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Veröffentlicht am 08.07.2025

Sylter Morde

FriesLandGier (Küstenkrimi)
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Im Sylter Luxushotel Villa Veronica wird ein Gast so grausam ermordet, dass die Tötung an eine Hinrichtung erinnert. Da die Kriminalabteilung der Insel unter akutem Personalmangel leidet, wird die Mordkommission ...


Im Sylter Luxushotel Villa Veronica wird ein Gast so grausam ermordet, dass die Tötung an eine Hinrichtung erinnert. Da die Kriminalabteilung der Insel unter akutem Personalmangel leidet, wird die Mordkommission des LKA Kiel um Amtshilfe gebeten. Mit List und Tücke gelingt es Kommissar Fabiu Covaci seinen Vorgesetzten und Teampartner Carsten Wolf aus dessen Auszeit wegen Überstundenabbaus zurück an die Arbeit zu locken. Gemeinsam mit seinem Kollegen Stefan möchte er nämlich nicht gern ermitteln. Also fahren Wolf & Covaci nach Sylt, um den Fall des ermordeten Unfallchirurgen Dr. Alexander Neubert zu übernehmen. Noch während das Spurensicherungsteam am Tatort beschäftigt ist, wird ein zweiter Mord gemeldet. Die bekannte Journalistin Frauke Simon wurde mit derselben Methode umgebracht wie Dr. Neubert. Geht ein Serienmörder auf Sylt um?

Seit ich ihr Buch „FriesLandFang“ gelesen habe, bin ich ein Fan von Nele Bruuns Ermittlerduo Carsten Wolf und Fabiu Covaci. Ihren neuen Fall „FriesLandGier“ wollte ich mir deshalb nicht entgehen lassen. Es ist die dritte Mordermittlung dieses Teams und der achte Küstenkrimi der Autorin insgesamt. Alle Bände können unabhängig voneinander gelesen werden.

Der junge Kommissar Covaci, der wegen seiner rumänischen Wurzeln an seiner ersten Stelle beim LKA München gemobbt wurde, ist jetzt seit einem Jahr in Kiel. In seinem neuen Team fühlt er sich wohl und schätzt seine Kollegen, bis auf einen. Allmählich gewinnt er an Selbstvertrauen und bewahrt jetzt seinen gelegentlich unbesonnen agierenden Chef vor einigen, aber nicht allen Fehlern. Das Team Covaci und Wolf ergänzt sich hervorragend und arbeitet gut zusammen. Trotzdem gehen die Ermittlungen nur zäh voran. Mit Unterstützung der bewährten Teammitglieder Susanne und Manu, sowie der kompetenten Rechtsmedizinerin Dr. Dunkel, können die Ermittler Hintergrundmaterial sammeln und das Hotelpersonal sowie die Gäste durchleuchten. Den ersten Durchbruch verzeichnet Fabiu.

Nele Bruun schreibt flüssig und bildhaft. Schnell kann sich der Leser ein Bild von Sylt und seinen Gegebenheiten machen. Trotz der fordernden Ermittlungsarbeit kommt der Humor nicht zu kurz, der sich nicht auf den Flachwitzwettstreit zwischen Manu und Carsten beschränkt. Die Stimmung im Team ist gut.

Das Motiv ist bei diesem Fall nicht offensichtlich und es kostet die Kommissare einiges an Arbeit, Mühe und Intuition, um den auslösenden Impuls für die Morde aufzudecken. Deshalb und dank einiger Wendungen hält die Spannung an und macht das Miträtseln Spaß. Am Ende werden alle Fragen beantwortet und der Fall ist gelöst.

Mir hat der Ausflug nach Kiel und Sylt wieder viel Spaß gemacht. Vielleicht hätten ein paar Verdächtige mehr der Spannung gut getan, aber letztendlich war der neue Einsatz von Wolf & Covaci wieder sehr unterhaltsam. Nicht zuletzt weil die Chemie in diesem Team einfach stimmt. Ich schätze das toughe Ermittlerduo samt Flachwitzen und den wiederkehrenden Diskussionen, welche Vorgehensweise legal ist. Vielleicht besinnt sich auch noch Sandalen-Stefan und mutiert zu einem angenehmen Kollegen für Fabiu?

