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Veröffentlicht am 25.08.2025

Intensive, mitreißende und spannende Trilogie.

Baby, I'm yours forever
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Mit „𝐁𝐚𝐛𝐲, 𝐈'𝐦 𝐲𝐨𝐮𝐫𝐬 𝐟𝐨𝐫𝐞𝐯𝐞𝐫“ endet die 𝐏𝐨𝐞𝐭𝐫𝐲-𝐌𝐞-𝐓𝐫𝐢𝐥𝐨𝐠𝐢𝐞 auf dramatische Weise und hinterlässt ein Gefühl von „Verstanden und Gesehen werden“, von Dankbarkeit – für das Leben und die Liebe, die Familie, ...

Mit „𝐁𝐚𝐛𝐲, 𝐈'𝐦 𝐲𝐨𝐮𝐫𝐬 𝐟𝐨𝐫𝐞𝐯𝐞𝐫“ endet die 𝐏𝐨𝐞𝐭𝐫𝐲-𝐌𝐞-𝐓𝐫𝐢𝐥𝐨𝐠𝐢𝐞 auf dramatische Weise und hinterlässt ein Gefühl von „Verstanden und Gesehen werden“, von Dankbarkeit – für das Leben und die Liebe, die Familie, die man selbst wählt, und die eigene Stärke, die man viel zu oft vergisst.

Das Finale setzt dort an, wo „Baby, I'm obsessed you“ endete –
Hanna, die in Unglaube und Zweifeln, vor Sorgen vergeht.
Luca, der versucht, mit dem klarzukommen, was sich ihm zwischen Abschiedsküssen und Bahngleisen offenbarte. Alles tut, um seine Liebe zu schützen. …

Uns erwartet ein aufschlussreicher dritter Teil, der nicht nur neue Fragen stellt, sondern am Ende jede einzelne beantwortet, Ungereimtheiten aufdeckt und bis zum Schluss rege mit frischen Wendungen und Wahrheiten schockiert. Bereits die Vorgänger waren durch ungute Vorahnungen, unberechenbare Ausbrüche, Drohungen aus unbekannter Richtung mit Spannung versehen, doch nun toppt Ayden diese ungemütlichen Vorkommnisse. Denn verschiedene Situationen spitzen sich zu: tätliche Angriffe, Intrigen, Manipulation und Lügen, bis Misstrauen durch die Seiten pulsiert und selbst während heißer Zweisamkeit, in romantischen Augenblicken, leichten, genießerischen Momenten eine bedrohliche Nuance, wachsame Vorsicht, Unbehagen zu spüren ist.

Abgesehen von dem gegenwärtigen Plot, in dem Hanna und Luca so einige Probleme und Gefahren überwinden, Hürden meistern, sich jeden Tag neu füreinander entscheiden müssen, um endlich „wir“ sein – bleiben – zu können, wird die Handlung mit verschiedenen, oftmals Gänsehaut und Mitgefühl erzeugenden Rückblenden bereichert. So werden u. A. die Anfänge ihrer gemeinsamen Geschichte beleuchtet – dies gibt dem Geschehen sowie den Protagonisten noch mehr Griffigkeit und Tiefe: Alex, der nie aufhörte, seine Belle zu suchen, zu vermissen; der aufgrund seiner Hochsensibilität schon immer deeper fühlte, mehr. Und Johanna, die bis heute in Vorwürfen verbrennt, sich in Narzissmus verfing, mit Verlusten kämpft.

Die „Poetry-Me-Trilogie“ beinhaltet sensible und aktuelle, authentisch eingebettete Themen – von psychischen Erkrankungen und Tod über Missbrauch und Traumata bis hin zu mangelndem Selbstwert und „Nie gut genug sein“ –, zusätzlich finden sich ganz alltägliche Dinge, wie bspw. Menstruation und die Tatsache, dass (eigene) Kinder nicht der Lebenssinn sind.
Die Stimmung des Finales wankt, schmiegt sich an die unterschiedlichen Situationen – zwischen himmelhochjauchzend-hellstrahlend und tränennass-gewitterwolkengrau ist alles dabei. Was im nächsten Kapitel, im nächsten Absatz kommt, welche Enthüllungen es zu ertragen gilt, ob sie Erleichterung oder neue Sorgen schaffen? Bleibt stets eine Überraschung. Julie lässt ihre LeserInnen in der Poesie zergehen, berührt mit ihren Worten, den puren Emotionen und dieser intensiven Liebe. Zeitgleich bringt die Autorin uns mit damn hotten Spicy-Szenen zum erröten und schwitzen.

