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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.06.2025

Leise erzählte Geschichte

Unsere Suche nach Zärtlichkeit
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Dieser Roman kommt leise daher. Ohne große Abenteuer, ohne aufregende Plotwists. Eher sanft wird hier eine etwas andere Liebesgeschichte erzählt, dafür mit umso tieferen Fragen.

Dumont arbeitet nachts ...

Dieser Roman kommt leise daher. Ohne große Abenteuer, ohne aufregende Plotwists. Eher sanft wird hier eine etwas andere Liebesgeschichte erzählt, dafür mit umso tieferen Fragen.

Dumont arbeitet nachts als Telefonseelsorger, bis er merkt, dass er Abstand davon braucht. Also macht er sich auf Reisen und begegnet dort einer Frau, die wie er schon lange keine romantische Beziehung mehr geführt hatte. Besonders für sie scheint es schwer zu sein, sich auf intimer Ebene fallen zu lassen. Doch nicht, weil sie so lange Single ist, sondern weil sie es sich seit Jahren nicht erlaubt hat und für jemand anderen da ist. Denn ihr Ehemann liegt im Koma. Für Dumont ein Schock. Umso intensiver werden die Gedanken, mit denen er sich dadurch auseinandersetz.

Für mich hatte das Buch ein paar Längen und die Art der Erzählung entspricht nicht ganz meinem Geschmack, dennoch ist es ein tolles Buch, dass zum Nachdenken anregt und zeigt, dass Einsamkeit einem auf so vielen Ebenen begegnen kann.

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Veröffentlicht am 01.05.2025

Liebeschaos

Women
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Das Vorwort macht extrem neugierig, nicht nur, weil dieser Roman in der Szene wohl von Hand zu Hand ging und, wenn man denn den Worten trauen kann, zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Frauen erreicht. ...

Das Vorwort macht extrem neugierig, nicht nur, weil dieser Roman in der Szene wohl von Hand zu Hand ging und, wenn man denn den Worten trauen kann, zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Frauen erreicht. Es geht um Selbstfindung, um das anererkennen (teilweise auch hinterfragen) der eigenen Sexualität. Die ich-erzählerin berichtet mehr oder weniger episodisch aber dabei doch chronologisch von ihrer toxischen Liebe zu der Frau Finn. Die Anziehung, die aber beiden Beteiligten nicht guttut. Finn, die eigentlich in einer Beziehung ist, aber dennoch mit der Erzählerin etwas anfängt. Von zerstörerischen Liebe und deren Konsequenzen. Von Heimlichkeiten und Sucht.

Was mich sehr gestört hat, ist die Tatsache, dass die Erzählerin und auch Finn kaum über die Frau sprechen, mit der Finn zusammen ist, dass Fremdgehen hier in Kauf genommen wird. Auch wenn genau das oft die Schwierigkeit in der Anziehung der beiden ist.
Man so vielen Stellen war das Geschlecht der beiden eigentlich nebensächlich, denn es geht viel mehr um die Dynamik und was eine solche Liebe mit einem macht. Und doch werden hin und wieder Klischees angesprochen, was die Verwirrung von der Erzählerin durchblicken lässt.

Der episodische Charakter des Erzählstils ist gewöhnungsbedürftig und trifft nicht ganz meinen Lesegeschmack. Die kurzen Kapitel haben es aber leicht gemacht, das Buch schnell zu lesen. Warum es aber ein gefeierter Klassiker der lesbischen Literatur ist, bleibt für mich unverständlich. Es ist nicht schlecht und verdeutlicht die Turbulenzen im Liebeschaos aber es ist kein Buch, das mich in den Bann gezogen hat. Spannend war wiederum das Nachwort, dass durch einige eingeschobene Leserinnenstimmen auch den episodischen Stil noch einmal spiegelt.

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Veröffentlicht am 22.04.2025

In den Sternen

Stars
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Carla steckt in einem Job fest, der eigentlich nur eine Übergangslösung war. Nebenher betreibt sie einen Service zum Sterne deuten mit einem männlichen Pseudonym - etwas, dass ihr aber auch schon mal einen ...

Carla steckt in einem Job fest, der eigentlich nur eine Übergangslösung war. Nebenher betreibt sie einen Service zum Sterne deuten mit einem männlichen Pseudonym - etwas, dass ihr aber auch schon mal einen Strich durch die Lebensplanung gemacht hatte - denn die Dozenten in ihrem Psychologiestudium fanden ihr Interesse und vor allem Hochstaplerdasein im astrologischen Bereich nicht gerade seriös.

