Profilbild von hersecretbooklove

hersecretbooklove

Lesejury Star
online

hersecretbooklove ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit hersecretbooklove über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.04.2025

Eine tolle Handlung mit einer eher dürftigen Umsetzung

Before I Let Go
1

Before I Let Go von Kennedy Ryan ist eine emotionale Liebesgeschichte über Yasmen und Josiah, ein geschiedenes Paar, das trotz Trennung noch tief miteinander verbunden ist. Beide kämpfen mit Trauer, alten ...

Before I Let Go von Kennedy Ryan ist eine emotionale Liebesgeschichte über Yasmen und Josiah, ein geschiedenes Paar, das trotz Trennung noch tief miteinander verbunden ist. Beide kämpfen mit Trauer, alten Wunden und ihrer gemeinsamen Vergangenheit, während sie versuchen, gute Eltern für ihre Kinder zu sein. Zwischen Anziehung, Schmerz und Hoffnung müssen sie herausfinden, ob ein Neuanfang möglich ist.

Das Buch konnte mich nicht von Anfang an überzeugen, da die Erzählweise stellenweise zu ausschweifend war, besonders in Yasmens Kapiteln. Josiahs Perspektive hingegen war prägnanter und angenehmer zu lesen. Besonders gelungen fand ich die Darstellung der Kinder und ihre unterschiedlichen Reaktionen auf die Trennung der Eltern. Yasmen und Josiah wirkten im Umgang miteinander oft unbeholfen, obwohl sie eine lange gemeinsame Vergangenheit haben. Vor allem Yasmen hatte merkliche Schwierigkeiten mit der Kommunikation – nicht nur mit Josiah, sondern auch mit ihrer Tochter. Dennoch hat der Schreibstil überzeugt und mich neugierig darauf gemacht, wie sich die Geschichte entwickelt.

Mit der Zeit nahm die Handlung emotional an Fahrt auf, und die intensive Verbindung zwischen den beiden Hauptfiguren wurde spürbar. Ihre Nähe, die alten Wunden und die unterschwellige Anziehung erzeugten eine besondere Spannung. Besonders interessant war, wie unterschiedlich sie mit ihren Gefühlen umgingen: Yasmen stellte sich ihnen, während Josiah auf Distanz blieb. Die Rückblicke verdeutlichten, wie zerbrechlich ihre Ehe nach dem Verlust ihres Kindes wurde, und ließen ihre Trennung fast wie eine Kurzschlussreaktion erscheinen. Neben der Liebesgeschichte wurden auch Themen wie Trauer, Heilung und persönliche Weiterentwicklung thematisiert, was dem Buch eine besondere Tiefe verlieh. Auch die Darstellung Schwarzer Kultur fügte sich ganz natürlich in die Geschichte ein.

Obwohl das Buch in manchen Momenten mitreißend war, wirkte es insgesamt unausgewogen. Das Ende fühlte sich zu perfekt und harmonisch an, als ob plötzlich alles gelöst wäre. Besonders die vielen sexuellen Szenen empfand ich als unpassend, da sie eher als schnelle Problemlösung anstatt als echter emotionaler Fortschritt dargestellt wurden. Themen wie psychische Gesundheit und familiäre Beziehungen hätten mehr Aufmerksamkeit verdient. Zudem gab es einige fragwürdige Szenen, wie Josiahs abweisende Haltung gegenüber Deja oder das respektlose Verhalten von Yasmens Freundinnen. Trotz großem Potenzial konnte die Geschichte mich am Ende nicht ganz überzeugen, da sie sich in manchen Aspekten zu sehr in die falsche Richtung entwickelte.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 12.02.2025

Eine tragische Liebesgeschichte mit gesellschaftlichen Askpekten

Sturmhöhe
0

Sturmhöhe hat mich mit seiner intensiven Atmosphäre und den vielschichtigen Charakteren herausgefordert. Obwohl mich die Geschichte von Catherine und Heathcliff grundsätzlich interessiert hat, fiel es ...

Sturmhöhe hat mich mit seiner intensiven Atmosphäre und den vielschichtigen Charakteren herausgefordert. Obwohl mich die Geschichte von Catherine und Heathcliff grundsätzlich interessiert hat, fiel es mir schwer, mich an den Schreibstil zu gewöhnen. Die Sprache ist anspruchsvoll und teilweise umständlich, was den Lesefluss erschwert. Ich musste mich immer wieder motivieren, das Buch zur Hand zu nehmen und weiterzulesen.