Verhalten und Reaktionen des Einzelnen waren nachvollziehbar und schlüssig. Vor allem beeindruckt hat mich Hanna, die die Wahrheit hinter den Lügen gesehen und sich nicht von verletztem Stolz und Eifersucht hat abhalten lassen; an Luca & sich glaubte. Auch in den grauen Stunden, durch Ungewissheit hinweg.
Dass diese Romance nicht nur in einem wunderschönen, den speziellen und feinfühligen Charakteren entsprechenden Stil geschrieben wurde, bildlich, angereichert mit Liebe und Schmerz, sondern Ayden auch eigens für diese Serie diverse Poetry-Slam-Texte entwickelte und eine gekonnt inszenierte Suspense-Komponente einfügte, ist meiner Meinung nach standing ovations würdig!

Neben den aufregenden Entwicklungen von und zwischen Alexander Severin und Johanna Berger, bekamen weitere Figuren viel Raum, um ihr Wesen optimal zu entfalten: Rio, Ruby und Sina zum Beispiel – absolute Herzmenschen. Auch Fiona, Nero und Gila bereichern mit ihren speziellen Eigenschaften und Dämonen das Geschehen und geben Poetry-Me etwas ganz Besonderes.

Eigentlich hätte die Autorin „Baby, I'm yours forever“ mit einem sonnigen, cozy Happy-End schließen, für wohlige Seufzer sorgen können... Aber WIR LIEBEN TWISTS, Tragik und Drama, oder? Oder?! Haltet Schokolade bereit, Taschentücher, jemanden, an dem ihr euch festhalten könnt ...

„Poetry-Me“: eine durch und durch mitreißende, berührende und aufwühlende New-Adult-Serie, die bricht, um zu heilen. Julie Ayden generiert Aufmerksamkeit für schwere Traumata, deren Auswirkungen und für oft unterschätzte mentale Erkrankungen. Zudem wird jenen Menschen, die unter der „gesellschaftlichen Norm“ & Arschlöchern leiden, Mut zugesprochen; während Selbstzweifel ein Stück weit fortgeweht werden, wird jede/r darin erinnert: „Du bist perfekt, vollkommen okay. So wie du bist.“

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Veröffentlicht am 29.07.2025

Eine Reihe, die ihren Hype definitiv wert ist.

Play Along
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~ 𝓥𝓮𝓰𝓪𝓼, 𝓕𝓪𝓴𝓮-𝓜𝓪𝓻𝓻𝓲𝓪𝓰𝓮 𝓾𝓷𝓭 𝓢𝓹𝓸𝓻𝓽𝓼-𝓡𝓸𝓶𝓪𝓷𝓬𝓮 ~

Die Ausgangssituation wird im Klappentext ausreichend geschildert, daher verzichte ich auf eine ausschweifende Zusammenfassung. Nur so viel:
Was würdest du ...


~ 𝓥𝓮𝓰𝓪𝓼, 𝓕𝓪𝓴𝓮-𝓜𝓪𝓻𝓻𝓲𝓪𝓰𝓮 𝓾𝓷𝓭 𝓢𝓹𝓸𝓻𝓽𝓼-𝓡𝓸𝓶𝓪𝓷𝓬𝓮 ~

Die Ausgangssituation wird im Klappentext ausreichend geschildert, daher verzichte ich auf eine ausschweifende Zusammenfassung. Nur so viel:
Was würdest du tun, wenn du zwar ohne Erinnerungen, dafür mit einem Ehering am Finger, neben einem attraktiven Menschen aufwachst?
Zum Glück ist Isaiah kein Fremder … Um den Fauxpas nicht in die Öffentlichkeit zu tragen und ihren Ruf als professionelle Sportmedizinerin zu wahren, geht Kennedy auf Isaiahs Vorschlag, dem das alles gar nichts auszumachen scheint, ein. Für Eine Saison mimt sie die Frau an seiner Seite. Doch das ist nicht das, was der Baseballer wirklich will...