Ein Flachwitz von Manu am Ende muss noch sein: Wie heißt der Bruder vom Werwolf? Na?

Von mir bekommen Covaci & Wolf 4,5 Sterne und beim nächsten Fall bin ich mit Sicherheit wieder dabei. Auf welche Insel nach Föhr, Sylt und Baltrum uns Nele Bruun wohl das nächste Mal schicken wird?

Manus Auflösung? Warumwolf!

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Veröffentlicht am 02.07.2025

Wiener Schmäh trifft britischen Humor

Miss Vergnügen
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Hamish Brooks hat die Midlife - Crisis erfolgreich bekämpft, indem er seine junge Sekretärin schwängerte. Dies gesteht er seiner verblüfften Ehefrau während eines gemeinsamen Urlaubs. Damit sein junges ...

Hamish Brooks hat die Midlife - Crisis erfolgreich bekämpft, indem er seine junge Sekretärin schwängerte. Dies gesteht er seiner verblüfften Ehefrau während eines gemeinsamen Urlaubs. Damit sein junges Glück nicht gestört wird, kehrt er allein nach England zurück und lässt seine Gattin in Wien sitzen. Mithilfe von Schwager Bertie, Geschäftsführer in Diensten des bekannten Kosmetiklabels "Très Loué", organisiert die verlassene Miss Brooks (sie verwendet ihren verhassten Vornamen nicht) ihr Leben neu. Sie bleibt in Wien und zieht in Berties heruntergekommenes Wochenendhäuschen. Einen Job bei "Très Loué" verschafft ihr der hilfsbereite Schwager obendrein. Allmählich gewöhnt sich Miss Brooks an ihr Wiener Leben. Doch dann wird Bertie ermordet. Und sie fragt sich, ob ihre ungeliebte Halbschwester Suzy tatverdächtig ist.

"Miss Vergnügen" ist der Auftaktband einer neuen Cozy Crime-Reihe, der uns in die Welt der Beautybranche führt. Hier dreht sich alles um Jugend, Schönheit und knallhartes Business. Umso erfrischender wirkt der Hauptcharakter Miss Brooks, die anders ist, aber in ihrer neuen Umgebung gut klarkommt, ohne sich zu verbiegen. Es hat mich sehr amüsiert, wie sie Noch-Ehemann Hamish in ihre Falle lockt und sich so, neben Rache, eine faire Ausgangsposition für die Scheidung verschafft. In Stanzi, einer bekannten Moderatorin, und der Journalistin Katja hat sie zwei kluge und loyale Freundinnen gefunden, die ihr den Rücken stärken und so verhindern, dass sie als willkommene 24/7 - Betreuerin ihrer Enkel endet. Auch die anderen Charaktere in Haupt- und Nebenrollen überzeugen, so die kantige Chefinspektorin Rita oder der schöne Edi, der schwindendes Aussehen durch Charakter und guten Schmäh ersetzt.

Die Burgenländer Autorin Martina Parker schreibt flüssig und sehr bildhaft. Ihre hervorragenden Ortskenntnisse beeindrucken und die gute Recherche ist stets spürbar. Nebenbei erweiterte sie meinen österreichischen Wortschatz und meine kulinarischen Kenntnisse. "Einbrennte Hund mit Krokodil und Beamtenforelle" waren mir bisher unbekannt. Auch der Humor kommt nicht zu kurz. Bei manchen besonders gut gelungenen Formulierungen musste ich spontan lachen. Ein Beispiel? "Naturkosmetik, die von chantenden Veganerinnen gerührt wird ..."

Jedes Kapitel beginnt mit einer Information, die aus einem anspruchsvolleren Kalender stammen könnte. Mein Favorit: "Eine Umfrage an der Kingston University London kam zu der Annahme, dass Menschen, die Bücher lesen, empathischer und achtsamer sind als Menschen, die fernsehen." Na klar!