Inhaltlich ist es weit mehr als nur eine tragische Liebesgeschichte. Der Roman beleuchtet gesellschaftliche Themen, die auch heute noch relevant sind. Besonders interessant ist die Darstellung von Heathcliff, dessen unklare Herkunft und dunklere Hautfarbe ihn von Beginn an zum Außenseiter macht. Sein gesellschaftlicher Status – erst als Findelkind aufgenommen, dann nach dem Tod seines Ziehvaters zum Diener degradiert – zeigt die starren Klassengrenzen und die Vorurteile jener Zeit. Heathcliffs Wunsch nach Anerkennung und Macht führt schließlich zu seinem rücksichtslosen Verhalten und treibt die Geschichte in eine Spirale aus Liebe, Hass und Rache.

Auch Catherine ist ein Produkt ihrer Zeit und gesellschaftlichen Stellung. Ihre Entscheidung, Edgar Linton zu heiraten, basiert nicht auf Gefühlen, sondern auch auf dem Druck, eine gute Partie zu machen. Dass Catherine Heathcliff liebt, ihn aber nicht heiratet, verdeutlicht, wie stark Erwartungen Anderer über persönlichen Wünschen stehen können.

Ein weiteres zentrales Thema ist der Einfluss der Familie und der Erziehung. Sowohl Heathcliff als auch Catherine sind von ihrer Umgebung geformt und geprägt worden. Die fehlende familiäre Liebe und Anerkennung verstärkt Heathcliffs Verbitterung, während Catherine sich zwischen Pflicht und Leidenschaft aufreibt.

Trotz der tiefgründigen Themen und der emotionalen Intensität konnte mich das Buch nicht für sich gewinnen. Der Schreibstil war für mich mühsam, und die Charaktere – so faszinierend sie auch sind – blieben mir fremd. Ihre Handlungen sind von so viel Wut, Stolz und Besessenheit geprägt, dass es mir schwerfiel, mit ihnen mitzufühlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.02.2026

eine literarische Herausforderung

M VS F
0

Mir fiel es bei M VS F schwer, wirklich in die Geschichte hineinzukommen. Der Einstieg war für mich nicht direkt greifbar, und mit den Figuren bin ich nicht wirklich warm geworden. Einige Passagen wirkten ...

Mir fiel es bei M VS F schwer, wirklich in die Geschichte hineinzukommen. Der Einstieg war für mich nicht direkt greifbar, und mit den Figuren bin ich nicht wirklich warm geworden. Einige Passagen wirkten auf mich wenig schlüssig oder sprunghaft, als hätten sie für den Autor hinter den Kulissen eine klarere Bedeutung, die sich für mich beim Lesen nicht vollständig erschlossen hat. Der Erzählstil ist experimentell und teilweise schwer zugänglich. Es wirkt wie ein absoluter Traum – eindrücklich und reizvoll, aber eben auch verwirrend und nicht immer nachvollziehbar. Die Stimmung und Atmosphäre sind an manchen Stellen echt positiv hervorzuheben, aber insgesamt wirkt der Roman eher fragmentarisch als stringent. Es scheint, als wolle der Autor mehr mit Gefühl, Bild und Impression arbeiten als mit klar strukturierten Figuren und einer klassischen Handlung. Das kann faszinierend wirken, wenn man sich wirklich darauf einlassen kann, aber es führt auch dazu, dass man sich fragt, was genau eigentlich erzählt werden soll. Für mich persönlich war das zu viel Unbestimmtes und zu wenig Verbindung zu den Charakteren. Aber ich kann trotzdem nachvollziehen, warum anderen Lesern das Buch gut gefallen könnte – nämlich die ungewöhnliche Sprache und die emotionale Dichte, die weniger erklärend als erfahrend ist. Wenn jemand nach einem Buch als literarische Herausforderung sucht, dann ist er hier definitiv richtig.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.10.2025

Sehr viel Potential

Das Lied der Tiefe
0

Das Buch hat mich von Anfang an neugierig gemacht. Die Idee fand ich wirklich spannend, und die Welt hat auf Anhieb etwas Besonderes, das mich sofort angesprochen hat. Auch der etwas altertümliche Schreibstil ...

