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Veröffentlicht am 16.07.2025

Biografische Einblicke ins (Farm-)Leben von Helen Rebanks

Die Frau des Farmers
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„Die Frau des Farmers“ ist auf jeden Fall ein sehr persönliches Buch der Autorin. Denn Helen Rebanks nimmt uns damit nicht nur an einem Hoftag mit, sondern taucht gedanklich auch tief in ihre eigene Vergangenheit ...


„Die Frau des Farmers“ ist auf jeden Fall ein sehr persönliches Buch der Autorin. Denn Helen Rebanks nimmt uns damit nicht nur an einem Hoftag mit, sondern taucht gedanklich auch tief in ihre eigene Vergangenheit ein. Eigentlich dachte ich der Fokus würde stärker auf dem Farmleben liegen, dieses nimmt aber nur einen kleinen Teil des Buches ein. Wir lernen die heutige Bäuerin auch als ambitionierten Teenager der nur weg vom elterlichen Hof möchte, als kreative Kunststudentin und als junge Mama am Rande ihrer Kräfte, kennen. Darüber hinaus reflektiert sie auch die Lebensgeschichten anderer Frauen ihrer Familie was mir richtig gut gefiel. Es sorgt nämlich für eine interessante Metaebene und zeigt auch geschichtliche Entwicklungen in der Landwirtschaft auf. Helen Rebanks schreibt unaufgeregt, gut lesbar und versteht es ohne unnötige Dramatik ihre Leser:innen zu fesseln. Eine große Passion ist seit ihrer Kindheit an, das Kochen und Backen für sie. Auch deshalb fügen sich die zahlreichen Rezepte nahtlos in die Erzählung ein und sorgen für eine noch größere Authentizität. Alles in allem war mir die Autorin sehr sympathisch, in einem Punkt (welcher sich leider durchs gesamte Buch zieht) war sie für mich aber unangenehm massiv. Und zwar spielt das Fleischessen für sie eine wichtige Rolle und wird deshalb auch nahezu jeden Tag für die ganze Familie gekocht. So gut wie alle herzhaften Rezepte sind wirklich sehr fleischlastig und kommen für uns deshalb nicht in Frage. Auch wenn sie verständlich argumentiert, dass in ihrer Gegend nur Weidehaltung und kein Ackerbau möglich ist, finde ich es nicht okay die erwiesen klimaschädliche Wirkungen des Fleischkonsums abzustreiten. Darüber hinaus macht sie sich aber auch noch über vegetarische Ernährung lustig und schimpft etwa über glibbrige Sojawürstchen. Einer solch ambitionierten Hobbyköchin hätte ich eigentlich das Wissen über schmackhafte gemüsebasierte Gerichte zugetraut. Abgesehen davon ist ihre Botschaft bewusst einzukaufen und für hochwertige Lebensmittel angemessen zu bezahlen aber sehr lobenswert. Auch den Beschreibungen des Hofs spürt man den Fokus auf naturnahe Landwirtschaft und Naturschutz an. Insgesamt kann ich das Buch durchaus empfehlen, wer mit dem genannten Kritikpunkt keine Probleme hat, kann sicher unbeschwert abtauchen in die authentische Erzählung und malerische Landschaftsbeschreibungen.

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Veröffentlicht am 03.07.2025

Die spannende Geschichte der jungen Wikingerin geht weiter

Yrsa. Die Liebe der Wikingerin
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In „Yrsa. Die Liebe der Wikingerin“ lebt Yrsa nun endlich ihren großen Traum und reist erstmals als Kämpferin. Erneut lässt Autorin Alexandra Bröhm so ein längst vergangenes Jahrhundert lebendig werden. ...

In „Yrsa. Die Liebe der Wikingerin“ lebt Yrsa nun endlich ihren großen Traum und reist erstmals als Kämpferin. Erneut lässt Autorin Alexandra Bröhm so ein längst vergangenes Jahrhundert lebendig werden. Man merkt dem Roman auf jeden Fall ihre Expertise als Historikerin an. Da aber vieles nicht schriftsprachlich überliefert wurde, ist natürlich auch Fiktion im Spiel. Und obwohl ich historische Romane sonst nicht bevorzugt lese, konnte mich die Geschichte wirklich voll und ganz fesseln. Auf über 600 Seiten passiert dabei so Einiges und die Autorin weiß mit großen Gefühlen, Dramatik und Intrigen zu unterhalten. Zwei wichtige Wendungen bzw. Zusammenhänge habe ich ehrlich gesagt allerdings schon früh erraten. Und auch wenn ein Teil der Spannung dadurch für mich verloren ging, las sich die Geschichte doch interessant. Nebem dem Kampfgeschehen mochte ich auch die romantischen Szenen zwischen Yrsa und Avidh sehr gerne. Allgemein tut ihre wertschätzende Beziehung auf Augenhöhe einfach gut. Aber auch die zahlreichen Herausforderungen der Frauen damals werden thematisiert, was mir gut gefiel. Der Schreibstil passt sprachlich durchaus zur Geschichte, ist aber dennoch auch modern und lässt sich dadurch mühelos lesen. Alles in allem gefiel mir „Yrsa. Die Liebe der Wikingerin“ also richtig gut. Es ist ein würdiger zweiter Band, welchen ich Fans von historischen Romanen mit starken Frauenfiguren, nur weiterempfehlen kann.

