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Veröffentlicht am 06.07.2025

„Ist es so unvorstellbar, dass jemand irgendwo, irgendwann dieses Monster geliebt hat?“

Dark Labyrinth – Gefährliches Verlangen
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„Selbst wenn du dein gebrochenes Herz beklagst, spürst du die Erleichterung, nicht wahr? Jetzt mit seinem Hass fühlst du dich sicherer als zuvor mit seiner Liebe?“ (Seite 353)

Ein Buch, das seine Dunkelheit ...

„Selbst wenn du dein gebrochenes Herz beklagst, spürst du die Erleichterung, nicht wahr? Jetzt mit seinem Hass fühlst du dich sicherer als zuvor mit seiner Liebe?“ (Seite 353)

Ein Buch, das seine Dunkelheit nicht nutzt – und seine Figuren in der Tiefe verliert.

Die Idee des Buches hatte mich sofort gekriegt. Sie versprach ein Labyrinth, die Legende vom Minotaurus, göttliche Prüfungen, Hexen, Monster, Amnesie und eine dunkle Anziehung. Die Erwartungen waren also dementsprechend hoch - von düster, gefährlich bis hin zu geheimnisvoll, aber bekommen habe ich leider was vollkommen anderes. Was so vielversprechend klang, verlor sich schnell in einer zähen und kaum vorwärtskommenden Handlung.

Was zunächst auffällt, der Roman ist ausgesprochen dialoglastig. Dadurch tritt die Handlung in den Hintergrund. Statt tiefer Einblicke in die Figuren erhalten wir nur endlose Gespräche, welche kaum zum Geschehen beitragen. Zudem bleiben die Charaktere sehr blass, eindimensional und machen kaum nennenswerte Entwicklungen durch, dadurch wirken sie seltsam fern. Insgesamt wirkt das Ganze sehr konstruiert auf mich und nicht wirklich lebendig, irgendwie befremdlich steif und träge.

Der Schreibstil ist auch irgendwie eher distanziert und nicht wirklich beschreibend. Die Geschichte konnte mich dadurch nicht mitreißen. Auch die Perspektive aus Sadares Sicht ist eher distanziert als nahbar. Als Leser lernt man sie mehr oberflächlich kennen, aber fühlt sie nicht. Auch Daesra war mir zu unerreichbar und unsympathisch. Seine Hassliebe wirkte für mich zu aufgesetzt, seine Reaktionen muteten zudem seltsam an. Mal rettet er sie und dann stößt er sie wieder von sich. „Mixed Signals sein Vater^^.“
Aber diese Dynamik wiederholt sich irgendwann nur noch und wird dadurch vorhersehbar. Die Handlung dreht sich im Kreis.

Auch im weiteren Verlauf der Geschichte bekommen wir nur vage Andeutungen und kleine Bruchstücke, welche uns wie die Prota im Dunklen tappen lassen. So richtig weiß man nicht wo die Geschichte hinführen soll. Es kommt nur wenig Spannung auf und auch inhaltlich bleibt vieles oberflächlich und wenig nuanciert.

Am meisten könnte man wohl den Stillstand bemängeln. Es passiert viel aber irgendwie auch nichts. Die Geschichte ist nicht ganz rund, sondern eher zäh und ermüdend. Erst gegen Ende des Buches kommt ein bisschen Bewegung in die Handlung. Für mich hat es das Finale nochmal rausgerissen, der Twist war überraschend und clever inszeniert. Dennoch bleibt der Eindruck, dass hier weitaus mehr möglich gewesen wäre. Das Labyrinth barg ein spannendes Setting mit mythologischen Anklängen, aber das Potenzial wurde leider verschenkt.

Gut gefallen hat mir die neuartige Idee mit Schmerz als Energiequelle für Macht, dass düstere und stimmige Setting, sowie die Prüfung der Götter, was der Geschichte einen mythologischen Hauch gab und das Aufeinandertreffen der beiden Hauptprotagonisten.

Jedoch überwiegen die negativen Aspekte. Der Schreibstil ist emotional distanziert und zu dialoglastig, die Figuren blass und unnahbar, die Beziehung ist eher toxic-to-lovers und die Handlung dreht sich im Kreis.

Hier passt der Satz gut: „Eine Geschichte steht und fällt mit dem Autor.“
Die Idee war gut, aber die Umsetzung nicht wirklich gelungen, weshalb ich letztlich nur 2,5 Sterne gebe.

