Die bewegende Geschichte einer auf Zwang und Gewalt gegründeten Familie
Geliebte Mutter – Canım AnnemDer Roman über die Gastfamilie Güney enthält autobiographische Elemente, beginnt mit der Zwangsverheiratung der 19-jährigen Aynur Güvenilir in Istanbul, endet mit einem gehassten, glückspielsüchtigen ...
Der Roman über die Gastfamilie Güney enthält autobiographische Elemente, beginnt mit der Zwangsverheiratung der 19-jährigen Aynur Güvenilir in Istanbul, endet mit einem gehassten, glückspielsüchtigen Ehemann und zwei traumatisierten, erwachsenen, beruflich erfolgreichen Kindern in Herne. Die Tochter und Ich-Erzählerin Meryem ist mit dem Tot ihres Vaters im Jahr 2017 endlich angekommen als Aus- und Aufsteigerin, als Migrantin in der BRD. Ihr gewalttätiger Vater hat besonders die Mutter so schändlich behandelt, dass die Geschwister Ada und Meryem traumatisiert aus dieser Kindheit in Herne entfliehen, studieren wie von der hart arbeitenden Mutter erhofft entfernt von den problematischen Eltern. Die unruhigen politischen Verhältnisse in der Türkei werden zwischendurch kurz skizziert, im Zentrum jedoch stehen die Konflikte dieser Familie im Mittelpunkt mit Schulden durch die Glückspielsucht des arbeitslosen Vaters, mit Traumatabewältigung bis zu Suizidversuchen, auch bis zu religiösen Missklängen. Die Charaktere wirken realistisch, in ihrer Klarheit teils erschütternd. Das ambivalente emotionale Verhältnis der Tochter zur Mutter schwankt zwischen Liebe und Wut, Schuld und Dankbarkeit. Der Schreibstil, besonders in den Dialogen, ist oft schonungslos anklagend.
Ein sehr emotionaler Roman