Echte Charaktere und wundertoller Schreibstil
Two Wrongs make a RightAls Jamie und Bea das erste Mal aufeinander treffen, können sich die beiden überhaupt nicht leiden. Das ist auch kein Wunder, denn die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein: Bea ist chaotisch und ...
Als Jamie und Bea das erste Mal aufeinander treffen, können sich die beiden überhaupt nicht leiden. Das ist auch kein Wunder, denn die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein: Bea ist chaotisch und Jamie strukturiert. Doch obwohl sie auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht sein könnten, sind sie sich dann doch ähnlicher als sie dachten. Ihre Freunde scheinen die Ähnlichkeiten sofort erkannt zu haben, denn sie schicken die beiden trotz schlechtem ersten Eindruck auf ein Blind Date. Jamie und Bea wollen sich rächen und beschließen eine Beziehung vorzutäuschen. Doch irgendwann fällt das vortäuschen immer leichter...
Da die Kapitel mal aus Beas und mal aus Jamies Perspektive geschrieben sind, können wir als Leserinnen beide Protagonisten sehr gut kennen lernen, insbesondere, da sie sich beide nach außen ganz anders gegeben, als ihre Gedanken sind. Diese Erzählweise ermöglicht es uns, ihre unterschiedlichen Sichtweisen kennen zu lernen und sie besser zu verstehen.
Fast mit Leichtigkeit gelingt es der Autorin, tiefgründige und wichtige Themen anzusprechen und auf natürliche Weise zu vermitteln, die mich sehr berührt haben. Es geht um Einsamkeit, seuelle Orientierung, Autismus, Angststörung und viele weitere Aspekte. Der Schreibstil enthält viele Formulierungen, die Platz zum Interpretieren lassen. Bea hat sich vor einer Party in Schale geworfen und ihre Maske aufgesetzt - hat sie damit ihre Krebsmaske für die Kostümparty gemeint oder die unsichtbare Maske, die sie in Gesellschaft aufsetzt, weil sie sich in sozialen Situationen verstellt und maskieren muss?
Mir gefallen die herrlich normalen Charaktere mir Ecken und Kanten, Macken und ihren alltäglichen Problemen. Sie wirken dadurch nahbar und echt und ich kann mich gut mit ihnen identifizieren. Mir gefällt auch sehr, dass Bea nicht einfach nur eine Person mit Autismus ist, deren gesamte Charakterbeschreibung sich nur darum dreht. Stattdessen hat sie einen vielschichtigen Charakter. Und ihre Eigenschaften und Probleme, die mit Autismus in Verbindung stehen (könnten), werden einfach ganz nebenbei integriert - es geht dabei vorrangig um sie als Person und nicht darum, dass sie eine Person mit Autismus ist.
Ich habe im Laufe des Buches wirklich überdurchschnittlich viele Lieblingsszenen entdeckt. Es gibt so viele Momente, die so unglaublich schön und natürlich sind: es gibt spicy Momente; Momente, in denen Personen auf ganz besondere Art und Weise ihre Zuneigung zeigen und so viele Momente, die mich mit Wärme und Freude erfüllen, sich richtig anfühlen und mich zum lächeln bringen.
"Two Wrongs make a Right" von Chloe Liese ist eine absolute Empfehlung!