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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.01.2026

Leichte Sommerlektüre im typischen Ellen-Berg-Stil

Den lass ich gleich an
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„Den lass ich gleich an“ von Ellen Berg ist eine leichte Sommerlektüre im gewohnt lockeren, humorvollen Stil der Autorin. Das Cover macht sofort Lust aufs Lesen, und auch der Einstieg ist charmant und ...

„Den lass ich gleich an“ von Ellen Berg ist eine leichte Sommerlektüre im gewohnt lockeren, humorvollen Stil der Autorin. Das Cover macht sofort Lust aufs Lesen, und auch der Einstieg ist charmant und flüssig geschrieben.

Im Mittelpunkt steht Lulu, alleinerziehende Mutter einer achtjährigen Tochter. Sie arbeitet als Fotografin, jongliert Job und Kind und hat kaum Raum für sich selbst. Dating? Fehlanzeige. Als sich ein vermeintliches Date als beruflicher Termin entpuppt und Lulu später völlig erschöpft zusammenklappt, schickt ihre Mutter Gil sie kurzerhand auf eine Reise nach Mallorca. Während Tochter Lotte begeistert ist, blickt Lulu dem Urlaub zwischen scheinbar perfekten Familien eher skeptisch entgegen.

Vor Ort wird schnell klar, dass das Single-Dasein als Alleinerziehende auch im Paradies nicht unbedingt einfacher ist. Am Strand lernt Lulu Alex kennen – ein sympathischer Mann –, dem sie allerdings verschweigt, dass sie Mutter ist. Damit ist die Richtung der Geschichte früh absehbar.
Thematisch dreht sich der Roman um Familie, Freundschaft, Selbstfindung und natürlich die Liebe. Das liest sich angenehm und locker, allerdings fehlte mir über weite Strecken die Spannung. Viele Entwicklungen wirkten sehr vorhersehbar und liefen fast schon zu glatt: Jobangebot, Traumfinca, Traummann – vieles fügt sich ohne größere Konflikte. Auch das plötzliche Auftauchen von Mutter, Freundin Sabrina und Assistent Philipp im Urlaub wirkte eher konstruiert und wenig glaubwürdig.

Trotz dieser Schwächen lässt sich das Buch gut und schnell lesen. Der Stil ist flüssig, humorvoll und typisch Ellen Berg – ideal für entspannte Lesestunden am Strand oder auf dem Balkon.

Fazit: Eine nette, herzige Sommerlektüre für zwischendurch, der es jedoch an Überraschungen und Tiefe fehlt. Unterhaltsam, aber etwas zu vorhersehbar – daher solide 3,5 Sterne. 🌴📖

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Veröffentlicht am 08.10.2025

ruhig erzählt, mit Charme und einem starken Ende

Feuerprobe
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Andrea steckt erneut mitten im Leben – und das bedeutet wie immer: Chaos, Alltag, Familie. Tochter Claudia lebt mittlerweile mit ihrem Freund Emil zusammen und studiert fleißig, Sohn Mark hingegen hat ...

Andrea steckt erneut mitten im Leben – und das bedeutet wie immer: Chaos, Alltag, Familie. Tochter Claudia lebt mittlerweile mit ihrem Freund Emil zusammen und studiert fleißig, Sohn Mark hingegen hat es sich bequem gemacht und verbringt seine Tage lieber im Bett als mit Zukunftsplänen. Andrea selbst freut sich auf ein ganz besonderes Geburtstagsgeschenk von Paul: eine Kreuzfahrt! .... auf der sie Stieftochter Alexa - nicht ganz einfach - begleiten wird.

Während sie sich mit der polnischen Pflegerin ihrer Mutter, neugierigen Nachbarn und der ein oder anderen Tratscherei herumschlägt, macht auch Pauls Vergangenheit nicht halt vor ihrer Gegenwart – seine Ex bringt wieder Unruhe in Andreas Hoffnungen auf eine harmonische Zweisamkeit.

Die Geschichte nimmt sich Zeit – manchmal vielleicht etwas zu viel. Einige Passagen wirken langatmig, und nicht jede Szene treibt die Handlung wirklich voran. Trotzdem bleibt der Ton gewohnt leicht, stellenweise humorvoll und lebensnah. Susanne Fröhlich versteht es, den ganz normalen Wahnsinn einer Frau in der Lebensmitte mit einem Augenzwinkern, aber auch mit Tiefgang zu erzählen.

Besonders das Ende überzeugt: berührend, überraschend und mit einem gelungenen Ausblick auf das, was noch kommen könnte. Genau dieser Schlussteil verleiht dem Buch die emotionale Tiefe, die zwischendurch ein wenig gefehlt hat.

Fazit: Feuerprobe ist kein Feuerwerk, aber ein unterhaltsamer, warmherziger Roman mit echten Momenten und einem starken Finale. Für Fans von Andrea und ihrer Welt auf jeden Fall lesenswert.

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Veröffentlicht am 04.09.2025

Vier Einblicke in den Büroalltag – mit etwas Tiefe....

Büromonster.
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Das Buch ist in vier Teile gegliedert, die sich jeweils mit verschiedenen „Monstern“ im Büroalltag beschäftigen.
Zu Beginn war ich überrascht, wie viel Tiefe hinter dem Titel steckt. Der erste Teil über ...

