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Liselottchen

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.09.2025

»Keiner ist wichtiger als der andere.«

Noch einmal ...
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Ein bebildertes Buch für Erwachsene – die Idee fand ich gut. Die Gestaltung sieht wirklich aus, wie ein Buch für die Allerjüngsten: Illustrationen und wenig Text, oft nur ein Satz. Auch die Zeichnungen ...

Ein bebildertes Buch für Erwachsene – die Idee fand ich gut. Die Gestaltung sieht wirklich aus, wie ein Buch für die Allerjüngsten: Illustrationen und wenig Text, oft nur ein Satz. Auch die Zeichnungen sind sparsam eingesetzt, es bleibt viel leer und die Schrift ist kindlich, wie gekritzelt. Der Inhalt ist rasch zusammengefasst: Gedanken über den Ursprung der Menschheit und dass alle erkennen sollten, dass es nur ein Wir geben kann, denn nur gemeinsam sind wir stark. Die Zukunftsvision von einer Menschheit, die sich als Ganzes sieht und bei der alle am selben Strang ziehen, ist natürlich eine verlockende Vorstellung. Das Bild, wie Astronauten die Erde sehen, nämlich als Einheit – das gefiel mir gut. Ein Bilderbuch, das man lesen kann, schön finden mit liebevollen Gedanken - das für mich jedoch nichts Neues gebracht hat und ich bereits Lebensratgebern/Spruchkalendern davor gelesen habe. Ungewöhnlich ist nur die Gestaltung als Bilderbuch.
Das Buch selbst ist sperrig groß, schwer und unpraktisch. Schnell mitnehmen für unterwegs zu lesen, geht nicht. Ein handlicheres Format würde das Lesevergnügen vergrößern.

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Veröffentlicht am 04.07.2025

Ein One-Night-Stand mit ungewöhnlichen Folgen

Standing Ovations
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Nachdem der Kritiker Alex eine vernichtende Kritik über Hayley nach deren Aufführung verfasst und abgegeben hat, treffen sich die beiden in einer Bar. Und obwohl Alex Hayley natürlich erkennt, verbringen ...

Nachdem der Kritiker Alex eine vernichtende Kritik über Hayley nach deren Aufführung verfasst und abgegeben hat, treffen sich die beiden in einer Bar. Und obwohl Alex Hayley natürlich erkennt, verbringen sie die Nacht zusammen. Bereits am nächsten Morgen liest Hayley den Verriss in der Zeitung und holt zum Gegenschlag aus. Sie baut die Story von Alex’ Artikel und der anschließenden Nacht in ihr Programm ein. Unerwartete Sympathien schlagen ihr entgegen, andere Frauen, die Ähnliches erlebt haben, schließen sich ihr an und die Entrüstungswelle rollt auf Alex zu.

Die Idee hinter der Story fand ich super. Trotzdem kam ich nicht so richtig ins Buch hinein. Alex kommt als überheblicher von sich selbst überzeugter Mistkerl dargestellt, dem man die Abreibung von Herzen gönnt. Ein Hoch auf die Protagonistin Hayley, die sich nicht jammernd in eine Ecke verkriecht, sondern tatkräftig an einem Gegenschlag arbeitet. Ihr Einarbeiten über Alex’ krudes Verhalten in ihrer Show verhilft ihr zu neuem Ruhm, doch das Ganze eskaliert in ungeahnten Bahnen. Eine hervorragende Plotidee, die mich leider nicht in allen Facetten abholen konnte.
Da ist einmal der ungewöhnliche Schreibstil, aus der Ich-Perspektive einer dritten Person, nämlich Alex’ WG-Genossin Sophie. Ihre Gefühle zu Alex sind ambivalent, er hat sie früher mal gekränkt, ihr andererseits geholfen, als Journalistin Fuß zu fassen. Und irgendwie fühlt sie sich zu ihm hingezogen, sein »Bad-Boy-Image« turnt sie an. Die Story driftet an vielen Stellen ab. Sophies Privatleben, Erzählungen aus dem Journalismus sowie Rückblenden in Alex‹ Jugend, die mich den roten Faden verlieren ließen, die Handlung nicht weiterbringen und mich schlichtweg gelangweilt haben. Teilweise musste ich mich dazu zwingen, weiterzulesen. Erst im letzten Drittel wird es schwungvoller und es kam Spannung durch einen unvorhergesehenen Twist auf.
Fazit: Eine außergewöhnliche Idee, die Umsetzung konnte mich jedoch nicht restlos überzeugen.

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Veröffentlicht am 02.06.2025

Selbstfindung mit Geheimnissen

Noch fünfzig Sommer mehr
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Eleni wächst bei ihren Großeltern auf, da ihre Mutter als Polarforscherin ständig auf Reisen ist und schließlich bei einer ihrer Forschungsaufträge ums Leben kommt. Als Eleni mit knapp 18 beide Großeltern ...

Eleni wächst bei ihren Großeltern auf, da ihre Mutter als Polarforscherin ständig auf Reisen ist und schließlich bei einer ihrer Forschungsaufträge ums Leben kommt. Als Eleni mit knapp 18 beide Großeltern verliert, geht sie nur selten vor die Tür. Schließlich lernt sie Theo kennen, die beiden werden ein Paar und sie blüht auf. Als Theo plötzlich verstirbt, fällt sie erneut in noch schlimmere Depressionen, kümmert sich auch nicht mehr um ihren geliebten Garten. Auf einmal erhält sie Blumengrüße mit geheimnisvolle Botschaften. Nach und nach nimmt sie am Leben wieder Anteil.