Das Buch hat mich von Anfang an neugierig gemacht. Die Idee fand ich wirklich spannend, und die Welt hat auf Anhieb etwas Besonderes, das mich sofort angesprochen hat. Auch der etwas altertümliche Schreibstil war ungewohnt, passte aber letztlich gut zur Atmosphäre und hat dieses leicht düstere, geheimnisvolle Gefühl noch verstärkt.

Trotzdem hatte ich beim Lesen immer wieder das Gefühl, dass alles zu schnell geht. Es passiert so unglaublich viel, dass man kaum Zeit hat, einzelne Momente wirklich zu fühlen oder richtig zu begreifen. Manche Szenen hätten ruhig etwas mehr Raum verdient. Gerade, wenn es um die Figuren und ihre Entwicklung geht. Da steckt so viel Potenzial drin, das einfach nicht ganz genutzt wurde.

Emotional hat mich die Geschichte stellenweise gepackt, aber nie wirklich durchgehend mitgerissen. Ich hätte mir mehr Tiefe gewünscht, mehr von dem, was zwischen den Zeilen passiert. Stattdessen wirkt vieles wie eine Aneinanderreihung spannender Szenen, bei denen am Ende aber das 'Warum' offenbleibt.

Ich habe nach dem Buch erfahren, dass es wohl einen zweiten Teil geben wird, aber ich glaube tatsächlich, dass ich den nicht lesen werde. Dafür hat mich das Buch am Ende einfach nicht genug überzeugt. Die Idee war stark, die Umsetzung leider zu sprunghaft. Insgesamt also eine Geschichte mit vielen guten Ansätzen, die mich aber emotional nicht so richtig abgeholt hat.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.06.2025

Eine starke Idee mit ein paar Schwierigkeiten in der Umsetzung

Sieben letzte Tage
7

Das Buch hat mich anfangs neugierig gemacht. Der Einstieg wirkte vielversprechend, fast wie ein klassischer Justizthriller mit ordentlich Spannung. Doch je weiter ich gelesen habe, desto mehr hat sich ...

Das Buch hat mich anfangs neugierig gemacht. Der Einstieg wirkte vielversprechend, fast wie ein klassischer Justizthriller mit ordentlich Spannung. Doch je weiter ich gelesen habe, desto mehr hat sich das Ganze verzettelt. Die Handlung wird schnell immer größer, und irgendwann hat es sich so angefühlt, als würde die Geschichte sich selbst überholen.

Alice als Hauptfigur ist eigentlich interessant, weil sie keine Heldin im klassischen Sinne ist. Sie zweifelt, sie bricht zusammen, sie kämpft – das macht sie nachvollziehbar. Aber gerade im letzten Drittel wirkt sie stellenweise kaum noch greifbar. Alles passiert so schnell, dass die emotionale Entwicklung kaum hinterherkommt. Außerdem scheint Alice Tag mehr als 24 Stunden zu haben. Sie schafft so unglaublich viel in dieser Zeit, das ist im wahren Leben kaum möglich.

Boudreaux war für mich der Lichtblick. Seine Entwicklung ist glaubwürdig, überraschend und hat mich wirklich interessiert. Bei Eva dagegen hatte ich das Gefühl, dass sie hauptsächlich als Unsicherheitsfaktor dient, ohne wirklich Tiefe zu bekommen.

Der Schreibstil ist direkt, fast gehetzt. Das passt zwar zur Story, hat bei mir aber eher für Stress als für Spannung gesorgt. Es gibt kaum ruhige Momente, keine Zeit zum Durchatmen. Stattdessen springt die Handlung von Schauplatz zu Schauplatz, von Wendung zu Wendung – und nicht jede davon wirkt wirklich durchdacht.

Was mich am meisten gestört hat, war die Überfrachtung zum Schluss. Es wird so viel reingepackt, dass der eigentliche Kern der Geschichte untergeht. Der große Gegenspieler wirkt überzogen, fast schon unrealistisch. Das hätte nicht sein müssen, denn das Thema an sich hat genug Kraft.

Unterm Strich: Die Idee war gut, und einzelne Figuren tragen das Buch. Aber für mich war es zu viel auf einmal, zu wenig Fokus, zu wenig Tiefe an den entscheidenden Stellen. Ich bleibe mit gemischten Gefühlen zurück – manches hat funktioniert, anderes nicht. Ein spannender Ansatz, der in der Umsetzung leider zu oft aus dem Ruder läuft.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung