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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.07.2025

Eine Welt, aber zwei Welten

Nazi und Kommunist
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„Nazi und Kommunist“ von Torsten Harmsen erzählt die Lebensgeschichten von Otto, einem überzeugten Kommunisten, und Herta, einer Nationalsozialistin. Durch den Wechsel der Perspektiven werden zwei ganz ...

„Nazi und Kommunist“ von Torsten Harmsen erzählt die Lebensgeschichten von Otto, einem überzeugten Kommunisten, und Herta, einer Nationalsozialistin. Durch den Wechsel der Perspektiven werden zwei ganz unterschiedliche Sichtweisen auf die deutsche Geschichte sehr lebendig und persönlich dargestellt. Besonders gefallen hat mir die Nutzung der Oral History-Methode, durch die die Erinnerungen sehr authentisch und nahbar wirken. Man bekommt dadurch ein gutes Gefühl dafür, wie stark politische Überzeugungen und persönliche Erfahrungen das Leben der beiden geprägt haben.

Trotzdem habe ich mir eine neutralere und objektivere Darstellung gewünscht. Für mich wirkte der Autor an manchen Stellen zu voreingenommen, was die Erzählung etwas einseitig erscheinen lässt. Gerade bei solch komplexen und sensiblen Themen finde ich es wichtig, möglichst ausgewogen zu bleiben, um den Lesern Raum für eigene Gedanken zu lassen. Diese Voreingenommenheit hat für mich den Lesegenuss eingeschränkt.

Dennoch bietet das Buch viele interessante Einblicke und regt zum Nachdenken über die unterschiedlichen politischen Haltungen und deren Auswirkungen auf das persönliche Leben an. Insgesamt ist „Nazi und Kommunist“ eine lesenswerte, wenn auch nicht vollkommen unvoreingenommene Darstellung zweier sehr verschiedener Biografien in der deutschen Geschichte.

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Veröffentlicht am 04.06.2025

schwieriger Start

Dark Cinderella
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Ich war richtig gespannt auf das Buch. Das Setting, der Titel, die düstere Stimmung – alles hat mich direkt angesprochen, und ich bin mit hohen Erwartungen gestartet. Und tatsächlich: Die Geschichte hat ...

Ich war richtig gespannt auf das Buch. Das Setting, der Titel, die düstere Stimmung – alles hat mich direkt angesprochen, und ich bin mit hohen Erwartungen gestartet. Und tatsächlich: Die Geschichte hat starke Momente. Es gibt viele spannende Aspekte, interessante Figuren, emotionale Tiefe und eine durchgehend geheimnisvolle Grundstimmung.

Aber genau das wurde für mich auch zum Problem: Es wurden so viele Themen aufgeworfen – familiäre Konflikte, psychische Belastungen, das Elite-Drama, die verschwundene Freundin, die Beziehung zwischen den Hauptfiguren – und irgendwie blieb alles ein bisschen an der Oberfläche. Nichts davon wurde richtig zu Ende gedacht. Immer wieder hatte ich das Gefühl, kurz vor einer Enthüllung zu stehen, aber sie kam einfach nicht.

Mir ist klar, dass es eine Dilogie ist, und es ist völlig in Ordnung, nicht alles im ersten Band aufzulösen. Aber hier fehlte mir einfach ein klarer Fokus und ein bisschen mehr Struktur. Statt sich auf ein paar zentrale Themen zu konzentrieren, wurde viel aufgemacht und wenig abgeschlossen – das hat bei mir am Ende eher Frust als Spannung hinterlassen.

Trotzdem: Ich werde den zweiten Teil lesen. Nicht, weil ich restlos überzeugt bin, sondern weil ich wissen will, wie es ausgeht – und weil ich die Hoffnung nicht aufgebe, dass dort endlich alle losen Fäden zusammenlaufen und die Geschichte zu dem wird, was sie sein könnte: intensiv, emotional und richtig stark.

