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Veröffentlicht am 26.06.2025

„God, Guts, Guns“ - Wie irre können Menschen sein!?

We Burn Daylight
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Waco, Texas,1993. Perry Cullen „The lamp“ hat sich auf einer abgelegenen Ranch seine eigene „Glaubensgemeinde“ erschaffen. Als selbsternannter Prophet und Messias scharrt er dort seine, ihm treu ergebene ...

Waco, Texas,1993. Perry Cullen „The lamp“ hat sich auf einer abgelegenen Ranch seine eigene „Glaubensgemeinde“ erschaffen. Als selbsternannter Prophet und Messias scharrt er dort seine, ihm treu ergebene Anhänger, um sich, um Bibelstunden abzuhalten, zu beten und auf die letzten Tage der Menschheit zu warten. Auch Jayes Mutter ist dem charismatischen Perry verfallen und macht sich mit ihrer Tochter auf den Weg nach Texas, um sich der Sekte ebenfalls anzuschließen. Doch Jaye ist skeptisch, wenig angetan von Perry und lernt in Waco Roy, den Sohn des Sheriffs, kennen. Der ahnt zunächst noch nichts von Jayes Verbindung zu Perry, der zunehmend ins Visier der Behörden gerät und ebenso nichts, von der Tragödie die sich anbahnt…

Auch wenn es sich bei „We burn daylight“ von Bret Anthony Johnston um eine fiktive Geschichte handelt, so ist sie doch stark an die realen Geschehnisse von Waco angelehnt. Genau diese Tatsache hat das Buch für mich ganz besonders interessant gemacht und mich immer wieder motiviert, im Internet nach alten Artikeln und auch Videodokumentationen bzgl. Waco zu suchen und mir die reale Tragödie von damals nebenher auch noch anzuschauen, da mir diese bislang gar nicht so bekannt war. Die Idee des Buches, diese erschütternde Geschichte von Gewalt und Religion, von Fanatismus, sowie Wunsch nach Zugehörigkeit anhand der unschuldigen Liebesgeschichte zwischen den beiden Teeangern Jaye und Roy zu erzählen, finde ich absolut gelungen. Ebenso wie mir in dem Zusammenhang, der völlig unaufgeregte Schreibstil sehr gut gefallen hat, da dies die ganze Dramatik in ihrem gesamten Ausmaß noch einmal mehr zum Ausdruck gebracht und in einen völlig irrealen Kontrast gesetzt hat. Absolut passend, wenn man die ganze „God, Guts, Guns“ Absurdität bedenkt. Sei es Perry, einer seiner Anhänger, der Sheriff, Roy oder Jay - wirklich alle Figuren des Buches sind absolut realistisch dargestellt, so dass sich sogar die Motivation ihres Handelns und Denkens gut nachvollziehen lässt, so krank sie teilweise auch sein mag.Ebenso gut durchdacht und zudem auflockernd, fand ich auch die immer mal wieder eingefügten Podcast-Folgen, mit den rückblickenden Interviews derer, die an der Tragödie - sowohl auf der einen, als auch auf der anderen Seite - beteiligten waren. Wobei sich die Brillanz der Podcast-Idee eigentlich erst ganz zum Schluss offenbart. Auch wenn mir das Buch wirklich gut gefallen hat, empfand ich die Story dennoch an manchen Stellen als etwas schleppend und dröge, hatte ich doch irgendwie mit mehr erschütternden Szenen und „dem gewisse Etwas“ gerechnet, das mich daran hindert, das Buch wieder aus der Hand zu legen.

Fazit: Insgesamt ein wirklich grandioses Buch, das mich nicht nur während des Lesens oft hat innehalten und nachdenken lassen, sondern mich mich auch nachhaltig immer noch beschäftigt. Eine absolute Leseempfehlung für all diejenigen unter Euch, die nicht nur auf reine, aneinandergereihte Action aus sind!

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Veröffentlicht am 26.06.2025

Nordische Frauenpower

Die Skaland-Saga, Band 1 - A Fate Inked in Blood
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Danielle L. Jensen setzt in „A fate inked in blood“ ganz auf nordische Frauenpower. In einer Mischung aus romantischer Fantasy und nordischer Mythologie erzählt sie die Geschichte der jungen Freya, die ...

