Psychospiel hinter dicken Mauern
Die FestungDie Geschichte spielt in einer abgeschiedenen Festung, die im Laufe der Handlung immer mehr zu einem Symbol für Isolation und Macht wird. Die Protagonisten stecken in einem Netz aus Geheimnissen und Intrigen, ...
Die Geschichte spielt in einer abgeschiedenen Festung, die im Laufe der Handlung immer mehr zu einem Symbol für Isolation und Macht wird. Die Protagonisten stecken in einem Netz aus Geheimnissen und Intrigen, die sie nicht nur einander, sondern auch sich selbst entwirren müssen.
Smithson versteht es meisterhaft, die inneren Konflikte ihrer Figuren zu schildern, sodass man förmlich mit ihnen mitfühlt, ihre Ängste, ihre Zweifel und ihre Leidenschaft spürt. Das macht das Ganze zu mehr als nur einer gewöhnlichen Geschichte über Macht und Überleben ... es wird zu einer tiefgehenden psychologischen Reise.
Der Schreibstil ist dabei genau richtig: spannend und doch nie zu überladen, bildhaft, ohne ins Kitschige abzurutschen. Besonders die düstere, beinahe klaustrophobische Atmosphäre der Festung wird auf eine Weise transportiert, die man beinahe selbst spüren kann. Denn auch ich fühlte mich auf dieser Festung gefangen.
Was mir besonders gefallen hat, ist, wie die Autorin es versteht, immer wieder kleine, unvorhersehbare Wendungen einzubauen. Man denkt, man hat alles durchschaut, und dann kommt doch noch ein Kniff, der alles auf den Kopf stellt.
Wenn man auf der Suche nach einem Thriller ist, der nicht nur von äußeren Konflikten lebt, sondern vor allem auch von den inneren Kämpfen der Figuren, dann ist dieses Buch definitiv eine Empfehlung. Alles in allem eine fesselnde, unaufdringliche Geschichte, die in ihrer Tiefe und Komplexität beeindruckt.