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Veröffentlicht am 07.04.2025

Eine tolle Handlung mit einer eher dürftigen Umsetzung

Before I Let Go
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Before I Let Go von Kennedy Ryan ist eine emotionale Liebesgeschichte über Yasmen und Josiah, ein geschiedenes Paar, das trotz Trennung noch tief miteinander verbunden ist. Beide kämpfen mit Trauer, alten ...

Before I Let Go von Kennedy Ryan ist eine emotionale Liebesgeschichte über Yasmen und Josiah, ein geschiedenes Paar, das trotz Trennung noch tief miteinander verbunden ist. Beide kämpfen mit Trauer, alten Wunden und ihrer gemeinsamen Vergangenheit, während sie versuchen, gute Eltern für ihre Kinder zu sein. Zwischen Anziehung, Schmerz und Hoffnung müssen sie herausfinden, ob ein Neuanfang möglich ist.

Das Buch konnte mich nicht von Anfang an überzeugen, da die Erzählweise stellenweise zu ausschweifend war, besonders in Yasmens Kapiteln. Josiahs Perspektive hingegen war prägnanter und angenehmer zu lesen. Besonders gelungen fand ich die Darstellung der Kinder und ihre unterschiedlichen Reaktionen auf die Trennung der Eltern. Yasmen und Josiah wirkten im Umgang miteinander oft unbeholfen, obwohl sie eine lange gemeinsame Vergangenheit haben. Vor allem Yasmen hatte merkliche Schwierigkeiten mit der Kommunikation – nicht nur mit Josiah, sondern auch mit ihrer Tochter. Dennoch hat der Schreibstil überzeugt und mich neugierig darauf gemacht, wie sich die Geschichte entwickelt.

Mit der Zeit nahm die Handlung emotional an Fahrt auf, und die intensive Verbindung zwischen den beiden Hauptfiguren wurde spürbar. Ihre Nähe, die alten Wunden und die unterschwellige Anziehung erzeugten eine besondere Spannung. Besonders interessant war, wie unterschiedlich sie mit ihren Gefühlen umgingen: Yasmen stellte sich ihnen, während Josiah auf Distanz blieb. Die Rückblicke verdeutlichten, wie zerbrechlich ihre Ehe nach dem Verlust ihres Kindes wurde, und ließen ihre Trennung fast wie eine Kurzschlussreaktion erscheinen. Neben der Liebesgeschichte wurden auch Themen wie Trauer, Heilung und persönliche Weiterentwicklung thematisiert, was dem Buch eine besondere Tiefe verlieh. Auch die Darstellung Schwarzer Kultur fügte sich ganz natürlich in die Geschichte ein.

Obwohl das Buch in manchen Momenten mitreißend war, wirkte es insgesamt unausgewogen. Das Ende fühlte sich zu perfekt und harmonisch an, als ob plötzlich alles gelöst wäre. Besonders die vielen sexuellen Szenen empfand ich als unpassend, da sie eher als schnelle Problemlösung anstatt als echter emotionaler Fortschritt dargestellt wurden. Themen wie psychische Gesundheit und familiäre Beziehungen hätten mehr Aufmerksamkeit verdient. Zudem gab es einige fragwürdige Szenen, wie Josiahs abweisende Haltung gegenüber Deja oder das respektlose Verhalten von Yasmens Freundinnen. Trotz großem Potenzial konnte die Geschichte mich am Ende nicht ganz überzeugen, da sie sich in manchen Aspekten zu sehr in die falsche Richtung entwickelte.

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Veröffentlicht am 12.02.2025

Eine tragische Liebesgeschichte mit gesellschaftlichen Askpekten

Sturmhöhe
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Sturmhöhe hat mich mit seiner intensiven Atmosphäre und den vielschichtigen Charakteren herausgefordert. Obwohl mich die Geschichte von Catherine und Heathcliff grundsätzlich interessiert hat, fiel es ...

Sturmhöhe hat mich mit seiner intensiven Atmosphäre und den vielschichtigen Charakteren herausgefordert. Obwohl mich die Geschichte von Catherine und Heathcliff grundsätzlich interessiert hat, fiel es mir schwer, mich an den Schreibstil zu gewöhnen. Die Sprache ist anspruchsvoll und teilweise umständlich, was den Lesefluss erschwert. Ich musste mich immer wieder motivieren, das Buch zur Hand zu nehmen und weiterzulesen.

