Ruhige Story mit dunklen Geheimnissen
Nach dem Tod seiner Mutter und seiner kleinen Schwester ist Isak bei seinem Großvater aufgewachsen und hatte bis heute auch keinen Kontakt zu seinem Vater. Doch plötzlich meldet sich Fredrik bei seinem ...
Nach dem Tod seiner Mutter und seiner kleinen Schwester ist Isak bei seinem Großvater aufgewachsen und hatte bis heute auch keinen Kontakt zu seinem Vater. Doch plötzlich meldet sich Fredrik bei seinem Sohn, um ihm mitzuteilen, dass er nicht mehr lange zu leben hat. Isaks Freundin Madde überredet ihn, dem Treffen mit dem Vater zuzustimmen. Für Isak ist das eine schwere Entscheidung, denn die Erinnerungen an seinen Vater sind alles andere als positiv. Angekommen in Gotland sind beide überwältigt von Fredriks prunkvollem Anwesen. Was anfangs nach einer überraschend herzlichen Wiedersehensfreude aussieht, entpuppt sich schon bald als großer Fehler. Denn plötzlich steht nicht nur die Beziehung zwischen Isak und Madde auf der Kippe, auch die Geschehnisse der Vergangenheit holen Isak nach und nach ein…
Isak und Madde sind zwei unglaublich interessante Figuren. Kvensler hat beide sehr authentisch gezeichnet und sie damit noch lebendiger wirken lassen. Die Story wird hauptsächlich aus der Sicht von Isak erzählt. Ich mochte seinen Charakter total gern und habe mich schnell mit ihm verbunden gefühlt. In einigen Kapiteln befindet sich Isak in einer Haftanstalt. Die Frage nach dem Warum bleibt lange unbeantwortet. Diese geheimnisvollen Perspektivwechsel sorgen für zusätzliche Spannung und fesseln den Leser an die Handlung.
Kvensler schafft eine bedrückende Atmosphäre und steigert damit die Neugier seiner Leser ins Unendliche. Dass beim Besuch in Gotland verborgene Geheimnisse ans Licht kommen, war abzusehen. Aber die Art und Weise, wie Kvensler diese seinen Lesern präsentiert, ist überragend konstruiert. Die Szenerie hat der Autor dabei klug gewählt und stellt diese bildhaft dar. Auch seine Beschreibungen der Kunstszene, in der sich Fredrik bewegt, wird von Kvensler realistisch dargestellt. Das zeigt deutlich, wie intensiv er sich mit seinen Recherchen auseinandergesetzt hat.
Fazit: „Die Insel“ ist ein geschickt konstruierter, jedoch etwas ruhiger Thriller. Dunkle Geheimnisse, zerrüttete Familiengeschichten und jede Menge Spannung sorgen hier für den perfekten Lesegenuss.