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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.06.2025

Spannender zweiter Band

Royal Institute of Magic, Band 2 - Auf den Spuren des Schattensuchers
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Ben und Charlie sind nun Lehrlinge am Royal Institute of Magic, und das bedeutet viel Arbeit. Sie müssen lernen, Ställe ausmisten, sich für die erste Prüfung vorbereiten, und außerdem sind sie noch auf ...

Ben und Charlie sind nun Lehrlinge am Royal Institute of Magic, und das bedeutet viel Arbeit. Sie müssen lernen, Ställe ausmisten, sich für die erste Prüfung vorbereiten, und außerdem sind sie noch auf der Suche nach Bens Eltern.

Auch der zweite Roman der Reihe beginnt mit einem Rückblick, dieses Mal ins Jahr 1603, Queen Elizabeth, die Gründerin des Instituts, ist verstorben, und ihr Nachfolger nicht sehr geeignet dem Institut vorzustehen, so dass dessen Direktoren Elizabeths Rüstung vor unbefugtem Zugriff verbergen müssen. Heute wissen nur die jeweiligen Nachfahren der damaligen Direktoren, wo die einzelnen Teile versteckt sind. Da aber die Gefahr eines Krieges mit den Dunkelelfen immer wahrscheinlicher wird, wird sie nun benötigt.

Direkt zu Beginn gibt es in diesem Zusammenhang direkt eine sehr spannende Szene, und damit einhergehend ein paar weitere Informationen zu den Dunkelelfen, zum Beispiel auch den Untertitel dieses Romans betreffend. Spannend ist es auch im weiteren Verlauf. Manchmal tat mir nur Charlie ein bisschen leid, der sich Bens überbordendem Eifer, seine Eltern zu finden, öfter einmal unterordnen muss.

Ben und Charlie sind beste Freunde, aber auch ganz unterschiedliche Charaktere, während Ben draufgängerisch und sportlich ist, ist Charlie mehr der Denker, beide ergänzen sich dadurch gut, und können oft nur im Team schwierige Szenen meistern. Dabei steht ihnen, wie schon im Vorgänger die Halbelfe Natalie zur Seite, die schon ein bisschen erfahrener ist, was das Institut und die Magie angeht, und zudem, im Gegensatz zu Ben und Charlie, in der magischen Welt aufgewachsen ist. Zu dritt sind sie ein perfektes Team.

Bei den Erwachsenen des Instituts gibt es einen Neuzugang, die Meisterin der Lehrlinge, Dagmar Borovich, die offensichtlich Geheimnisse hat, und die man zunächst nicht klar zuordnen kann, denn auch im Institut gibt es nicht nur gute Charaktere.

Der zweite Band treibt die Geschichte gut voran, ist spannend, deckt einige Geheimnisse auf und stellt neue Rätsel, so dass man gespannt auf den nächsten Band sein kann. Da die Geschichte, die auch mir als Erwachsener gut gefallen hat, aufeinander aufbaut, sollte man die Bände unbedingt in der richtigen Reihenfolge lesen.

Veröffentlicht am 06.06.2025

Unerfüllter Kinderwunsch

Hello Baby
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In einer südkoreanischen Kinderwunschklinik treffen mehrere Frauen aufeinander, alle zwischen Mitte 30 und Mitte 40. Ihre Hintergründe sind verschieden, aber sie verbindet der Wunsch nach einem Baby, für ...

In einer südkoreanischen Kinderwunschklinik treffen mehrere Frauen aufeinander, alle zwischen Mitte 30 und Mitte 40. Ihre Hintergründe sind verschieden, aber sie verbindet der Wunsch nach einem Baby, für den sie vieles bereits sind zu tun, sie nehmen Schmerzen und immer wiederkehrende Enttäuschung auf sich, und schöpfen immer wieder Hoffnung, zumindest, so lange es geht.

In Südkorea scheint dies ein alltägliches Phänomen zu sein, obwohl oder vielleicht auch weil es das Land mit der geringsten Geburtenrate weltweit ist. Die Gründe dafür werden hier nur angerissen. Die Autorin gehört selbst zu den Betroffenen, was sie letztlich zu diesem Roman inspiriert hat.

Die Gründe, warum die hier vertretenen Frauen ohne Nachhilfe nicht Mutter sein können, sind vielfältig, manchen war ihre Karriere zunächst wichtiger, andere hatten erst spät einen Kinderwunsch, eine möchte gar vorsorgen, und nicht bei allen ist die Frau an der Kinderlosigkeit schuld. Viele haben zusätzlich das Problem, dass die Familie drängt. Die körperliche Last haben ausschließlich die Frauen zu tragen, sie müssen sich schmerzhaften Behandlungen unterziehen, sie müssen hautnah erleben, ob es geklappt hat oder nicht, nicht wenige Männer ziehen sich eher zurück und unterstützen nicht. Dass diese gesellschaftskritischen Aspekte nicht nur typisch für Südkorea sind, sondern im Grunde global auftreten, dürfte klar sein.