Neben unterhaltsamem Wortwitz und sprachlichem Geplänkel finden ernsthafte Ermittlungen durch die Polizei und unser Mädelstrio statt. Zuletzt wird nach einigen Wendungen und Verwicklungen, die für Spannung sorgen, ein Doppelmord restlos aufgeklärt.

Diese Miss hat Potenzial. Von mir bekommt sie 4,5 Sterne und die feste Zusage, dass ich bei ihrem nächsten Fall "Miss Verständnis" wieder dabei bin.

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Veröffentlicht am 17.06.2025

Tödliches Risotto

Mord nach Rezept
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Tödliches Risotto

Ein Jahr ist vergangen, seit Emma Ferrari unter Mordverdacht stand. Nachdem der gewaltsame Tod ihres Vermieters aufgeklärt wurde, geht es der geschäftstüchtigen Italienerin prächtig. ...

Tödliches Risotto

Ein Jahr ist vergangen, seit Emma Ferrari unter Mordverdacht stand. Nachdem der gewaltsame Tod ihres Vermieters aufgeklärt wurde, geht es der geschäftstüchtigen Italienerin prächtig. Ihr Alimentari läuft hervorragend und jetzt richtet Himmelsricht sogar das bayrische Kochevent des Jahres aus. Das Finale von „Auftischt is’“ findet in der kleinen Gemeinde statt. Eine der Favoritinnen für den Sieg ist Emmas Freundin Konstanze von Hohenfels. Die Gemeinde und der Bürgermeister platzen beinah vor Stolz. Selbst Konstanzes herrische Mutter wurde als Ehrengast zum Wettbewerb eingeladen. Doch der Finaltag verläuft anders als geplant, denn Freifrau Isadora beendet ihr 92-jähriges Leben beim Genuss eines Tellers Kürbisrisotto. Herzinfarkt konstatiert Dr. Rossmeier, Cyanidvergiftung vermutet Kommissar Gieseking. Wurde die unbeliebte Adelige ermordet?

Nach „Mörderische Delikatessen“ geht Emma Ferrari, der Hauptcharakter der Reihe „Eine Italienerin ermittelt in Bayern“ von Sabine Steck, erneut auf Tätersuche. In „Mord auf Rezept“ versucht sie die Unschuld ihrer Freundin Konstanze zu beweisen.

„Einmal von Himmel nach Hölle und zurück“ so beschreibt Emma einem vermeintlichen Touristen ihre Lieblingswanderstrecke. Ähnlich verlaufen ihre Ermittlungen, die sie dieses Mal als sehr belastend empfindet. Im Fall der ermordeten Freifrau scheint es nur sympathische Tatverdächtige zu geben. Ihre bewährten Mitstreiterinnen Anna, Helene und Therese helfen Emma, diese Skrupel zu überwinden.

Sabine Stecks Charaktere überzeugen erneut im flüssig und bilderreich erzählten Krimi. Die umtriebige Emma genießt es, italienische Delikatessen vom Feinsten zu verkaufen. Ihre bodenständige Freundin Anna unterstützt sie dabei im Alimentari. Die taffe Helene und deren gewitzte Großmutter Therese vervollständigen das detektivische Quartett. Oma Resi, „die Nase“, stellt ihr olfaktorisches Genie erneut unter Beweis und weist so Kommissar Gieseking den Weg. „Grünauge“, wie Helene ihn heimlich nennt, präsentiert sich dieses Mal deutlich entspannter als im ersten Fall. Für Emmas detektivische Recherchen ist er offen und ermutigt sie sogar. Freifrau Konstanze hat sich inzwischen zu einer echten Freundin der italienischen Bayerin gemausert. Umso größer ist Emmas Ehrgeiz, den wahren Mörder zu ermitteln. Denn ihre Freundin schließt sie, trotz leichter Zweifel, kategorisch als Täterin aus.

