Dschungel, Drama, Déjà-vu – Spannung mit kleinen Stolpersteinen
Her Last Summer – Eine verschwundene Frau. Eine Reise ohne Wiederkehr.Her Last Summer klang nach dem perfekten Mix aus Sonne, Dschungel und düsterem Geheimnis – quasi „Urlaub mit Gänsehaut“. Und ja, das Setting hat gestimmt: tropisch, schwitzig, mysteriös. Luke und Mari, ...
Her Last Summer klang nach dem perfekten Mix aus Sonne, Dschungel und düsterem Geheimnis – quasi „Urlaub mit Gänsehaut“. Und ja, das Setting hat gestimmt: tropisch, schwitzig, mysteriös. Luke und Mari, ein verliebtes Backpacker-Duo, nur dass Mari irgendwann einfach... puff! Weg. Und zwanzig Jahre später will Luke plötzlich reden? Klingt verdächtig, dachte ich mir. Cassidy, die Doku-Filmerin mit Spürnase, macht sich also auf die Suche nach der Wahrheit. Klingt erstmal spannend – und ist es auch. Aber irgendwie... auch nicht?
Ich hatte das Gefühl, dass die Geschichte sich manchmal im Kreis dreht wie ein geölter Kompass im Magnetsturm. Einige Wendungen waren stark – andere eher so: „Hm, das hab ich mir schon gedacht, Luke.“ Cassidy selbst bleibt für mich leider etwas blass. Ich hätte mir mehr Biss, mehr Ecken und Kanten gewünscht – stattdessen stolpert sie mit Kamera und Misstrauen durch Thailands Vergangenheit. Stilistisch ist das Buch solide, keine Frage. Emily Freud weiß, wie man Spannung aufbaut. Nur leider plätschert es zwischendurch auch wie eine lauwarme Kokosnuss.
Alles in allem: nette Lektüre, besonders für die Hängematte am Strand mit gelegentlichem Seitenblick auf Palmen und Verdächtige. Aber das große „Wow, DAS hat mich umgehauen!“ blieb aus. Solider Thriller, aber bei mir ist die Gänsehaut eher im Schatten geblieben.