Man lernt die Frauen trotz der Kürze des Romans gut kennen, sie bekommen alle ein Kapitel, in dem man ihren Werdegang erfährt, so dass man schließlich auch mit ihnen mitfühlen kann. Interessanterweise ist darunter auch eine Frau, die gar nicht zur Gruppe der kinderlosen Frauen gehört, sondern im Gegenteil innerhalb kurzer Zeit drei Kinder bekommen hat. Doch auch sie hat es ihre Probleme, ein Kind zu haben heißt nicht, dass man dann wunschlos glücklich ist.

Der Twist gegen Ende schockiert, zeigt er doch, wohin Verzweiflung führen kann. Insgesamt bringt der Roman Nachdenkenswertes mit, lässt sich aber auch gut lesen.

Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch haben es aus verschiedenen Gründen nicht leicht, und tun oft alles, um ihren Wunsch doch noch erfüllt zu bekommen. Die Autorin nimmt mit in eine Kinderwunschklinik und zu einigen der Patientinnen, und bringt zum Nachdenken.

Veröffentlicht am 09.05.2025

Interessante Sammlung

Kinder der Erde
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Die Sammlung besteht aus drei Geschichten und zwei Gedichten, man trifft hier auf Kinder der Erde, auf Legenden und Fabelwesen.

Ich gestehe, dass ich wenig mit Gedichten anfangen kann, und deshalb die ...

Die Sammlung besteht aus drei Geschichten und zwei Gedichten, man trifft hier auf Kinder der Erde, auf Legenden und Fabelwesen.

Ich gestehe, dass ich wenig mit Gedichten anfangen kann, und deshalb die beiden hier enthaltenen nur überflogen habe. Das erste, „Steinfrau“, ist relativ kurz, während das zweite, „Das Licht“, deutlich länger ist, und es sich eher um eine gereimte Geschichte zu handelt.

Die drei Kurzgeschichten sind sehr unterschiedlich, in „Iikitt“ fliegt ein überarbeiteter Journalist auf Urlaub in die Südsee und hat dort eine mysteriöse Begegnung. Danach geht es in „Engel der Frequenzen“ nach Bolivien, wo wir ein Mädchen, seinen Onkel und eine alte Mine kennenlernen. Der Onkel wurde in der Mine von Verbrechern in einen Käfig gefangen genommen, und das Mädchen ist nun unterwegs, Hilfe zu suchen. Auch sie erlebt eine schicksalhafte Begegnung. Zuletzt treffen wir in „Schrecken der Straße“ Malys, die irgendwohin unterwegs ist, dabei auf Fernfahrer setzt und ein Geheimnis in sich trägt. Alle drei Geschichten sind interessant zu lesen, besonders die zweite und die dritte tragen eine gewisse Düsternis in sich, und in allen begegnet man einem Mysterium.

Die Geschichten haben mich schnell gefangen genommen, und mir einiges zum Nachdenken geboten, vor allem auch über das Wesen und die Motivationen der Kinder der Erde, auf die man hier trifft. Interessant zu lesen ist auch Jay Kays Addendum, das unter anderem etwas über die einzelnen Stories erzählt.

Die Anthologie bietet fünf ganz unterschiedliche Stories, zwei davon in Gedichtform, aus dem Universum der Kinder der Erde. Alle bieten Mysteriöses, aber auch Nachdenkenswertes.

Veröffentlicht am 23.04.2025

Brisant, hochaktuell und spannend

Von Schafen und Wölfen
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Die Redaktion einer deutschen Zeitung erhält eine äußerst brisante Information über den erst kürzlich nicht erneut gewählten usamerikanischen Präsidenten. Doch soll man diese wirklich veröffentlichen? ...

Die Redaktion einer deutschen Zeitung erhält eine äußerst brisante Information über den erst kürzlich nicht erneut gewählten usamerikanischen Präsidenten. Doch soll man diese wirklich veröffentlichen? Immerhin steht man kurz vor einer Fusion mit einem usamerikanischen Konzern, die vielleicht daran scheitern könnte.

Dies ist bereits der dritte Roman um den Journalisten David Jakubowicz, für mich allerdings der erste, mir war vor dem Lesen gar nicht klar, dass es sich um eine Reihe handelt. Man kann diesen Roman gut ohne Vorkenntnisse lesen, doch die vereinzelten Erinnerungen an frühere Ereignisse machen mich neugierig auf die Vorgängerbände.

David gefällt mir gut, er ist sympathisch, und lässt sich nicht gerne manipulieren. Von den Ereignissen, die hier geschehen, ist er auch stark persönlich betroffen. Zunächst ist man bei der Redaktionskonferenz dabei, bei der die bereits erwähnte Entscheidung getroffen werden soll, dann erfährt man nach und nach, wie es überhaupt so weit kam. Im Laufe der Erzählung gibt es ein paar Wendungen, die ich nicht habe kommen sehen, anderes konnte ich dagegen ahnen.

