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Veröffentlicht am 26.06.2025

Emotionale Mischung aus Vergangenheit und Gegenwart

Zypressensommer
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1998. Nach dem Tod ihres Großvaters reist die Hamburger Goldschmiedin Julia das erste Mal in seine toskanische Heimat. Ganz überwältigt von der malerischen Schönheit des Landes und der Landschaft, möchte ...

1998. Nach dem Tod ihres Großvaters reist die Hamburger Goldschmiedin Julia das erste Mal in seine toskanische Heimat. Ganz überwältigt von der malerischen Schönheit des Landes und der Landschaft, möchte sie sich dort auf die Spuren ihres Großvaters begeben. Wieso ist er nie in seine wunderschöne Heimat zurückgekehrt? Was ist während des Zweiten Weltkrieges passiert? Während ihres Vorhabens lernt sie Matteo kennen und begibt sich mit ihm zurück in die 1940er Jahre, in eine Zeit bedrückende voller Widerstand…

Von der wundervoll erzählten Geschichte einmal abgesehen, haben mir insbesondere auch die fesselnden Beschreibungen über die Schönheit der Toscana sehr gut gefallen. Teresa Simon schreibt in ihrem Buch „Zypressensommer“ mit einer unheimlichen Lebendigkeit und nimmt einen dadurch ganz und gar mit auf die Reise. Das sogar in zweierlei Hinsicht, denn es geht ebenso auf Zeitreise. Während ein Teil der Geschichte im Jahr 1998 spielt und von Julias Reise, der Schönheit der Toscana und Julias Spurensuche handelt, erzähl ein anderer Teil von den 40er Jahren in Italien. Erzählt die Geschichte ihres Großvaters Gianni, ebenso wie die Geschichte von Giulia. Erzählt von Faschismus und Widerstand, erzählt von einer dunklen Seite. Gerade dieser Kontrast hat mir ganz besonders gut gefallen, Leben und Spannung in die Geschichte gebracht. Davon abgesehen empfand ich auch die Beschreibungen und Charaktere als sehr glaubwürdig und realistisch dargestellt, ebenso wie den sanft-emotionalen Schreibstil, der sich flüssig lesen lies. Abschließend gab es dann sogar noch eine kleine Rezeptsammlung und ein beeindruckendes Nachwort, was das ganze Buch nochmal irgendwie abgerundet hat.

Fazit: Mich hat das Buch komplett abgeholt und ebenso berührt. Es war erschreckend und traurig, romantisch und emotional, lehrreich und wundervoll zugleich. Absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 19.06.2025

Hilft Achtsamkeit in den Alltag zu integrieren

Mit Achtsamkeit durch die Woche
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Mit ihrem Trainingsbuch „Mit Achtsamkeit durch die Woche“ möchte Martina Simonsen nicht nur darin unterstützen, mehr Klarheit beim Denken und Fühlen zu erlangen, sondern auch darin, langfristig mehr Ruhe ...

Mit ihrem Trainingsbuch „Mit Achtsamkeit durch die Woche“ möchte Martina Simonsen nicht nur darin unterstützen, mehr Klarheit beim Denken und Fühlen zu erlangen, sondern auch darin, langfristig mehr Ruhe und Achtsamkeit in den Alltag zu integrieren. Erfolgreiches Training baut auf Wiederholungen auf, daher ist das Buch auch auf 12 Wochen ausgelegt, die es dem Gehirn ermöglichen, neue Verhaltensweisen nachhaltig umzusetzen.

