechen, das sie Ben damals gegeben hat.

Mein Leseeindruck:
Manche Bücher liest man und spürt sofort: Das ist genau das Richtige zur richtigen Zeit.
„Das Versprechen eines Sommertags" ist genau so ein Buch. Es hat mich nicht nur bestens unterhalten, sondern auch berührt, nachdenklich gemacht und mit einem warmen Gefühl zurückgelassen. Im Mittelpunkt steht Isabelle, zwischen altem Schmerz und neuen Gefühlen. Die Autorin schreibt mit einer Leichtigkeit und Wärme, die sofort ins Herz geht. Man sieht die Sonnenstrahlen auf dem Meer tanzen, hört das Zirpen der Zikaden und spürt förmlich den mallorquinischen Sommer auf der Haut. Die Charaktere wirken authentisch, greifbar und entwickeln sich auf eine Weise, die glaubwürdig und berührend ist. Auch die emotionale Entwicklung von Isabelle hat mich sehr berührt. Themen wie Familie, Selbstfindung und verpasste Chancen wurden einfühlsam behandelt. Ich mochte, wie behutsam mit der Vergangenheit und dem „Was wäre, wenn …“ umgegangen wurde. Und nicht zuletzt: Das Ende war rund, gefühlvoll und absolut stimmig.

Fazit:
4,5/5 ⭐️ Ein Roman zum Eintauchen, Mitfühlen und Wegträumen.

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Veröffentlicht am 15.06.2025

Vergangenheit und Gegenwart werden kunstvoll verbunden!

Zypressensommer
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Darum geht es:
Die junge Hamburger Goldschmiedin Julia Matthiesen verschlägt es in das idyllische toskanische Dorf Lucignano. Ein Ort, den sie nie zuvor gesehen hat, der ihr aber auf seltsame Weise vertraut ...

Darum geht es:
Die junge Hamburger Goldschmiedin Julia Matthiesen verschlägt es in das idyllische toskanische Dorf Lucignano. Ein Ort, den sie nie zuvor gesehen hat, der ihr aber auf seltsame Weise vertraut erscheint. Hier wuchs ihr Großvater Gianni auf. Doch über seine Vergangenheit schwieg er stets. Gemeinsam mit dem charmanten Einheimischen Matteo begibt sich Julia auf Spurensuche. Ihre Recherchen führen sie zurück in die Wirren der 1940er-Jahre, als die Resistenza gegen die Faschisten kämpfte. Im Schatten der Olivenhaine entdeckt Julia die Geschichte zweier Brüder, eine verbotene Liebe und ein lang gehütetes Familiengeheimnis, das ihr Leben für immer verändern wird.

Mein Leseeindruck:

Der Roman hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Mit Julia Matthiesen bin ich gerne auf eine besondere Reise gegangen – in ein kleines, idyllisches Dorf in der Toskana, das für sie zunächst fremd und doch auf seltsame Weise vertraut ist. Teresa Simon versteht es meisterhaft, Julias persönliche Geschichte mit den dramatischen Ereignissen der Vergangenheit zu verweben. Die Handlung spielt auf zwei Zeitebenen. In der Gegenwart, wo Julia auf den Spuren ihres Großvaters wandelt, und in den 40er Jahren, zur Zeit der italienischen Resistenza. Besonders beeindruckt hat mich, wie eindringlich und respektvoll die Autorin den italienischen Widerstand schildert. Eine mutige Bewegung gegen den Faschismus. Tief erschüttert hat mich die Darstellung der Zwangsarbeiter in dieser Zeit. Wie entsetzlich diese Menschen behandelt wurden, unter welchen Bedingungen sie leben und leiden mussten. Das hat mich beim Lesen sehr betroffen gemacht. Diese Kapitel gehen unter die Haut und bleiben im Gedächtnis. Frau Simon hat nichts beschönigt, aber auch nie ins Sensationelle abgedriftet. Eine große Stärke des Buches. Was mich darüber hinaus begeistert hat, ist die atmosphärische Dichte. Ich war selbst erst letztes Jahr in der Toskana, und beim Lesen konnte ich die Landschaft regelrecht sehen, riechen und fühlen. Die Olivenhaine, die kleinen Gassen, das Licht – alles wurde so lebendig beschrieben, dass ich mich sofort wieder dorthin versetzt fühlte. Julia ist eine wunderbar authentische Figur. Ihre Entschlossenheit, sich ihrer Familiengeschichte zu stellen, ihr Mut und ihre wachsende Verbindung zu Matteo haben mich berührt. Ein großartig recherchierter, tiefgründiger und zugleich fesselnder Roman über Erinnerung, Verlust, Liebe und den Mut, sich der Vergangenheit zu stellen.

