Erinnert an "Marschlande" und "Zur See"
StromlinienEnna und Jale richten ihr Leben nach der verbliebenen Zeit aus, in Jahren, Monaten, Tagen. Und jetzt sind es noch genau sechzehn Stunden, bis sich das lang erwartete Schicksal der Zwillinge erfüllen soll. ...
Enna und Jale richten ihr Leben nach der verbliebenen Zeit aus, in Jahren, Monaten, Tagen. Und jetzt sind es noch genau sechzehn Stunden, bis sich das lang erwartete Schicksal der Zwillinge erfüllen soll. Ein Aufwachsen ausgerichtet am Entlassungsdatum ihrer Mutter Alea aus der Haft.
Zur Stunde Null verschwindet nicht nur Jale, sondern auch Alea. Während Enna verbissen nach ihrer Schwester sucht, fahndet die Polizei im Falle eines nach einem auf der Elbe in seinem gesunkenen Motorboot ertrunkenen Mann.
Die Polizei will das Verschwinden von Alea und Jale mit dem Ertrunkenen in Verbindung bringen, und Enna, die keinen Grund hat, der Polizei Vertrauen zu schenken, muss sich auf sich selbst verlassen.
Sie, die noch nie ohne ihre Schwester war.
Auf der Suche nach Antworten steuert Enna mit ihrem Boot die Gewässer der Marschlande und taucht dabei tief in die Strudel ihrer Familiengeschichte ein.
Rebekka Franks „Stromlinien“ entknotet die verwobenen Stränge dreier Generationen. Facettenreiche Protagonistinnen tragen die Handlung durch mal sinnliche, mal stürmische Naturbeschreibungen, aber immer mit dem Auge auf die Flora und Fauna der Marschlande.
Schuld und Sühne, Familie, Zusammengehörigkeit und Ungebundenheit, Miss- und Vertrauen sind Worte, die mir unmittelbar einfallen. Das Buch hat einen tiefen Eindruck bei mir hinterlassen.
Zuletzt habe ich mich in Jarka Kubsowas „Marschlande“ und Dörte Hansens „Zur See“ in derart atmosphärischen Beschreibungen verloren, und wer die genannten Titel genossen hat, wird sicher auch in „Stromlinien“ ein Leseerlebnis vorfinden wie ich es tat.