Ein mysteriöser Karton mit Geld bringt ihr einen Anstoß zu Veränderung, den sie dringend gebraucht hatte. Sie kündigt -nachdem sie sich erstmal krankschreiben ließ - verkündet das Ende ihres Astrologischen Pseudonyms mit einer Empfehlung der Stammkunden an eine neue Astrologin - die sie natürlich selbst ist. Jetzt nimmt sie im Geschäft mit den Sternen fahrt auf, wird regelrecht zur Starastrologin, die Angestellte braucht, zu Shows eingeladen wird und in aller Munde ist - dumm nur, dass sie ihre eigene Offenbarung zu der Sterndeutung mit niemandem teilen kann, schließlich ist sie doch längst vom Fach.



Eine lustige Betrachtung der Selbstverwirklichung und der Hoffnung der Vorbestimmung. Mit einem Ende, das ich so nicht kommen sah, aber für meinen Geschmack bleiben zu viele Fragezeichen zurück.

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Veröffentlicht am 16.04.2025

Götterblut

A Fate inked in Blood (Skaland-Saga 1)
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Freya trägt das Blut einer Göttin in sich, was mit einer besonderen Gabe einhergeht. Wegen einer Weissagung hat sie jedoch ihr Leben lang verheimlicht, wer sie wirklich ist, welche Kräfte in ihr schlummern, ...

Freya trägt das Blut einer Göttin in sich, was mit einer besonderen Gabe einhergeht. Wegen einer Weissagung hat sie jedoch ihr Leben lang verheimlicht, wer sie wirklich ist, welche Kräfte in ihr schlummern, bis sie und ihre Liebsten bedroht werden. Endlich kann sie sich aus einer unliebsamen Situation befreien, nur um wieder unter der Kontrolle eines Mannes zu stehen.

Insgesamt fand ich die Geschichte gut, das einweben der nordischen Mythologie und die Idee mit den Götterblutstropfen toll, aber ich habe auch meine Kritikpunkte. Viele loben Freya als starke weibliche Figur- natürlich ist sie den Gegebenheiten der Zeit unterworfen aber innerhalb dessen hat sie immer schnell sich unterworfen und dem Schicksal ausgeharrt. Es dauert, bis sie sich wirklich entwickelt.

Besonders der Anfang war mir zu klischeehaft, ich habe zu oft so etwas gelesen: Frau befindet sich in einer Ehe mit einem widerlichen Kerl aber schmachtet sofort einen Fremden an (aber das geht ja nicht sie ist ja verheiratet und überhaupt passt es nicht zu ihr laut ihrer eigenen Gedanken ..)der ihr natürlich direkt in der nächsten Szene zufällig nicht zufällig wieder begegnet.

Zudem mochte ich es gar nicht, wie oft sie dachte „ich bin keine Jungfrau mehr - das kann ich ertragen“ -sorry aber was bitte spielt Jungfräulichkeit für eine Rolle bei einem Mann zu liegen, wenn sie ihn verabscheut und es nicht will? Die Botschaft hinter dem Gedanken finde ich sehr bedenklich. Das ist mein allergrößter Kritikpunkt. Wie gesagt, ansonsten hat mir die Story gefallen, aber darüber konnte ich einfach nicht hinwegsehen.

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Veröffentlicht am 02.04.2025

Lebensrückblick

Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken
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Reserviere schon einmal einen Tag, wir werden im Himmel einen Kaffee trinken - zumindest stellt die Protagonistin dieses Buches es sich vor, dass sie mit ihrer liebesten Autorin irgendwann ein echtes Gespräch ...

Reserviere schon einmal einen Tag, wir werden im Himmel einen Kaffee trinken - zumindest stellt die Protagonistin dieses Buches es sich vor, dass sie mit ihrer liebesten Autorin irgendwann ein echtes Gespräch führen kann. Ihre Worte richtet sie aber schon jetzt, während einer Zugfahrt an Mascha Kaléko, die sie tief bewundert. Denn die Gedichte der verstorbenen Dichterin haben sie in den letzten Jahren begleitet und tun es auch innerhalb des Buches, während die Protagonistin passend zu den Zeilen reflektiert, was sie alles erlebt hat. Dabei sind die Rückblicke nicht chronologisch aber umso bewegender. Aufgewachsen mit entzogener Liebe, einem Wunsch in die Fußstapfen von Christiane F. zu treten und einer inneren Zerrissenheit hat sie sich durch mehrere Städte geschlagen, bis sie eine wahre Heimat und Liebe gefunden hat. Der Weg dorthin war nicht immer leicht auszuhalten (auch als Lesende nicht). Manchmal wurden mir die Gedanken zu viel, zu erdrückend und drehten sich etwas im Kreis. Man muss sich darauf einlassen können, denn es ist keine leichte Lektüre für zwischendurch.

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