Zuerst ist es mir sehr schwer gefallen, die wöchentlichen Fragen zu meiner Wahrnehmung, der Achtsamkeit im Handeln, meinem Erleben, meinem Körper und Wohlbefinden, sowie zum Spirituellen und meiner Zukunft auszufüllen. Irgendwie wusste ich gar nicht, was ich überhaupt schreiben soll, was denn nun richtig oder falsch ist, bzw. was überhaupt nennenswert oder „gefordert“ ist. Dank der Ausfüllhilfe (mit echt nützlichen, praxisnahen Beispielen) im hinteren Teil des Buches, konnte ich mich dann aber doch Schritt für Schritt durch die Fragen wurschteln und von Mal zu Mal wurde es immer einfacher. Mittlerweile schreibt es sich fast von allein und tut spürbar gut. Da mein Leben derzeit durch sehr kräftezehrende Belastungspunkte überschattet ist, die mich oft an den Rand der Verzweiflung treiben, hatte ich mir - auf Anraten hin - schon oft vorgenommen, mehr Achtsamkeit walten zu lassen. Dinge z.B. bewusst zu tun und nicht alles gleichzeitig, im hier und jetzt zu leben etc. Was dann aber auch immer wieder schnell vergessen war und letztendlich nur beim „Vornehmen“ geblieben ist. Mit diesem Trainingsbuch hatte nun aber keine Ausrede mehr, sondern wurde quasi täglich erinnert und liebevoll „ermahnt“.

Fazit: Das Trainingsbuch hat mir wirklich sehr dabei geholfen achtsamer zu sein bzw. Dinge (und auch mich selbst!) bewusster wahrzunehmen, umzusetzen und zu reflektieren. Ich habe es mittlerweile als so eine Art „Auszeit vom Wahnsinn“ und „Zeit für mich“ in meinen Alltag integriert und möchte es nicht mehr missen. Ich kann es also absolut empfehlen!

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Veröffentlicht am 07.06.2025

Ein Buch wie „Crêpe caramel au beurre salé“

Noch fünfzig Sommer mehr
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Ein weißer Sandstrand und ein liebevolles Zuhause mit paradiesischem Garten inmitten der malerischen Bretagne. Sommer voller Glück, Kinderlachen und Großeltern, die ihr Enkelkind von ganzem Herzen lieben ...

Ein weißer Sandstrand und ein liebevolles Zuhause mit paradiesischem Garten inmitten der malerischen Bretagne. Sommer voller Glück, Kinderlachen und Großeltern, die ihr Enkelkind von ganzem Herzen lieben - eine unbeschwertere Kindheit hätte Eleni sich eigentlich nicht wünschen können. Wären da nicht die dunklen Schatten der Erinnerung. Erinnerungen an das Unglück, das einst über sie hereinbrach und das alles zerstörte. Und wäre da nicht der viel zu frühe Tod ihrer großen Liebe Théo, welcher Eleni sich ganz in sich zurückziehen und kaum noch das Haus verlassen lässt. Bis eine Blume, mit geheimnisvoller Nachricht, Eleni zurück ins Leben finden und Hoffnung schöpfen lässt. In „Noch fünfzig Sommer mehr“ schreibt Avril Maury über Schicksalsschläge die es zu verarbeiten gilt, über Verluste die es zu ertragen gilt und über wunderschöne, wenn auch schmerzhafte Erinnerungen, die es liebevoll zu bewahren gilt. Und sie schreibt darüber wie schon die kleinsten Impulse, dem Menschen Kraft und Hoffnung schenken, sowie die Freude am Leben wiederfinden lassen.

