Schönes Fantasybuch
Nightblood PrinceAls eine Seherin die Prophezeiung ausspricht, wer das Kind mit dem Mal des Phönix auf der Stirn findet und ehelicht, wird Kaiser aller Kaiser und vereint das ganze Land endlich unter seiner Herrschaft. ...
Als eine Seherin die Prophezeiung ausspricht, wer das Kind mit dem Mal des Phönix auf der Stirn findet und ehelicht, wird Kaiser aller Kaiser und vereint das ganze Land endlich unter seiner Herrschaft. Die kleine Fei hat keine andere Wahl als im Palast an der Seite von Siwang aufzuwachsen immer in dem Wissen, ihn bald zu heiraten. Frauen sind nur Beiwerk und sollen den Prinzen schmücken, sittsam sein, anmutig, gehorsam und still. Doch Fei will nur eins: Frei sein. Sie möchte ihr Schicksal ändern und die Geschichte nimmt ihren Lauf mit einem toten Tiger, dem geheimnisvollen Prinzen Yexue eines verfeindeten Königreichs und einem gelösten Versprechen, das die Welt in den Krieg stürzen soll…
Wer hier auf tiefgreifende Romantik hofft, der wird leider enttäuscht. Mit Romantasy hat das Buch für mich persönlich leider nicht viel zu tun. In Nightblood Prince geht es um Selbstbestimmung, um eine Frau, die genug davon hat, als Schachfigur benutzt zu werden, und die eher sich selbst, ihre Freiheit oder sogar die Liebe opfern würde, als das Leben unschuldiger Menschen. Deswegen besitzt das Buch auch einen gewissen Tiefgang, doch die Lovestory hat mich enttäuscht.
Ich mag Fei als Charakter, da sie weiß was sie will und dafür kämpft. Sie möchte etwas ändern, aber nicht um jeden Preis, aber vor allem möchte sie in dieser Welt voller machthungriger Männer ihre eigenen Wege gehn, ihre eigenen Entscheidungen treffen. Sie ist toll dargestellt und ihre Wünsche werden klar beschrieben. Trotzdem ist Fei keineswegs naiv und weiß, dass obwohl sie Siwang sehr mag, auch seine Machtgier ihn zu Fall bringen könnte und daher verlässt sie ihn lieber.
Was mich allerdings etwas gestört hat, ist dass der Plott oft so langsam voran getrieben wird und irgendwie in verschiedenen Situationen der Verlauf nicht immer sehr ergiebig ist. Das heißt, er wurde nur kurz abgehandelt, obwohl dieser Moment wichtig für die Charakterentwicklung gewesen wären.
Das asiatisch angehauchte Setting war toll und Ann-Kathrin Hinz hatte eine angenehme Art zu lesen. Fei bekam eine tolle stimmliche Nuance, die gut zum Buch passte. Mir gefielen auch die chinesischen Weisheiten, die öfters eingearbeitet waren und die Geschichte besitzt viele schöne Momente, wie z. B. die Mulan-Vibe, die mir sofort aufgefallen sind. Das Thema Krieg ist allgegenwärtig, weshalb der Roman auch in die heutige Zeit passt und generell hat die Story wirklich eine schöne Atmosphäre. Als Fantasybuch hat mich das schon mitgerissen. Aber trotzdem hat mir etwas gefehlt und ich finde es wurde ein wenig Potential verschenkt, gerade was die Emotionen angeht.