Danielle L. Jensen setzt in „A fate inked in blood“ ganz auf nordische Frauenpower. In einer Mischung aus romantischer Fantasy und nordischer Mythologie erzählt sie die Geschichte der jungen Freya, die durch einen Verrat zwar ihrer unglücklichen und von Gewalt geprägten, Ehe entkommt, nicht aber dem Jarl von Skaland. Denn was bisher niemand ahnte - Freya ist eine sagenumwobene Schildmaid und trägt somit große Magie in sich. Der Prophezeiung nach, wird es demjenigen, der sie zur Frau hat, gelingen, das zerrissene Reich zu vereinen und über ganz Skaland zu herrschen. Doch wie lange kommt sie gegen sich selbst und die verbotenen Gefühlen zu Bjorn, dem Sohn des Jarls an? Freya ist fest entschlossen ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.

Ich habe bisher noch kein anderes Buch der Autorin gelesen und kannte bislang auch nur Fantasyromane, die an die griechische Mythologie angelehnt sind, daher fand ich es klasse, dass „A fate inked in blood“ mal in die andere Richtung geht und von der nordischer Mythologie inspiriert ist. Schreibstil und Sprache fand ich zwar durchaus passend, allerdings an so manchen Stellen, dann doch auch wieder recht anstrengend. Zum einen hab ich oftmals einfach den Faden verloren, zum anderen wusste ich, bei so manchen Ausdrücken, gar nich worum es da gerade überhaupt geht. Für mich war der Einstieg anfangs also echt gewöhnungsbedürftig und ein flüssiges Lesen dadurch auch nicht immer gegeben, allerdings hab ich mich mit der Zeit dann auch daran gewöhnt. Schließlich ist die Handlung echt spannend und auch die Protagonisten sind echt gut ausgearbeitet, so dass ich sie mir lebhaft vorstellen konnte. Wobei Freya mein Herz irgendwie nicht ganz gewinnen konnte, obwohl sie - kein Zweifel - eine sehr interessante Charaktere darstellt. Da war mir Bjorn schon wesentlich näher. Und trotzdem fand ich manche „romantische“ Szenen, zwischen Freya und ihm, dann doch etwas drüber, wenn auch nicht wirklich störend.

Fazit: Es war mal was Anderes und eine interessante Mischung, so dass ich sagen kann, dass mir der Reihenauftakt, alles in allem, ganz gut gefallen hat. Jedenfalls habe ich, nicht zuletzt wegen dem Cliffhanger am Ende, Band 2 auch direkt schonmal vorbestellt!

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Veröffentlicht am 04.06.2025

Freundschaft bis zum Tod

Very Bad Widows
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Vier Ehepaare, alle seit Jahrzehnten befreundet. Alle in den 60ern und durch eine fatale Fehlinvestition der Ehemänner, sowohl um ihre gesamten Ersparnisse, als auch ihren abgesicherten Ruhestand gebracht. ...

Vier Ehepaare, alle seit Jahrzehnten befreundet. Alle in den 60ern und durch eine fatale Fehlinvestition der Ehemänner, sowohl um ihre gesamten Ersparnisse, als auch ihren abgesicherten Ruhestand gebracht. Als schließlich einer der Männer, aufgrund eines tragischen Unfalls, stirbt und dessen Frau in den Genuss einer ausgezahlten Lebensversicherung in Höhe von 1 Mio. Dollar gelangt, kommt den restlichen drei Ehefrauen eine mörderische Idee: Wieso nicht gemeinsam Ballast - in Form ihrer unliebsam gewordenen Ehemänner, zugunsten deren Lebensversicherungen - loswerden und alle zusammen nach Florida ziehen, um den wohlverdienten Ruhestand genießen? Gesagt, getan, Auftragskiller engagiert… wären da nicht die eigenen Pläne der Ehemänner…

Zuerst fiel es mir nicht ganz so leicht in die Story hineinzufinden. Da waren die vielen Namen, das Ganze, für meinen Geschmack etwas überkandidelte, Gehabe und die vielen ausschweifenden Details, die mich ziemlich verwirrt haben. Zu Beginn des Buches musste ich tatsächlich einige Textpassagen mehrfach lesen, um überhaupt die Zusammenhänge zu verstehen und überhaupt zu verinnerlichen, wer mit wem verheiratet ist. Als ich das dann aber überwunden hatte und „drin“ war, wurde das Buch für mich schnell zu einem überaus amüsanten und schwarzhumorigen Lesevergnügen.

Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Blickwinkeln der Protagonisten erzählt, sodass die vielen, immer wieder untereinander auftretenden Missverständnisse, nicht nur greifbar, sondern auch urkomisch sind. Jedenfalls haben sie mir, zusammen mit den unendlichen Verstrickungen, überaus vergnügliche Lesemomente und so manchen Schmunzler beschert. Dadurch, dass es in der Story immer wieder zu Wendungen kommt, wird sie auch nicht langweilig, was ich bei den knapp 500 Seiten zunächst befürchtet hatte. Davon abgesehen sind sowohl die Haupt-, als auch die Nebendarsteller absolut brillant ausgearbeitet und dargestellt… von den schneidigen Ehefrauen, einmal ganz abgesehen. Allerdings hat mir, dafür dass es eine Krimikomödie sein sollte, ein wenig die Spannung gefehlt - es ist definitiv mehr Komödie als Krimi vorhanden.

Fazit: Wenn es für meinen Geschmack auch manchmal etwas „to much“ und zu verwirrend war, so hat es doch Spaß gemacht diesem irren Katz-und-Maus-Spiel, aus Plänen, Missverständnissen und Fehlschlägen zu folgen. Kein nachhaltiges Lesehighlight, aber sicher eine prima Sommerlektüre!

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Veröffentlicht am 01.06.2025

Emotionaler Wegbereiter für ein tabuisiertes Thema!

Nicht tot zu sein, ist noch kein Leben
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Lou Bihl greift in ihrem Roman „Nicht Tod zu sein, ist noch kein Leben“ sehr wichtige, aber immer noch tabuisierte Themen auf - selbstbestimmtes Sterben und Suizidassistenz. Sie erzählt die sowohl emotionale, ...

Lou Bihl greift in ihrem Roman „Nicht Tod zu sein, ist noch kein Leben“ sehr wichtige, aber immer noch tabuisierte Themen auf - selbstbestimmtes Sterben und Suizidassistenz. Sie erzählt die sowohl emotionale, als auch konfliktbelade Geschichte zweier Freundinnen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Auf der einen Seite Marlene, die lebenshungrige Journalistin und auf der anderen Seite Helene, sie solide und leidenschaftliche Ärztin. Als Marlene schließlich an Krebs erkrankt, begeben sich die beiden Frauen auf eine letzte gemeinsame Reise, „bis zum letzten Atemzug“.

In der letzten Zeit war ich, aufgrund aktueller Anlässe, leider sehr häufig gezwungen, über das Sterben, den Tod und auch Suizidassistenz nachzudenken. Wichtige Themen, die uns zwar alle irgendwo und irgendwann betreffen, aber dennoch weitestgehend totgeschwiegen werden. Um so überraschter war ich, erstmalig in einem Roman darauf zu stoßen. Zumal die Autorin die Thematik von zwei Seiten beleuchtet und beschreibt, was ich sehr interessant finde. Auf der einen Seite haben wir die Erkrankte(n), auf der anderen Seite haben wir die Freundin, Ärztin und auch die Angehörigen. Besonders bemerkenswert ist dabei, die zwar berührende und emotionale, aber dennoch sachliche und leichte Herangehensweise. Trotz der „Schwere“ des Themas, liest sich der Roman zu keiner Zeit „erdrückend“, sondern mit einer außergewöhnlichen Leichtigkeit, wie ich finde.

