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Veröffentlicht am 25.07.2025

Die Katze

Aristide Ledoux – Meisterdieb wider Willen
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Anfang des 20. Jahrhunderts, Paris: wenn die Nacht einbricht wird aus dem 14-jährigen Waisenjungen Aristide Ledoux ein Meisterdieb. Seine Aufträge erhält er erst in der Kutsche, verschlossen in einem Briefumschlag ...

Anfang des 20. Jahrhunderts, Paris: wenn die Nacht einbricht wird aus dem 14-jährigen Waisenjungen Aristide Ledoux ein Meisterdieb. Seine Aufträge erhält er erst in der Kutsche, verschlossen in einem Briefumschlag und Aristide weiß nicht, wer ihn auf Diebestour schickt. An jenem Abend ist aber alles anders und Aristide sitzt in der Falle. Die Droschke ist verschlossen und Aristide wird von einem Fremden in die Seine geworfen. Aristide hat Glück und wird vom Straßenjungen Julien und seinem tierischen Begleiter Patou gerettet. Zusammen mit dem Mädchen aus guten Hause Leontine wollen sie das wiederfinden, was Aristide verloren hat, seine Erinnerungen und den Fremden, der Aristide in der Seine ertränken wollte.

Aristide Ledoux - Meisterdieb wider Willen von Frank Maria Reifenberg ist eine etwas andere Meisterdiebgeschichte! Das Buch wirkt super hochwertig und die Mischung aus Fließtext und Comic verleiht dem Buch einen ganz besonderen Charme.

Wir erleben die Geschichte aus drei Perspektiven (1) der Meisterdieb Aristide Ledoux, (2) der Straßenjunge Julien und (3) das Mädchen aus guten Hause. Alle drei Perspektiven verleihen dem Werk eine gute Perspektive, geben Raum zum Mitfühlen und erschaffen ein Gefühl für die damalige Zeit und was diese, für die Kinder mit ganz unterschiedlichen Hintergründen, bedeutet. So vermittelt es nebenbei ein Gefühl für die Zeit, aber auch für die Entwicklung, die seitdem stattgefunden hat. Dennoch kam dieser Perspektivwechsel eher überraschend, da wir aufgrund des Titels und des Fokus’ auf Aristide auch nur mit seiner Perspektive gerechnet hatten.

Die Story selbst ist spannend und hat ein paar kleine und größere Überraschungen parat, Text und Illustrationen lassen einen ins damalige Paris eintauchen und erschaffen eine gute Atmosphäre, die immer ein bisschen düster angehaucht, aber vor allem spannungsgeladen ist.

Ein Highlight war natürlich Patou und seine Verbindung zu Julien, zwei die sich auch ganz ohne Worte verstehen. Sehr gut haben uns auch die Zeitungsartikel gefallen und die außergewöhnliche Idee der Kapiteleinleitung über eine Taschenuhr!

Aristide Ledoux - Meisterdieb wider Willen hat uns ausgesprochen gut gefallen, auch wenn wir zu Beginn etwas anderes erwartet hatten. Die Zeichnungen des Illustrators Maleek sind wunderschön und unterstützen die eigenen Vorstellungen. Ich konnte nicht rausfinden, ob Aristide Ledoux ein Einzelband ist oder vielleicht doch der Beginn einer spannenden Reihe, aber das Ende könnte beides bedeuten und so hoffen wir, dass wir in Zukunft nochmal von Aristide, Leontine, Julien und Patou lesen werden.

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Veröffentlicht am 30.06.2025

Starker Auftakt der Donkerbloem-Trilogie!

Der Trailer
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Lisa Martin verschwand vor fast 15 Jahren spurlos in den Ardennen. Ein Fall der die Hamburger Kommissarin Frieda Stahnke lange beschäftigt, denn Lisa war eine Schulkollegin von ihr und obwohl sie sich ...

Lisa Martin verschwand vor fast 15 Jahren spurlos in den Ardennen. Ein Fall der die Hamburger Kommissarin Frieda Stahnke lange beschäftigt, denn Lisa war eine Schulkollegin von ihr und obwohl sie sich nicht gut kannten, fragt Frieda sich noch heute, was mit Lisa damals wirklich passiert ist. Deswegen nimmt sie an einem True-Crime-Podcast teil, um Lisas Fall wieder in die Öffentlichkeit zu bekommen und neue Erkenntnisse zu sammeln.

Der Kölner Barbesitzer Wout Meertens hört diesen Podcast und fühlt sich zurückerinnert. Denn Wout war zur damaligen Zeit in Camp Donkerbloem, doch als Vorbestrafter ist seine einzige Devise „nicht mit den Bullen reden“ und außerdem ist er auch der Meinung, dass er Frieda Stahnke gar nichts sagen könnte, denn er hat damals nichts gesehen.

Doch Wout und Frieda entdecken etwas fürchterliches und vor allem Wout gerät bald selbst in Gefahr. Können sie zusammen das Verbrechen von damals lösen?

Der Trailer von Linus Geschke ist der erste Band der Donkerbloem-Trilogie und ein starker Auftakt. Wir erleben die Geschichte aus mehreren Perspektiven, die von Wout Meertens und Frieda Stahnke sind dabei jedoch die präsentesten und vor allem Wout Meertens fand ich einen super interessanten Charakter. Seine Vorgeschichte und seine Gedanken sind nicht immer moralisch in Ordnung und doch hat er (s)eine moralische Grenze, die so stark dargestellt wurde, dass er nicht gänzlich unsympathisch rüberkommt. Außerdem mochte ich seine Loyalität gegenüber denen, die er in sein Leben gelassen hat. Frieda Stahnke hingegen ist eine ‚typische‘ Kommissarin, ohne das negativ zu meinen. Sie fällt charakterlich noch nicht sonderlich auf, dennoch war ihre Perspektive nicht langweilig.

Die Geschichte um Lisa Martin war von Beginn an spannend erzählt, durch die ständigen Perspektivwechsel und einem guten Schreibstil, wurde das Lesetempo extrem gesteigert und am Ende mit einem wirklich überragenden Plottwist belohnt. Ich werde nicht mehr häufig überrascht, hier war ich es. Und dennoch hat es leider nicht ganz für ein Highlight gereicht, weil mir ein paar Dinge nach dem Twist leider gar nicht zusagen konnten. Ich möchte auf die aber an dieser Stelle auch nicht näher eingehen, weil sie alles Spoilern würden und dennoch bin ich mir auch sicher, dass viele das Ende so gut finden werden. Meins war es in dem Fall leider nicht. Dennoch hat mir sehr viel an diesem Thriller gefallen und ich bin unglaublich gespannt, wie die Trilogie weitergeht!

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Veröffentlicht am 20.06.2025

Die Windweberin

The Wind Weaver (Wind Weaver 1)
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Rhya ist ein Halbling - halb Fae, halb Mensch - und niemand darf das wissen. Denn in Anwyvn werden Halblinge von den Menschen gnadenlos verfolgt und zur Strecke gebracht. Während eines Überfalls auf ihr ...

Rhya ist ein Halbling - halb Fae, halb Mensch - und niemand darf das wissen. Denn in Anwyvn werden Halblinge von den Menschen gnadenlos verfolgt und zur Strecke gebracht. Während eines Überfalls auf ihr Dorf, wird Rhya festgehalten und ihre wahres Wesen gelangt ans Licht von dem auch Rhya bisher nichts wusste und ein Mal auf ihrer Brust kommt zum Vorschein. Kurz vor ihrer Hinrichtung rettet sie der mysteriöse General Scythes, richtet sich gegen seine eigene Männer und nimmt sie mit in die Nordlande.

Rhya ist die letzte Windweberin und hat die Macht, den Wind zu rufen. Nun muss sie nicht nur lernen ihre Fähigkeiten zu bändigen, sondern auch ihre Gefühle für ihren mysteriösen Entführer.

The Wind Weaver von Julie Johnson ist der Auftakt einer Trilogie und kann mit einem tollen Worldbuilding und interessanten Charakteren Punkten. Wir erleben die Geschichte aus Rhyas Sicht und in der Ich-Perspektive, was eine gute Beziehung zu ihre ermöglicht und mit ihr mitfühlen lässt. Mir gefielen ihre Beziehungen, die sie im Laufe der Geschichte zu den anderen Figuren aufnimmt und ihre Gedanken zu ihnen besonders gut. Besonders geschickt fand ich den Beginn, der einen mitten ins Geschehen geschmissen hat, weswegen ich unbedingt mehr wissen wollte und das Buch selten aus der Hand legen konnte. Wenn das mal der Fall war, dann habe ich gerne zum Hörbuch gegriffen, das unheimlich gut von Rebecca Veil eingesprochen wurde und für ein schönes Hörerlebnis sorgte.

Der Erzählstil ist eher langsam, was mir grundsätzlich sehr gut gefallen hat, an manchen Stellen hätte ich mir dennoch etwas mehr Tempo oder Variabilität gewünscht, da manche Dinge gefühlt nach einem bestimmten Muster abliefen. Besonders interessant fand ich auch Penn und die gemeinsamen Szenen wirkten auf mich sehr authentisch, auch wenn das teilweise Frust beim Lesen bedeutete. Und auch das Ende konnte mich überzeugen und lässt mich gespannt auf den nächsten Teil warten. Alles in allem war The Wind Weaver für mich ein toller Fantasyroman!

