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Veröffentlicht am 09.07.2025

Zusammen strickt man weniger allein

Mörderisch verstrickt – Ein Strickclub ermittelt
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Das Wollgeschäft "Strickschick" in Lüttjekoog ist Mettes Herzensprojekt. Gemeinsam mit ihren Freunden Anne, Gustavsen und Brunhilde trifft sie sich dort einmal in der Woche. Anne ist Pfarrerin und Mettes ...

Das Wollgeschäft "Strickschick" in Lüttjekoog ist Mettes Herzensprojekt. Gemeinsam mit ihren Freunden Anne, Gustavsen und Brunhilde trifft sie sich dort einmal in der Woche. Anne ist Pfarrerin und Mettes beste Freundin. Brunhilde führt einen Frisiersalon und Gustavsen führt den Bootsverleih am Lüttjesee. Letzterer findet eines Tages einen Toten in einem seiner Boote.

Dies ist der Auftakt zu einer neuen Cosy-Krimireihe von Susanne Oswald, in der sich der Strickklub in Lüttjekoog regelmäßig in polizeiliche Untersuchungen einmischt.

Ich hatte jetzt keine großen Erwartungen an diesen Kriminalroman und habe mich auf eine unterhaltsame Geschichte gefreut, die ich dann auch bekommen habe. Wir lernen den Strickklub kennen, der aus vier Freunden besteht. Da hätten wir dir Eigentümerin des Strickladens Mette, die Pfarrerin Anne, ausserdem Brunhilde und Gustavsen. Anne und Mette stehen deutlich im Mittelpunkt.

Mette und Anne sind so herzliche Menschen, sodass sie mir gleich ans Herz gewachsen sind. Ihre Liebe war deutlich zu spüren, füreinander, den Strickklub, den Menschen allgemein und natürlich Lüttjekoog. Was mich sehr bewegt hat, war der Zusammenhalt und die Fürsorge füreinander, nicht nur unter den Freunden, sondern auch innerhalb der Gemeinde. Das erlebt man heutzutage kaum noch, was ich bedauere. Dazu kommen sympathische Nebenfiguten wie der Antiquitätenhändler Holke, Annes Freund Felix, die Geschwister Lena und Ole und zuguterletzt der Polizist Fiete, der wohl die klischeehafteste Figur von allen war. Und die beschriebene Umgebung hat mich total gepackt, allen voran die schönen Szenen am Deich.

Der Schreibstil war angehm und gut verständlich.

Fazit: Eine nette Geschichte mit herzlichen Figuren für zwischendurch, hin und wieder etwas ausschweifend. Trotz einiger Schwächen werde ich die Reihe weiterverfolgen.

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Veröffentlicht am 28.06.2025

Geister der Vergangenheit

Eine von uns
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Gina, ihr Ehemann Matt und die beiden kleinen Kinder Tommy und Gracie müssen nach einem Hausbrand bei ihrer Freundin Annie in Hastings unterschlüpfen. Am nächsten Tag steht eine unbekannte Frau vor der ...

Gina, ihr Ehemann Matt und die beiden kleinen Kinder Tommy und Gracie müssen nach einem Hausbrand bei ihrer Freundin Annie in Hastings unterschlüpfen. Am nächsten Tag steht eine unbekannte Frau vor der Tür und stellt sich als Annies Haushälterin Mary vor. Gina hat kein gutes Gefühl, Mary ist ziemlich aufdringlich und scheint die kleine Familie zu beobachten.

Die Geschichte dreht sich um die vier besten Freundinnen Gina, Annie, Laura und Sara. Sie wird aus der Sicht von Gina und Mary, Annies Haushälterin, erzählt. Dazu kommen Rückblenden in die Teenagerzeit der Mädchenclique. Im Mittelpunkt des Geschehens stehen die Themen Freundschaft, Geheimnisse, Manipulation, Machtausübung, tiefe Abgründe und natürlich Rache.

Bis zum Schluss wurde ich mit keiner Figur so richtig warm, am sympathischsten waren mir noch Sara und Laura. Hin und wieder habe ich mich schon gewundert, wieso ausgerechnet die vier Mädchen befreundet sind. Alle waren so unterschiedlich. Gina und Annie empfand ich als sehr egoistisch, genauso wie Matt, Ginas Ehemann. Unlogisch war mir oft Ginas Verhalten. Sie fühlte sich offensichtlich eingeschüchtert durch Mary, aber spielt ihr auch immer wieder in die Karten und fügt sich ihrem Schicksal. An ihrer Stelle hätte ich in den meisten Fällen anders gehandelt, hoffentlich. Aber es war schon sehr gruselig zu sehen, wie Mary es durch ihre Manipulation schaffte, sich ins Leben anderer Leute zu schleichen. Wenn man dachte, sie hätte alle Register gezogen, kommt der nächste Schachzug von ihr.