Fazit:
4,5/5 Sterne! Ein eindrucksvoller Roman, der Vergangenheit und Gegenwart kunstvoll verbindet und dabei tief berührt. Unbedingt lesenswert!

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Veröffentlicht am 12.06.2025

Eine Geschichte die lange nachhallt!

Am Meer ist es schön
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Darum geht es:
Als die achtjährige Susanne zur Kur an die Nordsee geschickt wird, glauben ihre Eltern, ihr damit etwas Gutes zu tun. Doch im „Haus Morgentau“ erwartet sie keine unbeschwerte Zeit, sondern ...

Darum geht es:
Als die achtjährige Susanne zur Kur an die Nordsee geschickt wird, glauben ihre Eltern, ihr damit etwas Gutes zu tun. Doch im „Haus Morgentau“ erwartet sie keine unbeschwerte Zeit, sondern strenge Regeln, Demütigungen und harte Strafen. Wer sich nicht fügt, wird bestraft und niemand außerhalb der Mauern erfährt davon, denn selbst die Post der Kinder wird zensiert. Doch Susanne gibt nicht auf. Gemeinsam mit anderen Kindern versucht sie, dem grauenhaften Alltag zu entkommen – mit mutigen Tricks, mutigen Ideen und einer großen Portion Widerstandskraft. Ein einschneidender Vorfall brennt sich unauflöslich in Susannes Erinnerung ein, sodass viele Jahre später das Erlebte in ihren Träumen sie immer wieder einholt. Lange Zeit danach weiß sie: Es ist Zeit, sich dem Dunkel ihrer Kindheit zu stellen.
Mein Leseeindruck:
Dieses Buch hat mich tief berührt und schockiert zugleich. Basierend auf wahren Begebenheiten erzählt Barbara Leciejewski die fiktive Geschichte der kleinen Susanne, die 1969 zur Kur an die Nordsee geschickt wird. In der Hoffnung auf Erholung. Doch was sie und ihre kleinen Freunde Moni, Rüdiger, Holger und Matti erleben, ist alles andere als heilsam. Strenge Regeln, harte Strafen und emotionale Kälte. Mit einem feinfühligen und zugleich kraftvollen Schreibstil nimmt die Autorin Barbara Leciejewski uns auf zwei Zeitebenen mit – zurück in Susannes Kindheit und in ihre Gegenwart, fast 50 Jahre später, als sie sich endlich ihrem Trauma stellt. Mit jeder Seite wachsen einem die Figuren mehr ans Herz. Ihr Schmerz, ihre Hoffnung und ihr Mut gehen beim Lesen direkt ins eigene Herz über. Manche Seiten waren schwer zu ertragen, nicht wegen des Schreibstils, sondern wegen der grausamen Realität, die geschildert wird. Und doch konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen. Die intensive Recherche der Autorin spürt man auf jeder Seite. Die Thematik der Verschickungskinder, ein dunkles Kapitel der deutschen Nachkriegszeit, wird im Roman eindrucksvoll sichtbar gemacht. Das Ende hat mich mit einem glücklichen Gefühl zurückgelassen.
Fazit:
4,5/5 Sterne! Ein wichtiges, mutiges und bewegendes Buch, das lange nachhallt.

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