„𝐏𝐥𝐚𝐲 𝐀𝐥𝐨𝐧𝐠“ ist Teil vier der »Windy City«-Reihe, jedoch mein erstes Buch von Liz Tomforde. Und ja, ich kann den Hype um die Clique, die wir hier kennenlernen, um die FreundInnen, Liebenden, die "Wahl-Familien" nun besser verstehen.
Stilistisch liest sich die Romance wirklich wunderbar – detailreich, modern und authentisch. Zudem war es leicht, sich in die bildhafte Handlung einzufinden- und zu fühlen.
Die Dialoge sind oft spritzig-witzig und direkt, doch auch ernste Themen und echte Empfindungen, Konflikte und Probleme werden angesprochen und einfühlsam dargelegt.
Während Kennedy ebenso bedacht spricht wie agiert, um Kontrolle bemüht ist und sich nach Sicherheit sehnt, nach Stabilität, leise mit Ängsten und ihrer Vergangenheit kämpft, ist Isaiah aufmerksam, geduldig und bemüht, der Medizinerin den stummen Halt zu geben, um den sie niemals fragen würde. Er ist einfach da. Und komplett, bis über beide Ohren verliebt. Ich genoss die Schlagabtausche, die Annäherung und das sich Öffnen der Figuren, während Isaiahs Obsession hier und da Skurrilität brachte.
Tomforde schuf eine Geschichte mit Tiefe, eine Beziehung mit Kanten, abwechslungsreich und nicht frei von Missverständnissen und Trubel. Einige Ereignisse und Reaktionen lösten Wut aus, Mitgefühl, Seufzer; sorgten dafür, vor allem Kennedy schütteln – Richtung Glück schubsen –, sie fest in den Arm nehmen zu wollen. Humor, große Gefühle, rührende Geständnisse und heiße Momente – ich muss dringend auch die anderen Couples, von denen es hier einen super sympathischen Eindruck gab, kennenlernen.

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Veröffentlicht am 22.07.2025

Starker, emotionaler Mittelteil – der Abschluss der „Nytefall-Trilogie“ kann kommen!

The Night is Defying
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„The Night is Defying“ ist Teil zwei der „Nytefall-Trilogie“ von Chloe C. Peñaranda und führt die Geschehnisse des Auftakts fort. Konnte mich „The Stars are Dying“ nicht zu Gänze von sich überzeugen – ...

„The Night is Defying“ ist Teil zwei der „Nytefall-Trilogie“ von Chloe C. Peñaranda und führt die Geschehnisse des Auftakts fort. Konnte mich „The Stars are Dying“ nicht zu Gänze von sich überzeugen – was hauptsächlich an den oberflächlichen Gegebenheiten, Wiederholungen und einer wirren Handlung lag –, zog mich diese Fortsetzung – auch emotional – komplett in ihren Bann.

Aus der erinnerungslosen und unsicheren Astraea wurde eine wahre Kriegerin, die sich nun ihrer Identität, ihrer Macht bewusst ist. Erst langsam, dann mit voller Wucht lernt das Kind zweier Gottheiten, ihre Kraft zu beherrschen, entdeckt die ausgelöschten Fragmente ihrer Selbst, findet zurück zu der Größe, die sie einst war, zu der Liebe, die sie einst spürte. Für Nyte. Und trotz der Gewissheit, wo ihr Platz ist, muss Astraea jene Wege gehen, die ihr bestimmt sind, muss ihr Volk sehen, all die, die vor Jahrhunderten FreundInnen, Familie waren – und stolpert. In Hinterhalte, in Verrat, in lang gesponnene, weitreichende Intrigen …
„Nightsdeath“ kann nichts weiter tun, als an der Seite des strahlendsten Sterns zu stehen, wenn das auch heißt, sie gehen zu lassen …