Schließlich gibt es ein ereignisreiches Finale, aber um ehrlich zu sein, wurde das ganze Geschehen am Ende von Seite zu Seite unglaubwürdiger. Das Cover finde ich sehr passend zur düsteren Geschichte. Der Schreibstil war zwar fesselnd, aber teilweise leider auch anstrengend und unnötig kompliziert.

Fazit: Für mich war die Geschichte zu vorhersehbar, aber sie wurde spannend erzählt. Ich weiß nicht, ob ich das Buch weiterempfehlen würde. Die Geschmäcker sind da einfach zu verschieden. Macht euch ganz einfach selbst ein Bild.

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Veröffentlicht am 04.05.2025

Die Familie ist wie ein Anker.

Was am Ufer lauert
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Als sich die Polizeireporterin Gianna Pitti auf Bitten ihres Vaters Arnaldo mit einem unbekannten Informanten treffen soll, findet sie im See eine tote Frau. Daraufhin überschlagen sich die Ereignisse ...

Als sich die Polizeireporterin Gianna Pitti auf Bitten ihres Vaters Arnaldo mit einem unbekannten Informanten treffen soll, findet sie im See eine tote Frau. Daraufhin überschlagen sich die Ereignisse und die gesamte Familie ermittelt in dem Fall und bringt sich so in Gefahr.

Das ist der zweite Fall für Gianna Pitti, die am Gardasee für die Lokalzeitung Massaggero di Riva als Polizeireporterin arbeitet.

Gemeinsam mit ihrem wieder aufgetauchten Vater Arnaldo, ihrem Onkel, dem Marchese Francesco, und Chefredakteurin Elvira Sondrini ermittelt Gianna in einem mysteriösen Fall um eine tote Frau und einen geheimnisvollen Briefwechsel von Winston Churchill. Der Autor beschreibt wie beim Auftakt bereits einen fantasievollen und mysteriösen Fall. Aber die Geschichte im Ganzen war schon unterhaltsam und ich war gespannt auf die Aufklärung. Was ich traurig und erschreckend fand war, dass sich niemand für die Tote zu interessieren schien.

Gianna und Francesco sind mir weiterhin am sympathischsten. Gianna und ihre offene Art gefallen mir und Francesco habe ich von Anfang an ins Herz geschlossen. Zusätzlich steht seine Demenz im Mittelpunkt, weswegen es an ernsten Momenten nicht fehlte. Ich bewundere ihn, wie er damit umgeht. Elvira war mir dieses Mal nicht so nah, genauso wie Arnaldo, den ich bis zum Schluss nicht greifen konnte. Über Carla würde ich gerne mehr lesen und erfahren. Die Familie steht bei dieser Reihe im Fokus.

Ich empfand den Erzählstil teilweise schwierig, vor allem wenn der Autor so ausschweifte und zu viele uninteressante Sachen mit in die Geschichte integrierte. Das war dann anstrengend und bremste die Erzählung immer wieder aus. Gut gefallen hat mir das sehr lebendige beschriebene Setting am schönen Gardasee, welches Lust macht auf einen Aufenthalt dort.

Fazit: Von einigen Längen mal abgesehen, konnte in meinen Augen vor allem die Familie mit ihren so unterschiedlichen und herzlichen Figuren überzeugen. Ich bin gespannt, welche Abenteuer noch auf sie wartet.

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Veröffentlicht am 25.04.2025

Unruhiges Ermittlerduo

Ein Mord im November - Ein Fall für DI Wilkins
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An der Universität von Oxford findet der Provost Sir James in seinem Hausbüro eine tote junge Frau vor. Detective Inspector Ryan Wilkins, den ersten Tag im Dienst beUnruhiges Ermittlerduoi der Kriminalpolizei ...

An der Universität von Oxford findet der Provost Sir James in seinem Hausbüro eine tote junge Frau vor. Detective Inspector Ryan Wilkins, den ersten Tag im Dienst beUnruhiges Ermittlerduoi der Kriminalpolizei Thames Valley, soll sich um die Aufklärung dieses Falls kümmern. Allerdings gab es bei der Fallzuteilung eine Verwechslung. Sein Namensvetter Detective Inspector Raymond Wilkins soll eigentlich den Fall leiten. Jetzt müssen sich beide Ermittler zusammen raufen und gemeinsam den Täter ausfindig machen.

Dies ist der Auftakt zu der neuen Krimireihe rund um die beiden DIs Ryan Wilkins und Ray Wilkins. Die Reihe bzw. dieser Fall spielt in Oxford, England.

So vielversprechend die Inhaltsangabe klang und die Leseprobe auch war, umso größer war dann die Enttäuschung. Bei mir lag das hauptsächlich an den beiden unsympathischen und anstrengenden Ermittlern Ray Wilkins und Ryan Wilkins. Letzterer setzte in meinen Augen die Krone auf. Ryan ist arrogant, respektlos und hat Aggressionsprobleme. Einzig seinem Sohn gegenüber verhält er sich liebevoll und normal, um es mal so auszudrücken. Was ihm hoch anzurechnen ist, ist seine Beobachtungsgabe. Ray dagegen ist bodenständig, beliebt und regeltreu. Was sie gemeinsam haben, ist ihre Arroganz und Klugscheißerei.