Inhaltlich ist es weit mehr als nur eine tragische Liebesgeschichte. Der Roman beleuchtet gesellschaftliche Themen, die auch heute noch relevant sind. Besonders interessant ist die Darstellung von Heathcliff, dessen unklare Herkunft und dunklere Hautfarbe ihn von Beginn an zum Außenseiter macht. Sein gesellschaftlicher Status – erst als Findelkind aufgenommen, dann nach dem Tod seines Ziehvaters zum Diener degradiert – zeigt die starren Klassengrenzen und die Vorurteile jener Zeit. Heathcliffs Wunsch nach Anerkennung und Macht führt schließlich zu seinem rücksichtslosen Verhalten und treibt die Geschichte in eine Spirale aus Liebe, Hass und Rache.

Auch Catherine ist ein Produkt ihrer Zeit und gesellschaftlichen Stellung. Ihre Entscheidung, Edgar Linton zu heiraten, basiert nicht auf Gefühlen, sondern auch auf dem Druck, eine gute Partie zu machen. Dass Catherine Heathcliff liebt, ihn aber nicht heiratet, verdeutlicht, wie stark Erwartungen Anderer über persönlichen Wünschen stehen können.

Ein weiteres zentrales Thema ist der Einfluss der Familie und der Erziehung. Sowohl Heathcliff als auch Catherine sind von ihrer Umgebung geformt und geprägt worden. Die fehlende familiäre Liebe und Anerkennung verstärkt Heathcliffs Verbitterung, während Catherine sich zwischen Pflicht und Leidenschaft aufreibt.

Trotz der tiefgründigen Themen und der emotionalen Intensität konnte mich das Buch nicht für sich gewinnen. Der Schreibstil war für mich mühsam, und die Charaktere – so faszinierend sie auch sind – blieben mir fremd. Ihre Handlungen sind von so viel Wut, Stolz und Besessenheit geprägt, dass es mir schwerfiel, mit ihnen mitzufühlen.

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Veröffentlicht am 18.02.2026

eine literarische Herausforderung

M VS F
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Mir fiel es bei M VS F schwer, wirklich in die Geschichte hineinzukommen. Der Einstieg war für mich nicht direkt greifbar, und mit den Figuren bin ich nicht wirklich warm geworden. Einige Passagen wirkten ...

Mir fiel es bei M VS F schwer, wirklich in die Geschichte hineinzukommen. Der Einstieg war für mich nicht direkt greifbar, und mit den Figuren bin ich nicht wirklich warm geworden. Einige Passagen wirkten auf mich wenig schlüssig oder sprunghaft, als hätten sie für den Autor hinter den Kulissen eine klarere Bedeutung, die sich für mich beim Lesen nicht vollständig erschlossen hat. Der Erzählstil ist experimentell und teilweise schwer zugänglich. Es wirkt wie ein absoluter Traum – eindrücklich und reizvoll, aber eben auch verwirrend und nicht immer nachvollziehbar. Die Stimmung und Atmosphäre sind an manchen Stellen echt positiv hervorzuheben, aber insgesamt wirkt der Roman eher fragmentarisch als stringent. Es scheint, als wolle der Autor mehr mit Gefühl, Bild und Impression arbeiten als mit klar strukturierten Figuren und einer klassischen Handlung. Das kann faszinierend wirken, wenn man sich wirklich darauf einlassen kann, aber es führt auch dazu, dass man sich fragt, was genau eigentlich erzählt werden soll. Für mich persönlich war das zu viel Unbestimmtes und zu wenig Verbindung zu den Charakteren. Aber ich kann trotzdem nachvollziehen, warum anderen Lesern das Buch gut gefallen könnte – nämlich die ungewöhnliche Sprache und die emotionale Dichte, die weniger erklärend als erfahrend ist. Wenn jemand nach einem Buch als literarische Herausforderung sucht, dann ist er hier definitiv richtig.

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