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Veröffentlicht am 19.06.2025

Mitunter verwirrend, aber am Ende doch stark

Der unsterbliche Zando
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„Der unsterbliche Zando“ ist ein doch außergewöhnlicher Roman und ich denke nicht jeder wird den gewählten Stil von Autor Martin Rost hier mögen. Auch ich hatte immer wieder Schwierigkeiten mich zeitlich ...

„Der unsterbliche Zando“ ist ein doch außergewöhnlicher Roman und ich denke nicht jeder wird den gewählten Stil von Autor Martin Rost hier mögen. Auch ich hatte immer wieder Schwierigkeiten mich zeitlich zu orientieren, die Übergänge sind nämlich überhaupt nicht erkennbar. Dadurch entsteht eine etwas verwirrende, chaotische, aber sehr eindrückliche Erzählung, welche erst auf den letzten Seiten richtig Sinn ergibt. Als Gesamtwerk finde ich das Buch nach Beendigung toll, währenddessen zog sich die Lektüre aber etwas. Denn auch Protagonist Fritz ist für mich nicht immer richtig greifbar und er erscheint teilweise fast schon unzuverlässig als Erzähler. Auch dadurch entsteht aber eine gewisse Spannung, denn die Handlung wirkt richtig geheimnisvoll. Interessant sind zudem die emotionalen Einblicke in Fritz Psyche. Abgerundet wird alles mit einer leicht abgewrackt wirkenden Kulisse einer Kleinstadt wie es sie überall in Deutschland geben könnte. Alles in allem hat mir der Roman doch gut gefallen, gerade auch deshalb da ich noch nichts Ähnliches gelesen habe.

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Veröffentlicht am 19.06.2025

Gartenidylle und Liebeswirren

Der Feind in meinem Beet
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„Der Feind in meinem Beet“ von Käthe Lachmann ist auf jeden Fall unterhaltsam. Trotz oder auch gerade weil sich die eigentlich erwachsenen Protagonist:innen teils wie sehr unvernüftige Teenager benehmen. ...

„Der Feind in meinem Beet“ von Käthe Lachmann ist auf jeden Fall unterhaltsam. Trotz oder auch gerade weil sich die eigentlich erwachsenen Protagonist:innen teils wie sehr unvernüftige Teenager benehmen. Dabei muss ich zugeben, ihre Beweggründe konnte ich nicht immer nachvollziehen. Trotzdem war das Geschehen durchaus amüsant, wobei mich Ex-Mann Lars aber zunehmend nervte. Ein klassischer Liebesroman ist das Buch für mich nicht, dafür gibt es dann doch zu wenig Romantik und zu viele skurrile Situationen. Wenn man sich aber vom Anspruch entfernt über authentische erwachsene Liebesbeziehungen zu lesen und sich einfach auf die verrückte Gefühlsachterbahn einlässt, kann man hier durchaus Spaß haben. Eindrücklich getroffen ist ebenfalls das Vereinsleben im Schrebergarten. Es ist schon eine eigene Subkultur dort. Daneben gibt es aber auch einige echte Gartenimpressionen und ich mochte es sehr, wie uns die Autorin ganz Nebenbei mit durchs Gartenjahr nimmt. Auch der Schreibstil liest sich angenehm flüssig und gefiel mir gut. „Der Feind in meinem Beet“ eignet sich für Alle die humorvolle Geschichten mögen. Ich persönlich vergebe insgesamt noch gute 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 05.06.2025

Biografischer Ratgeber

Unperfekt ist genau richtig
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„Unperfekt ist genau richtig“ ist wohl Lucinde Hutzenlaub persönlichstes Buch, den das Sachbuch beschäftigt sich mit wichtigen Lebensereignissen der Autorin. Die Erkenntnisse welche sie daraus aber gewonnen ...

„Unperfekt ist genau richtig“ ist wohl Lucinde Hutzenlaub persönlichstes Buch, den das Sachbuch beschäftigt sich mit wichtigen Lebensereignissen der Autorin. Die Erkenntnisse welche sie daraus aber gewonnen hat, sind durchaus allgemeingültig und so bietet „Unperfekt ist genau richtig“ sich auch als Ratgeber mit zahlreichen Impulsen an. Zunächst einmal finde ich die sympathische Art der Autorin super. Sie schreibt unverblümt und direkt aus der Seele, gerade deshalb wirkt alles so authentisch. Besonders gerne mochte ich die Passagen wo eigene Erfahrungen mit einem Ratschlag etwa für mehr Selbstliebe oder die Persönlichkeitsentwicklung verbunden werden. Selten kommt Lucinde Hutzenlaub aber auch ins philosophieren und verliert sich etwas in Allgemeinplätzen. Überwiegen sind die Gedanken aber gut greifbar und sehr reflektiert. Der Schreibstil las sich für mich anfangs etwas langsamer, im Verlauf gewöhnte ich mich aber immer besser an den ausschweifenden und humorvollen Stil. Thematisch geht es viel um eine Trennung, aber auch um das daraus entstandene neue Leben der Autorin. Ich persönlich bin gerade in einer völlig anderen Lebensphase und fühlte mich deshalb nicht immer angesprochen. Tendenziell würde ich das Buch aber auch eher für etwas ältere Leser:innen empfehlen. Bei ähnlichen eigenen Lebensthemen ist der Mehrwert des Buches denke ich noch größer. Insgesamt vergebe ich für das sympathische und emotionale Werk, gute 4 Sterne und eine eingeschränkte Leseempfehlung.

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