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Veröffentlicht am 22.03.2025

Geheimnisvolles Mallah

The Surf House
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Bea schmeißt in Marrakesch ihren Job als Model und möchte ihr Leben neu sortieren. Dann kommt es zu einer gefährlichen Begegnung in den Gassen Marrakeschs und Bea verliert nicht nur ihr Geld, sondern auch ...

Bea schmeißt in Marrakesch ihren Job als Model und möchte ihr Leben neu sortieren. Dann kommt es zu einer gefährlichen Begegnung in den Gassen Marrakeschs und Bea verliert nicht nur ihr Geld, sondern auch ihren Pass. Eine Ausreise ist damit nicht mehr möglich, doch während des Unglücks lernt sie Marnie kennen, die Mitbesitzerin eines Surfhotels ist und Bea eine erste Bleibe und einen Job anbietet. Bea findet in Mallah eine Idylle vor und lernt sich selbst besser kennen, doch schon bald bekommt die Idylle Risse und Bea weiß nicht mehr, wem sie noch trauen kann.

The Surf House ist der aktuelle Spannungsroman von Lucy Clarke. Die Autorin erschafft erneut eine angespannte Atmosphäre, die mich komplett mit der Protagonistin mitleiden und -fiebern ließ. Zwar hatte ich eine Ahnung, in welche Richtung der Roman gehen wird, dennoch habe ich auf die Umsetzung und das ‚Warum‘ hinter meiner Ahnung hingefiebert und empfand den Roman daher dennoch spannend. Das Ende hat dann nicht nur meine Ahnung bestätigt, sondern auch Überraschungen parat gehabt, mit denen ich nicht gerechnet hätte. Ich mochte daher sowohl die Auflösung als auch den Weg dorthin, der zwar nicht sehr actionreich, aber umso tiefgehender ist und eine Nähe zur Protagonistin Bea erzeugt.

Ein bisschen überrascht war ich, dass The Surf House nun als Thriller gelistet wird - bisher wurden vergleichbare Werke von Lucy Clarke als Roman aufgeführt. Möglicherweise liegt das am sehr rasanten Beginn, dennoch könnten Fans von blutigen und actionreichen Thrillern hier enttäuscht sein. Da ich andere Werke von ihre kenne, habe ich The Surf House mit der Erwartung eines Spannungsromans gelesen und habe auch genau das bekommen, eine ruhige Geschichte, die unterschwellig immer die Gefahr durchkommen lässt und dadurch durchweg eine angespannte Stimmung erzeugt.

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Veröffentlicht am 28.02.2025

Der Phönix!

Jenseits des Ozeans
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Willkommen zurück auf der Insel Marsyas. Nachdem Arthur Parnassus in Linus Baker seine große Liebe gefunden hat, möchte er etwas in seinem Leben ändern. Doch als ein neuer Bewohner auf die Insel kommt, ...

Willkommen zurück auf der Insel Marsyas. Nachdem Arthur Parnassus in Linus Baker seine große Liebe gefunden hat, möchte er etwas in seinem Leben ändern. Doch als ein neuer Bewohner auf die Insel kommt, findet auch Arthurs Vergangenheit einen Weg an die Öffentlichkeit und Arthurs Leben auf der gerät in große Gefahr…

Jenseits des Ozeans wechselt die Perspektiven. Im ersten Band durften wir die Insel Marsyas durch Linus Bakers Augen sehen, nun erleben wir sie durch Arthur Parnassus, was die Geschichte für mich ein bisschen düsterer und melancholischer werden ließ.

Gefehlt hat mir in weiten Teilen des Buchs leider der Humor, der im ersten Band vor allem über Talia und Lucy übermittelt wurde und trotz der Schwere des Themas auch hier seinen Platz gehabt hätte; das haben die Szenen gezeigt, in denen er vorhanden war. Dennoch gab es auch Dinge, die ich noch schöner als im ersten Band fand, bzw. deren Entwicklung mein Herz berührt hat und dazu gehört eindeutig der Charakter Sal. Bereits im ersten Teil war er ein stiller Held, aber nun ist er gewachsen und das hat mir sehr gut gefallen.

Mir gefiel auch, die Ernsthaftigkeit der Themen und die Entwicklung der Insel Marsyas, weswegen ich auch wieder sehr gerne zum Buch gegriffen habe, dennoch hat etwas der Zauber aus dem ersten Band gefehlt. Trotzdem war es eine würdige Fortsetzung und ein toller Abschluss der Dilogie. Die Danksagung sollte auch gelesen werden!

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