Mein abschließendes Fazit: Dark Labyrinth bietet ein stimmungsvolles Setting mit reizvollen mythologischen Fragmenten, aber verliert den Leser durch eine schleppende Erzählweise und flache Figuren. Wer sich eine spannungsgeladene und mitreißende Geschichte erhofft wird wohl enttäuscht werden. Das Buch macht nur wenig Lust auf Teil 2.


Randnotiz: Pocli war schon ein Süßi.

2.5⭐️

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Veröffentlicht am 05.07.2025

Irgendwie zu viel von allem...

Freiheit und Versuchung: Black Heart Chroniken 1
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Ich finde die Reihe an sich nicht schlecht, weil das Konzept und die Idee dazu echt ganz gut sind. Manchmal nervt bisschen die viele Harry Potter Anspielung, weil sie ohnehin sehr offensichtlich ist. Aber ...

Ich finde die Reihe an sich nicht schlecht, weil das Konzept und die Idee dazu echt ganz gut sind. Manchmal nervt bisschen die viele Harry Potter Anspielung, weil sie ohnehin sehr offensichtlich ist. Aber es ist iwie zuviel von allem.
Zu viele Charaktere, zu viele Szenen. Beim Hören verliert man durch die zig Perspektiven leicht den Überblick. Es werden massig neue Charaktere eingeführt und wir kriegen jede Perspektive.
Ein bisschen weniger Fokus auf jede Figur würde der Handlung besser tun. Wir folgen einfach zu vielen Personen, die zwar alle miteinander verknüpft sind, aber auch soviele Orte und Zeiten.
Ich kann keine Beziehung zu den Charakteren aufbauen und ihr Schicksal berührt mich dadurch nicht so sehr, weil ich zwischendurch gar nicht mehr genau weiß wer das nochmal war.
Auch verlieben sich alle so wahnsinnig schnell und jeder sieht natürlich extrem gut aus.
Ich vermisse einen roten Faden und eine feste Charakterentwicklung.

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Veröffentlicht am 10.01.2025

Emotionslos

Immortal Longings
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Erster Satz:
„Erleidet ein Lebewesen Brüche oder Blessuren, so ist es dazu gezwungen, sich selbst zu heilen.“ (S.9)

Immortal Longings hat mir leichte Tribute von Panem Vibes gegeben, was aber vor allem ...

Erster Satz:
„Erleidet ein Lebewesen Brüche oder Blessuren, so ist es dazu gezwungen, sich selbst zu heilen.“ (S.9)

Immortal Longings hat mir leichte Tribute von Panem Vibes gegeben, was aber vor allem an der Thematik lag: Wir befinden uns in der düsteren Welt von San-Er, eine überfüllte Metropole welche von Armut und Chaos geprägt ist. Dort finden jedes Jahr tödliche Spiele statt, welche zur reinen Unterhaltung des Palastes dienen, die Gewinner oder anders ausgedrückt die letzten Überlebenden erwarten jedoch unbeschreibliche Reichtümer.
Dort treffen wir auf die verstoßene Prinzessin Calla, welche es sich zum Ziel gemacht hat den tyrannischen König zu stürzen. Außerdem treffen wir auf den gerissenen Körperspringer Anton, der seine im Koma liegende Jugendliebe retten will. Beide wollen die Spiele aus unterschiedlichen Gründen gewinnen und schließen ein Zweckbündnis, doch schnell kommen Gefühle auf.
Wer wird seine Mission in diesem tödlichen Wettkampf erfüllen?

Leider konnte mich das Buch nicht wirklich packen. Das Konzept gefällt mir immer noch, aber die Umsetzung konnte mich aus verschiedenen Gründen nicht wirklich überzeugen.
Der Schreibstil wirkte auf mich zu distanziert und kühl und die Charaktere sehr unnahbar, was mir die Möglichkeit nahm richtig mitzuleiden und mitzufiebern, denn die Emotionen wurden nicht gut transportiert. Geschildert wird die Geschichte dabei im Präsens aus der Erzählerperspektive und beleuchtet dabei in kurzen Kapiteln die verschiedenen Charaktere. Jedoch konnte ich zu keinem wirklich eine Bindung aufbauen, sie waren mir alle durchweg unsympathisch. Darüber hinaus wirkte die Liebesgeschichte für mich durch die fehlende emotionale Nähe sehr unauthentisch. In meinen Augen waren die Charaktere zu sehr auf ihren eigenen Vorteil aus.
Chloe Gong erschafft zwar eine sehr düstere und atmosphärische Kulisse und durch die Fähigkeit des Körperspringens enthält das Buch eine interessante Grundidee, welche philosophische Fragen über die eigene Identität und den Tod aufwirft, aber dies reicht leider nicht aus um die Geschichte zur Gänze zu tragen. Gerade durch den Erzählstil wirkte das Buch insgesamt sehr langatmig, mir fehlte insbesondere das „show don´t tell“ – es war für meinen Geschmack zu viel „tell“.