Von der Vielzahl der Charaktere war ich zunächst ein bisschen erschlagen, doch nach und nach klärt sich das. Es gibt neben David ein paar andere wichtige Charaktere, teilweise wird aus deren Perspektiven erzählt wird. Nicht jede:r von ihnen ist mir sympathisch, aber interessant sind die meisten. Insgesamt verlangt der Roman schon eine gewisse Aufmerksamkeit, auch wegen der nach und nach aufgedeckten Erkenntnisse.

Das Thema des Romans ist hochaktuell und für sich schon sehr brisant. Tatsächlich stattgefundene Ereignisse spielen hier zudem eine wichtige Rolle, allen voran der Sturm auf das Kapitol am 06.01.2021. Ich finde die Verknüpfung der realen Ereignisse mit dem fiktiven Geschehen sehr interessant und spannend. Spannend ist auch der gesamte Roman, der für mich schnell zum Pageturner wurde. Hin und wieder gibt es für mich kleine Irritationen, am Ende habe ich ihn aber zufrieden zugeklappt.

Spannend, aktuell, brisant, der Roman war für mich ein Pageturner, der aber auch Aufmerksamkeit beim Lesen erfordert.

Veröffentlicht am 11.04.2025

Wieder spannend, aber nicht ganz so überzeugend wie andere Romane des Autors

Ein ungezähmtes Tier
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Sophie und Arpad Braun scheinen alles zu haben, was man sich wünschen kann, eine liebevolle Beziehung, zwei Kinder, ein schönes Haus, gutes Einkommen, Zufriedenheit. Aber manchmal trügt der Schein – ob ...

Sophie und Arpad Braun scheinen alles zu haben, was man sich wünschen kann, eine liebevolle Beziehung, zwei Kinder, ein schönes Haus, gutes Einkommen, Zufriedenheit. Aber manchmal trügt der Schein – ob das in hier auch der Fall ist, davon erzählt dieser Roman.

Joël Dickers Romane zeichnen sich dadurch aus, dass man nie wissen kann, was passieren wird oder in der Vergangenheit passiert ist, immer wieder wird man überrascht, man kann sich nie sicher sein, alles kann über den Haufen geworfen werden, erst am Ende weiß man die ganze Wahrheit. Ich mag es sehr und finde es spannend, erst nach und nach zu erfahren, was eigentlich ist. Auch in diesem Roman ist das wieder so, immer wieder springt die Erzählung in der Zeit, mal mehr oder weniger ausführlich erfahren wir, was vor Jahren oder manchmal auch nur vor Stunden passiert ist. Auch dieser Roman wurde für mich deshalb wieder zum Pageturner.

Aber dennoch hat mich dieser Roman nicht so gepackt wie die vorherigen Romane, die ich von Dicker gelesen habe. Zum einen liegt das wohl daran, dass mir dieses Mal keiner der Charaktere so richtig sympathisch war, manche sogar richtig unsympathisch, so konnte ich auch nicht ganz so mit ihnen mitfühlen, wie ich das gerne getan hätte. Zum anderen liegt das aber auch an der Geschichte, die zwar ihre Überraschungen zu bieten hatte, aber manchmal auch etwas vorhersehbar war, und zudem finde ich, dass es ist nicht ganz so raffiniert verwoben ist, wie man es von Dicker kennt.

Die Protagonist:innen sind zwar nicht gerade sympathisch, aber gut charakterisiert, neben Sophie und Arpad gibt es ein zweites Ehepaar, weniger gut gestellt, die sich mit den Brauns anfreunden, wobei das teilweise ein wenig ausartet. Alle haben natürlich ihre Geheimnisse, die nach und nach aufgedeckt werden.

Erzählt wird, wie schon erwähnt, mit einigen Zeitsprüngen. Der Roman ist in drei Abschnitte aufgeteilt, die jeweils einen Countdown haben. So darf man zusätzlich gespannt sein, was am Ende des jeweiligen Countdowns geschehen wird. Schließlich ist alles aufgelöst, wenn auch manches ein wenig überzogen, wie ich finde. Dennoch kann man es auf gewisse Weise nachvollziehen. Gut gefallen hat mir, dass man noch etwas vom Danach erfährt.

Joël Dicker hat mir wieder spannende Lesestunden beschert. Doch ganz so gut wie die Vorgängerbände hat mir dieser nicht gefallen. Wer Dicker mag, kann aber auch hier zugreifen. Wem Zeitsprünge und Aufmerksamkeit beim Lesen nicht stören und überraschende Wendungen zusagen, ist bei Dicker ebenfalls richtig.