„𝓙𝓮𝓽𝔃𝓽. 𝓓𝓪𝓶𝓪𝓵𝓼. 𝓤𝓷𝓭 𝓯𝓾𝓮𝓻 𝓲𝓶𝓶𝓮𝓻.“

Peñaranda bestückte den zweiten Band ihrer düsteren Fantasy-Serie mit der bisher fehlenden Tiefe – so erfahren wir einiges über die Vergangenheit der konträren – verfeindeten – Protagonisten, über den Fluch ihrer Verbindung, die selbst der Tod nicht zu zerreißen vermag, über die Uneinigkeiten, Kriege und Vorurteile zwischen Celestials, Vampiren und Fae, den Egoismus der Unsterblichen und über die hier eindrucksvoll erschaffene Welt, die vor Korruption, Unterdrückung, Rassismus und (Macht)Gier strotzt.

Die mystischen Fähigkeiten, die Darstellung der verschiedenen Wesen und das Worldbuilding insgesamt sind originell, die Atmosphäre von Misstrauen, Dunkelheit und Hoffnungslosigkeit durchzogen. Es war herzzerreißend, den klaffenden Zwiespalt von Nyte und Astrae auf so eindringliche Art zu erleben – ihre grenzenlose Liebe im Austausch für das Gleichgewicht von Solanis?! Das Ringen mit Prophezeiungen, Vorverurteilungen und den eigenen Selbstvorwürfen zu verfolgen, sehen zu müssen, wie die Guten fallen und wie bedingungslos, endgültig diese Beziehung ist. Leidenschaftliche Schwüre, aufrichtige Geständnisse, die Intensität der Emotionen, die Kraft der von Chloe C. gewählten Worte gingen nah. Trieben mir Tränen in die Augen – so wie mich die letzten 25% des Öfteren den Kopf abwenden, die Augen vor der Grausamkeit, vor der Endlichkeit schließen ließen.
Im Verlauf werden Fragen beantwortet, Geheimnisse gelüftet und Lücken gefüllt, neue geschaffen und gleichzeitig Pläne geschmiedet, Rache geübt, Schlachten geschlagen und vor Zorn gewütet – die Autorin verschont weder die LeserInnen vor ungeahnten Verlusten noch ihre Figuren, die geprüft und gequält werden. Brutal, gewaltvoll, blutig.

Doch inmitten der Düsternis blitzen auch romantische, innige Momente auf, harsche, stimmungsvoll inszenierte Intimitäten, Freundschaften und leise Gefühle von Glück.
Eine Rebellion, die nach Veränderung strebt.
Abgesehen des im Vordergrund stehenden Paares treffen wir auf weitere Charaktere, die ausreichend bis stark integriert und ausgearbeitet wurden: Zephyr, Drystan, Rose, Davina, Lilith, Zath, Auster (…) bereichern die Storyline, treiben ungute Vorahnungen in die Höhe, zeigen ungeahnte Seiten – sind Verräter und Feind oder wahrhaftig Freund?

Stilistisch ist „The Night is Defying“ malerisch und lebendig geschrieben. Sehnsucht und Verlangen kamen spür-, Setting und Verlauf vorstellbar zur Geltung. Kämpfe und Konfrontationen verströmten durchweg Tempo und Aufregung und sowohl die Entwicklung von „Starlight“ als auch jene von „Nightsdeath“ – unerwartet sanft und warm – ging authentisch und wendungsreich vonstatten. Es war so leicht, sich von dieser Geschichte, ihren Twists und der Tragik mitreißen zu lassen. Zu leiden. Zu hoffen. Zu hassen.

Verlust und Wut, Zweifel und Ängste, purer Schmerz, Rachsucht und reine, allen Widrigkeiten zum Trotz bestehende Liebe – aufrechterhalten durch Jahrhunderte und nachtschwarze Stürme, in bodenloser Dunkelheit und blendendem Sternenlicht – durchziehen die detailreich ausgearbeitete, ereignis- und erkenntnisreiche, bittersüße Handlung. Und ja, das Ende hat die Kraft, Herzen zu brechen.

Abgesehen der großartigen Aufmachung, findet sich im Anhang eine Hilfe zur Aussprache einzelner Namen und Bezeichnungen. Auch die Karte, die die Endpages ziert, ist der Orientierung und der Verbildlichung zuträglich. Was ich jedoch wirklich wichtig und wünschenswert gefunden hätte: ein kurzes „Was bisher geschah“, ein Personenverzeichnis, denn es kommen (und gehen) eine Vielzahl von Figuren, und ein Glossar, um Begriffe zuordnen zu können.