Es hat über die Hälfte gedauert, bis dann endlich mal feststand, wer die tote junge Frau überhaupt ist. Durch ihre Familien und ihre manchmal albernen Auseinandersetzungen der beiden Wilkinse gerät der nicht so spannende Fall immer wieder in den Hintergrund. Die Namensvetterei halte ich für unnötig und einfallslos. Mit der Zeit war es nicht mal mehr lustig.

Das Cover passt zur Geschichte und der Schreib- und Erzählstil hat mir gut gefallen. Er war fesselnd und leicht verständlich, wenn auch hin und wieder etwas zu ausschweifend.

Fazit: Im Englischen gibt's bereits weitere Teile aus dieser Reihe, aber ich werde sie nicht weiter verfolgen. Es war einfach nicht mein Buch.

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Veröffentlicht am 07.04.2025

Tödliche Jagdgesellschaft

Der Wolf im dunklen Wald
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Während einer Jagdgesellschaft im Dragahner Forst wird ein Toter mit schweren Stichverletzungen aufgefunden. Bei dem Toten handelt es sich um Thomas Winkels aus Lüneburg. Carla Seidel und ihr Team ermitteln ...

Während einer Jagdgesellschaft im Dragahner Forst wird ein Toter mit schweren Stichverletzungen aufgefunden. Bei dem Toten handelt es sich um Thomas Winkels aus Lüneburg. Carla Seidel und ihr Team ermitteln in dem Fall und anfangs sieht es nach einer Beziehungstat aus. Abseits vom Fall macht sie sich Sorgen um ihre Tochter Lana, die das erste Mal verliebt ist und sich mit ihrem Vater Sören treffen möchte.

Nach "Die Sehenden und die Toten" ist das der zweite Fall für Kriminalkommissarin Carla Seidel, ihrem Team und ihrer sensiblen Tochter Lana. Ich habe mich sehr auf diese Fortsetzung gefreut. Der erste Fall gehörte letztes Jahr zu meinen Lesehighlights.

Carla war mir dieses Mal nicht mehr ganz so sympathisch und sie agierte teilweise sehr egoistisch. Bei ihr gibt es keinerlei Entwicklungen, im Vergleich zu ihrer Tochter. Sie macht einen Rückschritt nach dem nächsten, oft grundlos. Dann frage ich mich, warum sie nicht mehr in therapeutischer Behandlung ist. Es ist offensichtlich, dass sie die nötig hat. Ich möchte sie weder als Freundin noch als Kollegin haben. Ständig tut ihr alles leid, aber an ihrem Verhalten ändert sich nichts.

Lana hat mir dagegen sehr gut gefallen. Dass sie Kontakt zum Vater möchte, ist verständlich. Sie muss ihre eigenen Erfahrungen und Fehler machen. Es war schön zu sehen, dass sie aus ihrer Komfortzone herauskommt. Wie schon beim Auftakt sind die Rollen wieder vertauscht gewesen und sie hat sich mehr um Carla gekümmert als umgekehrt. Teilweise fühlte sich die Mutter-Tochter-Beziehung einfach nur falsch und ungesund an. Auch Lana würde eine Bezugsperson, der sie sich anvertrauen könnte, sehr helfen.

Von den beiden Hauptfiguren mal abgesehen, gab es auch ein Wiederlesen mit einigen Kollegen auf Carlas Seite, von denen ich weiterhin Paul, Anna, Lars und Becker am sympathischsten und interessantesten finde. Zwischen Anna und Carla hätte ich mir mehr Szenen und auch freundschaftliche Dialoge gewünscht. Irgendwie hat sich zwischen ihnen eine Distanz entwickelt. Über Paul gab es leider nicht so viel zu lesen. Ich hatte am Ende des ersten Falls das Gefühl, Carla und er wären so gut wie ein Paar, aber davon ist jetzt nur noch wenig zu spüren.

Der Fall konnte mich nicht packen. Das eigentliche Motiv hätte die Autorin ruhig früher ins Spiel bringen können. Das hätte der ganzen Geschichte mehr Spannung und auch mehr Tiefe verliehen. Letzlich war die Vorgeschichte einfach nur schockierend und grausam, sodass sich mein Mitgefühl für die Opfer in Grenzen hielt. Der Schreibstil war wie gewohnt flüssig, gut verständlich und fesselnd. Das Cover ähnelt dem vom ersten Fall und passt zur Reihe.

Mein Fazit: Der erste Fall hatte mich sehr begeistert, dieser zweite allerdings war in meinen Augen schwach mit keinerlei Entwicklung bei der Hauptfigur, das Gegenteil war der Fall. Ich bin mir momentan noch unsicher, ob ich diese Reihe weiter verfolgen werde.

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