Das Buch ist in vier Teile gegliedert, die sich jeweils mit verschiedenen „Monstern“ im Büroalltag beschäftigen.
Zu Beginn war ich überrascht, wie viel Tiefe hinter dem Titel steckt. Der erste Teil über die „Monster in dir“ beschreibt innere Muster und Selbstsabotage – witzig und trotzdem zum Nachdenken anregend. Der zweite Teil, „Die Monster in anderen“, zeigt realistische Kollegentypen und gibt praktische Tipps im Umgang mit schwierigen Situationen. Der dritte Abschnitt, „Die Monster der Organisation“, war für mich besonders spannend, weil hier die Probleme nicht bei einzelnen Personen, sondern bei den Strukturen und Abläufen liegen. Gerade, wenn man in großen Unternehmen tätig ist, kann man sich hier gut wiederfinden. Im letzten Teil lernt man, wie man eigene „Monster“ erkennt und sogar neue gestalten kann. Der Selbsttest fand ich lustig und ehrlich – eine schöne Ergänzung zum Buch.
Was mich gestört hat: Die Infos zu den Autoren hätte ich lieber am Anfang gelesen. Insgesamt fand ich das Buch unterhaltsam und informativ, aber nicht durchgehend spannend.

Fazit: Für alle, die ihren Büroalltag besser verstehen wollen, ist „Büromonster“ auf jeden Fall einen Blick wert.

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Veröffentlicht am 08.07.2025

Viel Alltag, wenig Gefühl

Ja, nein, vielleicht
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Das Cover hat mich direkt angesprochen: ein helles Gelb, gemalte Blumen, freundlich und klar – ein schöner Kontrast zum eher nüchternen Titel. Es weckt Neugier, ohne sich aufzudrängen. Auch der Titel, ...

Das Cover hat mich direkt angesprochen: ein helles Gelb, gemalte Blumen, freundlich und klar – ein schöner Kontrast zum eher nüchternen Titel. Es weckt Neugier, ohne sich aufzudrängen. Auch der Titel, angelehnt an das bekannte Kinderspiel, verspricht Leichtigkeit und Entscheidungsspielraum – ein schöner Einstieg für ein Buch über das Älterwerden, Selbstreflexion und neue Möglichkeiten.

Inhaltlich dreht sich vieles um eine Frau Mitte fünfzig, alleinlebend, mit erwachsenen Kindern und einem Alltag zwischen Stadtwohnung und Sommerhaus. Die Themen sind durchaus relevant: Selbstbestimmung, Altern, körperlicher Verfall (repräsentiert durch einen problematischen Zahn), Beziehungsfragen und die Bedeutung von Freundschaft und Nachbarschaft. Alte Lieben tauchen wieder auf, Fragen nach Sinn und Nähe ebenso – das alles ist realistisch und gut beobachtet, wirkt aber oft eher distanziert erzählt.

Doris Knechts Stil ist knapp, sachlich, oft fast fragmentarisch. Viele Szenen sind wie Filmschnitte – klar umrissen, aber nicht vertieft. Was manchen gefallen mag, wirkte auf mich oft nüchtern, teilweise sogar langweilig. Es fehlt an Spannung oder erzählerischem Sog. Die Figuren wirken echt, ja, aber auch unterkühlt. Ich habe mich weder mit der Protagonistin verbunden gefühlt, noch mit den Nebenfiguren – obwohl viele interessante Themen angeschnitten werden, blieben mir die meisten Gedanken zu vage oder unfertig.

Was gut funktioniert: Die Atmosphäre zwischen Rückzug und Wiederbegegnung, das Thema „Was zählt, wenn man älter wird?“ ist klug gesetzt. Der Autorin gelingt es, den Alltag politisch aufzuladen, ohne laut zu werden. Was mir gefehlt hat: emotionale Tiefe, eine stärkere Entwicklung oder zumindest Momente, die nachwirken.

Fazit: Ein ruhiges Buch mit klarer Sprache und einem interessanten, aber eher nüchternen Blick auf das Leben in der zweiten Lebenshälfte. Wer reduziert erzählte Literatur und zurückhaltende Beobachtungen mag, wird hier fündig. Für mich persönlich blieb es zu distanziert und zu leise

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Veröffentlicht am 17.04.2025

Wo Schatten ist, da ist auch Licht....

Nur du weißt, wer du bist
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Die Trennung von Maik war für Lena sehr schmerzlich. Sie fragt sich was sie falsch gemacht hat und jede Kraft verloren. Ihre Freundin schenkt ihr einen Wochenkurs bei der "Agentur für Selbstwert". Erst ...

Die Trennung von Maik war für Lena sehr schmerzlich. Sie fragt sich was sie falsch gemacht hat und jede Kraft verloren. Ihre Freundin schenkt ihr einen Wochenkurs bei der "Agentur für Selbstwert". Erst war Lena etwas skeptisch, doch dann lässt sie sich die Experiment ein und startet von Montag bis Sonntag mit den Themen Selbstbewusstsein, Selbstbild, Selbstliebe, Selbstverwirklichung, Selbstverantwortung, Selbstvertrauen und Selbstfürsorge. Dabei wird sich von unterschiedlichen Mitarbeitern der Agentur angeleitet und begleitet. Die vielen unterschiedlichen Methoden machen die Handlung spannend. Die Anleitung helfen, auch das eigene Selbst beim Lesen zu hinterfragen und gemeinsam mit Lena anzugehen.

Ich hätte mir beim Lesen ein bisschen mehr Spannung gewünscht und finde es schade, dass die Handlung am Sonntag endet. Ein "3 Monate später" hätte aus meiner Sicht die Handlung zu einem besseren Abschluss gebracht.

Fazit: Ganz nett

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