Auch dieses hinterhältige Verbrechen lösen Emma Ferrari und Kommissar Henrik Gieseking zu meiner vollsten Zufriedenheit. Vorher sorgen einige Verwicklungen und Wendungen für Spannung. Interessant war es zu erfahren, welche Erlebnisse in ihrer Vergangenheit Isadora zu einem derartigen Drachen gemacht haben. Gewalt spielt in diesem Cosy Crime eine untergeordnete Rolle und auch der Humor kommt nicht zu kurz

Ein italienisch- deutsches Glossar sowie die Rezepte von Konstanzes siegreichem Menü runden den Krimi perfekt ab. Das Dessert habe ich schon getestet: Der Amarettini-Kuchen mit Mascarponecreme schmeckt wirklich vorzüglich – und ja, vor der Zubereitung habe ich erstmals vorsichtig an den Keksen geschnuppert.

Ich gebe Emma 4, 5 Sterne und eine Leseempfehlung an alle Freunde des Cosy Crime – im vorliegenden Fall mit italienisch-bayrischem Flair.

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Veröffentlicht am 13.06.2025

Gibt es Wunder?

Laurentius' Wunder
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Die Welt des kleinen Giuliano zerbricht an seinem 12. Geburtstag. Seine geliebte Mutter ist ohne ein Wort verschwunden und der Junge fragt sich, was er falsch gemacht hat. Vom Vater ignoriert, sucht er ...

Die Welt des kleinen Giuliano zerbricht an seinem 12. Geburtstag. Seine geliebte Mutter ist ohne ein Wort verschwunden und der Junge fragt sich, was er falsch gemacht hat. Vom Vater ignoriert, sucht er fortan Zuflucht in seinem Glauben und in der Natur. Die Stiefmutter möchte ihn aus dem Haus haben, also steckt sie ihn mit 16 Jahren in eine Kochlehre. Im ausbildenden Betrieb wird er das Opfer von Missbrauch. Nach Abschluss seiner Lehre folgt Giuliano seiner Berufung und tritt in ein Franziskanerkloster ein. Als Mönch wählt er den Namen Laurentius.

Was würdest du tun, wenn du Zeuge eines übersinnlichen oder mystischen Phänomens würdest? Deine Beobachtungen „der Welt“ mitteilen oder einfach schweigen? Ich tendiere zu Variante zwei. Welche Reaktion dem Beobachter möglich ist, hängt wohl von seinem Alter, der Intensität des Erlebten und weiteren Faktoren ab. Laurentius, vertraut sich seinen Mitbrüdern an, als er glaubt, Zeuge eines Wunders geworden zu sein. Dieses Geständnis stößt auf Unverständnis und bringt ihn wiederholt in die Psychiatrie. Es geschieht genau das, was mich an seiner Stelle hätte zögern lassen.

Mit „Laurentius Wunder“ hat Irene Matt eine spannende Erzählung verfasst. Sie beschreibt das Aufwachsen und den Werdegang eines Jungen, der glaubt, eine wichtige Botschaft für seine Mitmenschen empfangen zu haben und diese verkünden zu müssen.

Laurentius, ist ein vielschichtiger Charakter. Einerseits klug und reflektiert, dann wieder naiv und unbedarft. Nachhaltig geprägt durch den Verlust der Mutter und die gefühllose Gleichgültigkeit des Vaters, fasst er nur vorsichtig Vertrauen zu anderen Menschen. Durch seine Unsicherheit und Schüchternheit wird er zum idealen Opfer. Sowohl Pietro wie Angelo wittern Giulianos Verzagtheit und nutzen sie gnadenlos aus. Auch die weiteren Protagonisten, nicht nur die „Bösen“, wirken authentisch. Vor allem Pater Sebastian und Laurentius' Therapeut Georg haben mir gefallen.

Neben der schwierigen Jugendzeit und den dramatischen Folgen seines Wunders erlebt Laurentius auch Lebensphasen, in denen er zur Ruhe kommt und reift. So während seiner Zeit in Rom.
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Irene Matt führt uns in die Welt des Vatikans und lässt uns an der spannenden Tätigkeit der Kongregation für die Heilig- und Seligsprechung teilhaben, für die Laurentius arbeitet. Ebenso wie in den Szenen, die in der Psychiatrie spielen, spürt man die sorgfältige Recherchearbeit der Autorin. Sie schreibt flüssig und bildhaft. Wenn ich an die humorvolle Begegnung in Bayern denke ...

Letztlich führt die ausbrechende Corona-Pandemie Laurentius zurück in sein Kloster und der Kreis schließt sich. Der junge Mönch ist gereift und verfügt über eine beachtliche innere Stärke, aber er ist auch unverändert stur und eigenbrötlerisch. Im Kloster warten noch weitere schwierige Situationen auf ihn. Wie er diese meistert und ob er wirklich ein Wunder erlebt hat, erfahren wir Leser am Ende des Buchs.

Irene Matt hat mit „Laurentius Wunder“ einen Entwicklungsroman geschrieben, der so anders als der Mainstream ist, dass er stellenweise wie „aus der Zeit gefallen“ wirkt. Dies meine ich durchaus positiv. Sie schildert die spirituelle Sinnsuche des jungen Mannes so authentisch und empathisch, dass ich meine Lektüre ab einem gewissen Punkt nur noch ungern unterbrochen habe.

Menschen, die sich ebenfalls auf der Sinnsuche befinden und/oder Entwicklungsromane schätzen, wird dieses Buch gefallen. Religiös muss der Leser dafür nicht sein, nur offen.

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Veröffentlicht am 12.06.2025

Kann Verbrechen Ehen retten?

Die Müllers und die Pekingente
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Die Ehe von Petra und Kalle Müller ist definitiv am Ende. Sie stürzt sich in ihre Arbeit als Lehrerin, er verbringt seine Freizeit mit Dackelrüde Hildegard (hinter dem Namen verbirgt sich eine längere ...

Die Ehe von Petra und Kalle Müller ist definitiv am Ende. Sie stürzt sich in ihre Arbeit als Lehrerin, er verbringt seine Freizeit mit Dackelrüde Hildegard (hinter dem Namen verbirgt sich eine längere Geschichte). Selbst die inzwischen flügge gewordenen Kinder Ben und Caro befürchten das Schlimmste. Warum sonst schenken sie ihren Eltern einen gemeinsamen Urlaub in Ostfriesland? Alle Versuche, die Reise in den Norden zu verhindern, scheitern und so findet sich ein gestresstes Paar nebst Dackel im gebuchten Hotel ein. Auch dort zicken sie weiter und machen sich gegenseitig das Leben schwer. Dann buddelt Hildegard am Strand und ab sofort ist die Ehekrise zweitrangig.

Ilka Gerdes versteht es hervorragend, die Befindlichkeiten eines in die Jahre gekommenen Paares zu beschreiben. Seien es seine geliebten beigen Westen mit den vielen Taschen oder ihre ständigen Kurzmeditationen, etwas nervt immer. Die Autorin schreibt locker und mit Humor. Es macht Spaß, die ständigen Geplänkel der Eheleute zu verfolgen.

Gerade als der Leser sich allmählich fragt, sollte das nicht auch eine Krimikomödie sein, gräbt Hildegard ein verdächtiges Paket aus. Obwohl Herr Müller eigentlich weiß, worum es sich handelt, die örtliche Presse berichtete ausführlich, steckt er den Fund spontan in seinen Rucksack. Ab sofort hat er keine ruhige Minute mehr, denn Kalle fühlt sich von der Drogenmafia verfolgt. Als er Petra ins Vertrauen zieht, versucht sie ihm zu helfen - obwohl sie sich doch gerade getrennt haben. Als dann der Gatte in große Gefahr gerät, erwacht die Löwin in ihr ...

Ilka Gerdes zeichnet die beiden Müllers sehr lebensecht.Wahrscheinlich bin ich dem Ehepaar schon mal begegnet. Auch die anderen Charaktere, z. B. der „very“ gut aussehende Polizist Faust, Petras Verehrer, haben mir gefallen.

Abgesehen von ein paar kleinen Längen fand ich die Krimikomödie aus Ostfriesland sehr unterhaltsam. Ich könnte mir vorstellen, die Müllers erneut zu treffen. Dieses Mal vielleicht als Privatschnüffler, unterstützt von Hildegard?

Erfreut habe ich mittlerweile gelesen, dass eine Reihe geplant ist.

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