Ich bin immernoch ganz ergriffen von diesem gefühlvoll geschriebenen Buch und dieser sehr zu Herzen gehenden Geschichte. Ich spüre immernoch den Wind in den Haaren, das Salz auf der Haut, den Sand zwischen den Zehen. Außerdem betrachte ich meinen Lavendel und die Ranunkel auf dem Balkon nun mit ganz anderen Augen und werde mir vermutlich bei Gelegenheit auch noch eine Anemone anschaffen. Denn Avril Maury schreibt nicht nur sehr poetisch, sondern auch äußerst bildhaft. Sie hat es geschafft, mir das tolle Setting der Bretagne spürbar vor Augen zu führen und mich den Duft der Landschaft, mit all den Blumen, riechen zu lassen. Ihr Schreibstil ist flüssig und dabei komplett unaufgeregt, was ich hier als absolut passend empfand. Gut gefallen hat mir auch, dass die Geschichte in verschiedenen Zeitebenen, in Form von Elenis Erinnerungen, erzählt wird. Einerseits hat dies ein gewisses Maß an Spannung erzeugt, andererseits hat es mich, der Hauptprotagonistin, näher gebracht. Grundsätzlich sind alle Protagonisten sehr liebevoll ausgearbeitet, so dass man sie sich lebhaft vorstellen kann. In anderen Rezensionen habe ich gelesen, die Hauptprotagonistin Eleni sei komisch, zickig und launisch, man hätte keinen Zugang zu ihr gefunden… nun, weder Depressionen, noch eine Angststörung, machen Menschen sonderlich zugänglich oder herausragend liebenswert. Diese Erkrankungen lassen einen Menschen für Andere schon mal komisch erscheinen. Das können wohl aber nur diejenigen nachvollziehen, die selbst schon einmal betroffen waren. Da mir leider ein vergleichbarer Schicksalsschlag widerfahren ist, kann ich nur sagen, dass die Autorin sowohl die Angst, also auch die zwiespältigen Gefühle, ganz wundervoll zu Papier gebracht hat und ich mich in ihren Beschreibungen definitiv wiederfinden konnte. Ich konnte mit Eleni mitfühlen und mit ihr gemeinsam, die ersten vorsichtigen Schritte, aus der - sicherlich schwer erklärbaren - Angst heraus machen. Wer sich von dem Buch also lediglich eine luftig-leicht-fröhliche Sommerlektüre verspricht, der ist definitiv falsch beraten.

Fazit: Ein wundervoll melancholisches, wie auch warmherziges Buch, mit ganz viel Tiefgang.
Ein überaus berührendes Buch, das zumindest mir noch lange in Erinnerung bleiben wird. Einfach ein Buch wie Crêpe mit salziger Karamellsauce.

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Veröffentlicht am 06.06.2025

Wir wissen es alle, und doch fällt es so schwer!

Die Magie der Konsequenz
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Mit einem kleinen Augenzwinkern bringt Hundetrainerin Inga Böhm-Reithmeier in ihrem Buch „Die Magie der Konsequenz“ die Problematiken in der Hundeerziehung auf den Punkt. Anschaulich gegliedert und reich ...

Mit einem kleinen Augenzwinkern bringt Hundetrainerin Inga Böhm-Reithmeier in ihrem Buch „Die Magie der Konsequenz“ die Problematiken in der Hundeerziehung auf den Punkt. Anschaulich gegliedert und reich bebildert klärt sie über Konsequenz, Kommunikation und Verbindlichkeit auf und scheut nicht davor zurück dem Menschen den Spiegel vorzuhalten.

Prinzipiell weiß wohl jeder von uns, dass Konsequenz das A und O in der Erziehung ist - bei Kindern, aber eben auch bei Hunden. Und dennoch fällt sie so unsagbar schwer! Und genau das ist der Punkt, an dem die erfolgreiche Hundeerziehung dann scheitert, wie die Autorin mit zahlreichen Praxisbeispielen deutlich macht. Die Hund-Mensch-Beziehung wird fokussiert, sowie grundlegende Missverständnisse zwischen Mensch und Hund in der Kommunikation aufgezeigt, Vor allen Dingen wird nochmal klar verdeutlicht, welche Auswirkung schon die kleinste Veränderung, an unserem eigenen Verhalten, letztendlich dann beim Hund hat. Und ich glaube, dass sich da wohl jeder Hundebesitzer, an irgendeiner Stelle, mit einem Schmunzeln, wiedererkennen wird. Ich jedenfalls habe es.

Das Buch ist sowohl leicht zu lesen, als auch zu verstehen, zumal es wirklich reich, mit für sich sprechenden Bildern, bestückt ist. Nicht so gut gefallen hat mir jedoch deren Positionierung, also nicht im Textfluss, sondern an mehreren Stellen dann hintereinander weg. Der Aufbau ist logisch, die einzelnen Themen, dank übersichtlicher Inhaltsangabe, leicht zu finden. Die Tipps und Anleitungen sind ebenso praxisnah und verständlich, wie auch umsetzbar. Vor allen Dingen werden sie nicht belehrend und mit erhobenem Zeigefinger vermittelt, sondern überaus sympathisch, durch „Selbsterkenntnis“. Ein wenig schade fand ich jedoch, dass das Thema Leinenführigkeit aus diesem Buch ausgeklammert wurde.