Insgesamt äußerlich zwar ein hübsches Büchlein mit einer spannenden Grundidee, aber innerlich zu dröge und nur schwer greifbar, durch den emotionslosen Schreibstil.

2.5⭐️

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Veröffentlicht am 03.01.2026

Fiebertraum

Regents
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Ich weiß nicht was das war?
Das Buch hat sich wie ein Fiebertraum gelesen.
Die Regents konnte ich null auseinanderhalten und es war kein Plot vorhanden.
Alles war so verworren, seltsam und völlig unstrukturiert.
Was ...

Ich weiß nicht was das war?
Das Buch hat sich wie ein Fiebertraum gelesen.
Die Regents konnte ich null auseinanderhalten und es war kein Plot vorhanden.
Alles war so verworren, seltsam und völlig unstrukturiert.
Was habe ich da bitte gelesen????

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Veröffentlicht am 30.11.2025

Wenn der Zauber verfliegt...

Der Laden in der Mondlichtgasse
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Ein Buch, welches einem eine herzerwärmende Geschichte voller Weisheit verspricht, dies aber in meinen Augen nicht wirklich hält. Der Laden in der Mondlichtgasse will eines dieser heilenden Bücher sein, ...

Ein Buch, welches einem eine herzerwärmende Geschichte voller Weisheit verspricht, dies aber in meinen Augen nicht wirklich hält. Der Laden in der Mondlichtgasse will eines dieser heilenden Bücher sein, schon der Titel verspricht den Zauber von etwas Zartem und Zerbrechlichem. Und auch der erste Schritt in die Mondlichtgasse versprüht diese Magie, aber es scheitert vor allem an der Wiederholung.
Mich konnte die Magie nicht überzeugen. Kurisu schafft schimmernde Momente, eine Confiserie, die nur jenen erscheint, welche gerade an einem emotionalen Scheideweg stehen. Hier begegnen wir einem Fuchsgeist, welcher besondere Süßigkeiten verkauft, die nicht nur schmecken, sondern etwas in einem anrühren sollen.
Die Atmosphäre in dem Buch ist still und scheint weich wie das Mondlicht zwischen den Zeilen durch. Auch die japanische Mythologie klingt durch und umhüllt die Geschichte wie ein weiches Seidentuch und überlagert die Szenen. Die durch leichte Krisen gebeutelten Figuren stolpern in die sonderbare Gasse und finden sich plötzlich in dem Laden wieder, welcher nur auftaucht, wenn man ihn am dringendsten braucht. Das Buch ist ruhig, behutsam und unaufdringlich. Es spricht von Moral, von kleinen Denkanstößen, die das Leben in die richtige Richtung schieben sollen, aber wiederholt sich zu oft. Eine Abfolge von verschiedenen Geschichten, die sich alle ähnlich lesen und dadurch in der Masse versinken. Dies ist wohl der größte Kritikpunkt meinerseits. Die Magie geht durch die repetitive Erzählweise verloren. Es ist nichts besonderes mehr. Ein Endlosschleife aus Krise – Confiserie – Süßigkeit – Mini-Erkenntnis. Anfangs hat es eine poetische Note, aber nach der zweiten Geschichte nach dem gleichen Schema hat es begonnen mich zu langweilen. Die Figuren sind leider auch ziemlich nichtssagend, ein leeres Gefäß für eine Moral aber nichts Individuelles. Das macht sich in der Geschichte schnell bemerkbar, man überliest die Namen, weil man sie nicht greifen kann. Die Botschaften muten nett an, aber erscheinen zu gut gemeint, wie der erhobene Zeigefinger, was der Leser zu denken und zu fühlen hat. Hier bröckelt der Glanz der Mondlichtgasse und es bleibt nur noch eine dunkle Gasse über, die vorgibt mehr zu sein, als sie am Ende ist.
An dieser Stelle für mich ein Buch, was ich nicht weiterempfehlen kann. Süß in der Idee, aber fade in der Umsetzung. Nachträglich hat das Buch nichts bei mir ausgelöst, so wie ich es mir erhofft hätte.


⭐️⭐️

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