Die Story ist realistisch und hervorragend recherchiert, die Protagonisten wirklich sehr gut beschrieben und ebenso herausgearbeitet - auch wenn sie für mich nicht unbedingt alle Sympathieträger waren. In ihre Anliegen, Emotionen und auch in die Konflikte konnte ich mich jedenfalls mit Leichtigkeit hineinfühlen und -denken. In Sachen Denken und Verstehen hat mir das Glossar am Ende des Buches auch sehr gut gefallen. Dort ließen sich nicht nur, in alphabetischer Reihenfolge, nochmal alle medizinischen Fachbegriffe nachlesen, sondern auch Quellenangaben und weiterführende Literatur. Schade fand ich, dass in der zweiten Hälfte des Buches, das eigentliche Thema der Suizidassistenz, ziemlich verloren gegangen ist und auch den Schluss empfand ich ein wenig zu „idealisiert“, wenn man in dem Zusammenhang überhaupt davon sprechen kann.

Fazit: Zunächst einmal empfinde ich größte Hochachtung für Lou Bihl, dass sie sich diesem umstrittenen Thema angenommen hat - darüber wird viel zu wenig geredet und geschrieben!

Alles in allem hat mir das Buch wirklich sehr gut gefallen! Dass ich mit der zweiten Buchhälfte ein Problem habe, bzw. mir der Schluss nicht so gefallen hat, ist reine Geschmacksache. Das Buch ist schlichtweg wohldurchdacht, hat mich emotional berührt, zum nachdenken gebracht, mir eine andere Sichtweise vor Augen gehalten und mir viel Neues - gerade in Sachen Rechtsprechung - vermittelt. Gerade bei Romanen schätze ich es sehr, wenn ich nach einem Buch klüger bin als vor einem Buch. Auf jeden Fall eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 08.10.2025

Zu hohe Erwartungen

Dunkle Sühne
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Mit „Dunkle Sühne“ startet Karin Slaughter ihre neue Thriller-Reihe „North Falls“, die in gleichnamiger, amerikanischer Kleinstadt spielt. Eigentlich ein idyllischer Ort in dem noch jeder jeden kennt, ...

Mit „Dunkle Sühne“ startet Karin Slaughter ihre neue Thriller-Reihe „North Falls“, die in gleichnamiger, amerikanischer Kleinstadt spielt. Eigentlich ein idyllischer Ort in dem noch jeder jeden kennt, doch dann verschwinden plötzlich zwei Mädchen und Deputy Emmy Clifton wird sowohl beruflich, wie auch privat auf eine harte Probe gestellt.

Als großer Fan der Will Trent Reihe und nachdem das Buch so gehypt wurde, musste ich es mir natürlich auch zulegen und bin nun doch etwas enttäuscht. Oder doch nicht? Irgendwie bin ich da noch sehr unentschlossen. Ich hatte auf jeden Fall höhere Erwartungen was die Spannung angeht, die bei mir nicht so recht aufkommen wollte. Der Anfang hat sich, gefühlt, unendlich gezogen, so dass ich die ersten, gut 300 Seiten, sogar recht langweilig fand, was sich dann in der zweiten Hälfte jedoch geändert hat. Es mag allerdings auch daran liegen, dass ich zunächst das Hörbuch gehört habe, welches auf mich sehr einschläfernd gewirkt und Emmy als absolute Tranfunzel rübergebracht hat, die. Ihr nicht wirklich sympathisch war. Als ich dann selbst gelesen habe wurde es jedenfalls besser.

Gut gefallen haben mir die, von Frau Slaughter ausgelegten, falschen Fährten und die vielen überraschenden Wendungen, mit denen ich größtenteils wirklich nicht gerechnet habe. Im Nachhinein betrachtet, hat mir auch die ganze umfangreiche Familiengeschichte rund um Emmy sehr gut gefallen. Die hat mich zum Schluss wirklich gefesselt und neugierig darauf gemacht, wie es mit Emmy denn nun weitergehen mag.

Fazit: Vielleicht waren die Erwartungen zu hoch oder das anfängliche hören des Hörbuchs ist schuld - ich weiß es nicht. Jedenfalls konnte mich der erste Band in Sachen Spannung nicht wirklich überzeugen und abholen, obwohl ich ihn auch nicht richtig schlecht fand! Und weil mich Emmys Entwicklung und Geschichte nun wirklich interessiert, werde ich dem zweiten Band auch auf jeden Fall eine Chance geben.

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