Starker, emotionaler Mittelteil – der Abschluss der „Nytefall-Trilogie“ kann kommen!

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Veröffentlicht am 15.07.2025

Turbulent. Unterhaltsam. Herzallerliebst.

Die Arcyrion-Akten – Fall 2: Die falsche Verbrecherin
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Kiara Brocks' neues Leben gestaltet sich unaufgeregter als erhofft. Statt Daemonen zu jagen, undercover zu agieren oder überhaupt ein bisschen Nervenkitzel zu erfahren, gehen Draven und seine Partnerin ...

Kiara Brocks' neues Leben gestaltet sich unaufgeregter als erhofft. Statt Daemonen zu jagen, undercover zu agieren oder überhaupt ein bisschen Nervenkitzel zu erfahren, gehen Draven und seine Partnerin alltäglichen Kleinigkeiten nach. Außerdem wäre da noch das mehr schlecht als recht laufende Talent-Training bei Gina Monroe, die Ungewissheit, in welcher Beziehung Neith zu ihr steht, der sich merklich verschlechternde Zustand von Aiken und Kiaras eigene Trauer.
Doch als in einem schwer gesicherten Lagerhaus von V.A.U.L.T. eingebrochen und ein fragliches Artefakt entwendet wird, Tote auftauchen und ihre Freundin verdächtigt wird, spitzt sich die Lage für Brocks, Draven und ihr „Team“ zu. Schon bald wünscht sich Kiara die ruhigen Tage sehnlichst zurück … denn die Zeit, um den tatsächlichen Schuldigen zu finden, läuft unaufhörlich ab …

Teil zwei der Arcyrion-Akten entfaltet rasch einen ganz eigenen Sog, der uns zum einen die verlorene Welt der Dreuaner sowie die hiesige, noch immer nicht freie, von Ungerechtigkeiten und veralteten Hierarchien dominierte Situation der „Flüchtlinge“ und zum anderen die relevanten, bereits bekannten Figuren näherbringt.
Luke, der mit einer Krankheit und seinen düsteren Zukunftsaussichten; Draven, der mit seinem Stand unter seinesgleichen und dem, was in ihm wohnt, ringt. Gina, die nicht in der Position ist, Schwäche zu zeigen, und sich bereits durch zu viele Kämpfe geschlagen hat. Neith, die um keinen Preis ihre Geheimnisse offenbaren will, selbst wenn das bedeutet, ein Dasein als Gefangene zu fristen. Etwas, das Kiara unter keinen Umständen zulassen kann und wird – eine nervenaufreibende, aussichtslose Spurensuche, schwelende Konflikte und gewagte Schauspielerei (…) stehen auf dem Plan. Dabei sind die Initiatoren des Schlamassels näher als geahnt und der wahre Strippenzieher ein Gegner, der mit Macht und Einfluss selbst Hochsicherheitsorganisationen infiltrierte …

Zuerst: Evelyne Aschwanden leitet den zweiten Teil ihrer Urban-Fantasy-Serie mit einer kurzen Zusammenfassung der bisherigen Geschehnisse ein und beendet diesen mit einem Glossar – besser geht’s nicht!
Die Handlung setzt ungefähr drei Monate nach Kiaras Kündigung im öden Bürojob an, sodass ein deutlicher Fortschritt in ihren Fähigkeiten sowie ein spürbares Einfinden in der übernatürlichen – dreuanischen – Gesellschaft zu vernehmen ist. Neben Brocks sind vor allem Arik Draven, den ich unglaublich schätze und ins Herz geschlossen habe, Luke Vanderbilt, der mit sensiblen Seiten und unerwartet harschen Fähigkeiten mehrfach zur Hilfe eilt, Neith Morrigan, ein impulsives Feuer-Talent mit zwielichtigem Geschäftssinn, und Gina Monroe, Wächterin und Anführerin der Dreuaner, detailreich ausgearbeitet und stets präsent. Eben immer vor Ort, wenn Chaos ausbricht …