Fazit: Ich denke, dass der Inhalt des Buches für keinen erfahrenen Hundebesitzer so wirklich neu sein wird und doch sehe ich es, auch in dem Fall, als hilfreichen, wertvollen und zudem unterhaltsamen Reminder an! Dieses Buch setzt Impulse und ruft in Erinnerung.

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Veröffentlicht am 28.05.2025

Humorvoll, poetisch, herzerwärmend… wundervoll!

Die geheime Sehnsucht der Bücher
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Mit „Die geheime Sehnsucht der Bücher“ bringt Nina George ein weiteres Buch rund um Monsieur Perdu, seinen Freunden und der „Pharmacie Littéraire“ heraus. Seinem, am Port des Champs-Élysées anliegenden, ...

Mit „Die geheime Sehnsucht der Bücher“ bringt Nina George ein weiteres Buch rund um Monsieur Perdu, seinen Freunden und der „Pharmacie Littéraire“ heraus. Seinem, am Port des Champs-Élysées anliegenden, Bücherschiff, auf dem niemand das Buch bekommt das er will, sondern nur das, welches seine Seele braucht. Die Geschichte erzählt auf ihre ganz eigene, außergewöhnliche Weise von Hoffnung, Liebe, Verrücktheit, Freundschaft und darüber, wieviel Trost uns das richtige Buch zur richtigen Zeit doch schenken kann.

Ich glaube, mir ist das Rezensieren noch nie so schwer gefallen wie bei diesem Buch. Nicht des komplexen oder komplizierten Inhaltes wegen, sondern weil ich gar nicht weiß, wie ich diesem wundervollen Buch gerecht werden soll, ohne kitschig oder übertrieben zu klingen.

Am Besten fange ich wohl damit an, dass ich zuvor noch kein Buch von Nina George gelesen habe, also auch die beiden Vorgänger „Das Lavendelzimmer“ und „Das Bücherschiff des Monsieur Perdu“ nicht kannte. Erst hatte ich so meine Bedenken mit dem dritten Band einzusteigen, was sich aber als völlig unbegründet herausstellte, da das Buch problemlos unabhängig voneinander gelesen werden kann. Vorgängerbände hin oder her, schon nach nur wenigen Seiten hatte mich die Autorin mit ihrer außergewöhnlichen Sprache und Schreibweise ganz und gar für sich eingenommen. Sie schreibt so bildgewaltig, humorvoll und poetisch, dass man aus dem Staunen gar nicht mehr herauskommt. Immer wieder musste ich Sätze noch ein zweites Mal lesen, über die brillanten, auf den Punkt getroffenen Wortschöpfungen und ihre Wortwahl nachdenken und das gelesene erst einmal sacken lassen. Ich weiß nicht, ob ich in einem Buch jemals so viele Textstellen markiert oder herausgeschrieen habe!

Die ganze Geschichte von Monsieur Perdu, seiner literarischen Apotheke, der heilenden Kraft von Büchern und auch die einzelnen Handlungsstränge, sind ebenso einzigartig, wie humor- und phantasievoll erzählt, dass man sich einzig und allein wünscht, mit an Bord gehen zu dürfen. Zudem sind die einzelnen Figuren so facettenreich, vielschichtig und auch liebevoll dargestellt und beschrieben, dass man nur allzu gern mit ihnen befreundet sein möchte. Zudem sind die Anspielungen auf andere literarische Werke und Personen einfach großartig. Ich konnte nicht anders, als mir - noch während ich das Buch las - direkt auch Band 1 und 2 zu bestellen. Mich hat das Perdu-Fieber gepackt und ich möchte behaupten, dass er fortan zu meinen liebsten literarischen Figuren gehört.

Fazit: Das Buch ist nicht nur eine Liebeserklärung an Bücher, sondern auch an die Kraft des Lesens. Ich bin wirklich dankbar, dass ich dieses wundervolle Buch entdeckt und auf Monsieur Perdu aufmerksam geworden bin! Ein herzerwärmendes Wohlfühl-Buch mit Tiefgang, aber auch Humor. Ein Buch für die Seele!

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