Der Roman ist in verschiedenen Zeitebenen aus der Sicht von Eleni geschrieben. Das war für mich anfangs etwas mühsam, doch ich bin langsam hineingekommen. Die Beschreibung: Ein Sommerroman so leuchtend wie ein Garten voller Blumen trifft für mich nicht zu. Mit der Protagonistin Eleni bin ich leider nicht warmgeworden, ihre Depression hängt wie eine Wolke über der gesamten Erzählung. Erst trauert sie um ihre Oma, die sie Mamie nennt, danach um Theo. Ihr Beruf ist mir auch unklar, sie lebt offenbar hauptsächlich von ihrem Erbe und schreibt Reiseberichte,das scheint zu funktionieren, obwohl sie niemals an den besagten Orten war. Die Rückblenden in die Vergangenheit zeigen ein lebenslustiges Mädchen und lockern die düstere Stimmung etwas auf. Zudem taucht hier eine weitere Person auf, deren Verbindung zu Eleni mir zunächst unklar war, die ich bald als das Highlight es Buches empfand. Die Auflösung rund um die geheimnisvollen Botschaften mit Blumenbeigaben fand ich gelungen, trotzdem kann ich Theos Verhalten nicht verstehen oder gar gutheißen.
Der Funke ist bei mir leider nicht übergesprungen, für mich war der Roman stellenweise bedrückend zu lesen.
Dennoch besticht die Story durch einen bildhaft flüssigen Schreibstil, das Setting in der Bretagne ist gut gewählt und hat ein für mich angenehmes Flair geschaffen. Das versöhnt ein wenig mit der vorangegangenen Düsternis.

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Veröffentlicht am 28.04.2025

Eine Hochzeit mit Hindernissen

Lieber solo als allein
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Leonie hat sich in den Italiener Luca verliebt und nun wollen sie an seinem Heimatort heiraten. Dazu reisen ihre betagte verwitwete Großmutter Gabriele sowie ihre beiden geschiedenen Eltern Katrin und ...

Leonie hat sich in den Italiener Luca verliebt und nun wollen sie an seinem Heimatort heiraten. Dazu reisen ihre betagte verwitwete Großmutter Gabriele sowie ihre beiden geschiedenen Eltern Katrin und Oliver an. In Perugia lernen sie Lucas Eltern, die ein Hotel führen, kennen, und alles scheint eitel Wonne zu sein. Doch es gibt ein paar Geheimnisse ...

Ich bin mit (zu) großen Erwartungen an diesen Roman herangegangen, Bestsellerautorin und Chartstürmerin – leider wurde ich enttäuscht. Die Handlung will nicht in Schwun g kommen und plätschert dahin. Auch sind es viele Personen, die für mich alle nicht richtig greifbar waren, das sprichwörtliche »Mitfiebern« fiel für mich aus. Leonie und Luca – da gabs eine (extrem) kurze Verwicklung mit seiner Ex, Katrin und Oliver – die Story war von Anfang an durchschaubar und blieb für mich ohne Reiz. Selbst für Gabriele stand passenderweise ein neuer Partner parat. Ein wenig Pfeffer brachten die Eheprobleme von Lucas Eltern hinein mit einer überraschenden Auflösung und punkten konnte bei mir auch das süditalienische Ambiente. Doch alles in allem war mir die Story zu langweilig und ich habe mich ertappt, dass ich Absätze übersprungen habe, was ich sonst nicht tue.
Ein unaufgeregter Wohlfühlroman mit italienischem Flair, kann man lesen, muss man nicht.

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Veröffentlicht am 28.01.2025

Vom Versuch, junge Leute für die Politik zu motivieren

Die Politik von morgen
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Dieses Sachbuch beschäftigt sich im ersten Teil mit der Ist-Situation, beleuchtet den Frust, der sich gegenüber der Politik breitgemacht hat, Wut, Hassreden und das zunehmende Fehlen von Diskussionsdisziplin. ...

Dieses Sachbuch beschäftigt sich im ersten Teil mit der Ist-Situation, beleuchtet den Frust, der sich gegenüber der Politik breitgemacht hat, Wut, Hassreden und das zunehmende Fehlen von Diskussionsdisziplin. Dem schlechten Ruf, der in der Bevölkerung im Allgemeinen über Politiker herrscht, sollen aufstrebende Neo-Politiker entgegentreten. Aus diesem Grund wurde die Organisation JoinPolitics gegründet, die das Potenzial und Talente in jungen Leuten für die Politik erkennen und fördern soll. Im zweiten Teil des Buches werden nun junge Politikerinnen und Politiker vorgestellt, die diese Förderung erhalten. Mir gefiel, dass es Leute aus verschiedenen Parteien sind, hier geht es um eine gute Politik und nicht um parteipolitische Ziele.
Der dritte Teil befasst sich mit der Zukunft, Visionen eines politisch konstruktiven Miteinanders. Natürlich wäre es erstrebenswert dahin zu kommen, leider klingt es zu märchenhaft, um wahr zu werden. Sachliche Diskussionen zu führen, ohne populistisch zu sein, gelingt nur dann, wenn man nicht eigene Machtpositionen im Kopf hat. Der Weg zu einem solch gepflegten Umgang ist steil und weit, der wird aber hier leider ausgeklammert. Man soll sich hohe Ziele setzen und den Autoren ist bewusst, dass es im Kleinen anfängt. Trotzdem hätte ich mir in diesem Teil konkretere Vorstellungen erwartet und nicht nur das extrem hochgesteckte Ziel in paradiesischen Farben ausgemalt.
Auf jeden Fall wünsche ich JoinPolitics alles Gute und Erfolg.

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