Liebe neu denken
Entromantisiert euch!Meine Meinung und Inhalt
Auffallendes Cover und klarer Titel -> Frasl stellt die romantische Liebe nicht als Herzstück des Lebens dar, sondern als ein kulturelles Konstrukt, das Frauen strukturell benachteiligt ...
Meine Meinung und Inhalt
Auffallendes Cover und klarer Titel -> Frasl stellt die romantische Liebe nicht als Herzstück des Lebens dar, sondern als ein kulturelles Konstrukt, das Frauen strukturell benachteiligt und bringt mich damit dazu, meine eigenen Erfahrungen schärfer zu reflektieren. Ihre Analyse fühlte sich an wie ein Spiegel, der mich nicht schonte, aber Hand bietend zur Klarheit führte (zumindest bei einigen Bereichen).
Mich hat besonders beeindruckt, wie das Ideal der romantischen Partnerschaft auf Kosten anderer, oft stabilerer Bindungen überhöht wird. Ich fand mich darin wieder, wie leicht enge Freundschaften zugunsten einer Beziehung ins Hintertreffen geraten können und wie bereichernd es ist, wenn das anders irgendwie gedacht wird. Das hat mir persönlich neue Perspektiven eröffnet. Zugleich bleibt das Buch unbequem, weil es tradierten Sehnsüchten und Hoffnungen den Boden entzieht. Aber gerade das macht es so "stark".
Für mich ist „Entromantisiert euch!“ weniger ein Abschied als ein Einladung: sichtbar für alternative Formen des Zusammenhalts zu werden. Die Botschaft hallt nach – klar, feministisch und nachdenklich stimmend.
Klappentext
Das Märchen von der großen Liebe
Kaum etwas wird mehr romantisiert als romantische Liebe …
Die Liebe – sie wird seit Jahrhunderten leidenschaftlich in Liedern besungen, in der Literatur wird ihr gelobhudelt, und in Filmen wird sie selbst in ihren toxischsten Ausformungen glorifiziert. Wir haben die romantische Liebe trotz ihrer Volatilität und meist relativ kurzen Dauer zu einem zentralen gesellschaftlichen Organisationsmodell gemacht. Romantische Liebe ist das, was uns pausenlos und von klein auf als unerlässlicher Bestandteil von Lebensglück und Erfüllung ins Hirn gehämmert wird. Dabei ist ihre Realität alles andere als romantisch – und das vor allem für Frauen.
… kaum etwas hat diese Romantisierung weniger verdient!
Heteroromantische Beziehungen bilden den Rahmen dafür, dass Frauen zwei Drittel der unbezahlten Arbeit übernehmen, weniger verdienen und in Abhängigkeiten rutschen. Unverheiratete Frauen ohne Kinder sind dagegen die glücklichste und gesündeste Bevölkerungsgruppe. Sie haben eine höhere Lebenserwartung als verheiratete, während verheiratete Männer länger leben als unverheiratete. Romantische Beziehungen mit Männern schaden Frauen: gesundheitlich, emotional und wirtschaftlich.
Über die Autorin
Beatrice Frasl ist Autorin, Kulturwissenschaftlerin/Geschlechterforscherin, Podcasterin, Kolumnistin (u.a. in der Wiener Zeitung). In ihren Arbeiten und als @fraufrasl auf Social Media setzt sie sich seit Jahren mit psychischer Gesundheit und Feminismus auseinander. In ihrem Podcast „Große Töchter" bearbeitet sie gesellschaftspolitische Fragen. Bei Haymon erschien 2022 „Patriarchale Belastungsstörung", 2025 folgt mit „Entromantisiert euch!" eine Auseinandersetzung mit dem Prinzip der romantischen Liebe – und warum wir dieses unbedingt neu denken sollten.