„Die falsche Verbrecherin“ ist spannend aufgebaut, zu keiner Zeit langweilig, oft herzerwärmend und durch Evelynes authentischen, humorvollen Stil leider zu schnell vorbei. Feingliedrig wurde sich eine urbane Welt erdacht, in der alles – von den unterschiedlichen Talenten und Daemonen bis zu den Taschendimensionen und den involvierten Menschen – logisch abgestimmt scheint. Für den Fall zuträgliche sowie allgemeine Informationen, turbulente Ermittlungsarbeiten und etliche Theorien über Identität und Intention des Einbrechers/Diebs halten sich mit waghalsigen Ereignissen, Action und Kampf, schmerzlichem Verrat und leiser Verzweiflung die Waage. Zwischendurch blitzen zarte, gefühlvolle Momente, bewegende Erkenntnisse und Blicke hinter Fassaden, hinter stoische Beherrschung, auf. Wie gewohnt ist zwar der romantische Strang gegeben, ohne jedoch die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.
Aschwanden flocht wiederholt die schwierige, wackelige Situation der „Zuwanderer“, Vorurteile und Ausgrenzung, persönliche Traumata und tragische, verlustreiche Vergangenheiten ein – und schlägt mit diesen Themen einen Bogen zu der „unseren“ Gegenwart, weckt Mitgefühl und Verständnis. Dass auch 5 Jahre nach dem Fall von Nimralis nicht alle geretteten Dreuaner die Otra, die einstige Ordnung, und ihren Rachedurst hinter sich gelassen haben, zwei konträre Gruppen radikal aufbegehren, erschwert Monroes Vorhaben, für Frieden und Gleichheit zu sorgen, und macht Vertrauen so kostbar …

Für Draven & Co. gibt es nur wenige Pausen, dafür türmen sich die Sorgen, Ungereimtheiten führen in Sackgassen, Verrat schockiert – und all das ist nur mit Sarkasmus, bitte viel davon, zu ertragen. Abgesehen der Idee, die den Arcyrion-Akten zugrunde liegt, ist die Darstellung von „Vampiren“, „Daemonen“ und „Wandlern“ sowie die verschiedenen Kräfte übrigens ziemlich cool.
Fall Nummer 2 ist abgeschlossen, jedoch versprühen die letzten Kapitel böse Vorahnungen und leiten grundlegende Veränderungen ein – „Gefangene der Zeit“ kann kommen.

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Veröffentlicht am 11.07.2025

Bereit für Sich-selbst-(neu)-finden am Rande der Nordsee?

Jonna - Tage wie Glaswolle | Mit wunderschönem limitierten Farbschnitt
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„Jonna: Tage wie Glaswolle“ ist Teil eins der „Zweieinhalb-Schwestern-Serie“ von Lene Jansen, in der uns salzige Nordseeluft durch das Haar weht, tragische Erinnerungen unter kühlen Steinen warten, Nostalgie ...

„Jonna: Tage wie Glaswolle“ ist Teil eins der „Zweieinhalb-Schwestern-Serie“ von Lene Jansen, in der uns salzige Nordseeluft durch das Haar weht, tragische Erinnerungen unter kühlen Steinen warten, Nostalgie und Wehmut an Stegen lauern und Geheimnisse erst noch ausgegraben werden müssen …

Jonna Niehaus muss raus – raus aus ihrem Alltag, aus der Wohnung, aus der Ehe. Denn alles scheint zu eng, nicht richtig, fehlerhaft. Zu viele unausgesprochene Erwartungen hängen zwischen ihr und Nils, zu viel Verdrängtes macht der Enddreißigerin das Atmen schwer.
Doch statt während eines Sabbaticals in Thailand zu sich selbst zu finden, kehrt Jonna in ihre Heimat zurück, zum ersten Mal nach 17 Jahren.
Was als kurzer Stopp und spontaner Anstandsbesuch beginnt, wird zu einer wochenlangen Reise in die Vergangenheit, in eine nicht ganz runde, aber lebhafte Kindheit, in eine Version ihrer selbst, die sie einst nur zu gerne – samt dem Gefühl von zu Hause, von Familie, von ihrer ersten Liebe und all dem Schmerz, der Schuld – hinter sich gelassen hat.
Zurück zu sein heißt, Bekanntes zu erblicken, mit dem unumgänglichen Älterwerden, Schweigen und Sehnsucht konfrontiert zu werden, mit Ängsten, die nur das Meer aufwühlen kann, und der Sturm. Zwischen Renovierungsarbeiten in der kleinen Pension, die Glaswolle hervorbringen, Besuchen bei ihrer Mama, die nur langsam leichter werden, tröstenden Gesprächen mit ihrem Papa, die nie aufhören, weh zu tun, findet Jonna Stück für Stück wieder zu sich. Nicht alleine, sondern mit Hilfe. Die sie nur noch annehmen, zulassen muss.
Aber das Leben spielt anders, als der Mensch (er)hofft, und so sind es Hanna und Ella, die vom Festland Gesprächsstoff bringen, der aus leisen Vermutungen mehr macht –

Lene Jansen versteht es, mit Worten umzugehen, Emotionen und relevante Themen, Empfindungen, um die nur die wenigsten umhinkommen, in Geschichten zu verpacken, deren Hauptaufgabe es nicht ist, zu unterhalten, sondern zu berühren, zu heilen, Punkte zu treffen, denen man nur zu gerne ausweicht.
Auch die „Zweieinhalb-Schwestern-Serie“ spendet Trost und eine Umarmung, verströmt das Gefühl, verstanden zu werden, während wir salzige Luft atmen, Sand unter den Füßen …

Jonna, ihre Schwestern und andere Charaktere, denen wir auf der Nordseeinsel begegnen, sind um die 40, stehen mitten im Leben, sind von Erfahrungen, Verlusten und Fehlern gezeichnet. Reue, falsche Schuld und ein Hauch Nostalgie gehören ebenso zur Geschichte wie Jonnas chaotisches Inneres – ihr Nicht-mehr-Wissen, wer sie ist und was sie will. Doch so schmerzlich der Aufenthalt in der Heimat ist, so nah an Erinnerungen, die lange verdrängt lagen, so weit weg von dem Mann, dem sie damals das Ja-Wort gab, so erleuchtend und überraschend verläuft diese Auszeit. So heilsam und echt. Stück für Stück findet Jonna ihre Worte wieder. Ihre Wurzeln und Wahrheiten. Und sich selbst.

Malerische Beschreibungen, poetische Töne und ein Potpourri widersprüchlicher Gefühle, wehmütige Schulterblicke, tiefe Seufzer und Tristesse begleiten das Geschehen, häufig aufgewühlt durch innere Stürme und (noch) fehlende Anker. Zu all dem gesellt sich ein Verdacht, ein Geheimnis, verborgen von Schlick und vergangenen Jahren...
Die Protagonistin wurde mit all ihren Ecken, Unzulänglichkeiten und Zweifeln gezeichnet, mit ihrem Fluchtinstinkt und dem Mut, doch zu bleiben. Es war rührend, einen Teil von ihr kennenzulernen, sie einen Schritt nach dem anderen gehen zu sehen, herauszufinden, was da brodelt und in Schieflage geriet.
Die Niehaus-Schwestern könnten kaum unterschiedlicher sein: Während Hanna die Jüngste und Schlichtende, das Bindeglied zwischen den Älteren ist, kann Ella ihren Frust, ihren Ärger nicht verbergen – die einzige der drei, die zurückblieb, mit all den Pflichten. Leise brodelnde Konflikte, gesprochene Vorwürfe, unausweichliche Konfrontationen – doch es ist eine bisher nicht gesehene Wahrheit, die droht, die neu geschaffene, fragile Verbindung zum Einsturz zu bringen...

„𝐉𝐨𝐧𝐧𝐚: 𝐓𝐚𝐠𝐞 𝐰𝐢𝐞 𝐆𝐥𝐚𝐬𝐰𝐨𝐥𝐥𝐞“ ein poetischer Mehrwert über das Erwachsen- und Älterwerden, über (Selbst)Vergebung und Veränderungen, über Familie und die Liebe ...
Bereit für Sich-selbst-(neu)-finden am Rande der Nordsee?

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